027) 15. Sonntag im Jahreskreis B 2012: Der Vorrang des Wirkens Christi in der Kirche

15. Sonntag im Jahreskreis B) Imsterberg und Karrösten

Homilie von Pfarrer Stephan Müller (Manuskript):

JESUS „RIEF DIE ZWÖFL ZU SICH UND SANDTE SIE AUS.“(Mk 6,7)

DER VORRANG DES WIRKENS CHRISTI IN DER KIRCHE.

Der hl. Markus erzählt in dieser Evangelienperikope von den Anfängen der Kirche. Am Anfang der Kirche steht nicht eine Idee von Philosophen, nicht die Abenteuer- oder Reiselust einiger Fischer vom See Gennesaret, nicht neue Ideen frommer Israeliten, nicht revolutionäre Aktionen von Leuten, die mit der politischen Situation in Palästina nicht mehr zufrieden waren usw. Am Anfang der Kirche steht niemand anders als … der Herr. Die Kirche ist seine Initiative, seine Idee, sein Werk. Markus erinnert uns heute: Christus ruft, Christus sendet, Christus gibt Vollmacht, Christus gibt Verhaltensregeln für die Mission, Christus gibt den Auftrag zu lehren, zu heilen. Deutlicher geht es nicht mehr. Schauen wir uns die einzelnen Schritte, die Christus setzt, genauer an.

< Christus ruft. Kirchesein ist nicht etwas, was wir uns ausdenken. Christus ruft zu einer neuen Form des Denkens und Lebens. Der Maßstab für dieses neue Denken und Leben ist Er selber. Mit anderen Worten: Kirche sein ist Christusnachfolge. Und Christusnachfolge ist Kreuzesnachfolge, Liebesnachfolge. „Wer mein Jünger sein will, der nehme täglich sein Kreuz auf sich.“

< Christus ruft die Zwölf. Christus ruft nicht eine Masse von Menschen. Er ruft jeden einzeln. In diesem Fall die Zwölf. Es braucht in der Kirche immer den Herrn, der ruft. Und es braucht den einzelnen Menschen, der auf den Ruf Christi eine persönliche Antwort gibt. Wir dürfen überzeugt sein, dass Christus auch heute ruf, ganz konkret. Die Frage ist, ob wir ihn in unseren Bereichen noch hören können, noch hören wollen…

< Christus ruft die Zwölf zu sich. Kirche ist nicht zuerst Struktur, Gremien, Sitzungen, Diskussionen… wenn zum kirchlichen Alltag solche Dinge bis zu einem gewissen Maß auch dazugehören, doch nur untergeordnet und dienend. Kirche ist zuerst Gemeinschaft mit Christus, Gemeinschaft mit der Liebe des Herzens Jesu. Die Liebe des Herzens Jesu steht im Zentrum des kirchlichen Lebens. Kirche bedeutet zur Liebe Christi gerufen zu sein.

Christus ruft. Er ruft den Einzelnen. Er ruft zu sich, an sein Herz. Vielleicht muss die Kirche in den reichen Ländern, auch bei uns, viel Materielles, Äußeres, auch große Mitgliederzahlen, zuerst verlieren, um das Wesentliche der Kirche wieder zu erkennen: Er rief die Zwölf zu sich. Erst wenn diese Grundlage der Kirche wieder erkannt wird, kann Christus die weiteren Schritte setzen.

< Er „sandte sie aus, jeweils zwei zusammen.“ Er sendet sie zu zweit, nicht allein. Das ist ein Hinweis, dass der Missionsauftrag der Kirche nur in der Liebe möglich ist. Und die Nächstenliebe ist immer etwas Konkretes.

JESUS „RIEF DIE ZWÖFL ZU SICH UND SANDTE SIE AUS.“(Mk 6,7) Am Anfang der Kirche steht das Wirken Christi. Jesus will in seiner Kirche auch heute den Vorrang haben. Wir haben keinen Einfluss auf andere. Wir können nur für uns selber Christus die Chance geben, in unserem Leben den Vorrang zu bekommen. Auf das wartet er. Wo er den Vorrang bekommt, da kann sein Herz triumphieren. Die Sommerwochen bieten sich an, Christus ein Mehr an Zeit und Liebe zu geben. Amen.

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