159) 22. Sonntag im JK B) MESSOPFERLEHRE DES KONZILS VON TRIENT 5) VORBEREITUNG UND EMPFANG DER HL. KOMMUNION

22. Sonntag im JK B) 2015

DIE MESSOPFERLEHRE DES KONZILS VON TRIENT

5) VORBEREITUNG UND EMPFANG DER HEILIGEN KOMMUNION

Predigt von Pf. Stephan Müller

           

Christus legt heute den Finger auf den zentralen Punkt unseres Lebens: das Herz. Alle Gottesverehrung will aus dem Herzen kommen, sonst ist sie nur äußerlich und hat vor Gott keinen Wert. Christus zeigt heute auch, dass das Herz der wunde Punkt bei uns ist. Im Herzen wurzelt alles Gute, aber auch alles Böse, was ein Mensch denkt oder tut. Deshalb benötigt das menschliche Herz Heilung und Erlösung.

           

Die Messopferlehre des Konzils von Trient behandelt auch die Vorbereitung und den Empfang der Heiligen Kommunion. Hier ist unser Herz gefordert. Unser Herz muss sich für Christus in der Heiligen Kommunion vorbereiten. Hören wir die Lehre des Konzils von Trient.  

           

A) DIE VORBEREITUNG AUF DIE HEILIGE KOMMUNION           

„Die Vorbereitung, die anzuwenden ist, damit einer die Heilige Eucharistie würdig empfange. Wenn es sich nicht ziemt, dass einer zu irgendwelchen heiligen Verrichtungen anders hinzutrete, als heilig, so muss sicherlich, je mehr die Heiligkeit und Göttlichkeit dieses himmlischen Sakramentes einem christlichen Manne bekannt ist, jener umso gewissenhafter davor hüten, ohne große Ehrfurcht und Heiligkeit zu seinem Empfang hinzutreten, zumal da wir bei dem Apostel jene schreckensvollen Worte lesen: <Wer unwürdig isst und trinkt, isst und trinkt sich das Gericht, wenn er nicht den Leib des Herrn unterscheidet> (1 Kor 11, 29). Deshalb muss sich derjenige, der kommunizieren will, sein Gebot ins Gedächtnis zurückrufen: <Es prüfe aber der Mensch sich selbst> (1 Kor 11, 28).“ (*1)

           

„Die kirchliche Gepflogenheit aber erklärt, dass diese Prüfung notwendig ist, sodass keiner, der sich einer Todsünde bewusst ist, so sehr er sich auch reuevoll erscheinen mag, ohne vorausgeschickte sakramentale Beichte zur Heiligen Eucharistie hinzutreten darf. Dieses heilige Konzil beschloss, dass dies von allen Christen, auch von denjenigen Priestern, denen es von Amts wegen obliegt, zu zelebrieren, immerfort beachtet werden muss, sofern ihnen nicht die Gelegenheit fehlt, einen Beichtvater zu erreichen. Wenn ein Priester aber aufgrund dringender Notwendigkeit ohne vorangehende Beichte zelebriert, soll er möglichst bald beichten.“ (*2)           

Das Konzil von Trient sagt hier nichts Neues. Wir werden an einen immer gültigen Grundsatz erinnert. Wer kommunizieren will, soll sein Gewissen prüfen. Wer sich einer schweren Sünde bewusst ist, muss zuerst sakramental beichten, um kommunizieren zu können.

           

B) DER EMPFANG DER HEIIGEN KOMMUNION           

„Der Gebrauch dieses wunderbaren Sakramentes. In Bezug auf den Gebrauch aber haben unsere Väter richtig und klug drei Weisen, dieses heilige Sakrament zu empfangen, unterschieden. Sie lehren nämlich, dass manche es lediglich sakramental genießen als Sünder; andere nur geistlich, nämlich jene, die jenes vor Augen gestellte himmlische Brot dem Verlangen nach essend, mit lebendigem Glauben, <der durch die Liebe wirkt> (Gal 5, 6), seine Frucht und seine Nutzen verspürend; die dritten aber zugleich sakramental und geistlich; es sind aber diejenigen, die sich zuvor prüfen und herrichten, dass sie, mit dem Hochzeitsgewande angetan, zu diesem göttlichen Tische hinzutreten (vgl. Mt 22, 11f).“ (*3)

           

Trient lehrt, es gibt drei Arten, das Altarssakrament zu empfangen.

a) REIN SAKRAMENTAL als Sünder. Hier ist die unwürdige Kommunion gemeint. Das Herz befindet sich im Zustand der schweren Sünde, hat sich nicht für Christus bereit gemacht. Eine solche Kommunion ist nur sakramental. Sie bringt nicht Gnade, sondern das Gericht. Wer die Heilige Kommunion immer wieder unwürdig empfängt, verliert mit der Zeit das Licht des Glaubens, und verliert Christus.           

b) GEISTIG. Als zweite Art des Empfanges ist die sogenannte geistige Kommunion angesprochen. Das ist die Mitfeier des Heiligen Messopfers. Die Heilige Kommunion wird geistig empfangen: durch das Verlangen und die Sehnsucht des Herzens, durch den Glauben. Die geistige Kommunion kann jeder empfangen, auch wer wegen einer Lebenssituation nicht oder noch nicht kommunizieren kann.

c) SAKRAMENTAL UND GEISTIG: Das ist der Kommunionempfang derjenigen, die ihr Herz geprüft und Herz bereitet haben, die – biblisch gesprochen – das Hochzeitliche Gewand der Gnade haben, also im Gnadenstand sind. Nur diese Heilige Kommunion bringt Gnade, bringt Communio, Vereinigung mit Christus und der Kirche.

           

3) DER PRIESTER ALS SPENDER DER HEILIGEN KOMMUNION           

„Beim sakramentalen Empfang aber war es in der Kirche Gottes immer Brauch, dass die Laien die Kommunion von den Priestern empfangen, die zelebrierenden Priester aber sich selbst die Kommunion reichen; diese Sitte muss als aus apostolischer Überlieferung herrührend mit Fug und Recht beibehalten werden.“ (*4)           

In den vergangenen Jahrzehnten wurde die Spendung der Heiligen Kommunion durch Laien ermöglicht. Doch sind die Bedingungen dafür sehr klar geregelt und eingeschränkt. Ordentliche Kommunionspender sind nur die Bischöfe, Priester und Diakone. Die Heilige Kommunion zu spenden ist eine Aufgabe von uns Priestern, dazu sind unsere Hände gesalbt. (*5)           

           

4) DIE ANBETUNG DES ALTARSSAKRAMENTES           

„Der Kult und die Verehrung, die diesem heiligsten Sakrament gebührt. Es bleibt daher kein Platz mehr für einen Zweifel, ob alle Christgläubigen diesem heiligsten Sakrament bei der Verehrung gemäß dem in der katholischen Kirche stets gepflegten Brauch den Kult der Gottesverehrung, der dem wahren Gott geschuldet wird, erweisen sollen. Es [das Altarssakrament] ist nämlich deswegen nicht weniger anzubeten, weil es von Christus, dem Herrn, eingesetzt wurde, um genossen zu werden (vgl. Mt 26, 26-29). Denn wir glauben, das ebenjener Gott in ihm gegenwärtig ist, von dem der ewige Vater, als er ihn in den Erdkreis einführt, sagt: <Und anbeten sollen ihn alle Engel Gottes> (Hebr 1, 6; Ps 97, 7), den die Weisen niederfallend anbeteten (vgl. Mt 2, 11), von dem schließlich die Schrift bezeugt, dass er in Galiläa von den Aposteln angebetet wurde (vgl. Mt 28, 17; Lk 24, 52).“ (*6)

           

Diese Worte sagen uns sehr deutlich: Die Heilige Hostie ist Gott, deshalb beten wir sie an. Gott verdient es, anbetend empfangen zu werden. Am Schönsten bringen wir das durch das Knien zum Ausdruck

           

5) ERMAHNUNG ZUM GLAUBEN           

„Schließlich aber ermahnt, ermuntert, bittet und beschwört das heilige Konzil mit väterlicher Zuneigung <beim Innigsten der Barmherzigkeit unseres Gottes> (Lk 1, 78), dass alle und jeder Einzelne, die zum christlichen Namen gerechnet werden, in diesem <Zeichen der Einheit>, in diesem <Band der Liebe> (vgl. Augustinus, In evangelium Iohannis, tract. 26, 13), in diesem Symbol der Eintracht nun endlich einmal zusammenfinden und übereinstimmen und eingedenk der so großen Erhabenheit und so außerordentlichen Liebe unseres Herrn Jesus Christus, der seine geliebte Seele zum Lösegeld unseres Heiles und sein Fleisch uns zu essen gab (vgl. Joh 6, 48-58), diese heiligen Geheimnisse seines Leibes und Blutes mit solcher Beständigkeit und Festigkeit des Glaubens, solche Ergebenheit des Herzens, solcher Frömmigkeit und Beflissenheit glauben und verehren, dass sie jenes überwesenhafte Brot (vgl. Mt 6, 11) häufig empfangen können und ihnen Jener [Christus] wahrhaft Leben der Seele und immerwährende Gesundheit des Geistes ist, durch dessen Kraft gestärkt (vgl. 1 Kön 19, 8) sie von der Reise dieser elenden Pilgerschaft zur himmlischen Heimat gelangen können, um dasselbe <Brot der Engel> (Ps 78, 25), das sie nun unter heiligem Schleier verzehren, ohne jeden Schleier zu essen vermögen.“ (*7)

           

Aus diesen Worten spürt man die väterliche Liebe und Sorge der Konzilsväter von Trient:           

< die Christen, die durch die Lehren der Reformation gespalten sind, sollen in diesem Sakrament, im wahren und ganzen Glauben, zusammenfinden,

< weil das Altarssakrament so etwas Großes und Erhabenes ist, sollen wir dieses Sakrament glauben, hochhalten, heilighalten, verehren… so viel wir vermögen, mit der ganzen Liebe unseres Herzens; dazu gehören auch die äußeren Zeichen der Anbetung und Ehrfrucht…

< Trient ermutigt zum häufigen Empfang des Altarssakramentes

Hochgelobt und angebetet sei ohne End, Jesus Christus im Allerheiligsten Sakrament. Amen.

           

           

           

(*1) Zitate: aus Heinrich Denzinger, Kompendium der Glaubensbekenntnisse und kirchlichen

       Lehrentscheidungen, Herder Verlag 1991,: S. 532

(*2) ebd. S. 532f

(*3) ebd. S. 533

(*4) ebd. S. 533

(*5) Johannes Paul II. Instruktion Redemptionis sacramentum, 158:

           

„Der außerordentliche Spender der heiligen Kommunion (Laie) darf die Kommunion nur dann austeilen, wenn Priester oder Diakon fehlen, wenn der Priester durch Krankheit, wegen fortgeschrittenen Alters oder aus einem anderen ernsten Grund verhindert ist, oder wenn die Gläubigen, die zur Kommunion hinzutreten, so zahlreich sind, dass sich die Messfeier allzusehr in die Länge ziehen würde. Dies muss aber so verstanden werden, dass eine gemäß den örtlichen Gewohnheiten und Bräuchen kurze Verlängerung ein völlig unzureichender Grund ist.“

           

(*6) Zitate: aus Heinrich Denzinger, Kompendium der Glaubensbekenntnisse und kirchlichen

       Lehrentscheidungen, Herder Verlag 1991,Quelle: S. 531

(*7) ebd. S. 533f

           

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