220) 4. Sonntag im JK A 2017: Familienweihe 4: ZEICHEN DER ZEIT

 

  1. 4.  Sonntag im JK A) 2017

FAMILIENWEIHE 4) ZEICHEN DER ZEIT

Predigt von Pf. Stephan Müller

           

Der Prophet Zefanja sagt uns in der heutigen Lesung: „Ich lasse in deiner Mitte übrig ein demütiges und armes Volk, das seine Zuflucht sucht beim Namen des Herrn.“

           

Die Situation damals. Zefanja trat von 640-609 als Prophet auf in Judäa auf. Das war zeitlich vor dem Wirken des Propheten Jeremia. Das Volk Israel war, kurz gesagt, von Gott abgefallen. Zefanja musste predigen gegen Götzendienst, dh gegen die Verehrung fremder Götter, gegen die führenden Leute am Hof, gegen einen großen moralischen und religiösen Verfall, der sich ausgebreitet hatte. „Die Botschaft des Zefanja besteht, kurz zusammengefasst, in der Ankündigung des Tages Jahwes [des Gerichts], einer Katastrohe, die über die Völker ebenso wie über Juda kommen wird. Juda wird verurteil wegen seiner religiösen und sittlichen Vergehen, die aus Stolz und Aufbegehren stammen“ (Neue Jerusalemer Bibel, aus der Einleitung zum Buch des Propheten Zefanja, S. 1027). Einem vom Gott und seines Bundes abgefallenen Volk Israel sagte der Prophet im Auftrag Gottes: Wenn ihr vor Gott arm und demütig werdet, dh wenn ihr umkehrt, dann habt ihr Hoffnung, dass ihr überleben werdet. Dann könnt ihr Hoffnung haben, dass ein Rest von Israel als Gläubige übrig bleiben und den Glauben Israels in die Zukunft weitertragen wird.

           

Dieses Wort Gottes kann uns heute beunruhigen und beruhigen gleichzeitig. Gilt das nicht auch der Kirche, der Kirche des Westens: „Ich lasse in deiner Mitte übrig ein demütiges und armes Volk, das seine Zuflucht sucht beim Namen des Herrn.“ Wir dürfen Hoffnung haben, dass in Westeuropa ein Rest der katholischen Kirche dort übrig bleibt, wo wir vor Gott wieder arm und demütig werden. Alles in der Kirche, was vor Gott hochmütig ist, nicht mehr gebunden an die lebensspendenden Gebote Gottes, nicht mehr gebunden an das Licht der ewigen Wahrheit Christi, wird zugrunde gehen.

           

Im Evangelium wird das Wort der Propheten von Christus bekräftigt. In den Seligpreisungen lehrt uns Christus die Grundhaltungen des glaubenden Menschen: vor Gott arm und demütig sein.

           

Wo lernen wir diese Haltungen? Die heilige Liturgie der Kirche ist wie eine Schule, um vor Gott arm im Geist, um vor Gott demütig zu werden.

           

Die Haltungen der Seligpreisungen lernen wir zuerst in den Familien. Deshalb benötigen unsere christlichen Familien einen besonderen Schutz, einen besonderen Segen.

           

Es gibt überall Familien, die ein sehr schönes Zeugnis des Glaubens und der Liebe geben, oft still und unaufdringlich.

           

Doch die gesellschaftliche Großwetterlage sieht anders aus. Bedenken wir einige Erfahrungen der Gegenwart, die sich auf die christliche Ehe und Familie leider sehr negativ und bedrohlich auswirken:

           

- Die Institution der Ehe, die vom Schöpfergott kommt, ist als Solches nicht mehr allgemein anerkannt. Der Begriff Ehe und Familie ist in der Gesellschaft sehr verschwommen.

           

- Die göttliche Wahrheit über die Ehe und Familie, das christlich-katholische Familienverständnis, wird durch die Gesetze des Staates wenig oder nicht mehr geschützt. Die Staaten haben die christlich/katholischen Inhalte der Ehelehre faktisch aufgegeben  (Einheit/Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau, Unauflöslichkeit, Weitergabe des Lebens).

           

- Die christlich-katholische Ehelehre ist auch innerhalb der Kirche oft nicht mehr bekannt.

           

- Die Ehescheidungen nehmen zu.

           

- Die geistigen Einflüsse, mit denen unsere Familien heute konfrontiert werden, sind vielfach familienfeindlich und antichristlich.

           

- Die Gender-Ideologie breitet sich aus, sie verhindert eine gesunde Persönlichkeitsentfaltung.

           

- Die elektronischen Medien führen zu Reizüberflutung und Süchten. Heute ist es durch die Elektronik möglich geworden, mit der ganzen Welt zu „kommunizieren“, doch im Kleinen wird das Zusammenleben immer schwieriger.

           

- Es herrscht allgemein eine große religiöse Unwissenheit und Unkenntnis in Bezug auf den eigenen Glauben und in Bezug auf anderen Religionen, die sich in unserem Land ausbreiten.

           

- Jene Eltern, die sich um eine gute christlich-katholische Erziehung ihrer Kinder bemühen, sind mit vielen „Mit- und Verziehern“ konfrontiert, die ihre Kinder in eine ganz andere Richtung zu lenken oder zu verführen suchen.

           

- Die Esoterik [Selbsterlösungslehren] hat auch in unserem Land bei so manchen Eltern Eingang gefunden, solche Eltern und Familien haben sich von Christus und der Kirche entfernt.

           

Das ist nur ein kurzes Streiflicht zur Situation, in der heute eine christliche Familie hineingestellt ist. Solche Erfahrungen lassen uns verstehen, warum unsere christlichen Familien heute einen besonderen Schutz und Segen benötigen

           

Im Gewissen wachsame Eltern werden sich angesichts der heutigen Herausforderungen für ihre Familie auch Gedanken und Sorgen machen.

           

Mit der Familienweihe können Eltern und Kinder zum Herrn sagen: „Komm DU in unsere Ehe und Familie!“

           

Mit der Familienweihe können sich Eltern und Kinder unter den besonderen Segen und Schutz des Himmels stellen.

           

Amen.

 

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