317) Passionssonntag 2019: GLAUBENSMANIFEST 4: DAS EWIGE LEBEN

Passionssonntag - 5. Fastensonntag 2019

GLAUBENSMANIFEST von Gerhard Ludwig Kardinal Müller:

4) DAS EWIGE LEBEN

Predigt von Pf. Stephan Müller

  

Kardinal Müller: Viele fragen sich heute, wofür die Kirche eigentlich noch da ist, wenn sich auch Bischöfe lieber in der Rolle als Politiker gefallen, denn als Lehrer des Glaubens das Evangelium verkünden.

           

Anmerkung: Wir erleben, dass heute innerkirchlich vieles am Wesen der Kirche und ihrer Sendung vorbeigeht. Wenn wir als Kirche (Geistliche und Laien) Komödie spielen, Geschichten erzählen, Innerweltliches thematisieren, der Politik nachrennen usw., machen wir uns überflüssig. Wir werden verlacht, nicht mehr ernst genommen, wie unbrauchbares Salz zertreten.

           

Der Blick darf nicht durch Nebensächlichkeiten verwässert, sondern das Proprium der Kirche muss thematisiert werden.

           

Anmerkung: Das Proprium der Kirche muss thematisiert werden. Sohn Gottes, Kirche, Gnade, Sakramente, Eschatologie, Umkehr, Glaube, unsterbliche Seele, Verantwortung für das ewige Heil...

           

Wir werden nun an die grundlegenden Letzten Dinge – die Eschatologie erinnert. Das sind Heilswahrheiten, die heute leider Großteils in der Kirche verschwiegen werden. Die Verkündigung solcher ernster Glaubenswahrheiten macht nicht gerade beliebt. Doch wir Hirten der Kirche sind nicht dazu da, uns im weltlichen Sinn beliebt zu machen, sondern das Zeugnis Gottes zu verkünden (1 Kor 2,1).

           

Kardinal Müller: Jeder Mensch hat eine unsterbliche Seele, die im Tod vom Leib getrennt wird, indem er auf die Auferstehung der Toten hofft (366).  Anmerkung: Denken wir daran, dass wir eine unsterbliche Geistseele haben.

           

Kardinal Müller: Der Tod lässt die Entscheidung des Menschen für oder gegen Gott definitiv werden. Jeder muss sich unmittelbar nach dem Tod dem besonderen Gericht stellen (1021). Entweder ist noch eine Läuterung notwendig oder der Mensch gelangt unmittelbar in die himmlische Seligkeit und darf Gott von Angesicht zu Angesicht schauen.  

           

Anmerkung: Tod bedeutet Trennung von Seele und Leib. Beim persönlichen Gericht wird jeder allein vor Gott sein; keine Masse, keine Gremien, keine Mehrheit, jeder wird im Licht Gottes sein Leben erkennen; Gott richtet barmherzig und gerecht. Haben wir bitte keine falschen Vorstellungen vom Gericht Gottes. Gott ist nicht derjenige, der uns anklagt. Christus ist als Erlöser gekommen. Der Ankläger des Menschen ist das eigene Gewissen, das offenbar wird. Alles, was der Mensch durch sein Leben unauslöschlich in das Gewissen geschrieben hat, wird im Licht Christi offenbar „Alles liegt nackt und bloß vor den Augen dessen, dem wir Rechenschaft schulden“ (Hebr 4,13).

           

Im persönlichen Gericht entscheidet sich für jede einzelne Seele die ganze Ewigkeit: Der Kardinal erwähnt zuerst das Fegfeuer. Deshalb ist es wichtig, für die ‚Verstorbenen zu beten, das Heilige Messopfer feiern zu lassen. Es ist auch möglich, dass eine Seele unmittelbar nach dem persönlichen Gericht zur Anschauung Gottes gelangt. Der katholische Glaube weist Vorstellungen über das Jenseits zurück, die nicht mit dem Offenbarungsglauben zu vereinbaren sind, wie zB die Vorstellung der Seelenwanderung, der Widergeburt oder die Meinung, man habe nach dem Tod nochmals eine Chance und Möglichkeit, sich für oder gegen Gott zu entscheiden.

           

Kardinal Müller: Es gibt auch die schreckliche Möglichkeit, dass ein Mensch bis zuletzt im Widerspruch zu Gott verharrt und indem er sich Seiner Liebe definitiv verweigert, „sich selbst sogleich und für immer verdammt“ (1022).

           

Anmerkung: Christus lehrt, dass es die Hölle gibt und dass sie ewig ist. Wer nicht an die Existenz der Hölle glaubt, glaubt auch nicht an die Existenz Gottes.

           

Kardinal Müller: „Gott hat uns erschaffen ohne uns, er wollte uns aber nicht retten ohne uns“ (1847). Die Ewigkeit der Höllenstrafe ist eine furchtbare Wirklichkeit, die – nach dem Zeugnis der Heiligen Schrift – sich alle zuziehen die „im Stand der Todsünde sterben“ (1035).

           

Anmerkung: Die ewige Trennung von Gott zieht sich jeder zu, der ohne Reue im Stand der Todsünde stirbt. Todsünde setzt voraus: Eine schwerwiegende Angelegenheit (Gebot Gottes), Einsicht und die freie Willenszustimmung.

           

Kardinal Müller: Der Christ geht durch das enge Tor, denn „weit ist das Tor und breit der Weg, der ins Verderben führt, und es sind viele, die auf ihm gehen“ (Mt 7,13).

           

Anmerkung: Gehen wir gerne den Weg der Wahrheit, den Weg des Kreuzes, den mühsamen, nicht „billigen“ Weg.

           

Kardinal Müller: Diese und andere Glaubenswahrheiten zu verschweigen und die Menschen entsprechend zu lehren ist der schlimmste Betrug, vor dem der Katechismus mit Nachdruck warnt.

           

Anmerkung: Der schlimmste Betrug, den die Kirche (Bischöfe, Priester, Eltern, Religionsunterricht,…) den Menschen antun kann ist, den Menschen diese und andere Glaubenswahrheiten zu verschweigen und dementsprechend zu lehren.

           

Kardinal Müller: Er [dieser schlimmste Betrug] stellt die letzte Prüfung der Kirche dar und führt den Menschen zu einem religiösen Lügenwahn, um „den Preis ihres Abfalls von der Wahrheit“ (675); es ist der Betrug des Antichrists.

           

Anmerkung: Der Kardinal erwähnt den Antichrist. Die Lehre vom Antichrist ist biblisch. Eine Zeit des Antichrist war die Römische Christenverfolgung, die Französische Revolution, der Nationalsozialismus. Der Antichrist, der Geist des Antichrist, führt die Menschen zu einem religiösen Lügenwahn. Die Menschen glauben nicht mehr der Wahrheit, nicht mehr den Geboten Gottes, nicht mehr der gesunden Lehre; sie fallen vom Glauben ab, sich machen sich ihre eigenen Lehren. Wie viele falsche Lehren haben sich in der Kirche ausgebreitet, zB im Bereich der Gottesverehrung, im Bereich der Ehe, im Bereich der Heiligen Messe…  Wie ist es bei uns selber?

           

Kardinal Müller zitiert den hl. Paulus: „Er [der Antichrist] wird jene, die verloren gehen, mit allen Mitteln der Ungerechtigkeit täuschen; denn sie haben sich der Liebe zur Wahrheit verschlossen, durch die sie gerettet werden sollten“ (2 Thess 2,10).

           

Anmerkung: Der hl. Paulus spricht von der Liebe zur Wahrheit; gemeint ist die ewige Wahrheit Gottes, die Glaubenslehre. Wer gegenüber der Predigt der Kirche, vorausgesetzt, dass sie die Heilslehre Christi verkündet, immer wieder innerlich aufbegehrt, hat die Liebe zur Wahrheit nicht in sich, sondern ein giftiges Kraut, den Hochmut, wie das Buch der Weisheit sagt (Sir 3,28). Wer die Liebe zur Wahrheit nicht in sich hat, wird sich in einem Gottesdienst, in dem die Wahrheit Christi verkündet wird, nie wohl fühlen.

           

Die Gottesmutter Maria möge uns diese Gabe des Heiligen Geistes erbitten, die Liebe zur Wahrheit, damit wir im keinem religiösen Lügenwahn verfallen, im Glauben ausharren, unsere Seelen und die Seelen derer, die uns anvertraut sind, die wir lieben,  durch das Blut Christi gerettet werden. Amen         

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok