358) 5. Sonntag nach Ostern 2020: BEFREIT HAT DER HERR SEIN VOLK

5. Sonntag nach Ostern 2020 - 17. Mai 2020

„BEFREIT HAT DER HERR SEIN VOLK“ (Introitus)

Predigt von Pf. Stephan Müller

                       

Heute haben wir zum Beginn des Heiligen Messopfers bewusst das TE DEUM gesungen. Wir wollen aus ganzem Herzen danken für alle Gnaden, die Christus uns während der vergangenen zwei Monate geschenkt hat, dass wir hier wieder zur Feier des Heiligen Messopfers vereint sein dürfen und wir uns gesund wieder sehen. Wir wollen aus ganzem Herzen auch der Gottesmutter Maria danken, die während dieser Zeit ihren Schutzmantel um uns gebreitete hat. Wir wollen heute einfach die Freude herrschen lassen, dass zumindest eine gewisse Form des Gottesdienstes wieder möglich geworden ist. Lassen wir die Liturgie des 5. Sonntages der Osterzeit zu uns sprechen.

           

Der Introitus erinnert uns: „Befreit hat der Herr sein Volk.“ Christus ist für uns am Kreuz gestorben. Er hat uns erlöst. Trotz aller Einschränkungen hat die Kirche Ostern gefeiert. Ich konnte in der Pfarrkirche alle Ostergottesdienste feiern, in ihrer vollen Form, mit allen Lesungen, mit allen Segnungen. Die Osterglocken haben geläutet. Freilich haben mir als Priester die Gläubigen gefehlt. Jetzt bin ich dankbar, dass das Gotteshaus wieder langsam mit gläubigen Katholiken erfüllt wird, dass die Orgel wieder ertönt, heute zum ersten Mal nach ihrer Renovierung, dass das Lob Gottes an diesem heiligen Ort wieder erklingt, dass wir unser Danken und Bitten wieder mit dem Hochheiligen Opfer Christi am Altar vereinigen und zum Himmel schicken können.

           

„Befreit hat der Herr sein Volk!“ Im Introitus heißt es weiter: Diese Osterbotschaft sollen wir mit Jubelschall verkünden, dass man es hört, bis an die Grenzen der  Erde. Die Osterbotschaft kann von keinen Fesseln aufgehalten werden. Verkünden auch wir die Osterbotschaft. Christus, der Gekreuzigte, ist auferstanden, er hat uns erlöst, sein Herz steht offen, in den heiligen Sakramenten der Kirche fließen die Gnaden des Heils. Kommen wir und schöpfen wir.

           

Das Tagesgebet hat heute so begonnen: „Gott, von dem alle Güter hervorgehen.“ Alle Güter, die wir für unser Leben brauchen, kommen von Gott: Die Gesundheit, die Wohlfahrt und Gesundheit der Gesellschaft, die gerechte Ordnung des Staates, die gute Witterung für die Felder, alle geistigen Güter wie zB die Gabe von Glaube, Hoffnung und Liebe, der Friede, die Gaben des Heiligen Geistes… Kurz: Alles Gute kommt von Gott, von oben, vom Vater der Gestirne, wie der heilige Apostel Jakobus sagt (Jak 1,17).

           

Es ist nicht so gemeint, dass wir zur Erlangung der natürlichen und übernatürlichen Güter nichts beitragen müssten. Doch im Letzten ist jede Gabe auch und zuerst und immer eine Gabe Gottes. Und ohne Gott geht gar nichts, ohne Gott sind wir verloren. Wir sind als Menschen arm und sterblich, ganz von Gott abhängig. Auch aus diesem Grund ist wichtig, dass die Kirche öffentlich Gottesdienst feiert. Ein Kardinal hat kürzlich folgenden Gedanken formuliert: Das öffentliche Gebet der Kirche bringt zum Ausdruck, dass alles von Gott abhängt. Als endliche Geschöpfe wissen wir Menschen nicht genau, was Gott direkt wirkt und was von uns abhängt. Hier kommt das Gebet ins Spiel, unsere Bitten an Gott um seine Hilfe und Gnade, um die Herausforderungen des Lebens zu bewältigen. Soweit der Gedanke des Kardinals. Wenn die Kirche nicht mehr öffentlich Gottesdienst feiert, wird der Hochmut und Übermut der Menschen, der Regierungen und Staaten noch größer. Indem wir öffentlich Liturgie und Gottesdienst feiern bringen wir zum Ausdruck: Wir sind schwache und sterbliche Menschen, wir brauchen Gottes Hilfe, Gott ist der Geber alles Guten.

           

Solche Gedanken verweisen uns nun auf das Evangelium dieses Sonntages, der in der Tradition der Bittsonntag genannt wird. „Bittet, und ihr werdet empfangen.“ In diesen Tagen vor Christi  Himmelfahrt dürfen wir besonders den himmlischen Vater bitten. Den zum Vater heimkehrenden Erlöser dürfen wir sozusagen alle unsere Herzensbitten mitgeben.

           

Bitten wir gerne in den Anliegen der Kirche und der Welt, in den persönlichen Anliegen. Bitten wir auch für die Leidenden und Verstorbenen der vergangenen Krise. Bitten wir, dass die vergangenen zwei Monate auch für uns selber Frucht tragen, dass wir auch persönlich etwas aus dieser Zeit mitnehmen. Ich selber habe mir zB vorgenommen, beim Gottesdienst die Uhr in der Sakristei zu lassen. Wir nehmen uns Zeit, GOTT im öffentlichen Kult der Kirche zu loben und zu preisen.

           

Herzliche Einladung zur Mitfeier der drei Bitt-Tage. Wir vor jedem Heiligen Messopfer halten wir einen kleinen Bittgang um die Kirche herum.

           

Herzliche Einladung auch zur Maiandacht, in der Pfarrkirche täglich um 17:00 Uhr.

           

Befreit hat der Herr sein Volk.

Verkündet es mit Jubelschall.

Alle Güter gehen von Gott hervor.

           

Einen gesegneten österlichen Sonntag! Amen.

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