012) 5. Sonntag im Jahreskreis B 2012: Der heilende Christus - Krankheit im Licht Christi

5. Sonntag im Jahreskreis B) 2012 – Imsterberg und Karrösten

Homilie von Pf. Stephan Müller (Manuskript):

„UND ER HEILTE VIELE“(Mk 1,34) DER HEILENDE CHRISTUS IN DER KIRCHE. KRANKHEIT IM LICHT CHRISTI.

Am vergangenen Sonntag waren wir mit Christus in der Synagoge von Kapharnaum, wo Jesus aus einem Besessenen den Dämon ausgetrieben hat. Nach diesen für die Leute spektakulärem Erlebnis geht der Herr in das Haus des Petrus. Dort hat er gewohnt. Der Evangelist Markus erzählt, welche Wirkung die Heilung des Besessenen hatte. Jesus heilt eine Vielzahl von Menschen. Es beginnt mit der Schwiegermutter des Petrus, die mit Fieber im Bett lag. Die Heilung trat sofort ein und war vollständig. Sie konnte für Jesus und seine Jünger sorgen. Am Abend kommt es zu einer beeindruckenden Szene: Die Leute von ganz Kapharnaum sind beim Haus des Petrus versammelt. Sie bringen alle Kranken und Besessenen. Markus bezeugt: „Und erheilte viele, die an allen möglichen Krankheiten litten, und trieb viele Dämonen aus.“ (Mk 1,34).

Die Erfahrung von Krankheit ist ein Teil unseres Lebens. Trotzdem können wir uns nie daran gewöhnen. Wir spüren, dass wir für das Leben geschaffen sind. Wir möchten nicht krank sein, wir möchten gesund sein. Und auch Gott will, dass wir gesund sind. Deshalb heilt Jesus so viele Kranke. Damit zeigt er, dass Gott den Menschen heil machen will. Das Heil, das Gott uns schenken will, ist ein ganzheitliches Heil, vor allem das ewige Heil für die Seele. Manchmal lässt Gott die Krankheit zu, dass wir daran wachsen und reifen. Es ist eben so, dass wir oft nur durch die Erfahrung von Schmerz und Leid ein tieferes Erkennen und Reifen erfahren. So kann jeder Krankheit auch zur Gnade werden, weil wir dadurch näher zu Gott finden. Eine Krankheit, die man annimmt und aufopfert, wird auch zu einem Mitwirken am Leiden Christi zur Erlösung der Seelen. In diesem Sinn sagt Paulus, wir dürfen mit unseren Leiden ergänzen, was an den Leiden Christi noch fehlt. Insofern gehört die Krankheit zum Geheimnis des Kreuzes Christi im Leben.

Die vielen Krankenheilungen im Leben Christi sind auch ein Zeichen: ein Zeichen der machtvollen Liebe Gottes, die uns an Körper und Seele heilt. Die Krankenheilungen sind ein Zeichen, das uns Menschen zur Botschaft Christi führt, zu Gott führt. Mit anderen Worten: Jesus heilt die Kranken, nicht nur um ihnen aus ihrem Elend zu helfen – selbstverständlich – sonder noch mehr: Jesus heilt die Kranken, um sie zu Gott
zu führen. Christus will uns zum himmlischen Vater führen, das ist sein Anliegen!

Mit den Krankenheilungen zeigt uns Jesus indirekt, dass die größte Krankheit die Abwesenheit Gottes ist. Wo Gott im Leben fehlt, fehlt dem Menschen die Quelle der Liebe und Wahrheit. Wo Gott fehlt, lebt der Mensch, selbst wenn er materiell alles haben sollte, am Leben vorbei. Das ist die größte Krankheit des Menschen, die Abwesenheit Gottes, das Leben ohne die Liebe und Wahrheit Gottes. Von dieser Krankheit will Christus uns heilen. Nur Gott kann uns Menschen die wahre Heilung schenken. Nur der wahre Glaube an Gott und die Versöhnung mit Gott kann uns Menschen die wahre Heilung und das wahre Leben schenken. Nur Gott kann uns Menschen ganz heil machen.

Jesus heilt, um uns zu Gott zu führen! Wie können wir das heute erfahren?

Das Heilende Wirken Christi geht durch die Gnade des Heiligen Geistes in der Kirche weiter. Christus heilt vor allem durch die heiligen Sakramente: die besonderen Sakramente der Heilung sind die Sakramente der Buße und der Krankensalbung. In den Sakramenten setzt Christus sein heilendes Wirken fort.

- Wenn wir die Sakramente der Heilung empfangen (Beichte und Krankensalbung) schenkt uns Jesus Heilung an Körper und Seele. So werden wir durch jede Krankheit, jedes Leid, und die Erfahrung der Heilung näher zu Gott geführt.

- Für unheilbar Kranke: Wer das Kreuz der Krankheit tragen muss, schaut die Heilung anders aus: hier besteht die Heilung darin, zur Krankheit JA sagen zu können, man bekommt die Kraft, die Krankheit annehmen und mit dem Kreuz Christi vereinen zu können, so wird die Krankheit zur Teilhabe am Kreuz Christi, ein Beitrag zur Erlösung der Menschen. Die meisten Heilungswunder in Lourdes sind von dieser Art. Kranken erhalten eine innere Heilung, durch die sie JA sagen können zum Kreuz Christi. Sie finden näher zu Gott und erkennen, dass ihre Krankheit nicht sinnlos ist sondern Ewigkeitswert hat.

- Stellen wir uns die Frage: Wo und bei wem suche ich Heilung, wenn ich von Krankheit oder Mühsal geplagt bin? Ist Jesus für mich der erste und eigentliche Arzt? Oder suche ich anderswo Hilfe und nicht beim Herrn und bei den Sakramenten der Kirche? Das heißt nicht, dass wir nicht zum Arzt gehen sollen. Doch unser wichtigster Arzt muss immer Jesus sein.

In Lourdes geschah folgende außergewöhnliche Heilung. Eine 21jährige junge Frau, Marie Bailly, litt an Bauchfell-Tuberkulose im Endstadium der Krankheit. Ihr letzter Wunsch war es, nach Lourdes gebracht zu werden. Als man sie auf einem Liegebett zur Grotte brachte, lag sie im Sterben. Der begleitende Arzt war Dr. Alexis Carrel. Er war Atheist. Dieser Arzt wurde Zeuge ihre Heilung. Die Heilung geschah augenblicklich und vollständig. Der Arzt war zutiefst erschüttert, sein intellektueller Hochmut brach zusammen. Das zweite Wunder, das in diesen Augenblicken geschah, war seine Bekehrung. Er erhielt die Gnade der Umkehr und des Glaubens. Das war im Mai 1903. Dr. Carrel hat sich nach seiner Bekehrung offen zum katholischen Glauben bekannt. Er verlor deswegen seine Anstellung an der Universität. Er wanderte nach Kanada aus, dort wurde er ein berühmter Mediziner. Später hat der den Nobelpreis für Medizin erhalten. Gerade diese Heilung zeigt uns sehr schön, was Jesus mit seinen Heilungen will: uns zu Gott führen! (Im Heft Miteinander könnt ihr diesen Heilungsbericht aus Lourdes genauer nachlesen: Nr. 3/2011).

„Und er heilte viele!“ Der heilende Christus in der Kirche. Jesus heilt, ums die Macht seiner Liebe zu zeigen. Er heilt, um uns zu Gott zu führen. Die Abwesenheit Gottes ist die schlimmste Krankheit. Davon will Christus uns heilen. Herr, heile auch uns!

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