187) Ostersonntag 2016: WAS UNS DAS ZEICHEN DES OSTEREIES SAGEN KANN

DAS OSTERFEST "IN AUFRICHTIGKEIT UND WAHRHEIT" (1 Kor 5,8)

WAS UNS DAS ZEICHEN DES OSTEREIES SAGEN KANN

Kinderpredigt von Pfarrer Stephan Müller am Ostersonntag, 27. März 2016

           

In der christlichen Welt haben sich viele schöne Osterbräuche entwickelt, Zeichen und Symbole, die ausgehend von der Liturgie ins Leben hineinwirken. Weit verbreitet ist der alte Brauch der Segnung der Ostereier. Was hat das Osterei mit Jesus Christus zu tun?

           

Das Osterei ist ein Symbol für die Auferstehung Christi. Wie ist denn das Ei zu dieser Ehre gekommen? Ihr wisst, wie das vor sich geht, wenn ein Kücken entsteht. Das junge Kücken bricht mit seinem Schnabel die Schale auf, und krabbelt in die Freiheit. Es hat sich selber aus dem Grab der Schale befreit. So ähnlich war es auch bei Christus. Christus hat sich aus seinem verschlossenen und versiegelten Grab befreit. Weil Christus Gott ist, hat er die Fessel des Grabes aus eigener Kraft gesprengt und ist als Auferstandenem, mit seinem verklärten göttlichen Leib aus dem Grab hervorgegangen. So ist das Osterei ein Symbol für die Auferstehung.

           

Christus lebt! Er lebt auch heute. Das Grab kann das Leben nicht festhalten. In manchen Ländern will man Christus wieder ins Grab verbannen. In der Öffentlichkeit soll nichts an Christus erinnern: kein Kreuz, kein Sonntag, kein Feiertag usw. Tragen wir dazu bei, dass diese Entwicklung nicht ungehindert so weiter geht. Bezeugen wir, dass Christus lebt. Bezeugen wir es durch ein österliches Leben in der Freude des Glaubens. Bezeugen wir es durch den wöchentlichen Auferstehungstag, den Sonntag, durch die wöchentliche Hohe Feier der Auferstehung: die Sonntagsmesse.

           

Das Osterei hat noch eine Symbolbedeutung. Die Ostereier werden gerne bemalt und verziert. Sie sind ein Symbol für das österliche Leben, das der Auferstandene gebracht hat. Auch die bunten Kugeln am Heiligen Grab sind ein Symbol für die Lebensfülle und die Lebensfreude, die der Auferstandene uns gebracht hat.

           

Es gibt zwei Arten, Ostern zu feiern:

           

Da gibt es die Ostereier, die außen schön bemalt sind. Aber sie sind hohl, es ist nichts drinnen. Das ist Ostern bei einem Christen, der es nur äußerlich feiert. Ostern ohne Gebet, ohne Umkehr, ohne Beichte, ohne bewusste Erneuerung des Taufversprechens, ohne bewusste und neue Entscheidung für ein Leben mit Christus und der Kirche, ohne eine vielleicht ausstehende Versöhnung... Man kommt vielleicht sogar zu einem Ostergottesdienst, aber danach geht alles im alten Trott weiter, es wird nichts neu. Das ist wie das außen schön bemalte Osterei, doch ohne Inhalt. Diese Ostereier sind wertlos, sie nützen uns nichts. Ein solches Osterfest ist für das Leben und das ewige Heil wertlos.

           

Dann gibt es Ostereier, die nicht unbedingt schön ausschauen, aber echt sind! Sie haben einen Inhalt und wir können sie daheim mit Appetit essen. Der hl. Paulus sagt uns heute in der Lesung, wir sollen das Fest feiern in "Aufrichtigkeit und Wahrheit". Das ist mit den echten Ostereiern ausgedrückt. Das ist das echte Osterfest. Wenn es aufrichtig ist, vorbereitet durch Gebet, durch die hl. Beichte, durch die Mitfeier der Gottesdienste, durch eine neue Entscheidungen für den Glauben. Ein solches Osterfest ist in der Wahrheit. Es greift in unser Leben ein, es verwandelt uns, es verändert uns, es heilt, es stärkt, es tröstet, es gibt neue Glaubenskraft, es schenkt uns Gemeinschaft mit dem Auferstandenen, es lässt uns teilhaben an der Lebensfreude des Auferstandenen.

           

Feiern wir Ostern mit den echten Ostereiern, die einen Inhalt haben: Preisen wir den Auferstandenen. Bezeugen wir ihn. Lassen wir uns verwandeln. Lassen wir uns Leben schenken. Amen. Halleluja.

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