281) Dreifaltigkeitssonntag 2018: 6 SÜNDEN GEGEN DEN HL. GEIST - 6 TUGENDEN ZUM LEBEN IM HL. GEIST 2. Teil

Hochfest der Allerheiligsten Dreifaltigkeit 2018

„Löscht den Geist nicht aus“(1 Thess 5,19) - „Lasst euch vom Geist entflammen“(Röm 12,11)

Die sechs Sünden gegen den Heiligen Geist.

Sechs Tugenden für ein Leben im Heiligen Geist. (zweiter Teil)

Predigt von Pf. Müller Stephan

           

Der heutige Sonntag ist ein Tag, an dem wir als Kirche das Geheimnis Gottes feierlich bekennen und anbeten, das Geheimnis der Allerheiligsten Dreifaltigkeit: Auf die Offenbarung Gottes hin bekennen wir die Einheit des Göttlichen Wesens in Drei Personen. Der Dreifaltige Gott ist Urquell der Lebens, der Liebe und der Wahrheit. Die Allerheiligste Dreifaltigkeit ist das Grundgeheimnis des katholischen Glaubens, aus dem alles hervorgeht, auf dem alles aufbaut. Deshalb ist dieser Tag für die Kirche ein großes Hochfest.

           

Der Heilige Geist, die Liebe des Vaters und des Sohnes, wurde zu Pfingsten in Jerusalem den Aposteln und der jungen Kirche geschenkt. In der heiligen Taufe und der heiligen Firmung hat der Heilige Geist uns zu Kindern Gottes gemacht. Der Heilige Geist hat in unseren Seelen eine Lebensgemeinschaft mit dem Dreifaltigen Gott hergestellt, die heiligmachende Gnade. Christliches Leben ist ein Leben mit dem Dreifaltigen Gott. Der Heilige Geist will uns durch die Gnade Christi immer mehr zur Lebens- und Liebesgemeinschaft mit dem Dreifaltigen Gott führen.

           

Der heilige Apostel Paulus ruft die Christen auf: „Löscht den Geist nicht aus“ (1 Thess 5,19). Ein anderes Mal sagt er: „Lasst euch vom Geist entflammen“ (Röm 12,11). An zwei Sonntagen inspiriert uns eine Katechese der Kirchenväter: Die sechs Sünden gegen den Heiligen Geist. Sechs Tugenden für ein Leben im Heiligen Geist.

           

  1. 4. Neid auf die Gnadengabe eines anderen.

   Sich mitfreuen über das Gute, das andere haben und tun.

           

Hier hilft uns nochmals das Verhalten des Kain in der Genesis: „Der Herr schaute auf Abel und sein Opfer, aber auf Kain und sein Opfer schaute er nicht. Da ergrimmte Kain und sein Blick senkte sich“ (Gen 4,4-5). Kain sieht, dass Gott das Opfer seines Bruders, weil es in aufrichtiger Gesinnung dargebracht wird, mit Wohlgefallen annimmt. Das macht ihn neidisch, Kain gönnt seinem Bruder nicht, dass Gott auf ihn schaut. Sein Herz wird so giftig und böse, dass er schließlich die Hand gegen seinen Bruder erhebt und ihn erschlägt. Den Nächsten um seine Gnade beneiden kann auch bedeuten: Jemand sieht bei anderen, wie die Gnade am Werk ist, wo etwas Gutes oder Edles geschieht, er kann es nicht ertragen, und versucht, das Gute zu stören oder zu zerstören. Das ist übrigens auch ein Hauptanliegen der Bösen Geister. Sie wollen das Gute stören und zerstören.

           

Wenn wir diese Fehlhaltung umkehren in das Gute gelangen wir zu einer sehr schönen Tugend: Sich mitfreuen über die Werke der Gnade bei anderen. Das gilt für Materielles und für Geistiges. Wenn man sieht was jemand hat, sich jemand erarbeitet, jemand geschenkt bekommt, jemand gut kann… wenn man sieht, wie jemand im Guten wächst, Fortschritte macht… sich darüber freuen, dem anderen das gönnen, sich selber anspornen lassen.

           

  1. 5. Gegen heilsame Ermahnungen ein verstocktes Herz haben.

   Offenheit für gute Ermahnungen.

           

Der Prophet Sacharja beschreibt diese Haltung im Blick auf das Volk Israel: „Sie verstopfen ihre Ohren um die Wahrheit nicht zu hören, und machen ihr Herz gleich dem Diamanten“ (Sach 7, 11). In dieser Haltung widersetzt sich ein Mensch bewusst einem Rat, einer guten Ermahnung, einer Warnung. Noch vor es so weit kommt beginnt diese Haltung damit, den Geist der Wahrheit nicht hören zu wollen. Man meidet die Orte, wo die gute Nachricht, das Evangelium, verkündet wird, oder wo die Mahnung von Menschen zu hören ist.

           

Wenn wir diese Fehlhaltung umkehren in das Gute gelangen wir zur Tugend der Offenheit für heilsame Ermahnungen. Das ist übrigens eine der sieben Gaben des Heiligen Geistes: ein gutes Wort, einen Rat, eine Ermahnung annehmen können. Dazu braucht es Demut. Im Buch der Sprüche heißt es: „Eine Leuchte ist das Gebot und die Lehre ein Licht, ein Weg zum Leben sind Ermahnung und Zucht“ (Spr 6,23).

           

  1. 6. In der Unbußfertigkeit vorsätzlich verharren.

   Die Haltung der Buße.

Im Herbäerbrief heißt es: „Wenn ihr heute seine Stimme hört, so verhärtet nicht eure Herzen“ (Hebr 3,7-8). Diese Sünde ist dann gegeben, wenn ein Mensch ausdrücklich den Willen hat, in der Sünde zu verharren.

           

Wenn wir diese Haltung umkehren in das Gute gelangen wir zur Tugend der Buße. Haben wir bitte keine falsche Vorstellung von Buße. Buße meint nichts anderes, als sein Leben zum Guten hin, zur Wahrheit hin, zum Schönen hin, zu Gott hin... zu ändern, zu bessern… Der Heilige Geist ist im Sakrament der Buße unser Helfer und Beistand, damit sich unser Leben immer wieder erneuert.

           

Neid auf die Gnadengabe eines anderen.

Sich mitfreuen über das Gute, das andere haben und tun.

           

Gegen heilsame Ermahnungen ein verstocktes Herz haben.

Offenheit für gute Ermahnungen.

           

In der Unbußfertigkeit vorsätzlich verharren.

Die Haltung der Buße.

           

Die sechs Sünden gegen den Heiligen Geist. Sechs Tugenden zu einem Leben mit dem Heiligen Geist. Nach einer Katechese der Kirchenväter.

           

Rufen wir den Heiligen Geist gerne an, damit er uns erleuchtet und immer weiter hineinführt in die Lebens- und Liebesgemeinschaft mit dem Dreifaltigen Gott. Amen.

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