244) 25. Sonntag im Jahreskreis A 2017: Beginn der Firmvorbereitung: RUF UND ENTSCHEIDUNG

 

  1. 25. Sonntag im Jahreskreis A 2017

„GEHT AUCH IHR IN MEINEN WEINBERG“(Mt 20,4)

RUF UND ENTSCHEIDUNG

Predigt von Pf. Stephan Müller zum Beginn der Firmvorbereitung

           

Wir haben das Gleichnis vom Gutsbesitzer gehört. Als Gleichnisse bezeichnen wir Geschichten und Beispiele, die Christus uns erzählt hat. Jesus hat uns mehrere Gleichnisse erzählt, mit denen er uns vor allem etwas über Gott sagen will.

           

Der Weinberg ist die Kirche. Christus verwendet hier ein Bild aus dem Alten Testament. Da war das Volk Israel mit dem Weinberg gemeint. Im NT ist der Weinberg die Kirche Christi. Der Gutsbesitzer ist Gott. Der Gutsbesitzer ist Jesus Christus selber, der Sohn Gottes.

Die Arbeiter sind wir Menschen.

Die Arbeit im Weinberg ist unser Lebensauftrag.

Der Lohn ist das ewige Leben.

           

Das heutige Gleichnis hat zuerst eine Grundbedeutung. Gott - Jesus Christus ist Gott - ruft uns Menschen in den Weinberg seiner Kirche. In der Kirche will Christus uns zu unserem Lebensauftrag, unserer Lebensberufung führen. Durch unser Leben mit Gott, unsere Arbeit für das Reich Gottes, will Gott uns den Lohn des ewigen Lebens schenken.

           

Liebe Firmlinge! Ich möchte aus diesem Evangelium heraus noch ein paar Impulse geben, die im Besonderen für die Vorbereitung auf die hl. Firmung etwas sagen können:

           

1) „Was steht ihr hier den ganzen Tag untätig herum?“ LEBEN OHNE SINN

           

Auf dem Marktplatz stehen Leute herum, die untätig sind, keine Arbeit haben. Hier meint Jesus die Menschen, die in ihrem Leben Gott, seine Liebe, seine Wahrheit, noch nicht erkannt haben, noch nicht gefunden haben, oder verloren haben. Sie leben in den Tag hinein so als ob es nur das gibt, was man sieht. In der Sprache unserer Zeit: Der Materialismus, Arbeit, Freizeit, Sport, Vergnügen usw. Gott und das Wissen um eine unsterbliche Seele, die man auch verlieren kann, spielt im praktischen Leben keine Rolle. Ein Leben ohne tieferen Sinn. Ein solches Leben geht nur eine Zeitlang gut. Ein solches Leben führt in viele Probleme und Krisen. Vor ein paar Tagen hatte ich eine Haussegnung. Die Hausfrau hat mir gesagt: „Unser Tal ist materiell reich, aber seelisch arm.“

           

2) „Geht auch ihr in meinen Weinberg“ – GOTT RUFT

           

Gott ist es nicht gleichgültig, wenn wir Menschen ihn vergessen, an ihm vorbeileben. Jesus erzählt, dass der Gutsbesitzer immer wieder auf den Marktplatz geht, um in den Weinberg zu rufen: Früh am Morgen, um die dritte Stunde, um die sechste Stunde und nochmals um die neunte Stunde. Christus will damit sagen, wie sehr uns Gottes Erbarmen ruft, uns nachgeht. Christus ruft uns zu einem Leben mit Gott in seiner Kirche.

           

Dieser Teil des Gleichnisses zeigt uns einen schönen Weg für die Firmvorbereitung. Seht diese Monate als eine Zeit, in der Jesus Christus euch ruft: Er ruft euch zur Gemeinschaft mit ihm im Gebet, er ruft euch in seine Kirche, er ruft euch ins Gotteshaus zur Feier der Sonntagsmesse, er ruft euch zum Hören des Wortes Gottes. Die Zeit der Firmvorbereitung und das hl. Sakrament der Firmung will eure Beziehung zu Jesus Christus und zu seiner Kirche stärken, vertiefen. Er will euch stärken für euren Lebensauftrag.

           

3) „Und sie gingen.“ - ENTSCHEIDUNG

           

Die Leute am Marktplatz haben den Ruf des Gutsbesitzers gehört. „Geht auch ihr in meinen Weinberg!“ Jetzt waren sie an der Reihe. Sie konnten gehen oder auch nicht gehen. Was haben sie getan? Sie haben gehört – dann sind sie gegangen. Was ist dazwischen innerlich in ihren Herzen vorgegangen? Sie haben eine… ENTSCHEIDUNG getroffen. Sie haben JA gesagt, sie haben sich rufen lassen. Vielleicht waren auch Leute dabei die gesagt haben: „Was willst den du, das interessiert mich nicht!“

           

Was bedeutet das für uns? Damit für uns Menschen ein Leben mit Gott zustande kommt, ein Leben im Weinberg der Kirche, ein Leben, das Gott mit dem Lohn des ewigen Lebens erfüllen kann, müssen wir … Entscheidungen treffen. Die Firmvorbereitung ist auch eine Zeit der Entscheidung. Liebe Firmanwärter! Wenn ihr zu einem glücklichen Leben mit Gott und der Kirche gelangen wollt, müsst ihr a) Entscheidungen treffen und b) diese Entscheidungen durchhalten, immer wieder bekräftigen. Es handelt sich auch um Grundsatzentscheidungen: ZB Ich will jeden Tag beten. Ich will keinen Sonntag und Feiertag ohne Hl. Messe sein. Abtreibung kommt für mich nicht in Frage. Das sind Grundsatzentscheidungen, die ihr jetzt schon treffen und für euer Leben aufbauen könnt.

           

Wenn ein junger Mensch oder auch ein Erwachsener in der Situation unserer heutigen westlichen Welt diese Entscheidungen für Gott und die Kirche nicht trifft, landet er beim … Atheismus, bei einem Leben ohne Gott. Auch hinter dem Atheismus unserer Tage stehen Entscheidungen.

           

„Was steht ihr hier den ganzen Tag untätig herum?“ LEBEN OHNE SINN

„Geht auch ihr in meinen Weinberg“ – GOTT RUFT

„Und sie gingen.“ – ENTSCHEIDUNG

           

Liebe Firmlinge! Ich wünsche Euch eine schöne und wertvolle Vorbereitungszeit auf die hl. Firmung.

           

Die Gottesmutter Maria soll euch schützen und führen. Amen.

 

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies).

Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.