215) Maria Unbefleckte Empfängnis 2016: DIE SCHÖNHEIT MARIAS DURCH IHR FREISEIN VON DER ERBSÜNDE

Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria 2016

„SEI GEGRÜSST, DU GNADENVOLLE“ (Lk 1,28)

DIE SCHÖNHEIT MARIAS IN IHREM FREISEIN VON DER ERBSÜNDE

Predigt von Pf. Stephan Müller

        

Am heutigen Hochfest wollen wir auf Maria blicken, auf ihre innere gnadenhafte Schönheit, die sie vor Gott hat. Die Anregung für diese Besinnung gibt uns Folgendes. Vor einigen Wochen bekam ich ein kleines Heft, es enthielt Worte Mariens aus einer „Privatoffenbarung“,  die allerdings von der Kirche nicht anerkannt ist. Der betreffende Ort, von dem diese „Privatoffenbarung“ kam, ist als kirchliche Gebetsstätte errichtet. Maria „sagte“ unter anderem zu uns Menschen: „Ich war so wie ihr.“ Auch an einem anderen Text blieb ich hängen, in dem es über Maria heißt: „Wie bist du so gar nichts!“ Diese Stelle ist aus einem Gebet im neuen Gotteslob. Im ersten Text stellt sich Maria auf unsere Ebene. Auf unserer Ebene beten wir jeden Tag: „Bitte für uns Sünder!“ Im zweiten Text sagen wir Menschen im Gebet zu Maria: „Wie bist du so gar nichts!“ Ob sich ein Mensch wohl freut, wenn wir zu ihm sagen: „Du bist so gar nichts!“? Wie wir sind, das erkennen und erfahren wir, wenn wir genügend Demut haben. War Maria so wie wir? War sie so gar nichts? Das heutige Hochfest wirft ein helles Licht auf Maria, wie sie war, und damit auch auf uns, wie wir sind.

        

Der Erzengel Gabriel tritt im Haus Mariens ein und spricht im Auftrag von Gott Vater zuerst einen Gruß aus: „Sei gegrüßt, du Gnadenvolle!“  Was bedeutet VOLL DER GNADE?

        

1) Maria war frei von der Erbsünde. Das ist das Erste und Grundlegendste, das Maria von allen anderen Menschen auf Erden unterscheidet. Das bekennt und feiert die Kirche heute in großer Ehrfrucht und Freude: Im Hinblick auf den Erlösertod Christi hat Gott Maria vom Makel der Erbsünde bewahrt.

        

Die Lehre von der Erbsünde und der Konkupiszenz hat die Kirche vor allem beim Konzil von Trient geklärt und dogmatisiert, in Abgrenzung zu den falschen Lehren der Reformatoren. Die Reformatoren lehren, dass der Mensch durch die Erbsünde „ganz und gar verderbt“ ist (Martin Luther). Die Konkupiszenz wird mit der Sünde gleichgesetzt. Der Mensch hat keinen freien Willen. In der Folge können wir Menschen, so die Lehre der Reformatoren, nicht anders als sündigen.

        

Was ist die Erbsünde? Das Wesen der Erbsünde ist der Verlust der ursprünglichen Heiligkeit und Gerechtigkeit (Konzil von Trient). Mit anderen Worten: Das Wesen der Erbsünde besteht in der Trennung von Gott und dem Ausschluss vom Himmel. Die Erbsünde haben die Stammeltern durch die Ursünde im Paradies verursacht. Wichtig ist zu verstehen, dass die Erbsünde keine persönliche Sünde ist, sondern ein Mangel, das Fehlen der Heiligmachenden Gnade, die die Stammeltern vor dem Sündenfall im Paradies hatten. Ein Bild zum Verständnis: Nehmen wir an, Eltern haben einen Besitz, zB ein Haus. Sie verspielen ihren Besitz im Kasino und müssen ausziehen. Ihre Kinder können nichts dafür, doch sie haben ihr Haus nicht mehr. So ähnlich ist durch die Ursünde für die ganze Menschheit das hohe Gut der Heiligmachenden Gnade verloren gegangen.

        

Die Erbsünde ist das große Hindernis des Menschen auf seinem Weg zu Gott. Mit diesem Mangel behaftet kann der Mensch sein Letztes Ziel, die Anschauung Gottes im Himmel, nicht erreichen. Wir Menschen müssen von der Erbsünde, diesem Mangel, erlöst werden, um in den Himmel zu kommen. Auch die Gottesmutter Maria musste die Erlösung empfangen.

        

Maria ist anders erlöst worden, als alle übrigen Menschen. Die Erlösung besteht bei Maria darin, dass Gott sie durch eine einzigartige Gnade vor der Erbsünde bewahrt hat, sie ist die im Vorhinein Erlöste. Wir empfangen die Erlösung durch die Gnadenvermittlung der Kirche. Durch die hl. Taufe befreit uns Christus von der Erbschuld und macht uns zu einer neuen Schöpfung. Das Gnadenwirken Gottes in der hl. Taufe ist so groß, dass keine Sünde mehr im Menschen zurückbleibt, der Mensch ist innerlich völlig neu gestaltet. Das weiße Taufkleid ist dafür ein Zeichen.

        

Was ist mit den Menschen, die keine Taufe kennen? Die Kirche vertraut, dass Gott diese Erlösungsgnade, die Tilgung der Erbschuld, außerhalb der Taufe auch auf anderen Wegen schenken kann. Gott ist nicht an die Sakramente gebunden. Diese Gnade kommt vom einen Erlöser Jesus Christus und durch die unsichtbare Gnadenvermittlung der Kirche.

        

2) Maria war frei von der Konkupiszenz. Das ist das Zweite und Grundlegende, das Maria von allen übrigen Menschen unterscheidet. Wir müssen diese beiden Tatsachen gut auseinander halten: Erbsünde und Konkupiszenz. Die Erbsünde betrifft die Verbindung des Menschen mit Gott, die zerstört wurde. Die Konkupiszenz betrifft uns selber, unsere Menschennatur.

        

Die Erbsünde zieht einen ganzen Rattenschwanz von Folgen nach sich, das ist die Konkupiszenz. Die Konkupiszenz ist eine Verwundung und Schwäche unseres Personseins, eine Neigung zur Sünde. Der katholische Glaube lehrt, dass Gott uns durch die hl. Taufe von der Erbsünde befreit, jedoch nicht von der Konkupiszenz. Gott hat uns nach der Tilgung der Erbsünde ganz bewusst diese Verwundung und Schwäche der Menschennatur belassen. Die Konkupiszenz ist uns zum Tugendkampf, zur Bewährung gegeben. Durch die Konkupiszenz gibt Gott uns die Möglichkeit, dass wir ihn aus freiem Willen lieben, dass wir aus freiem Willen um das Wahre und Gute ringen, und so auch Verdienste für das Ewige Leben erwerben können.

        

Weil Maria nie mit der Erbsünde behaftet war, war sie auch vollkommen frei von der Konkupiszenz, die eine Folge der Erbsünde ist. Ihre Seelenkräfte und ihr Leib waren nicht verwundet. Auch hier war Maria nicht so wie wir. Maria muss nicht nur äußerlich eine schöne Frau gewesen sein, sie war auch innerlich voller Schönheit:

        

-         Schön war Maria in ihrer menschlichen Liebesfähigkeit. Maria war frei von Egoismus und Ich-Gebundenheit. Sie war ganz rein in ihrer Fähigkeit zur Hingabe. In ihrem menschlichen Lieben hat es zB keinen Neid, keinen Geiz, kein egoistisches Berechnen gegeben usw.

-         Schön war Maria in ihrem menschlichen Willen. Marias Wille war nicht geschwächt, sie war nie in ihrem Willen, in ihren Gefühlen und Emotionen hin und her gerissen, sie musste ihren Willen nicht trainieren und stark machen, so wie wir.

-         Schön war Maria in ihrer menschlichen Vernunft. Maria hatte natürlich kein göttliches Wissen, aber eine unbeschädigte, klare Vernunft. Bei ihr gab es ein schönes Zusammenwirken von Glaube und Vernunft. Das erleben wir bei ihrem Gespräch mit dem Erzengel. Glaube und Vernunft gehen da ineinander und geben sich zum Glaubensakt sozusagen die Hand. Im Glauben und der Frömmigkeit der Muttergottes gab es keine emotionalen Entgleisungen, sie war sozusagen die Nüchternheit in Person. Ganz ruhig denkt sie mit den Worten des Engels mit, überlegt, stimmt zu und glaubt. Für uns ist es mühsam, Gott und das Übernatürliche zu erkennen. Es gibt die Auflehnung der Vernunft gegen den Glauben, gegen die Offenbarung Gottes, gegen die Lehre der Kirche, gegen die Gebot der Kirche… Das alles hat es bei Maria nicht gegeben. 

Diese gnadenvolle innere Schönheit Marias wurde zu allen Zeiten in der Kirchlichen Kunst und Poesie zum Ausdruck gebracht. Denken wir an unsere Lieder: „Wunderschön prächtige!“ „Ganz schön bist du, Maria!“ „Wie schön leucht‘ der Mond, wie hell glänzt die Sonn‘, der Schönheit Marias doch nichts gleichen kann!“

        

3) Maria war frei von den unseligen Auswirkungen, die als Folge der Ursünde über die Welt und die Menschheit gekommen sind.

        

-         Gott spricht zu Adam: „So ist verflucht der Ackerboden deinetwegen. Unter Mühsal wirst du von ihm essen alle Tage deines Lebens. Dornen und Disteln lässt er Dir wachsen“ (Gen 3,17f). Dieses Wort der Genesis beschreibt, dass auch die Welt als Schöpfung Gottes unter der Sünde zu leiden hat, „seufzt“ und in „Geburtswehen“ liegt, so schreibt der hl. Paulus im Römerbrief (Röm 8,22). Weil Maria frei war von der Erbsünde, hatte sie ein ungetrübtes Verhältnis zur Schöpfung. Sie konnte sich nicht nur über die Schönheiten der Natur im Heiligen Land freuen wie im Paradies. Für sie war die Schöpfung ein Buch des Schöpfergottes, in dem sie seine Handschrift lesen konnte.

-         Im Schweiß deines Angesichts sollst du dein Brot essen“ Dieses Wort der Genesis beschreibt, dass die Arbeit für uns Menschen oft mühsam ist. Weil Maria frei war von der Erbsünde, hatte sie ein ungetrübtes Verhältnis zur Arbeit, bei ihr gab es nicht den „grauen Alltag“ oder den Überdruss an der Arbeit.

-         Gott spricht zu Eva: Du hast Verlangen nach deinem Mann; er aber wird über dich herrschen“ (Gen 3,16). Dieses Wort der Genesis beschreibt die Auswirkungen der Ursünde auf die Ehe. Weil Maria frei war von der Erbsünde, war sie in ihrem menschlichen Lieben frei von jeder ungeregelten und unlauteren Begierde, sie hatte keine niederen oder rein fleischlichen Leidenschaften.

-         „Unter Schmerzen gebierst du Kinder“ (Gen 3,16). Dieses Wort der Genesis beschreibt, dass auch die menschliche Mutterschaft verwundet und gefährdet ist, bis hin zu den leiblichen Geburtsschmerzen. Weil Maria frei war von der Erbsünde, war ihre Mutterschaft unverletzt. Was hier der Glaube sagt, ist mit großer Ehrfurcht auszusprechen und zu hören: Weil Maria von der Erbsünde frei war, hat sie nicht wie eine gewöhnliche Frau das Christuskind geboren. Maria hat jungfräulich geboren, ohne Schmerzen, auch ohne Verletzung der leiblichen Jungfräulichkeit. Gleichsam wie Licht ist das Göttliche Kind aus ihrem unversehrten Schoß hervorgegangen. Das ist das Dogma der immerwährenden Jungfräulichkeit Mariens. Der Glaube an die Jungfrauengeburt und die wahre Gottheit unseres Herrn Jesus Christus sind im Weihnachtsgeheimnis untrennbar miteinander verbunden.

-         Staub bist du und zum Staub musst du zurück“ (Gen 3,19). Mit diesen Worten beschreibt die Genesis, dass der leibliche Tod, die Trennung von Seele und Leib, als Folge der Ursünde in die Welt gekommen ist. Der ewige Tod besteht in der Hölle, der ewigen Trennung von Gott. Weil Maria von der Erbsünde frei war, war sie auch frei von dieser letzen Folge der Sünde. Sie musste nicht sterben so wie wir. Im Messbuch betet die Kirche am 15. September: „Selig die Schmerzen der heiligen Jungfrau Maria, die unter dem Kreuz, ohne den Tod zu erleiden, die Palme des Martyriums verdiente“ (Missale Romanum 1962) - Marias Sterben war seelisch unter dem Kreuz stehend.

Das Dogma von der Erbsünde wirft ein tiefes Licht auf das Leben der Muttergottes. Durch das Freisein von der Erbsünde und der Konkupiszenz hat Maria für ihr Leben und ihren Glaubensweg eine ganz andere Ausgangsbasis als alle übrigen Menschen. Das zweite Vatikanische Konzil scheut sich nicht, Maria als „Typus und klarstes Urbild der Kirche im Glauben und in der Liebe“ zu bezeichnen“ (2. Vatikanisches Konzil, Konstitution über die Kirche, 53).

        

Das Dogma von der Erbsünde ist auch ein Licht für unser Leben, wir erkennen uns selber besser, wir wissen, warum wir so manche Schwächen in uns haben, warum der Weg zum Guten ein Leben lang mit Mühen und Ringen verbunden ist. Im heutigen Schlussgebet bittet die Kirche: „Heile in uns die Wunden jener Schuld, von der du die Selige Jungfrau Maria bewahrt hast.“ Je mehr wir mit der Kirche leben, mit dem Glauben der Kirche, mit der Gnade der Sakramente, mit der Beichte, mit dem Hl. Messopfer, kommen die Folgen der Erbsünde in die Heilung, werden wir innerlich schön. Maria ist uns auf diesem Weg der Bekehrung und Heilung Trost und Helferin.

        

Natürlich ist Maria als Mensch auch gewachsen und gereift: Im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe, in der Tugend. Bei ihr war es ein Wachsen im Guten, eine Vermehrung der Gnade, nicht ein Gehen von der Sünde hin zum Guten wie bei uns. Ihre große Prüfung war das Leiden Christi. Wir merken diese Spannung. Auf der einen Seite die große Heiligkeit der Muttergottes, wo sie weit über uns steht; auf der anderen Seite ist durch die Gnade das Menschliche bei ihr so sehr entfaltet, dass sie uns ganz nahe steht, mehr als jeder andere Mensch. Sie ist der schönste, tiefste, einfühlsamste Mensch den es gibt.  (*)

Wegen ihrer Sündenlosigkeit hat Maria an den Sünden der Menschen gelitten. Sie hat zB unter der Grobheit, der Abstumpfung und Bosheit der Menschen mehr gelitten gehabt als wir. Auch das war für sie eine beständige Tugendübung.

        

„Ich war so wie ihr.“ Wir haben gesehen, dass das Gegenteil der Fall ist. Nie würde Maria so etwas sagen, weil es mit dem Glauben der Kirche nicht vereinbar ist. Maria würde in ihrer Demut aber auch nicht vor uns hintreten und sagen: „Ich war nicht so wie ihr.“ Nur ein einziges  Mal, soweit es mir bekannt ist, hat Maria vom Himmel aus über ihr einzigartiges Leben etwas gesagt. Und da hat sie es nicht mit eigenen Worten getan. Mit gefalteten Händen und zum Himmel erhobenen Augen hat Maria das Dogma der Kirche wiederholt: „Ich bin die Unbefleckte Empfängnis“. Das war in Lourdes, vor der 14jährigen Bernadette, am 25. März 1858, vier Jahre nach der Verkündigung des Dogmas von der Unbefleckten Empfängnis durch Papst Pius IX. (8.12.1854).

        

Es ist die Kirche, die die Muttergottes im vollen Licht des Glaubens sieht und voller Freude bekennt: „Maria, du warst ganz anders als wir! Wie bist du so voll der Gnaden!

Bitte für uns arme Sünder, jetzt und in der Stunde unseres Todes!“ Amen.

        

Zur persönlichen Vertiefung der Glaubenslehre über die Erbsünde: Katechismus der Katholischen Kirche, Artikel 396 bis 421

        

(*) Zum inneren Wachstum der Gottesmutter Maria: aus Johannes Paul II. Enzyklika Redemptoris Mater, 24.3.1987, aus Abschnitt 13 und 14: Bei der Verkündigung hat Maria sich ja vollkommen Gott überantwortet, indem sie demjenigen »den Gehorsam des Glaubens« entgegenbrachte, der durch seinen Boten zu ihr sprach, indem sie sich ihm »mit Verstand und Willen voll unterwirft«. Sie hat also mit ihrem ganzen menschlichen, fraulichen »Ich« geantwortet. In dieser Glaubensantwort waren ein vollkommenes Zusammenwirken mit der »zuvorkommenden und helfenden Gnade Gottes« und eine vollkommene Verfügbarkeit gegenüber dem Wirken des Heiligen Geistes enthalten, der »den Glauben ständig durch seine Gaben vervollkommnet«.32

14.    Deshalb kann auch der Glaube Marias mit dem Abrahams verglichen werden, den der Apostel »unseren Vater im Glauben» nennt (vgl. Röm 4, 12). In der Heilsordnung der Offenbarung Gottes bildet der Glaube Abrahams den Anfang des Alten Bundes. Der Glaube Marias bei der Verkündigung eröffnet den Neuen Bund. Wie Abraham »gegen alle Hoffnung voll Hoffnung geglaubt hat, daß er der Vater vieler Völker werde« (vgl.  Röm 4, 18), so hat Maria, nachdem sie im Augenblick der Verkündigung ihre Jungfräulichkeit bekannt hatte ( »Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne?«) geglaubt, daß sie durch die Kraft des Höchsten, durch den Heiligen Geist, nach der Offenbarung des Engels die Mutter des Sohnes Gottes werden würde: »Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden« (Lk 1, 35).  

Doch betreffen die Worte Elisabeths: »Selig ist, die geglaubt hat« nicht nur jenen besonderen Augenblick der Verkündigung. Gewiß ist dies der Höhepunkt für den Glauben Marias in der Erwartung Christi; sie ist aber auch der Ausgangspunkt, an dem ihr ganzer »Weg zu Gott«, ihr Glaubensweg insgesamt, beginnt. Und auf diesem Weg, der herausragend und wahrhaft heroisch ist, - ja, mit wachsendem Glaubensheroismus - wird sich der »Gehorsam« verwirklichen, den sie gegenüber dem Wort der göttlichen Offenbarung bekannt hat. Dieser »Gehorsam des Glaubens« von seiten Marias wird auf ihrem ganzen Weg überraschende Ähnlichkeiten mit dem Glauben Abrahams haben. Wie der Patriarch des Volkes Gottes hat auch Maria auf dem Weg ihres kindlichen und mütterlichen Fiat »geglaubt voll Hoffnung gegen alle Hoffnung«. Vor allem in einigen Etappen dieses Weges offenbart sich die Seligpreisung derjenigen, »die geglaubt hat«, mit besonderer Deutlichkeit. Glauben will besagen, sich der Wahrheit des Wortes des lebendigen Gottes zu »überantworten«, obwohl man darum weiß und demütig anerkennt, »wie unergründlich seine Entscheidungen, wie unerforschlich seine Wege sind« (Röm 11, 33). Maria, die sich nach dem ewigen Willen des Höchsten sozusagen im Mittelpunkt jener »unerforschlichen Wege« und jener »unergründlichen Entscheidungen« Gottes befindet, verhält sich im Halbdunkel des Glaubens entsprechend, indem sie mit offenem Herzen alles voll und ganz annimmt, was in Gottes Plan verfügt ist.      

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