226) Gründonnerstag 2017: PANGE LINGUA GLORIOSI

 

Gründonnerstag 2017

 „PANGE  LINGUA  GLORIOSI“ (Thomas v. Aquin)

der hl. Thomas von Aquin lehrt uns, das Geheimnis des Leibes Christi zu verehren

Predigt von Pf. Stephan Müller für die Kinder

        

Liebe Pfarrfamilie! Vor allem liebe Erstkommunikanten, Ministranten und Kinder!

        

Wie ist das mit dem Geheimnis der Heiligen Kommunion? Darf ich sagen: „Was ist die Heilige Kommunion?“ Nein! Die Heilige Kommunion ist nicht ein Gegenstand, sondern eine Person. Deswegen lautet die Frage: „Wer ist die Heilige Kommunion?“ Die Heilige Kommunion ist GOTT selbst, Jesus Christus. Jesus Christus ist gegenwärtig als wahrer Gott und wahrer Mensch. Er ist gegenwärtig: ganz, wesenhaft und ungeteilt. Ihr erinnert euch: Im Erstkommunionunterricht haben wir darüber nachgedacht.

        

Jeder vernünftige Mensch, der von diesem Geheimnis hört, wird sich fragen: „Wie geht denn das? Kann das sein?“ Unsere Antwort lautet: „Ja, das ist wirklich so. Denn bei Gott ist nichts unmöglich. Gott hat die Welt aus dem Nichts erschaffen. Er kann auch das Wesen des Brotes verwandeln in das Wesen des Leibes Christi und das Wesen des Weines verwandeln in das Wesen des Blutes Christi! Und Gott kann auch das Kreuzesopfer Christi bei der Hl. Wandlung gegenwärtig werden lassen.“ Nur: Wie das geht, das können wir nicht erklären. Das ist und bleibt ein Geheimnis.

        

Wie können wir mit dem Geheimnis der Heiligen Kommunion umgehen? Hier helfen uns die Heiligen. Der hl. Thomas von Aquin hat im Auftrag des Papstes für die Heilige Kommunion einige wunderschöne Hymnen/Lieder geschrieben. Eines dieser Lieder heißt PANGE LINGUA. Die Kirche singt es heute und an Fronleichnam. In diesem Pange lingua gibt uns der hl. Thomas gute Impulse für das Geheimnis der Heiligen Kommunion, wie wir das Geheimnis des Leibes Christi verehren sollen:

        

1) PANGE LINGUA GLORIOSI – DIE ZUNGE PREISE das Geheimnis:

        

Die Zunge soll das Geheimnis der Heiligen Kommunion preisen, dh es besingen es loben. Es gibt viele Eucharistische Lieder, mit denen wir das Geheimnis der Heiligen Kommunion besingen und preisen, zB: Gottheit tief verborgen, Wir beten an, Deinem Heiland, Das Heil der Welt… Singen wir sie gern, diese Eucharistischen Lieder. Einen besonders schönen Lobpreis für die Heilige Kommunion geben wir Gott durch die Mitfeier der Sonntagsmesse. Die Sonntagsmesse ist auch öffentliche Verehrung und Anbetung des Leibes Christi durch die Kirche. Die Bindung an das Sonntagsgebot ist eine der Grundvoraussetzungen, um einen Zugang zur Heiligen Kommunion zu haben.

        

2) DER VERSTAND VERSTUMME vor dem Geheimnis:

        

Hier ist gemeint: Der Verstand soll nicht hochmütig grübeln und zweifeln. Der kleine menschliche Verstand kann das große Geheimnis der HL. Wandlung und der HL. Kommunion nicht begreifen, er soll verstummen. Das Eucharistische Geheimnis sollen wir glauben mit der Haltung der Kinder: kindlich, demütig, schlicht glauben. „Nehmt es nach der Kinder Weise“, sagt der hl. Thomas in einem anderen Hymnus. Was der Verstand tun kann ist nur das: demütig die Glaubenswahrheit der Eucharistie bedenken, betrachten, darüber staunen und glücklich sein.

        

3) DAS HERZ BEGREIFE das Geheimnis:

        

Herz steht für Liebe. Der hl. Thomas meint also hier: Unsere Liebe soll begreifen, was die Liebe Gottes gestiftet hat. „Sakrament der Liebe Gottes“ singen wir. Es gibt keinen anderen Zugang zum Geheimnis der Eucharistie als die demütige, glaubende, kindliche… Liebe.

        

4) DAS KNIE BEUGE SICH vor dem Geheimnis:

        

Der hl. Thomas sagt es im Pange lingua so: „Gott ist nah in diesem Zeichen, kniet hin und betet an.“ Wenn die Zunge preist, der sich auflehnende Verstand verstummt, das liebende Herz begreift, dann wird sich das Knie von selbst beugen. Das Geheimnis der Heiligen Kommunion will anbetend empfangen werden. Liebe Kinder! Nehmt das mit in Euer Leben. Behaltet das immer bei, Euer Leben lang: Wenn ihr die Kirche betretet, zu Christus im Tabernakel hin eine schöne Kniebeuge machen; beim Vorbeigehen an einer Kirche, wenn es möglich ist, zumindest kurz hineingehen und einen kleinen Besuch bei Jesus machen; vor einer Abendmesse, wenn das Allerheiligste zur Anbetung ausgesetzt ist, ein paar Minuten früher kommen zur Eucharistischen Anbetung; Jesus Christus in der Haltung der Anbetung empfangen…

„PANGE  LINGUA  GLORIOSI!“

Die Zunge preise.

Der Verstand verstumme.

Das Herz begreife.

Das Knie beuge sich.

        

Lassen wir uns vom hl. Thomas gerne anleiten, das Geheimnis der Eucharistie so zu verehren und anzubeten. Wenn wir das gerne tun, wird Christus die Verheißungen erfüllen, die er an die Verehrung und den würdigen Empfang dieses Sakramentes gebunden hat: Es wird uns die Frucht der Erlösung zuteil: Unsere Seele ernährt sich und lebt von der Schönheit, Güte und Gnade Gottes, und so pilgern wir der himmlischen Heimat entgegen. Amen.

 

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