293) 27. Sonntag im Jahreskreis B) 2018: HEILIGER ERZENGEL MICHAEL, VERTEIDIGE UNS IM KAMPF (2. Teil)

27. Sonntag im Jahreskreis B) 2018 – 20. Sonntag nach Pfingsten

Zum Fest der heiligen Erzengel Michael, Gabriel und Raphael am 29. September

„HEILIGER ERZENGEL MICHAEL, VERTEIDIGE UNS IM KAMPF“ (Graduale)

DAS MICHAELSGEBET (2. Teil)

Predigt von Pf. Stephan Müller

           

GEGEN DIE BOSHEIT. Hier ist uns etwas über das Wesen der Dämonen gesagt. Sie sind in sich Böse und werden es eine Ewigkeit lang bleiben, unwiderruflich. Sie wollen nur das Böse, nur schaden, nur den Tod.

               

UND DIE NACHSTELLUNGEN DES TEUFELS. Die gefallenen Engel stellen uns nach. Wie können wir diese Nachstellungen erkennen? Der Böse Feind hat seine Taktiken; manches ist immer dasselbe, zB: Verleitung zum Hochmut und zum Ungehorsam, Nachäffung des Heiligen (Satanskulte verwenden zB auch die Sakralsprache Latein), Verdrehung von Gut und Böse, Verneinung und Verfälschung von Glaubenswahrheiten und der christlichen Morallehre, der Geist der Welt (dh Haltungen, in denen wir vorwiegend nach materiellen und innerweltlichen Gesichtspunkten denken, ohne Ewigkeitsbezug), Verharmlosung der Sünde... Manche Taktiken passen sich den Zeitumständen an; zB der Bereich der Esoterik, ein weiterer aktueller Bereich, den der Böse Feind gerne benützt, sind das Internet und gewisse elektronische Spiele, die mehr und mehr in Süchte und Abhängigkeiten führen. Natürlich können wir das Internet auch zum Guten Einsetzen. Doch das braucht sehr viel Gewissen und Selbstbeherrschung.

               

SEI UNSER SCHUTZ! Wie schön ist das! Gott hat uns einen Erzengel und die heiligen Engel zum Schutz gegeben. „Er befiehlt seinen Engeln, dich zu behüten auf all deinen Wegen“ (Ps 90,11). Wir dürfen und sollen ein großes Vertrauen haben auf den Schutz und das Wirken des heiligen Erzengels Michael und der heiligen Engel. Die Kirche lehrt uns, um den Schutz der heiligen Engel zu bitten. Dann können sie auch mehr für uns tun.

               

GOTT GEBIETE IHM! Den Kampf gegen Luzifer und seine Engel führen nicht wir Menschen, das brauchen wir nicht und das können wir auch nicht. GOTT führt diesen Kampf, und im Auftrag Gottes die Gottesmutter Maria – die der Schlange den Kopf zertritt (Gen 3,15), und der heilige Erzengel Michael. Es gibt neuerdings Gebete, in denen Christen anfangen, Selbstexorzismen und Beschwörungen auszusprechen. Wenn man diese Gebete ernst nimmt müsste man direkt Angst bekommen. Solche Gebete sind ein großer Unfug. Die Kirche hat die Gläubigen nie angeleitet, in dieser Art zu beten. Wohl aber hat die Kirche uns immer aufmerksam gemacht, dass das Leben nach den Geboten Gottes und mit den Sakramenten der Kirche der beste Schutz vor den Mächten der Finsternis ist. Wer in der Liebe und Gnade Gottes lebt, braucht sich vor nichts und vor niemanden zu fürchten. Der hl. Pater Pio sagte: „Der Teufel ist wie ein wütender Hund an einer Kette; jenseits der Kette kann man nicht gebissen werden. Halten Sie sich fern von ihm. Wenn Sie ihm näherkommen, wird er Sie fassen.“ Übrigens: Der größte Exorzismus sind die heilige Beichte und das Heilige Messopfer.

               

SO BITTEN WIR FLEHENTLICH! Leo XIII. hat 1884 in der Vision gesehen, dass der heilige Erzengel Michael zum Schutz der Kirche eingegriffen hat, doch erst dann, als die Kirche darum gefleht hat. Wenn die Kirche uns lehrt, in dieser Angelegenheit im Gebet inständig zu flehen, ist es sicher heilsam, das ernst zu nehmen. Ein Beispiel aus der Heiligen Schrift: Der hl. Apostel Petrus wurde in Jerusalem von König Herodes ins Gefängnis geworfen, er wollte Petrus hinrichten lassen. Durch die Hand eines Engels wurde der Apostel Petrus aus dem Gefängnis befreit; vorher haben die Gläubigen in Jerusalem inständig um seine Befreiung gefleht (Apg 12,5). Auf das hin hat Gott einen Engel gesandt, der den Apostel Petrus mitten in der Nacht von seinen Ketten befreite und aus dem Gefängnis führte.

               

DU ABER, FÜRST DER HIMMLISCHEN HEERSCHAREN. Der heilige Erzengel Michael trägt den Titel ´Fürst der himmlischen Heerscharen´. Das kommt aus der Offenbarung: „In jener Zeit tritt Michael auf, der große Fürst“ (Dan 12,1). Hier ist seine Würde und Vollmacht angesprochen.

               

STOSSE DEN SATAN UND DIE ANDEREN BÖSTEN GEISTER, DIE IN DER WELT UMHERGEHEN, UM DIE SEELEN ZU VERDERBEN. Hier erinnert uns das Michaelsgebet nochmals daran, dass Satan und seine Engel zum Verderben der Seelen in der Welt am Werk sind. Davor warnt die Heilige Schrift sehr oft, wie zB im ersten Petrusbrief: „Seid nüchtern und wachsam! Euer Widersacher, der Teufel, geht wie ein brüllender Löwe umher und sucht, wen er verschlingen kann. Leistet ihm Widerstand in der Kraft des Glaubens!“ (1 Petr 5,8-9).

               

DURCH DIE KRAFT GOTTES IN DIE HÖLLE. Die Kirche fleht, dass Gott den Satan und seinen Anhang in die Hölle verbannt, uns von seinem schädlichen Einfluss befreit. Wir dürfen durch unser Gebet dabei mithelfen.

                       

Papst Johannes Paul II. hat am 24. April 1995 aufgerufen und ermahnt, das Michaelsgebet wieder zu beten. Er wird sich etwas dabei gedacht haben. Er sagte damals: „Möge uns das Gebet für den geistigen Kampf stärken, von dem der Brief an die Epheser spricht: ´Werdet stark durch die Kraft und Macht des Herrn´ (6, 10). Auf diesen Kampf bezieht sich das Buch der Offenbarung, wenn es uns das Bild des hl. Erzengels Michael vor Augen stellt (Offb 12, 7). An diese Szene dachte gewiss Papst Leo XIII., als er Ende des vergangenen Jahrhunderts in der ganzen Kirche ein besonderes Gebet zum hl. Michael einführte: "Heiliger Erzengel Michael, verteidige uns im Kampf..." Ich ermahne alle, es nicht zu vergessen und es zu beten, um Hilfe zu erlangen im Kampf gegen die Mächte der Finsternis und gegen die Gesinnung dieser Welt.“

                       

Vor wenigen Tagen (bei einer Predigt am 11. September, wie erst jetzt im deutschen Sprachraum bekannt wurde) hat Papst Franziskus aufgerufen, wir sollen im Oktober täglich den Rosenkranz beten. Den Rosenkranz sollten wir ergänzen durch das Gebet „Unter deinen Schutz und Schirm“, und das Michaelsgebet. Als Kirche sollten wir das tun um, wie der Papst wörtlich sagte, „uns als Volk Gottes zu vereinen in der Bitte an die Muttergottes und den Erzengel Michael, die Kirche vor dem Teufel zu beschützen, der immer darauf aus ist, uns von Gott und untereinander zu trennen“ (aus www.kath.net, 7. Oktober 2018). 

Beten auch wir das Michaelsgebet gerne, am besten täglich. Es wird uns helfen und viel Segen bringen.

                       

Unter deinen Schutz und Schirm fliehen wir, o heilige Gottesgebärerin. Verschmähe nicht unser Gebet in unsern Nöten, sondern erlöse uns jederzeit von allen Gefahren, o du glorreiche und gebenedeite Jungfrau. Unsere Frau, unsere Mittlerin, unsere Fürsprecherin. Versöhne uns mit deinem Sohne, empfiehl uns deinem Sohne, stelle uns vor deinem Sohne.

               

Heiliger Erzengel Michael, verteidige uns im Kampf; gegen die Bosheit und die Nachstellung des Teufels sei unser Schutz! GOTT gebiete ihm, so bitten wir flehentlich; du aber, Fürst der himmlischen Heerscharen, stoße den Satan und die anderen bösen Geister, die in der Welt umhergehen, um die Seelen zu verderben, durch die Kraft Gottes in die Hölle. Amen.

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