297) 30. Sonntag im Jk B 2018: DAS HL. MESSOPFER 1) AKTIVE TEILNAHME

  1. 30. Sonntag im Jahreskreis 2018 – Christkönig

DAS HEILIGE MESSOPFER 1): TÄTIGE TEILNAHME (Konzil)

Predigt von Pf. Stephan Müller

           

In den Texten des 2. Vatikanischen Konzils (1962-1965) findet sich öfters das Wort von der tätigen Teilnahme an der Eucharistie. Es ist ein Begriff, den Papst Pius X. geprägt hat. Mit „tätiger Teilnahme“ ist natürlich nicht gemeint, dass jeder irgendetwas „praktisches“ tun soll, das ist schon rein äußerlich nicht durchführbar.

           

Die größte und wichtigste tätige Teilnahme am Heiligen Messopfer ist die INNERE TEILNAHME. Innerlich die Grundvollzüge des Hl. Messopfers mitvollziehen bedeutet nicht Passivität, sondern seelische Aktivität.

           

Damit Priester und Gläubige zu dieser inneren aktiven Teilnahme am Heiligen Messopfer gelangen, ist es wichtig, einige ÄUSSERE AKTIVITÄTEN zu pflegen. Das Zweite Vatikanische Konzil sagt uns dies mit folgenden Worten:

           

„Um die tätige Teilnahme zu fördern, soll man den Akklamationen des Volkes, den Antworten, dem Psalmengesang, den Antiphonen, den Liedern sowie den Handlungen und Gesten und den Körperhaltungen Sorge zuwenden. Auch das heilige Schweigen soll zu seiner Zeit eingehalten werden“ (Konstitution SACROSANCTUM CONCILIUM/ÜBER DIE HEILIGE LITURGIE, aus Abschnitt 30).

           

Einige Anregungen zum äußeren Mitvollzug des Heiligen Messopfers, die nach Innen führen:

           

Kommen wir rechtzeitig zum Gottesdienst. Wer erst ein, zwei oder drei Minuten vor Beginn in das Gotteshaus eilt, oder gar erst nach Beginn des Heiligen Messopfers, wird schwerlich für die Mitfeier einen guten Start haben. „Gut begonnen ist schon halb gewonnen“, sagt der Volksmund. Wenn die Heilige Messe zu Ende ist: Bleiben wir so lange, bis das Hl. Messopfer wirklich vollendet ist, solange der Priester beim Schlusslied noch am Altar steht. Die Kirche hat Priester und Gläubige immer wieder eingeladen, nach dem Hl. Messopfer zu einer Danksagung noch ein wenig zu verweilen. Wenn nicht die Alltagspflicht ruft, ist diese Danksagung eine wertvolle Hilfe zur Verinnerlichung.

           

Wenn wir in der Kirchenbank angekommen sind ist es eine schöne Aufmerksamkeit, wenn wir zuerst zumindest kurz niederknien, bevor wir uns hinsetzen, um den im Tabernakel gegenwärtigen Eucharistischen Christus zu begrüßen. In unserer Pfarrkirche ist, wie bekannt ist, vor jedem Heiligen Messopfer das Allerheiligste zur stillen Anbetung ausgesetzt. Verharren wir einige Zeit vor dem Beginn des Heiligen Messopfers im Schweigen.

           

Beten wir die Akklamationen/Antwortrufe bewusst und mit klarer Stimme mit bzw. singen wir sie mit klarer Stimme mit. Es ist mit ein wenig gutem Willen nicht schwer, gegebenenfalls auch kurze lateinische Antwortrufe mit klarer Stimme ertönen zu lassen. Hier geben manche ein gutes Beispiel. Wenn ein Gottesdienstbesucher mehr an die Haltung einer schönen jedoch leblosen Heiligenstatue erinnert, die weder spricht noch singt, wie soll sich in so einer „Mitfeier“ innerlich etwas tun?

           

Nehmen wir bitte, wenn die Liedanzeige die Nummer des nächsten Liedes aufzeigt, das Gotteslob in die Hand, um das nächste Lied mit dem Band einzumerken. Auf diese Weise sind wir dann gleich startbereit, das nächste Lied mitzusingen. Ein gemeinschaftliches Denken kann hier helfen: Ich singe mit, um auch die anderen zu unterstützen. Wenn jeder den anderen unterstützt, entsteht ein prächtiger Volkschor. Warum kann ein solcher „Traum“ eines jeden Pfarrers nicht auch Wirklichkeit werden?

           

Bemühen wir uns, mit klarer und kräftiger Stimme mitzusingen, so gut es halt geht. Besser falsch singen als gar nicht. Jeder kann singen. Wer meint, er habe diese Gabe nicht, kann es erlernen.

           

Ein Katholik, der keine musikalische Gesangsausbildung genießen konnte, muss ja nicht wie ein Solist oder eine Primadonna der Staatsoper singen können. Wer Lesebrillen benötigt: Diese gehören zu den unverzichtbaren Utensilien eines Gottesdienstbesuches. Haben wir Freude daran, beim Gottesdienst das Lob Gottes mit frohem Herzen zu singen. Christus sagt: „Wovon das Herz voll ist, geht der Mund über“ (Lk 6,45). Wenn aus dem Mund eines Katholiken beim Heiligen Messopfer ein kräftig gesprochenes und gesungenes Wort ertönt, könnte das auch ein Hinweis sein, dass das Herzen erfüllt ist.

           

Der Konzilstext, den wir gehört haben, erwähnt das „heilige Schweigen“. Heiliges Schweigen setzt innere und äußere Stille voraus. Stille ist nicht die Stärke unserer Zeit. Doch fürs Beten und für ein geistliches Leben ist Stille unerlässlich. Stille lässt sich auch einüben. Üben wir uns zuerst in der äußeren Stille, zumindest für einige Minuten, für bestimmte Zeiten. Das führt uns zur inneren Stille und damit zum „heiligen Schweigen“. „Heiliges Schweigen“ meint, vor Gott einfach still da zu sein, eigene Gedanken beiseite lassen, einfach in der Gegenwart Gottes verweilen. Die stille Anbetung vor dem Heiligen Messopfer gibt dazu Gelegenheit. Auch während dem Hl. Messopfer gibt es Zeiten des „heiligen Schweigens“, zB während der Opfergabenbereitung, im traditionellen Ritus während dem Hochgebet. Wenn wir dieses „heilige Schweigen“ erlernen merken wir, dass das nicht „leer“ ist, sondern erfüllt wird von der Gegenwart Gottes.

           

All diese Elemente der äußeren Teilnahme führen uns zur inneren Teilnahme. Amen.

           

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