284) 11 Sonntag im JK 2018 - Wallfahrt in die Herz-Jesu-Basilika Hall: HERZ JESU UND HEILIGTÜMER

11. Sonntag im Jahreskreis - 4. Sonntag nach Pfingsten 2018

„FAHRE HINAUS INS TIEFE WASSER“ (Lk 5,4)

DAS HEILIGTUM DES HERZENS JESU

UND SEINE „AUSSENSTATIONEN“ AUF ERDEN

Wallfahrt in die Herz-Jesu-Basilika Hall - Predigt von Pf. Stephan Müller

           

Das Sonntagsevangelium berichtet aus dem Leben Christi und der Menschen in Israel. Die Menschen drängen sich zu Christus hin. Der hl. Lukas berichtet ein wichtiges Detail wenn er sagt: Sie „wollten das Wort Gottes hören“. Ein regelrechter Volksauflauf entsteht, sodass es zur Bootspredigt kommt. Christus nützt den Wind aus, der vom See kommt, so können die Menschen, die am Ufer sitzen, ihn gut hören.

           

Wir würden uns heute für die Kirche so etwas wünschen, dass sich die Menschen drängen, das Wort Gottes zu hören. Jedenfalls hat es diese biblische Situation in der Geschichte der Kirche immer wieder gegeben. Denken wir zB an den heiligen Antonius von Padua, an den hl. Pfarrer von Ars, wo sich wirklich unzählige Menschen danach drängten, aus dem Mund dieser heiligen Priester das Wort Gottes zu hören und dann zu beichten.

           

Sehen wir dieses Ereignis am See Genezareth im Blick auf das Herz Christi. Alles, was Christus tut, offenbart uns Sein Gott-menschliches Herz. Aus Seinem Gott-menschlichen Herzen kommt Sein Wort, das für alle Zeiten gültig ist, lebendig ist, uns trägt und uns natürlich auch herausfordert. Aus Seinem Gott-menschlichen Herzen kommt Seine Vollmacht über die Natur, mit der er entgegen der Natur am hellichten Tage den wunderbaren Fischfang ermöglicht. Aus Seinem Gott-menschlichen Herzen kommt der Ruf zur Nachfolge an die Fischer vom See Genezareth. Aus Seinem Gott-menschlichen Herze kommt das Licht, das Petrus mit diesem Ereignis empfängt: Petrus beginnt die Hoheit und Gottheit Christi und auch Seine eigene Armseligkeit zu erkennen. Im Gott-menschlichen Herzen Jesu ist auch das Leiden verankert, das Christus für unsere Erlösung auf sich genommen hat. Von dem her gesehen ist das Wort des hl. Paulus in der Lesung für uns eine Einladung, mit unserem Herzen auch die Kreuze und Leiden anzunehmen, die mit dem Leben und mit der Treue zum katholischen Glauben verbunden sind.

           

Das Gott-menschliche Herz Jesu ist das Heiligtum, das Ur-Heiligtum, wenn wir so sagen wollen, von dem alles ausgeht. Wir leben in einer Zeit, in der oft nichts mehr heilig ist. Alle Schranken der Ehrfurcht und Pietät sind niedergerissen. Das ist manchmal auch tief in die Kirche und in die Liturgie eingedrungen. Gerade auch für diese Zeit hat Christus uns das Heiligtum Seines Gott-menschlichen Herzens geschenkt. Damit wir uns am Heiligen immer wieder aufrichten können. Damit unsere Seelen am Heiligen immer wieder gesunden und heil werden können. Ich lade euch ein, über das ein wenig nachzudenken. Das Herz Jesu hat, vom Himmel aus gesehen, so etwas wie Seine „Außenstationen“ auf Erden, wo etwas von Seinem Geheimnis aufleuchtet. Mit anderen Worten: Das Herz Jesu hat Orte in der Welt errichtet, wo uns der Reichtum der Gnade und der Erlösung offensteht, wo uns das Heilige offensteht. Wo sind solche Orte, solche „Außenstationen“ des Himmels auf Erden?

           

Fahre hinaus ins tiefe Wasser!“ sagt Christus zu Petrus. Herz-Jesu-Mystiker vergleichen das Herz Jesu auch mit dem tiefen Meer, das unergründliche Tiefen von Reichtümern in sich birgt. Christus lädt uns ein, uns ans Sein Herz ziehen zu lassen, in die Tiefe Seines Herzens hineinzuwachsen.

           

  1. a) Die Herz-Jesu-Basilika, unser Landesheiligtum

Diesen Ort, die Herz-Jesu-Basilika, nennen wir unser Landesheiligtum von Tirol. Hier ist ein stiller Ort der Gnade, an dem die Weihe unseres Landes an das Heiligste Herz Jesu lebendig gehalten wird. Die Schwestern beseelen dieses Gotteshaus mit ihrem Gottgeweihten Leben und ihrem Dienst der Anbetung des Eucharistischen Herzens Jesu. Hier wird von den Schwestern stellvertretend für viele Gott das gegeben, was ihm gebührt und oft nicht mehr gegeben wird: persönliche Liebe und Hingabe, Anbetung, Dank, Bitte, Sühne. Ohne solche Orte könnte die Welt nicht leben. Ohne solche Orte könnte die Kirche nicht leben. Danken wir den ehrwürdigen Schwestern für ihre Hingaben und Ihren Dienst in diesem Heiligtum.

           

  1. b) Das Heiligtum der Familie

Im Hochaltar dieser Basilika befindet sich ein Buch. In diesem Buch sind die Namen von Familien aufgeschrieben, die sich dem Herzen Jesu geweiht haben. Ich weiß nicht, wann die Schwestern das letzte Mal dieses Buch geholt haben, um darin einen Familiennamen einzutragen. Die Familie ist das Heiligtum der Gesellschaft. Die Kinder sind das Heiligtum der Eltern. Die katholische Familie ist der Ort, wo Kinder und junge Menschen christlich leben lernen. Liebe Familien, liebe Eltern! Weiht euch dem Herzen Jesu in der Form der Familienweihe. Angesichts der übergroßen Herausforderungen, mit denen die christlichen Familien heute konfrontiert sind, ist die Familienweihe ein bewährter Weg, eine katholische Ehe und Familie unter den besonderen Schutz und Segen Gottes zu stellen. Es gibt eine kleine Broschüre, um sich mit der Familienweihe zu befassen. Wer sich dafür interessiert, möge es bitte kurz mitteilen.

           

  1. c) Das Heiligtum der Sakramente, vor allem das Hl. Messopfer

In der Herz-Jesu-Präfation heißt es: „Aus Seinem geöffneten Herzen entspringen die Sakramente der Kirche“. Christus hat die Kirche hierarchisch und sakramental verfasst. Hierarchie heißt: „Heiliger Ursprung!“ Sakramental heißt: Die heiligen sieben Sakramente vermitteln uns die Gnade der Erlösung, die heiligen Sakramente schenken uns eine Lebens- und Liebesgemeinschaft mit Jesus Christus. Im Zentrum der Sakramente steht das Allerheiligste Altarssakrament.

           

Das Heilige Messopfer ist das Heiligtum schlechthin. Das Heilige Messopfer schenkt uns bei der Hl. Wandlung die unblutige Gegenwart des Kreuzesopfers und als Frucht die bleibende Gegenwart Christi in der Heiligen Hostie. Wo innerhalb der katholischen Kirche das Heiligtum des Hl. Messopfers, das Allerheiligste, nicht mehr heiliggehalten wird, kann die Kirche nicht leben und nicht überleben. Begnügen wir uns nicht mit dem Sonntag. Suchen wir nach Möglichkeit täglich den Zugang zu diesem Heiligtum: Zum Heiligen Messopfer und zur Eucharistischen Anbetung. Christus will auch uns die Liebe Seines Herzens und die Gaben Seines Herzens mitteilen, so wie es die Jünger und die Menschen am See Genezareth damals erfahren haben.

           

  1. d) Das 2Heiligtum" der Herz-Jesu-Bruderschaft

Liebe Mitglieder der Herz-Jesu-Bruderschaft! Die Bruderschaft wurde 2016 wieder neu belebt. Sie zählt Mitglieder aus Nord- und Südtirol und Deutschland. Möge diese heutige Wallfahrt Sie bestärken im Anliegen der Bruderschaft. Die Bruderschaft macht nach außen hin kein Aufsehen. Umso mehr geht es in die Tiefe. Was in die Tiefe geht, strahlt von selber nach außen. Vertiefung im katholischen Glauben nach innen, mit Hilfe des Katechismus der Katholischen Kirche. Zeugnis für den katholischen Glauben nach außen, durch Wort und durch Tat.

           

Versuchen wir auch, missionarisch tätig zu sein, zur rechten Zeit mit Mut und „Schneid“ auch etwas aussprechen, einladen, motivieren. Ich denke, wir dürfen uns vom Wort des Herrn an Petrus alle angesprochen wissen: „Fahrt hinaus ins tiefe Wasser und werft eure Netze zum Fang aus.“ „Fürchte dich nicht, von jetzt an sollst du Menschen fangen!“

           

Jedem wünsche ich in seinem Stand und an seinem Platz Gottes Schutz und Segen. Amen.

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