231) Pfingstmontag 2017: KOMM, O GEIST DER HEILIGKEIT (2. Teil)

 

 „KOMM, O GEIST DER HEILIGKEIT“ (Pfingstsequenz 2. Teil)

Über das Gnadenwirken des Heiligen Geistes

Predigt von Pf. Stephan Müller

           

5) O Du Licht der Seligkeit,

Der Heilige Geist verleiht die Gabe der Seligkeit. Die Seligkeit ist ein Vorgeschmack des Himmels im irdischen Tal der Tränen (Salve Regina). Elisabeth preist bei der Heimsuchung die Gottesmutter selig: „Selig ist die, die geglaubt hat!“ (LK 1,45). Der Glaube führt zum Licht der Seligkeit. Zum Vorgeschmack des Himmel auf Erden. Der Himmel ist dann die ewige Seligkeit.

           

Mach Dir unser Herz bereit,

Unser Herz für den Heiligen Geist zu bereiten ist einerseits unsere Aufgabe. Wir müssen den Willen haben, unser Herz für den Heiligen Geist zu öffnen, wir müssen den Willen haben, auf seine Eingebungen zu hören. Andererseits: Bei vielen Gelegenheiten, wo unser Herz gefragt ist, bitten wir den Heiligen Geist, dass ER unser Herz bereite: ZB wenn wir zu beten beginnen: „Heiliger Geist, hilf mir beten!“, bei der Gewissenserforschung zur Vorbereitung auf die heilige Beichte, bei der Vorbereitung auf die Mitfeier des Hl. Messopfers, bei der Vorbereitung auf das Hören des Wortes Gottes und der Predigt…

           

Dring in unsere Seele ein!

Der Heilige Geist kann nur in Seelen eindringen, aus denen zuerst der Ungeist, das ungläubige Denken, das falsche Denken und die Sünde usw. ausgetrieben werden.

           

6) Ohne Dein lebendig Wehn, Nichts im Menschen kann bestehn,

    Nichts ohn‘ Fehl und Makel sein.

           

Nur durch den Anhauch des Heiligen Geistes können wir die Taten vollbringen, die zur Erlangung des ewigen Lebens notwendig sind, das sind die Taten des Glaubens und der Liebe. Natürlich setzen wir Menschen viele  Handlungen im Leben. Doch ohne den Anhauch des Heiligen Geistes, ohne die Gnade des Heiligen Geistes, haben unsere Werke keinen Wert für die Ewigkeit. Ohne das lebendig Wehn des Heiligen Geistes wäre unser Leben am Weinstock der Kirche wie eine dürre Rebe, die nur für das Feuer bleibt. Durch das lebendig Wehn des Heiligen Geistes werden wir lebendige Reben am Weinstock der Kirche, die Frucht tragen für die Ewigkeit.

           

7) Wasche, was beflecket ist, Heile, was verwundet ist, Tränke, was da dürre steht.

           

Hier wird uns sehr schön gezeigt, dass der Heilige Geist uns von der Sünde und ihren Folgen heilt. Wasche, was beflecket ist: Das Beicht-Sakrament ist ein Lieblingssakrament des Heiligen Geistes: In der hl. Beichte reinigt der Heilige Geist unsere Seelen von der Sünde und auch von den Folgen der Sünde. Deshalb ist es wichtig, öfters und regelmäßig zu beichten, damit der Heilige Geist die Wunden der Sünde ausheilen kann. Ein Baum, der kein Wasser erhält, wird dürr, er kann keine Frucht tragen. Die Sünde macht uns geistig-seelisch dürr, dh unfruchtbar. Weil uns der Hl. Geist in der Beichte von der Sünde befreit, nimmt er der Seele auch die Dürre und macht sie durch das Leben der Gnade wieder fruchtbar für gute Werke.

           

8) Beuge, was verhärtet ist, Wärme, was erkaltet ist, Lenke, was da irregeht.

           

Die Gnade des Heiligen Geistes wirkt erlösend ein auf die Regungen des Herzens:

           

Beuge, was verhärtet ist: Was das Herz verhärtet, kalt und unempfindlich macht, ist die Sünde, vor allem der Stolz. Der Heilige Geist beugt das verhärtete Herz: Er lenkt unser Herz zu Demut vor Gott, zum gebeugten Knie… Manchmal muss der Heilige Geist sozusagen „dick auftragen“, um ein verhärtetes Herz zu beugen, damit es durch die Verhärtung nicht verloren geht: er lässt Prüfungen und Kreuz zu, um Verhärtungen zu brechen. „Lasst uns den Engel bitten, dass er ein jedes Herz, mit seinen sichern Schritten geleite Himmelwärts. Dass keines sich verhärte und falle in den Tod. Dass er als Weggefährte uns trage durch die Not“ (Gotteslob Nr. 608, 3. Strophe).

           

Wärme, was erkaltet ist: Wir Menschen können nicht aus uns selber lieben, die Liebe ist eine Gabe Gottes, eine Frucht des Heiligen Geistes. „Hier wohnt die Göttliche Liebe“, steht über einem Tabernakel in einer Kirche in der Oberpfalz. Wenn wir uns vom Hl. Messopfer entfernen, erkalten wir in der Liebe. Der Heilige Geist erwärmt uns durch das Hl. Opfer Christi zur Liebe. Er erwärmt uns auch zur Tugend, zum Tugendstreben.

           

Lenke, was da irregeht: Wenn wir Menschen Gottes Geboten und der Lehre der Kirche nicht gehorchen, geht zuerst unser Denken und dann auch unser Handeln in die Irre. Wenn wir den Geboten Gottes und der Kirche ungehorsam werden, öffnen wir auch dem Wirken des Bösen, des Ungeistes, die Tür in unserem Leben. Da brauchen wir den Heiligen Geist, dass er uns wieder zurückführt zum Leben der göttlichen Heilsordnung. Der Heilige Geist ist der Geist der Ordnung, nicht der Unordnung. Die Unordnung, das Chaos, kommt vom Teufel. Sein Name bedeutet ja Durcheinanderwerfer.

           

9) Heiliger Geist, wir bitten Dich, Gib uns allen gnädiglich Deiner Gaben Siebenzahl.

           

Die sieben Gaben des Heiligen Geistes - Weisheit, Verstand, Rat, Stärke, Wissenschaft, Frömmigkeit und Gottesfurcht - fassen auch alle Gaben des Heiligen Geistes zusammen. Wir brauchen den Heiligen Geist nicht mit emotionaler Erregung, mit Lärm und Getue bedrängen und nötigen. Er weiß ja, was wir brauchen, besser als wir selber. Eher sollten wir die Stille lernen und lieben, die uns innerlich öffnet. Der Heilige Geist liebt die Stille, nicht den Lärm. Nur die Orgel und Sakralmusik in der Kirche darf und soll manchmal laut erklingen…

           

10) Spende uns der Tugend Lohn, Lass uns stehn an Deinem Thron, Uns erfreun im Himmelssaal.

           

Das Ringen um die Tugend, das Trainieren und Ausharren im Guten, bringt einen ewigen Lohn im Himmel mit sich. Gott wird im Himmel auch einen speziellen Lohn zuteilen (2 Kor 5,10) für das Gute, für die Mühe und Treue, die der Mensch auf Erden aufgewendet hat.

           

Um all diese Gnaden und Gaben des Heiligen Geistes zu erlangen brauchen wir nicht besondere Orte aufsuchen. Wir brauchen nur tief Leben mit der Kirche und den Sakramenten, mit dem Heiligen. Komm, o Geist der Heiligkeit, aus des Himmels Herrlichkeit, sende Deines Lichtes Strahl. Amen.

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