030) 21. Sonntag im Jahreskreis B 2012: Der hohe Anspruch der Heiligsten Eucharistie

21. Sonntag im Jahreskreis B 2012 – Pfarrkirche Imsterberg

Homilie von Pfarrer Stephan Müller (Manuskript):

„WOLLT AUCH IHR WEGGEHEN?“ (Joh 6,67)

DER HOHE ANSPRUCH DER HEILIGSTEN EUCHARISTIE

 

Heute endet die Reihe der Sonntagsevangelien aus dem 6. Kapitel des Johannesevangeliums. Christus hat mit der Brotvermehrung und einer langen Predigt über das Himmelsbrot das Sakrament seines Leibes und Blutes vorbereitet. Seine Worte zeigen Wirkung. Das Murren der Juden, das der Evangelientext mehrmals erwähnt, führte zur Auflehnung gegen Christus: „Was er sagt, ist unerträglich.“ Es war eine angespannte und prekäre Situation. Der erste größere Jüngerkreis um Jesus herum drohte auseinanderzubrechen. Was tut Christus, um die Situation zu retten? Eigentlich gar nichts! Es geht ihm gar nicht darum, die „Situation“ zu retten. Seine Absicht ist eine andere. Christus will uns Menschen retten und erlösen. Mit der Eucharistie steht alles auf dem Spiel: das Opfer von Golgota, das Herz der Kirche, die Vergegenwärtigung seines Opfers, die Heilige Kommunion als Unterpfand des ewigen Lebens.

 

Christus bleibt in dieser prekären Situation nach der Eucharistischen Rede seinem Erlösungsauftrag und seiner Liebe zu uns treu. Er macht von der anspruchsvollen Lehre der Eucharistie keinen Abstrich. Wenn Christus es damals dem Großteil der Jünger recht gemacht hätte, dann hätten wir keine Eucharistie, dann hätten wir kein Sakrament, das uns die Erlösungsgnaden vermittelt, die Kirche könnte nicht leben... Mit der Eucharistie steht und fällt die Kirche.

 

Wie hat es Christus gemacht? Viele Jünger – so wurde uns berichtet – haben sich von Jesus getrennt. Jesus hat nicht gesagt: „Bleibt doch da! Ich habe es nicht so gemeint! Wir werden auf dem Dialogweg schon einen Kompromiss finden, sodass ihr das auch annehmen könnt…“ Jesus hat diejenigen, welche die Eucharistische Lehre nicht annehmen wollten, die also nicht glauben wollten, gehen lassen. Auch den Aposteln hat er nicht ums Bleiben gebeten! Er hat ihnen die Glaubensfrage gestellt: „Wollt auch ihr weggehen?“ Das Ergebnis: seine Jüngerschar wurde eine kleine Gruppe, dafür aber im Glauben stark. Auf den Glauben dieser Zwölf, wenn wir von Judas absehen, konnte er die Kirche bauen. Das zur biblischen Situation.

 

Was kann dies für uns bedeuten?

 

a) Keine Abstriche von der Lehre machen

 

Die Lehre Christi über die Eucharistie hat der Heilige Geist in der Kirche theologisch entfaltet. Die Kirche hat diese Lehre wie ein Edelstein gehütet und weitergegeben. Diese Lehre über die Eucharistie war immer ein Stein des Anstoßes, immer eine Herausforderung für den Glauben der Menschen. Die Kirche hat vom Eucharistieglauben jedoch nie Abstriche gemacht. Auch heute dürfen wir den anspruchsvollen Eucharistieglauben (z.B. in Bezug auf Hl. Messopfer und Empfang der Hl. Kommunion) nicht herabsetzen. Wir können die Kirche nicht retten – das können wir als Menschen sowieso nicht – wenn wir die Ansprüche des Altarssakramentes und des katholischen Glaubens herabsetzen. Die Kirche, und wir als Glieder der Kirche, wollen der Lehre Christi treu bleiben. Das ist der Grund, auf dem wir stehen und leben.

 

b) Geben wir Christus unsere Liebe und Ehrfurcht

 

Unsere schönste Antwort auf den hohen Anspruch Jesu ist: Wir schenken Christus unsere ganze Liebe; unser Vertrauen und den Glauben. Wir wollen Gott zutrauen, dass seine Liebe dieses große Eucharistische Geheimnis Schaffen und Wirken kann. Gott kann immer Größeres als wir uns ausdenken können. Die Eucharistie ist ein Glaubensgeheimnis. Wir können uns diesem Geheimnis nur im Glauben nahen. Es beginnt mit der Ehrfurcht, mit der Demut, mit der Wertschätzung der Eucharistie.

 

Kehren wir an den Anfang unserer Überlegung zurück. Christus nimmt nichts von seiner Eucharistischen Predigt zurück. Er bleibt beim hohen Anspruch des Eucharistieglaubens. Er bleibt seinem Erlösungsauftrag und seiner Liebe zu uns treu.

 

Bleiben auch wir beim hohen Anspruch des katholischen Eucharistieglaubens. Machen wir davon keine Abstriche. Auch wir können damit Christus unsere Liebe und Treue zeigen. Amen.

 

 

 

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