171) Weihnachten - Fest der Hl. Familie 2015: SEGENS-GRUNDSÄTZE ZUR GLAUBENSERZIEHUNG DER KINDER

Fest der Heiligen Familie C) 2015

"JESUS WUCHS HERAN, UND SEINE WEISHEIT NAHM ZU UND ER FAND GEFALLEN BEI GOTT UND DEN MENSCHEN" (Lk 2,52)

SEGENS-GRUNDSÄTZE ZUR GLAUBENSERZIEHUNG DER KINDER

Predigt von Pf. Stephan Müller in der Pfarrkirche Imsterberg

           

Heute ist das Fest der Hl. Familie. Die christliche Familie hat in der heutigen Gesellschaft einen schweren Stand. Die Bedrohungen der christlichen Familie kommen von außen, von staatlichen Gesetzen, von einer Lebenspraxis, die den christlichen Glauben weitgehend aufgegeben hat. Die Bedrohungen der christlichen Familie kommen auch aus dem Inneren der Kirche, weil viele Katholiken die christlich/katholische Ehe- und Familienlehre nicht mehr kennen oder einfach nicht mehr leben.

           

Das heutige Fest in der Weihnachtsoktav soll ein Segen und eine Stärkung für unsere Familien sein. Dazu auch ein kleiner Beitrag meinerseits. Vom zwölfjährigen Christus heißt es heute: Er "wuchs heran, und seine Weisheit nahm zu, und er fand Gefallen bei Gott und den Menschen." Was können Eltern tun, dass ihre Kinder heranwachsen, an Weisheit, an Glaube, an Charakter zunehmen, bei Gott und den Menschen Gefallen finden? Ich möchte hier nicht als jemand auftreten, der sich als Fachmann mit Patentrezepten sieht. Doch bin ich überzeugt, dass es katholische Grundsätze und Vollzüge gibt, die viel Segen bringen, wenn wir sie anwenden.

           

1) Die christliche Familie gründet auf dem Ehesakrament der Eltern. An das dürfen und sollen Eltern sich immer wieder erinnern: "Wir haben die Gnade des Ehesakramentes!" Das Ehesakrament ist die gnadenhafte Gegenwart Christi, des Sohnes Gottes. Das Ehesakrament gibt der ehelichen Liebe eine übernatürliche Dimension. Die eheliche Liebe wird in die göttliche Liebe hinein genommen. Das Ehesakrament verleiht eine eigene Standesgnade. An diese Gnade glauben! Manchmal muss man einen Glaubensakt setzen an die Gnade des Ehesakramentes, zB so: "Ich glaube, dass der Herr uns jetzt hilft, durch das Ehesakrament!" Beim Brautexamen sage ich einem jungen Paar immer, nachdem wir das Ehesakrament besprochen haben: "Ihr dürft jetzt nicht denken: Jetzt haben wir ja das Ehesakrament, es kann uns nichts mehr passieren!" Das Ehesakrament kann nur fruchtbar werden, wenn Eltern katholisch Leben.

           

2) Ein besonderer Segen liegt auf der Einheit zwischen dem Ehesakrament und dem Sakrament der Priesterweihe. Diese beiden Sakramente sind verschieden, jedoch aufeinander bezogen. Wo Eltern oder Großeltern gegen den Priester arbeiten - zB durch böse Worte oder lieblose Kritik an den Priestern - vor allem, wenn Priester eins mit dem Glauben und der Kirche sind, dann arbeiten solche Eltern oder Großeltern gegen Christus, gegen Gott; das ist zum Schaden für die Kinder und für sie selber.

           

Eltern und Priester müssen am gleichen Strick ziehen. Wo Eltern und Priester zusammenarbeiten, fließt ein großer Segen in die Ehe und Familie. Die Berufung des Priesters ist die Verkündigung des Wortes Gottes und die Spendung der hl. Sakramente. Wo diese Gnade in die Ehe und Familie integriert ist, ist die Ehe und Familie durch das Band des wahren Glaubens, der nie vergeht, sakramental an Christius, an sein Erlöserwirken in den Sakramenten gebunden. Wenn Eltern und Priester das gleiche lehren und das gleiche tun, wird das zum Segen für die Kinder werden. Sie können im Glauben wachsen.

           

3) Es hat mich einmal ein Vater gefragt was er tun solle, um den Kindern den Glauben zu vermitteln. Dazu kann man natürlich vieles ansprechen: Das Familiengebet, die Sonntagsmesse, die Feiertage, der Sakramentenempfang, das Leben mit dem Kirchenjahr, das persönliche Vorbild der Eltern. Eine besondere Segensquelle ist Folgendes: Die katholische Ehe gründet auf der Einheit der Eltern. Das Ehesakrament hat die Liebe von Mann und Frau in Christus, in seinem Herzen vereint. Das Ehesakrament hat Mann und Frau zu einem unauflöslichen Bund vereint. Aus dem geht hervor: In der Ehe und in der Familie hat all das eine besondere Bedeutung, was Mann und Frau, Vater und Mutter, gemeinsam tun. Was Eltern in Einheit tun, das ist von Gott in besonderer Weise gesegnet, das hat Kraft, das bringt Frucht. In welchen Bereichen können Eltern diese Einheit leben?

           

- Die Einheit im Glauben. Wenn Eltern eins sind im Glauben, geht daraus so viel Segen hervor. Ein Katholik, dem der Glaube ein Herzensanliegen ist, soll schon bei der Partnerwahl nach dem Glauben fragen: "Ist der Freund, die Freundin, gläubig, spielt der Glaube in seinem Leben, in ihrem Leben, eine Rolle" usw.

           

- Die Einheit in der Gesinnung. Paulus sagt im Römerbrief: "Seid untereinander eines Sinnes" (Röm 12,16).

           

- Die Einheit im Alltag. Nicht nebeneinander, miteinander leben. Miteinander Zeit verbringen. Ein Gespräch. Ein Spaziergang.

           

- Die Einheit in den Erziehungsgrundsätzen.

           

- Die Einheit in der Glaubenspraxis. Kinder sollen erleben, dass die Eltern miteinander beten, miteinander zu Sonntagsmesse kommen, miteinander beichten gehen. Es kommt immer wieder vor, dass eine ganze Familie geschlossen zur Beichte kommt. Christliche Väter sollen die Mütter unterstützen, mitkommen in die Sonntagsmesse, die Mütter da nicht alleine lassen, oder umgekehrt.

           

4) Etwas für uns alle, für die kleinen und großen Familien. Papst Franziskus hat es einmal auf dem Petersplatz angesprochen. In der Familie sind einige kleine Worte sehr wichtig. Kennen wir die noch? "Bitte, danke - Vergelt's Gott sagt man in Tirol, entschuldige!" Das sind nicht nur Umgangsformen. Das hat mit Achtung zu tun. Das hat mit Liebe zu tun. "Bitte, kannst du mir die Milch herreichen! Danke! Entschuldige, das habe ich nicht so gemeint!" Die Liebe drückt sich in vielen kleinen Worten und Handlungen aus. Bitte, danke, Vergelt's Gott, entschuldige. Mehr als kleine Worte. Gegen die Abstumpfung des Herzens.

           

"JESUS WUCHS HERAN, UND SEINE WEISHEIT NAHM ZU" (Lk 2,52)

           

Heilige Familie von Nazareth! Segnet unsere Familien. Segnet unsere Kinder; lasst sie unter eurem Schutz heranwachsen, zunehmen an Weisheit, Glaube und Charakter, damit sie Gefallen finden bei Gott und den Menschen. Amen

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