252) Christkönig 2017: Offenbarung 9: IM GLAUBEN AUSHARREN BIS ZUM TOD

Hochfest Christkönig 2017

DER  GOTT  DER  OFFENBARUNG

zum Inhalt und zur Bedeutung der biblischen Offenbarung

9) „WER AUSHARRT BIS ANS ENDE, DER WIRD GERETTET WERDEN“ (Mt 24,13)

 IM GLAUBEN AUSHARREN

Predigt von Pf. Stephan Müller

           

Christus lenkt heute unseren Blick auf das „Ende“, auf die Ereignisse, die er für die Zeit vor seiner Wiederkunft voraussagt. Der Herr nennt verschiedene Nöte und kosmische Katastrophen, die eintreffen werden. Dann wird „das Zeichen des Menschensohnes am Himmel erscheinen“, bevor Christus kommt, „zu richten die Lebenden und die Toten“ (Credo). Alle diese Christusworte über die Letzten Dinge wollen uns sicher auch wachsam und sensibel machen für das „Heute“. Wenn wir im Heute unseres Lebens im Glauben treu sind, werden wir auch beim großen Endgericht Gottes sozusagen nicht auf der falschen Seite angetroffen werden (Mt 25).

           

Wir haben uns in diesem Kirchenjahr in einer Predigtreihe mit dem biblischen Gott der Offenbarung befasst. Ich möchte euch einladen, diese Betrachtungsreihe heute zum Abschluss zu bringen. Im Matthäusevangelium sagt uns Christus: „Wer ausharrt bis ans Ende, der wird gerettet werden“ (Mt 24,13). Die Kirche hat von Christus die göttliche Vollmacht und den Auftrag erhalten,  sein Wort, die ewige Wahrheit, zu verkünden und zu bezeugen (zB nach Mt 26,18-20). Im Katechismus, der für die Kirche ein Instrument der Verkündigung der Lehre Christi ist, heißt es:  (KKK, Artikel 162):

           

Um im Glauben zu leben, zu wachsen und bis ans Ende zu verharren, müssen wir ihn durch das Wort Gottes nähren und den Herrn anflehen, ihn zu mehren [Vgl. Mk 9,24; Lk 17,5; 22,32.]. Er muß ,,in der Liebe wirksam" (Gal 5, 6)[Vgl. Jak 2,14-26.], von der Hoffnung getragen [Vgl. Röm 15,13.] und im Glauben der Kirche verwurzelt sein.

           

Hier sind sehr wichtige und wertvolle Dinge für unser Leben angesprochen. In der Verkündigung ist das kleine Wort müssen, wie ich meine, nicht zu strapazieren, es ist gezielt zu verwenden. In diesem Katechismustext steht, wie uns auffällt auf, das Wort müssen. Ganz offensichtlich will uns die Kirche hier sagen: Es geht um Handlungen, die für unser Glaubensleben unerlässlich sind, unverzichtbar. Es gibt Dinge, die wir, wenn wir bestimmte Ziele erreichen wollen, wirklich auch tun müssen.

           

1) Im Glauben ausharren. Immer wieder spricht das Wort Gottes von der Standhaftigkeit: „Wenn ihr standhaft bleibt, werdet ihr das Leben gewinnen“ (Lk 21,19). Das Wort Gottes spricht auch oft vom Ausharren im Glauben, um gerettet zu werden.

           

Im Glauben ausharren bedeutet ein Zweifaches: An der Offenbarung Gottes, am Dogma des Glaubens, festhalten. Mit anderen Worten: Wir müssen an den Inhalten des katholischen Glaubens festhalten, an der katholischen Lehre, die wir bei unserer Taufe als Anlage empfangen haben, von unseren gläubigen Vorfahren vermittelt. Wir müssen auch an den anspruchsvollen Inhalten des katholischen Glaubens festhalten, zB an der katholischen Ehelehre, an der erhabenen Lehre über das Allerheiligste Altarssakrament, an der Lehre über die Priesterweihe und die übrigen Sakramente usw.

           

Im Glauben ausharren bedeutet dann auch: Es genügt nicht, das Bekenntnis des katholischen Glaubens nur in der Taufurkunde stehen zu haben. Der Glaube muss, wie der hl. Paulus im

Galaterbrief formuliert hat, in der Liebe wirksam sein. Mit anderen Worten: Wir bemühen uns, den Glauben im Alltag zu leben, die Taten der Gottesliebe zu setzen, zB die Treue in der Mitfeier der Sonntagsmesse. Wir bemühen uns um Taten der Nächstenliebe.

           

2) Christus sagt: Im Glauben ausharren bis ans Ende, also bis zum Tod. Denken wir hier an unzählige verfolgte Christen auf der Welt. Denken wir an die Märtyrer der Nazizeit, die bis zum Ende standhaft waren. So manche von ihnen haben die letzten Minuten auf dem Weg zur Hinrichtung das katholischen Glaubensbekenntnis gebetet, haben ihr Bekenntnis mit ihrem Blut besiegelt, und sind so in die Ewigkeit hinüber gegangen.

           

Warum ist das Ausharren im Glauben bis zum Tod so wichtig? Der Glaube ist wie eine Nabelschnur, die uns an den Erlöser bindet und zum Heil führt. Christus sagt: „Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet werden; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden“ (Mk 16,16). Der Katechismus sagt dazu: „Keiner wird das ewige Leben erlangen, wenn er nicht in ihm [im Glauben] ausharrt bis ans Ende“ (Mt 10,22; 24,13) (KKK 161).

           

3) In einer Zeit, wo viele Getaufte den Glauben aufgeben, die Kirche verlassen, keinen Bezug zu den Sakramenten haben usw. ist die Frage nicht unwichtig: Wie können wir in der heutigen Gesellschafts- und Kirchensituation im katholischen Glauben leben-wachsen-ausharren bis ans Ende?

           

Wir können nicht im Glauben leben, wachsen und ausharren bis ans Ende:

  • Wenn wir uns zB, wie der Prophet Jeremias (Jer 2,13) warnte, vom Quell des Lebendigen Wassers abwenden, und uns stattdessen rissige Zisternen bauen, die kein lebendiges Wasser enthalten. Hier meint der Prophet die Abwendung vom Gott der Offenbarung, die Hinwendung zu Irrlehren, wie etwa die Esoterik, der selbstgemachten Glaube, fragwürdige „Privatoffenbarungen“ usw.
  • Wenn wir zB, wie der hl. Paulus warnte (2 Tim 4,3-4) uns von der gesunden Lehre abwenden und uns Fabeleien zuwenden, wenn wir statt der Bindung an den katholischen Glauben uns eigene Glaubens-Lehrer suchen, die den Ohren schmeicheln;

Die Kirche, die eine zweitausendjährige Erfahrung hat, versäumt es nicht, uns auch klar zu sagen, was zu tun ist, um im Glauben leben, wachsen und bis ans Ende ausharren zu können:

  • Wir müssen den Glauben durch das Wort Gottes nähren: Wir benötigen die wöchentliche, um nicht zu sagen tägliche Nahrung des Wortes Gottes. Diese Nahrung schenkt uns der Herr besonders durch die Sonntagsmesse.
  • Wir müssen den Herrn anflehen, den Glauben zu mehren. Das schenkt uns besonders das Gebet, die Anbetung.
  • Der Glaube muss von der Hoffnung getragen sein. Hier ist die Freude am Glauben gemeint, die Zuversicht, die aus dem Glauben kommt, das Vertrauen auf den Herrn. Die Güte und Hilfe des Herzens Jesu ist immer größer als alle Nöte und Belastungen des Lebens.
  • Der Glaube muss im Glauben der Kirche verwurzelt sein, dh wir müssen mit der katholischen Kirche leben; Stichwort: Sonntag, Kirchenjahr, Heiligenfeste, Werktagsmesse, Eucharistische Anbetung, Beichte, Heilige Schrift, Katechismus, katholische Lektüre, Weiterbildung, gute Vorträge usw.   

Ein Impuls zum Nachdenken für daheim: Was tue ich regelmäßig, wöchentlich, monatlich…um im katholischen Glauben, im Glauben an den Gott der Offenbarung, ausharren zu können? „Sei treu bis in den Tod, dann werde ich dir den Kranz des Lebens geben“ (Offb 2,10). Amen

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies).

Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.