362) Pfingstmontag 2020: KIRCHE DURCH GÖTTLICHES BLUT

Pfingstmontag 2020

GÖTTLICHE HANDLUNGEN CHRISTI ZUM LEBEN DER KIRCHE :

2) DAS GÖTTLICHE BLUT

Predigt von Pf. Stephan Müller

           

Wir erkennen im gesamten Leben der Kirche zwei Handlungen Gottes, die die Kirche begründen und am Leben erhalten: Das Göttliche Wort und das Göttliche Blut. Bedenken wir heute das Göttliche Blut.

           

Aus dem durchbohrten Herzen Jesu entspringen Blut und Wasser, das sind die Sakramente Christi. In der Herz-Jesu-Präfation betet die Kirche: „Aus Seinem durchbohrten Herzen entspringen die Sakramente der Kirche.“ Die Kirche entsteht und erhält sich nicht durch das, was wir in der Kirche menschlich tun und leisten. Die Kirche bildet sich durch das Blut des Erlösers, das sind Sein Göttliches Leben, Seine Göttliche Gnade, die uns in den Sakramenten vermittelt werden. Die Kirche ist so sehr vom Göttlichen Blut Christi abhängig, dass sie ohne dieses Blut nicht existieren kann. Christus sagt: „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen (Joh 15,5).“ 

           

Natürlich gibt es auch ein menschliches Mitwirken am Aufbau der Kirche, mit den Charismen und Gaben, die Gott jedem gegeben hat. Doch ist das ganz von Gott abhängig. Wir können in der Kirche menschliche Pläne, Aktionen und Gebetsgottesdienste usw. starten, so viele wir wollen. Ohne und neben dem Göttlichen Blut, dem Allerheiligsten Altarssakrament und die übrigen Sakramente, bildet sich keine wahre Kirche Christi. Das ist so wie bei einem kleinen Kind in den Monaten vor der Geburt. Es hängt an der Nabelschnur der Mutter, es ist über die Nabelschnur an den Blutkreislauf der Mutter angeschlossen, es empfängt das Blut der Mutter und mit diesem Blut alles, was es zum Leben im Mutterschoß benötigt. Würde bei einem Kind im Mutterschoß die Nabelschnur durchtrennt, würde das Kind sterben. Wenn wir als Kirche das Göttliche Blut Christi, die Allerheiligste Eucharistie und die anderen heiligen Sakramente, nicht mehr haben, nicht mehr zu brauchen meinen, sind wir keine Kirche Christi mehr. Papst Johannes Paul II. hat dieser Grundwahrheit eine ganze Enzyklika gewidmet: ECCLESIA DE EUCHARISTIA (17.4. 2003), dh die Kirche west, lebt, wächst und wird erbaut aus der Eucharistie, aus dem Heiligen Messopfer. Ohne Heiliges Messopfer gibt es keine Kirche. Und ohne Priester gibt es kein Heiliges Messopfer.

           

Die Kirche ist der mystische/geheimnisvolle Leib Christi, wie uns der heilige Paulus sagt (1 Kor 12,27). Die Kirche ist ein mystischer, ein geheimnisvoller Leib, doch sie ist ein Leib. Die Kirche ist ein realer Leib. Alle, die heute zum Heiligen Messopfer gekommen sind, wir sind keine Geistwesen; unsere Gemeinschaft hier im Gotteshaus ist nicht etwas rein Geistiges, wir sind konkrete Menschen aus Seele und Leib. So ist die Kirche nicht ein rein geistiges Gebilde, sie ist eine konkrete und sichtbare Gemeinschaft.

           

Die Kirche ist kein elektronischer oder digitaler Leib. Wir haben jetzt zwei Monate lang eine elektronische Form von „Kirche“ erlebt, Gottesdienstübertragungen im Fernsehen, die man sich nach Geschmack aussuchen konnte. Das mag eine Hilfe in Notzeiten sein, eine Hilfe besonders für kranke und alte Menschen. Für gesunde Glieder der Kirche muss das jetzt wieder real werden, kirchliche Gemeinschaft muss eine konkrete Gemeinschaft von konkreten Menschen sein. Die Fernsehübertragung eines Gottesdienstes ist für gesunde Katholiken niemals ein Ersatz für die Mitfeier im Gotteshaus. Mit einer Fernsehübertragung können wir auch das Sonntagsgebot nicht erfüllen. Jetzt ist wichtig, dass das Sonntagsgebot, das ein Gebot Gottes und der Kirche ist, wieder ernst genommen wird. Mit anderen Worten: Es ist wichtig, dass das Göttliche Handeln in der Kirche wieder ernst genommen wird, dass das Göttliche Blut, das sich nach der Heiligen Wandlung im Kelch befindet, wieder ernst genommen wird. Eine Kirche ohne das Göttliche Blut und ohne Sakramente ist keine Kirche Christi mehr. Gott braucht die Sakramente nicht, doch wir brauchen sie. Der hl. Kaspar del Bufalo (1786-1837) sagt: „Dazu bin ich Priester, den Menschen das Göttliche Blut zu bringen.“ Wir können es auch so sagen. Das ist die Sendung der Kirche, den Menschen das Göttliche Blut zu bringen, in dem allein es Vergebung der Sünden gibt (Eph 1,7), aus dem allein die Kirche lebt und auferbaut wird. Es wird sich zeigen, wie nach dieser Corona-Zeit das Göttliche Wort und das Göttliche Blut von uns Katholiken wieder ernst genommen werden. Es geht um Sein und Nichtsein.

           

Zusammenfassend: Die Kirche wird durch Göttliches Handeln Christi gebildet, belebt und erhalten: Durch das Göttliche Wort, das uns ruft zu hören, was Gott beschlossen hat, dazu Ja zu sagen und es zu leben. Durch das Göttliche Blut, das übernatürliche Leben der Gnade, das wir in den heiligen Sakramenten empfangen.

           

Gott Heiliger Geist, vom Vater und vom Sohn gesandt, bekräftige, was Du in uns gewirkt hast, stehe uns bei, belebe uns, heilige uns, damit wir wahrhaftige Glieder der Kirche Christi sein können. Maria, Mutter der Kirche, beschütze und leite uns. Amen.

               

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