219) 2. Sonntag im JK A 2017: Familienweihe 3: HOCHZEIT ZU KANA - CHRISTUS, KOMM DU IN UNSERE FAMILIE!

2. Sonntag im Jahreskreis A) 2017

FAMILIENWEIHE 3) HOCHZEIT VON KANA:

CHRISTUS, KOMM DU IN UNSERE FAMILIE!

Predigt von Pf. Stephan Müller

           

In Kana in Galiläa war eine Hochzeit. Der Apostel Johannes hat uns den Bericht überliefert. Er war ja auch selber dabei und ist Zeuge dieser Ereignisse. Johannes berichtet: „Auch Jesus und seinen Jünger waren zur Hochzeit eingeladen.“ Das ist nicht nur schön. Das ist ein Zeichen: Eine Einladung, die Christus erhält, vielleicht war es die erste, kommt von einem Brautpaar. Ein junges Ehepaar voller Liebe, voller Freude, voller Pläne, voller Optimismus…

           

Eine Hochzeit in alter Zeit war immer auch etwas Ungewisses. Das Leben war durch Krankheit, Nöte und den Tod viel gefährdeter als heute. Es gab keine Absicherungen für eine Witwe, die Kindersterblichkeit war groß usw.

           

Johannes sagt nicht, warum das Brautpaar Christus, die Jünger und auch Maria eingeladen hat. Im damaligen Orient war es nicht nötig, zur Hochzeit eigens einzuladen, denn jeder war eingeladen, jeder konnte kommen, auch Reisende, die durch ein Dorf kamen. Dass die Einladung Christi, der Apostel und der Gottesmutter eigens erwähnt wird, zeugt also, dass es dem Brautpaar wichtig war.

           

Es ist vielleicht auch ein Zeichen, dass die Not bereits bei der Hochzeit beginnt. Es ist Maria, die diese Verlegenheit bemerkt – dass der Wein ausging – und dann handelt: „Sie haben keinen Wein mehr!“, sagt sie zu Christus mit dem Ton der Bitte. Unsere größten Freuden sind nicht selten mit einem Wehmutstropfen verbunden. Freude und Leid sind oft sehr nahe beisammen.

           

Was würde Maria heute sagen, wenn sie in Ehen und Familien eingeladen wird? „Sie haben keine Zeit mehr, sie haben kein Gespräch mehr, sie haben kein Empfinden mehr, sie haben keine Liebe mehr, sie haben kein Verzeihen mehr, sie haben kein gemeinsames Gebet mehr, sie haben keinen Glauben mehr…“ Selbstverständlich gibt es auch Familien, wo alle diese Werte vorhanden sind und gelebt werden.

           

Wo Christus bewusst eingeladen wird, braucht niemand verzweifeln, wird jede Not überwunden, es siegt die Freude. Das Weinwunder kann uns zeigen: Gott schenkt in Fülle, er ist mit seinen Gaben nicht knausrig. Und: Gott schenkt das Beste, den besten Wein. Durch das Weinwunder kann die Feier in Kana ungetrübt weitergehen. Das bedeutet auch: Christus hilft so, dass die Not des Lebens überwunden wird und wir Menschen mit Gottes Hilfe im Leben weitergehen können.

           

Das Weinwunder von Kana. Liegt es nur 2000 Jahre zurück oder gibt es das auch heute? Die geistigen Weinwunder – das Geschenk der Versöhnung, die Wiedererweckung der Liebe, die Herstellung von Einheit, das gemeinsame Weitergehen im Leben – das gibt es in den Ehen und Familien auch heute. Christus kann heute Wunder wirken, wo er aufgenommen wird, wo wir glauben, wo wir unseren Teil beitragen, so wie die Diener, die das Wasser geschleppt haben.

           

Christus sehnt sich auch heute danach, in die Ehen und Familien eingeladen zu werden, um Wunder der Liebe wirken zu können. Wo er eingeladen wird, wird er auch gerne kommen. Er kommt als Erlöser, als Quelle der Liebe und Gemeinschaft.

           

Es gibt eine sehr schöne Form, Christus bewusst in eine Ehe und Familie einzuladen: Die Familienweihe an das Heiligste Herz Jesu und das Unbefleckte Herz Mariens. Wodurch ist die Familienweihe eine Einladung an Christus, in das „Haus“ einer Ehe und Familie zu kommen?

           

Mit der Familienweihe bekräftigen die Eltern zunächst die Gnade der hl. Taufe und der hl. Firmung. Sie setzen einen Willensakt, die Taufgnade durch ein bewusst christlich-katholisches Ehe- und Familienleben entfalten zu wollen.

           

Die Familienweihe ist eine Bitte an Christus, die Gnade des Ehesakramentes zu erneuern und beleben. Das Ehesakrament, das sich Mann und Frau spenden, ist die Grundgnade, auf  der die christliche Familie gebaut ist.

           

Eltern weihen sich und ihre Kinder den beiden Heiligsten Herzen Jesu und Mariä. Die Weihe ist ein Akt der Hingabe, des sich Anvertrauens. Christus nimmt unsere freie Hingabe immer ernst und beantwortet sie mit seinem Segen und seinen Gnaden.

           

Die Familienweihe ist ein offizieller Akt der Anerkennung der Königsherrschaft Christi über die Familie. „Er muss herrschen“, sagt der hl. Paulus im ersten Korintherbrief (1 Kor 15,25). Die Eltern sagen zu Christus gleichsam: „DU sollst unser Haupt sein. Deine Liebe soll uns tragen und halten. Dein Wille ist unsere Richtschnur. Dein Plan soll sich mit uns verwirklichen… Die Pläne Christi für uns sind immer Pläne des Heils und nicht des Unheils (Jer 29,11). Christus sagt auch: „Mein Joch ist nicht drückend und meine Last ist leicht“ (Mt 11,30). Christus will in der Familie herrschen in frohen und in schweren Tagen. Die Königsherrschaft Christi ist Leben. An dieses Leben will sich die Familie mit der Weihe binden.

           

Neben der Hochzeit von Kana finden im Leben Christi noch weitere schöne Beispiele für seinen Willen, in unsere Familien einzukehren:

           

In Bethanien war Christus mit Vorliebe bei den drei Geschwistern Marta, Maria und Lazarus daheim (siehe zB Joh 11). Über diese Familie steht in der Heiligen Schrift: „Denn Jesus liebte Marta, ihre Schwester und Lazarus“ (Joh 11,5). Christus will der Familie die Erfahrung seiner Liebe schenken. Die Weihe macht die christliche Familie gleichsam zu einem neuen „Bethanien“, wo Christus einkehren will, leben will, um alle Freuden und Sorgen mit der Familie zu teilen.

           

In Jericho sagt Christus zum Zöllner Zachäus: „Zachäus, komm schnell herunter! Denn ich muss heute in deinem Haus zu Gast sein“ (Lk 19,5). Was Zachäus durch diesen Besuch des Herrn erfährt, beschreibt das Evangelium so: „Heute ist diesem Haus das Heil geschenkt worden“ (Lk 19,9).

           

Wenn wir die Familienweihe im Zusammenhang der Kirche, der Sakramente und der Herz-Jesu-Verehrung verstehen, ist diese Weihe nichts anderes als eine Bitte an Christus: so wie es einst die Brautleute bei der Hochzeit von Kana getan haben: „Christus, komm DU in unsere Ehe, komm DU in unsere Familie, hilf DU uns lieben, hilf uns glauben, schütze uns, führe uns! Wir wollen uns an der Hand Mariens unter den Schutz Deines Heiligsten Herzens stellen.“

         Amen.

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