316) 4. Fastensonntag 2019: GLAUBENSMANIFEST 3: DIE KIRCHE

4. Fastensonntag 2019

GLAUBENSMANIFEST von Gerhard Ludwig Kardinal Müller:

3) DIE KIRCHE

Predigt von Pf. Stephan Müller

           

           

Kardinal Müller: Jesus Christus hat die Kirche als sichtbares Zeichen und Werkzeug des Heils gegründet, die in der katholischen Kirche verwirklicht ist (816).

           

Anmerkung: Es gibt die wahre Kirche Christi, in der alles erhalten ist, was Christus in sie hineingelegt ist, sie hat die Fülle der Heilsmittel, wie sich das 2. Vatikanische Konzil ausdrückt: „Nur durch die katholische Kirche Christi, die das allgemeine Hilfsmittel des Heiles ist, kann man Zutritt zu der ganzen Fülle der Heilsmittel haben“ (2. Vatikanisches Konzil, Unitatis redintegratio/Dekret über den Ökumenismus, 3). Diese wahre Kirche Christi ist verwirklicht - dh ist - die römisch katholische Kirche.

           

Kardinal Müller: Er gab seiner Kirche, die „aus der Seite des am Kreuz entschlafenen Christus“ hervorgegangen ist (766), eine sakramentale Verfassung, die bis zur Vollendung bleibt (765).

           

Anmerkung: Ursprung der Kirche ist der Christus am Kreuz, sie ist aus seinem Leiden geboren. „Aus der Seite des entschlafenden Christus“ ist eine Formulierung der Kirchenväter. Blut und Wasser deuten die Kirchenväter für die Sakramente der Kirche. Im Klartext: Kirche ist so sehr mit den heiligen Sakramenten verbunden, dass es ohne Sakramente keine Kirche gibt. Die sakramentale Verfassung der Kirche ist göttlich, niemand kann sie ändern. Welche Bedeutung und welchen Stellenwert haben die Sakramente in unserem persönlichen Leben? Das Heilige Messopfer – am Sonntag und an den gebotenen Feiertagen, am Werktag? Die Heilige Beichte?

           

Kardinal Müller: Christus, das Haupt, und die Gläubigen als Glieder des Leibes sind eine mystische Person (795), weshalb die Kirche heilig ist, denn der einzige Mittler hat ihr sichtbares Gefüge verfasst und erhält sie unablässig (771).

           

Anmerkung: Das ist ein tiefes Geheimnis: Christus ist mit Seiner Kirche auf geheimnisvolle Weise verbunden, sie bilden eine „mystische Person; der hl. Paulus spricht vom mystischen Leib Christi (zB 1 Kor 12,12-27). Deshalb ist die Kirche heilig. Glieder der Kirche, Geistliche und Laien, können sündigen, doch die Kirche ist heilig. Das ist ein scheinbarer Gegensatz, eine Spannung, die wir aushalten müssen. Da sehen wir das Göttliche und Heilige in der Kirche, doch auch das Menschliche. So haben in der Kirche alle Platz, dh alle, die sich bekehren wollen. Die Kirche ist eine Bekehrungsgemeinschaft. Wir sind zur Heiligkeit berufen.

           

Kardinal Müller: Durch sie wird das Erlösungswerk Christi in Zeit und Raum gegenwärtig in der Feier der heiligen Sakramente, vor allem im eucharistischen Opfer, der heiligen Messe (1330).

           

Anmerkung: Das ist die wesentliche Sendung der Kirche: In den heiligen Sakramenten das Erlösungswerk Christi gegenwärtig setzen. Im Zentrum steht das Heilige Messopfer. Mit anderen Worten: Durch die Kirche haben wir Zugang zum Erlöser, der uns durch sein Kreuz erlöst hat, der uns zum Heil führt.

           

Kardinal Müller: Die Kirche vermittelt mit der Autorität Christi die göttliche Offenbarung, die sich auf alle Elemente der Lehre erstreckt, „einschließlich der Sittenlehre, ohne welche die Heilswahrheiten des Glaubens nicht bewahrt, dargelegt und beobachtet werden können“ (2035).

           

Anmerkung: Die Kirche vermittelt uns die göttliche Offenbarung, und zwar mit der Autorität Christi. Die Offenbarung erstreckt sich auf alle Bereiche der Glaubenslehre, dazu gehört auch die Sittenlehre, das Leben in den 10 Geboten Gottes. Das Leben nach den Geboten Gottes gehört zum Glauben dazu. Bezugspunkt, Orientierungspunkt und Wegweisung für unsere Glaubens- und Lebenshaltung ist die göttliche Offenbarung, so wie sie uns im Katechismus der Katholischen Kirche vermittelt wird.

           

Amen.

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