307) Hochfest der Gottesgebärerin - 1.1.2019: DAS HEILIGE MESSOPFER 8) MARIA BEIM HL. MESSOPFER

Oktavtag von Weihnachten - Hochfest Der Gottesgebärerin Maria - Neujahr - 1.1. 2019

„AUF DIE FÜRSPRACHE DER SELIGEN UND GLORREICHEN,

IMMERWÄHRENDEN JUNGFRAU UND GOTTESGEBÄRERIN MARIA“ (EMBOLISMUS)

DAS HEILIGE MESSOPFER 8) MARIA BEIM HEILIGEN MESSOPFER

Predigt von Pf. Stephan Müller

           

In der Liturgie heißt der heutige Tag Oktavtag von Weihnachten. Heute vollendet sich der Heilige Tag. Der erste Tag des neuen Jahres ist besonders der Gottesmutter Maria geweiht. Maria soll uns wieder durch dieses Jahr des Heiles führen. Auf ihre Hilfe vertrauen wir. Bei ihr sind wir geborgen.

                       

Wie können wir der Muttergottes begegnen und ihre Fürsprache erlangen? Natürlich gibt es besondere marianische Wallfahrtsorte, wo wir die Nähe der Muttergottes sozusagen leichter empfinden und dem Himmel näher kommen. Doch gläubig gedacht sind wir der Muttergottes am nächsten, wo das Heilige Messopfer gefeiert wird. Dort ist sie da, so wie sie im Leben Christi da war. So wie Maria in das gesamte irdische Erlöserwirken Christi involviert ist, so ist Maria auch in das gesamte übernatürliche Erlöserwirken Christi beim Heiligen Messopfer involviert. Die Muttergottes war mit ihrer Demut im irdischen Leben Christi meist im Hintergrund. Bei den ganz markanten Heilsereignissen ist sie auch sichtbar da: Bethlehem, Tempel, Golgota. Beim Heiligen Messopfer ist sie wieder im Hintergrund, doch sie ist da. Auch die Engel sind da, die Heiligen und die Armen Seelen. Die Kirche glaubt, was sie betet.

           

In den Messgebeten (Missale Romanum 1962) wird an mehreren Stellen der Heiligen Messe die Gottesmutter Maria ausdrücklich erwähnt und angerufen. Maria will uns sozusagen an der Hand nehmen und durch das Heilige Messopfer führen, für uns Fürsprache haltend, uns Gnaden vermittelnd. Dazu heute eine kleine Besinnung: Maria beim Heiligen Messopfer.

               

Es gibt im Messbuch (1962) zwei Gebete der Kirche zu Maria, sie sind für den Priester in der Sakristei gedacht. Ein Gebet ist zur Vorbereitung auf das Hl. Messopfer, das andere zur Danksagung. In unserer Sakristei habe ich diese Gebete an zwei Schranktüren angebracht.

                                              

Zur Vorbereitung kann der Priester folgendes beten: „O Mutter der Güte und Barmherzigkeit, allerseligste Jungfrau Maria! Ich elender und unwürdiger Sünder flüchte mich von ganzem Herzen und ganzer Hingabe zu Dir. Ich bitte Deine Güte: So wie Du, Deinem liebsten Sohn am Kreuz beigestanden bist, würdige Dich, auch mir elendem Sünder, und allen Priestern, die jetzt und heute in der ganzen heiligen katholischen Kirche das Heilige Opfer darbringen, gütig beizustehen. Lass uns mit Hilfe Deiner Gnade würdig werden, dieses erhabene und wohlgefällige Opfer im Angesicht der Höchsten und Ungeteilten Allerheiligsten Dreifaltigkeit darzubringen.“

           

Schon am Beginn rufen wir Maria an, beim CONFITEOR: „Ich bekenne der seligen, allzeit reinen Jungfrau Maria. Darum bitte ich die selige, allzeit reine Jungfrau Maria… für mich zu beten bei Gott unserm Herrn.“ Maria ist die Mutter der Barmherzigkeit. Sie hilft uns, unsere Sünden zu bereuen, zu beichten, die barmherzige Liebe Gottes zu erlangen. Bei Maria wissen wir uns als arme Sünder geborgen. In der Tradition betet der Priester das Confiteor zuerst allein, wendet sich ganz persönlich an sie. Maria ist die Mutter der Priester, die Schützerin der priesterlichen Reinheit und Würde. Und dann rufen sie mit den gleichen Worten auch die Gläubigen an. - Die Muttergottes hilft uns also am Beginn des hl. Messopfers, unser Herz durch Akte der Reue und Demut zu bereiten. Das macht uns offen für das Hören des Wortes Gottes in Lesung, Evangelium und Predigt.

           

Das nächste Messgebet, in dem Maria ausdrücklich erwähnt wird, ist das CREDO: Geboren von der Jungfrau Maria. Im Glaubensbekenntnis bekennen wir die Mutterschaft und immerwährende Jungfräulichkeit Mariens. Maria ist die erste Glaubende. Wir ehren sie als die Mutter des Glaubens, als den Hort des Glaubens. Maria hilft uns, das katholische Credo, den Glauben, unversehrt zu bewahren.

Dann ist es die Opferung, wo der Priester allein in einem Stillgebet Maria anruft. Es ist das Gebet SUSCIPE SANCTA TRINITAS: „Nimm an, heilige Dreifaltigkeit, diese Opfergabe, die wir Dir darbringen zum Gedächtnis des Leidens, der Auferstehung und der Himmelfahrt unseres Herrn Jesus Christus und zu Ehren der seligen, immerwährenden Jungfrau Maria, des heiligen Johannes des Täufers, der heiligen Apostel Petrus und Paulus, sowie dieser und aller Heiligen, damit sie ihnen zur Ehre, uns aber zum Heil gereiche und die im Himmel unsere Fürsprecher seien, deren Gedächtnis wir auf Erden begehen, durch ihn, Christus, unsern Herrn.“

           

Das nächste Gebet, indem wiederum der Priester allein Maria anruft, ist das COMMUNICANTES, ein Teil des Hochgebetes, kurz vor der Heiligen Wandlung: „Wir stellen uns in Gemeinschaft und vollziehen in Ehrfurcht das Gedächtnis vor allem der glorreichen immerwährenden Jungfrau Maria, der Mutter unseres Gottes und Herrn Jesus Christus.“ Hier werden im Canon nochmals die großen Mariendogmen ehrfürchtig bekannt. Für den Priester selber ist kurz vor der Heiligen Wandlung diese Anrufung auch wie eine innige Bitte an Maria, dem Priester bei der nun folgenden unblutigen Darbringung des Opfers Christi beizustehen.

           

Bei der HEILIGEN WANDLUNG wird Maria natürlich nicht erwähnt. Doch sie ist da, sie assistiert, sie wohnt der Darbringung des Opfers Christi bei, so wie sie einst auf Golgota dem Opfer Christi assistiert und beigewohnt hat: durch ihr Schweigen, ihr Fürbitte, ihre Hingabe. Sie ist da! Eine große Hilfe für den Priester.

           

Nach dem Canon, wird Maria angerufen, beim sogenannten EMBOLISMUS. Der Embolismus ist die Zusammenfassung und Weiterführung der Vater-Unser Bitten. In Ausübung des Weihepriestertums betet der Priester den Canon, das Vater unser und den Embolismus alleine. „Erlöse uns, wir bitten Dich, o Herr, von allen Übeln, den vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen, und auf die Fürsprache der seligen und glorreichen, immerwährenden Jungfrau und Gottesgebärerin Maria, der hll. Apostel Petrus und Paulus sowie Andreas und aller Heiligen, gib gnädig Frieden in unseren Tagen, damit wir mit Hilfe Deiner Gnade allzeit von Sünden frei und vor jeder Verwirrung gesichert seien.“

           

Beim Embolismus bittet der Priester, dass die Gnaden des Hl. Messopfers auf die Fürsprache Mariens auch den Lebenden zugewendet werden. Es sind ganz grundlegende Anliegen: Bewahrung vor allen Übeln, um den Frieden, um die Bewahrung vor der Sünde und jeder Verwirrung. In allen Anliegen wird immer zuerst die Muttergottes um ihre Fürsprache angerufen, vor allen Engeln und Heiligen.

           

Nach dem Heiligen Messopfer werden in der schlichten Werktagsmesse noch die sogenannten LEONISCHEN GEBETE verrichtet, so genannt, weil sie Papst Leo XIII. in der Not der Kirche einführte: Drei Ave Maria, das Salve Regina und eine Oration.

           

Zur Danksagung kann der Priester beten (Missale 1962): „O Maria, heiligste Jungfrau und Mutter! Siehe, ich habe Deinen geliebten Sohn empfangen. Du hast ihn in Deinem unversehrten Schoß empfangen, geboren, genährt und mit liebenden Umarmungen an Dich gezogen. Christi Angesicht hat Dich erfreut und mit allen Wonnen erfrischt. Denselben Christus habe ich Deinen Armen zum Festhalten und Lieben dargebracht und geopfert, zur Freude Deines liebenden Herzens und zum höchsten Kult der Anbetung der Allerheiligsten Dreifaltigkeit. Zu Deiner Ehre und Verehrung, für meine Anliegen und die Anliegen der ganzen Welt, flehe ich Dich an. Gütigste Mutter, erlange mir Verzeihung aller meiner Sünden, und reichlich die Gnade, Christus ungeteilt immer treuer zu dienen. Gewähre mir schließlich die Gnade für ein seliges Ende, damit ich, mit Dir vereint, Christus zu loben vermag in alle Ewigkeit.“

           

Maria beim Heiligen Messopfer. In Vereinigung mit Maria das Heilige Messopfer mitfeiern. Dann wird das Heilige Messopfer für uns sicher fruchtbar und segenbringend. Machen wir das Heilige Messopfer im neuen Jahr für uns und für alle, für die wir beten, zur großen Gnadenquelle. Heiligen wir damit nicht nur den Sonntag und die gebotenen Feiertage. Feiern wir das Heilige Messopfer mit, so oft es uns möglich ist Amen.

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