010) 2. Sonntag im Jahreskreis B 2012: Christus beginnt das Haus seiner Kirche zu bauen

2. Sonntag im JK B) 2012 – Pfarrkirche Imsterberg

Homilie von Pf. Stephan Müller (Manuskript):

„RABBI, WO WOHNST DU? KOMMT UND SEHT!“(Joh 1,38-13)

CHRISTUS BEGINNT DAS HAUS SEINER KIRCHE ZU BAUEN

Zwei Johannesjünger sehen Jesus und sagen zu ihm: „Rabbi, wo wohnst du“? Die Antwort: „Kommt, und seht!“ „Und sie blieben jenen Tag bei ihm“. Es handelt sich um die ersten Jünger, die einen Tag bei Jesus verbringen, bei ihm daheim, das war noch in Nazareth. Jesus muss so etwas Faszinierendes und Anziehendes an sich gehabt haben, dass der Funke gleich übergesprungen ist. Noch Jahrzehnte danach können sich die betreffenden Jünger genau erinnern, was da war und wann es war: um die 10. Stunde. Nach der Römischen Stundenzählung war die 1. Stunde um 6.00 Uhr in der Früh. Die 10 Stunde wart also um 4 Uhr Nachmittag. Jeder, der von Jesus in die Nachfolge gerufen wird, weiß noch im hohen Alter Ort und Zeit und Details der Berufung, der ersten Liebe durch den Herrn, und wie man darauf geantwortet hat. Das weiß man noch so genau, als ob es gestern gewesen wäre. Auch ein Ehepaar wird noch im Alter ganz genau die Zeit der ersten Liebe wissen, wann und wo und wie alles war. Einer von den beiden war Andreas, der Bruder des Simon. Er war so begeistert, dass er seinen Bruder sogleich zu Jesus geführt. Jesus hat den Simon mit den Augen der Erwählung angeblickt. Er hat schon genau gewusst, was er mit ihm vorhat, was einmal seine persönliche Berufung in der Kirche sein wird. Er hat ihm etwas gesagt, was Simon sicher noch nicht verstanden hat: „Du bist Simon, der Sohn des Johannes, du sollt Kephas heißen - Fels.“

Was hier ganz klein und unscheinbar begonnen hat, hat Weltgeschichte gemacht. Warum? Für diese zwei Männer, die einen Nachmittag bei Jesus daheim verbracht haben, hat sich die Welt verändert. Jesus hat ihren Lebensstand und ihren Beruf komplett auf den Kopf gestellt. Ihr Berufungsweg hat begonnen, ihre Christusnachfolge. Alles in ihrem Leben wurde anders. Bis sie ganz zu Christus JA sagen konnten, war es ein längerer Weg. Doch dort, an diesem Tag, den sie mit Jesus verbracht haben, hat es begonnen.

Es gibt noch einen Grund, warum dieses Ereignis Weltgeschichte gemacht hat. Jesus beginnt, die ersten Jünger um sich zu sammeln. Mit anderen Worten: Jesus beginnt, das Haus seiner Kirche zu bauen. Jesus beginnt, die Gemeinschaft seiner Kirche zu sammeln. Die Kirche hat mit der Menschwerdung des Sohnes Gottes begonnen. Die Kirche ist die Gemeinschaft derjenigen, die Christus ruft: „Kommt und seht“. Die Kirche ist die Gemeinschaft derjenigen, die in die Gemeinschaft mit Christus eintreten und schließlich in die Nachfolge Christi.

Die Kirche ist von Anfang an das Werk Jesu Christi, nicht unser Werk. Nicht wir haben Christus gerufen, sondern Christus hat uns gerufen. Mehrere Sonntage lang stellen uns die Evangelien die Anfänge der Kirche vor Augen: Christus ruft in die Nachfolge. Christus heilt und hilft, Christus streut den Samen des Wortes Gottes aus.

Diesen Evangelien über die Anfänge der Kirche wollen wir heute eine Katechese über das Geheimnis der Kirche voranstellen. Weil die Kirche Gottes Werk ist, das Werk Jesu Christi und somit der der Allerheiligsten Dreifaltigkeit, ist die Kirche in der Welt etwas Einzigartiges. Die Kirche hat später ihr Wesen mit folgenden 4 Begriffen beschrieben: die Kirche ist einig, heilig, katholisch und apostolisch. Wir bekennen dieses Glaubensgeheimnis der Kirche an jedem Sonntag im Credo.

Die ersten Jünger verbringen einen Tag bei Jesus. Ihre Berufung beginnt. Jesus beginnt, seine Kirche aufzubauen. Dazu noch einige praktische Anwendungen.

< Heute befindet sich die katholische Kirche in einer großen Not. Um diese Not zu überwinden ist es notwendig, das Glaubensgeheimnis der Kirche wieder zu erfassen. Sich hineinbeten und hineinleben in das Glaubensgeheimnis der Kirche. Ich lade euch ein, im Katechismus die Kapitel über die Kirche zu lesen und zu betrachten. Wer das liest wird noch viel mehr erkennen, wie Jesus drangegangen ist, seine Kirche zu bauen.

< „Rabbi, wo wohnst du? - Kommt und seht!“ Lassen uns auch wir von Jesus immer neu einladen, in sein Haus zu kommen, in seine Kirche: bei ihm sein, auf ihn hören, von ihm lernen. Auf diese Weise werden auch wir von Jesus immer mehr zur Kirche gemacht. Wir haben dieses Geschenk an jedem Sonntag und bei jeder hl. Messe: Wir gehen, im wahrsten Sinn des Wortes, in das Haus, in dem Jesus wohnt. Wer das wirklich aufrichtig tut, mit einem offenen Herzen, mit einer vollen Bereitschaft, von Jesus zu lernen, wie der jugendliche Samuel in der 1. Lesung, der wird von Jesus zur lebendigen Kirche gemacht. Amen.

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies).

Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.