246) 27. Sonntag im Jahreskreis A) 2017: DAS REICH GOTTES WIRD EUCH GENOMMEN WERDEN

 

  1.  27. Sonntag im Jahreskreis A) 2017

„DAS REICH GOTTES WIRD EUCH GENOMMEN WERDEN“ (Mt 21,43)

ÜBER DIE WARNUNG CHRISTI, GOTT ZU VERLIEREN

Predigt von Pf. Stephan Müller

           

Das Gleichnis vom Weinberg hat tiefe Inhalte:

           

Ein Messiasgleichnis.

           

Christus spricht mit diesem Gleichnis den großen Zusammenhang der Heilsgeschichte an. Er selbst ist der Sohn, den der Vater zur Mitte der Zeit als Erlöser in die Welt sendet. Das Volk Israel war auserwählt, die Menschwerdung des Sohnes Gottes vorzubereiten.

           

Ein Gleichnis der Passion.

           

Christus ist der Sohn, der im Gleichnis von seinem eigenem Volk verworfen und getötet wird. Christus deutet mit diesem Gleichnis bereits sein Leiden an. Christus teilt das Schicksal der Propheten des Alten Bundes, die so oft im Volk Israel verfolgt und getötet wurden. Der Prophet Jesaja zB, der heute in der Lesung zu uns gesprochen hat, wurde lebendig zersägt.

           

Ein Gleichnis der Erlösung.

           

Das für uns Unbegreifliche, das „Wunder vor unseren Augen“ (Mt 21,42): Christus wirkt aus seiner Verwerfung und seinem Kreuz unsere Erlösung. Er wird der Erlöser des Menschengeschlechtes: Der Erlöser der Heiden und der Juden, die ihn im Glauben und durch die Sakramente der Kirche, aufnehmen.

           

Ein Gleichnis der Kirche.

           

Durch Bekehrung und Glaube schafft Christus sich aus Juden und Heiden in der Taufe das neue Volk Gottes, seine Kirche. Trotz der dunklen und menschlichen Seiten der Kirchengeschichte: Wieviele großartige und noch mehr stille Früchte des Glaubens und der Liebe sind am Weinstock der Kirche gewachsen! Das Leben der bekannten und unbekannten Heiligen leuchtet in der Kirche aller Zeiten, auch heute.

           

Ein Gleichnis des Gerichts.

           

„Das Reich Gottes wird euch genommen werden.“ – Gemeint ist: Ihr werdet Gott und das ewige Leben verlieren. Das sind harte Worte. Man kann sie nicht zu Honig umdeuten. Christus hat diese Worte den Hohenpriestern und den Ältesten des Volkes gesagt, den Religionsverantwortlichen des Alten Bundes. Er hat ihnen unmissverständlich klar gemacht: Wenn ihr den Sohn, den der Vater euch aus Liebe gesandt hat, als Messias verwerft, dann wird euch eure Auserwählung nichts nützen, es wird euch „das Reich Gottes genommen werden“,

           

Für uns aktualisiert bedeutet das: Wenn wir Katholiken an den größten Gaben Gottes vorbeileben: ZB An den Geboten Gottes, am Wort Gottes, wenn wir kein Interesse mehr haben, es zu hören, zu lesen, zu befolgen, an den Sakramenten, an der Sonntagsmesse, an den Werktagsmessen, an den Feiertagen, an den Segnungen usw. Wenn wir an diesen größten Gaben Gottes vorbeileben, dann werden uns all diese Gaben nicht nur nichts nützen, wir werden sie verlieren, sie werden uns zum Gericht.

           

Und wenn wir die Schätze verlieren, durch die wir das Leben der Gnade empfangen und mit Christus verbunden bleiben, werden wir immer fruchtloser, seelisch immer leerer, mit der Zeit sind wir ein toter Rebzweig am Weinstock Christi, seiner Kirche; wir bringen in der Kirche vielleicht noch Papier hervor und Sitzungen, jedoch keine lebendige Frucht mehr. Genau hier gilt uns diese Warnung Christi: „Das Reich Gottes wird euch genommen werden.“

In der westlichen Welt geht die Schere zwischen der Lehre des Evangeliums und dem Leben der Getauften immer weiter auseinander. In gewisser Weise können wir erleben, dass Christus mit seinem Wort ernst macht. Doch es gibt auch Gläubige, die tief und aufrichtig glauben, im Glauben wachsen und ein Licht sind in unserer Zeit. Die ernsten Worte Christi, die auch aus seiner Liebe kommen, wollen sicher heilsam ermahnen. Das wird uns zur Hilfe, auf dem Weg des Glaubens mit immer neuen Willensentscheidungen weiterzugehen.

           

Das Gleichnis vom Weinberg:

           

Ein Messiasgleichnis.

Ein Gleichnis der Passion.

Ein Gleichnis der Erlösung.

Ein Gleichnis der Kirche.

Ein Gleichnis des Gerichts.

           

Eine Anregung: Wir können uns Gedanken machen, welche der Gaben Christi wir vielleicht neu in unserem Leben zur Entfaltung bringen könnten. Beginnen wir mit der Sonntagsmesse, sie ist die Grundlage. Danach können wir sozusagen einen Schatz Gottes nach dem anderen in Angriff nehmen, damit uns das Reich Gottes bleibt.

           

Die Muttergottes wird uns helfen. Amen.

           

Ergänzung zur privaten Lesung daheim:

           

„Die Gottesherrschaft, die Jesus verkündet, ist ebenso wie der Gottesbund vom Sinai den Menschen als Gabe gewährt, für die sie nun verantwortlich sind. Wenn ein Volk oder ein Mensch sich nicht nach dem Willen Gottes richtet, wird ihm ´das Reich Gottes weggenommen´. Das sagt Jesus nicht nur den Hohenpriestern und den Pharisäern: auch das neue Volk Gottes wird nach der gleichen Norm gerichtet werden; auf die Früchte wird es ankommen.“

           

(Schott-Messbuch für die Sonn und Festtage des Lesejahres A, 1983, Seite 591).

            

 

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