191) Christi Himmelfahrt 2016: PERSÖNLICHER MITVOLLZUG DES HL. MESSOPFERS

Christi Himmelfahrt C) 2016

„SEID GEWISS, ICH BIN BEI EUCH ALLE TAGE“ (Mt 28,20)

IMPULSE FÜR DEN PERSÖNLICHEN MITVOLLZUG DES HL. MESSOPFERS

Predigt von Pf. Stephan Müller in der Pfarrkirche Imsterberg

           

„Seid gewiss, ich bin bei euch, alle Tage bis zum Ende der Welt!“ Das ist nach Matthäus das letzte Wort, das der Herr uns vor seiner Himmelfahrt geschenkt hat. Vor allem durch das Heilige Messopfer erfüllt Christus diese Verheißung seiner Nähe. Ein Osttiroler Pfarrer, Anton Ortner, er verstarb 2001, sagte oft: „Der beste Schutz der Sonntagsmesse ist die Werktagsmesse.“ Er meinte damit: Wer nach seinen Möglichkeiten auch an Werktagen das Hl. Messopfer mitfeiert, wird noch mehr von der Sonntagsmesse profitieren, die Sonntagsheiligung nicht so leicht verlieren. „Seid gewiss, ich bin bei euch!“ Ein paar Impulse für den persönlichen Mitvollzug der Hl. Messe, besonders am Werktag.

           

1) DAS BEWUSSTSEIN FÜR DAS OFPER CHRISTI ERWECKEN:

           

Wenn wir uns fragen: „Was ist die Heilige Messe?“, lautet die katholische Antwort: Die Heilige Messe ist das Opfer Christi. Das Kreuzesopfer und das Messopfer ist ein und dasselbe Opfer. Der Priester tritt an den Altar, nicht um die Gläubigen zu unterhalten, nicht um ihnen etwas vorzubeten usw. Der Priester tritt an den Altar, um das hochheilige Opfer Christi darzubringen für das Heil der Lebenden und der Toten. Die Heilige Messe hat natürlich noch andere Dimensionen, doch im Zentrum steht das Opfer.

           

Das Opfer Christi ist ein tiefes Geheimnis, ein Geheimnis der Liebe und Hingabe Christi. Aus dem Opfer Christi entspringt die Erlösung, die Vergebung der Sünden, die Entmachtung des Teufels, die Gnade, das ewige Leben, die Kirche. Dieses eine erlösende Kreuzesopfer wird bei der Hl. Wandlung gegenwärtig. Deshalb der so treffende Begriff Heiliges Messopfer. Auch wenn die Wandlungsworte und die Messgebete in der Muttersprache hörbar sind, kann das Opfer Christi nicht „erklärt“ und nicht „verstanden“ werden. Es bleibt ein Geheimnis des Glaubens.

           

Das Opfer Christi ist eine objektive Handlung, die gesetzt wird. Der Priester ist dabei nur Werkzeug, er opfert im Namen aller und für alle. Der eigentlich Handelnde ist Christus selbst. In einer Präfation heißt es: „Er selbst ist der Priester, der Altar und das Opferlamm.“ (Präfation für die Osterzeit IV. Die überlieferte Liturgie bringt den Opfercharakter tiefer zum Ausdruck. Alle Gebete, Gesänge und Riten drängen auf den Höhepunkt der Heiligen Wandlung hin. Die Heilige Wandlung selbst – das Opfer Christi – wird dann in vollkommener Stille vollzogen. Die Heilige Messe als Opfer macht uns bewusst, dass der Haupthandelnde bei der Heiligen Messe Christus ist. Die Heilige Messe als Opfer ist Sein Werk, sein Erlöserwirken an uns. Es geht dabei nicht um unsere Gefühle, unsere Gestaltung, unsere Aktionen usw.

           

Der Hebräerbrief sagt uns: "Lasst uns also voll Zuversicht hingehen zum Thron der Gnade, damit wir Erbarmen und Gnade finden und so Hilfe erlangen zur rechten Zeit" (Hebr 4,16). Wir alle kommen immer wieder an Grenzen, wo wir rein menschlich wenig oder nichts mehr tun können. Beim Hl. Messopfer können wir alles in das erlösende Opfer Christi legen und sagen: "Herr, handle Du!"

           

Wenn wir zur Hl. Messe gehen: Denken wir manchmal bewusst daran: Ich gehe jetzt hin zum Opfer Christi, zur Quelle aller Gnaden. Dort wartet der Herr, um Seiner ganzen Kirche und mir persönlich aus seinem Erlöserleiden am Kreuz Leben und Gnade zu schenken. Glaube erwecken an den unendlichen Wert des Opfers Christi.

           

2) DAS HERZ SPRECHEN LASSEN

           

Die Überlieferte Liturgie kennt am Werktag längere Phasen der Stille bei der Opferung und beim Hochgebet. Das sind die Minuten, wo wir Gelegenheit haben, unser Herz und unser Leben einzubringen. Zwei Liebende wissen sich doch immer etwas zu sagen. Haben wir nichts im Herzen, was wir unserem Herrgott ganz persönlich und intim anvertrauen möchten? Für die Mitfeier der Hl. Messe lernen, innerlich das eigene Herz sprechen zu lassen. Das erfordert ein wenig Mühe. Da muss man selber etwas geben. Vielleicht ist genau auch da eine Schwierigkeit für uns. Wir sind von einer Konsumgesellschaft geprägt. Auf Knopfdruck, ohne Anstrengung, können wir konsumieren. Jetzt kommen wir zu einer Feier, wo wir uns innerlich einbringen und etwas von uns selber geben sollten. Doch diese Mühe rentiert sich.

           

3) BEIM HERRN RUHEN

           

Eine allgemeine Erfahrung der letzten Jahrzehnte: Der Leistungsdruck ist groß geworden, es gibt viele neue Belastungen. Öfter erzählten mir Berufstätige: Die Belastungen sind so groß, dass man am Abend gerne seine Ruhe haben will. Am Abend nochmals zu einer Heiligen Messe aus dem Haus zu gehen, ist nicht immer einfach. Gerade wer unter Druck und Belastungen zu leiden hat, wird eine schlichte Werktagsmesse als eine Wohltat erfahren. Die überlieferte Liturgie mit ihren längeren Stillphasen erweist sich als Quelle der Kraft. "Nur Stille und Vertrauen verleihen euch Kraft" (Jes 30,15).

           

„Seid gewiss, ich bin bei euch, alle Tage bis zum Ende der Welt!“

           

Drei Impulse zum inneren Mitvollzug des Hl. Messopfers, besonders am Werktag:

           

Das Bewusstsein für das Opfer Christi wecken.

Das Herz sprechen lassen.

Beim Herrn ruhen.

           

Amen.

 

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