158) 21. Sonntag im JK B) 2015: DIE MESSOPFERLEHRE DES KONZILS VON TRIENT 4) GNADENWIRKUNGEN DES HL. MESSOPFERS

21. Sonntag im Jahreskreis B) 2015

"WER MEIN FLEISCH ISST UND MEIN BLUT TRINKT" (Joh 6,54)

DIE MESSOPFERLEHRE DES KONZILS VON TRIENT

4) Die Gnadenwirkungen des Heiligen Messopfers

Predigt von Pf. Stephan Müller

           

"Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich in ihm." Die Worte Christi vom lebendigen Brot sind für die Apostel eine Offenbarung und auch eine Glaubensprobe. Es kam zur ersten großen Krise im Kreis der Jünger. "Was er sagt, ist unerträglich. Wer kann das anhören?" Christus hat nichts zurückgenommen. Die Jünger mussten sich entscheiden. Auf das hin haben sich viele Jünger von Christus distanziert. Die Zwölf sind geblieben.

           

Es geht uns nicht anders als den Aposteln nach der Eucharistischen Predigt. Das Altarssakrament ist eine Offenbarung und eine Glaubensprobe. Der hl. Kirchenlehrer Thomas von Aquin bekennt in seinen Hymnus Pange lingua: "Der Verstand verstummt, nur das Herz begreift´s allein."

           

Christus hat uns in seiner Liebe zu uns mit dem Hl. Messopfer einen göttlichen Schatz gegeben, der unser größter Reichtum ist. Wer diesen Schatz gefunden hat, kommt nicht so leicht in Gefahr, Irrwege zu beschreiten, Hilfe in der Esoterik, bei "heilenden" Steinen, Reiki usw. zu suchen. Wir haben das Heilige Messopfer, den Herrn selber, der alles für uns tut und uns alles geben will, was wir für unser Leben, für unser Heil und für die Verstorbenen brauchen.

           

Das Konzil von Trient beschreibt die Gnadenwirkungen des Heiligen Messopfers für Lebende und Verstorbene mit folgenden Worten:

           

"Und weil in diesem göttlichen Opfer, das in der Messe vollzogen wird, jener selbe Christus enthalten ist und unblutig geopfert wird, der auf dem Altar des Kreuzes ein für allemal sich selbst blutig opferte (vgl. Hebr 9,14.27): so lehrt das heilige Konzil, dass dieses Opfer wahrhaft ein Sühnopfer ist (Kan. 3) und dass wir durch es [das Messopfer], wenn wir mit aufrichtigem Herzen und rechtem Glauben, mit Scheu und Ehrfrucht, reuevoll und bußfertig zu Gott hintreten, <Barmherzigkeit erlangen und Gnade finden und Hilfe zur rechten Zeit> (Hebr 4,16f). Durch seine Darbringung versöhnt, gewährt der Herr nämlich Gnade und das Geschenk der Buße und vergibt auch noch so große Vergehen und Sünden. Denn die Opfergabe ist ein und dieselbe; derselbe, der sich selbst damals am Kreuze opferte, opfert sich jetzt durch den Dienst der Priester; allein die Weise des Opferns ist verschieden.

           

Die Früchte jenes Opfers nun (nämlich des blutigen) werden überreich durch dieses unblutige Opfer empfangen: weit entfernt, dass jenem durch dieses in irgendeiner Weise Abbruch getan würde (Kan. 4). Deshalb wird es nicht nur für die Sünden, Strafen, zur Genugtuung und für andere Nöte der lebenden Gläubigen, sondern auch für die in Christus Verstorbenen, die noch nicht vollständig gereinigt sind, nach der Überlieferung der Apostel rechtmäßig dargebracht (Kan. 3)" (*).

           

Diese Worte sind sehr schlicht und tief. Sie beschreiben die Gnadenwirkungen des Heiligen Messopfers. Schauen wir uns einige Aussagen ein wenig genauer an.

           

- Trient betont, dass die Heilige Messe ein Sühnopfer ist. Sühne bedeutet, dass Christus mit seinem Kreuzesopfer alles gut gemacht hat. Das Hl. Messopfer wendet uns die Sühne Christi zu. Das heißt: Das Hl. Messopfer kann alles gut machen, was wir zu ihm bringen. "Er hat alles gut gemacht" (Mk 7,37).

           

- Das Hl. Messopfer schenkt uns Barmherzigkeit, Gnade und Hilfe zur rechten Zeit. Was wollen wir mehr? Wo bekommen wir das sonst? Es gibt Leute, die für alle möglichen Kurse und Sitzungen nicht wenig Geld ausgeben. Der Herr gibt uns seine Gnaden umsonst.

           

- Gott gewährt durch das Heilige Messopfer die Gnade und das Geschenk der Buße und vergibt auch noch so große Sünden. Buße ist die Besserung des Lebens, die Umkehr durch die Gnade der Beichte. Man kann für die Bekehrung des Ehepartners, der Kinder, oder allgemein für die Bekehrung der Sünder die Heilige Messe feiern lassen.

           

- Das Hl. Messopfer wird dargebracht zur Tilgung der Sünden, zur Tilgung der Strafen, die aus den Sünden folgen, zur Genugtuung, dh zur Sühne, das ist die Wiedergutmachung.

           

- Das Hl. Messopfer wird dargebracht für alle anderen Nöte der Gläubigen. ZB: Arbeitssuche, Liebeskummer, Eheschwierigkeiten, Unversöhnlichkeit, eine schwere Entscheidung...

           

- Schließlich wird das Heilige Messopfer für die Seelen der Verstorbenen dargebracht, die noch nicht vollständig gereinigt sind.

           

Wenn wir das so bedenken, ist es nicht übertrieben zu sagen: Die Heilige Messe ist nicht nur ein, sondern das Allheilmittel für alles. Diese Wirksamkeit des Hl. Messopfers kommt daher, dass es Christus enthält. Das ganze Leben und Leiden Christi ist uns im Heiligen Messopfer zugänglich.

           

Das bedeutet nicht, dass wir selbst nichts mehr tun müssten. Bei gesundheitlichen Problemen werden wir gerne den Arzt aufsuchen, bei Schwierigkeiten auch überlegen, wie wir selber Abhilfe schaffen können usw. Auch wird das Kreuz nicht ausbleiben. Doch mit dem Segen Gottes wird alles leichter gehen. Das Hl. Messopfer wirkt auch nicht automatisch und nicht magisch. Einiges müssen wir schon auch persönlich beitragen. Das erste ist unser Wille, dass wir uns auf den Weg machen zur Kirche und kommen und dann vor allem glauben. Das Konzil von Trient erwähnt einige Herzenshaltungen. Das ist die wahre aktive Mitfeier, die innere, mit dem Herzen, das kostet uns auch am meisten. Zu Gott hintreten:

           

- Mit aufrichtigem Herzen: aufrichtig ist unser Herz, wenn wir den echten Willen haben, Gott zu lieben, Gott zu ehren, Gottes Gebote zu halten, Gott zu geben, was ihm gebührt. Wir können mit Gott natürlich keinen Kuhhandel treiben.

- Mit rechtem Glauben. Wir müssen rechtgläubig sein. Wir müssen den wahren katholischen Glauben der Kirche im Herzen tragen. Ein selbst gemachter Glaube ist wertlos.

           

- Mit Scheu und Ehrfurcht. Wenn der Priester zum Altar tritt, tritt er vor den Drei Mal Heiligen Gott, vor den Himmlischen Altar, zum Kreuz von Golgota. Dementsprechend sollen wir uns verhalten.

           

- Reuevoll und bußfertig sollen wir sein. Am wertvollsten ist die vollkommene Reue aus Liebe zu Gott. Am Beginn einer jeden Hl. Messe beten wir das Schuldbekenntnis, ein Akt der Reue. Bußfertig werden wir durch das Bußsakrament. Die regelmäßige Beichte bereitet uns darauf vor, die Gnaden des Hl. Messopfers zu empfangen.

           

Das Messbuch der Kirche enthält zusätzlich zu den Festen des Kirchenjahres und der Heiligen Messgebete in unseren menschlichen Anliegen und Nöten. Es ist für Euch nicht uninteressant, diese Anliegen einmal zu hören, auch als Anregung, die eine oder andere Votivmesse feiern zu lassen. Man kann ein persönliches Anliegen auch dem Priester sagen, dass er beim Hl. Messopfer betet. Im Pfarrbrief werden solchen Messintentionen in persönlichen Anliegen mit den Worten "nach Meinung" angeführt.

           

  • Um geistliche Berufungen
  • Um Bewahrung der geistlichen Berufe
  • Um Ordensberufe
  • Um die Ausbreitung des Glaubens
  • Zur Verteidigung der Kirche
  • Um die Einheit der Kirche
  • In Kriegszeiten
  • Um Frieden
  • Zur Abwehr ansteckender Krankheiten
  • Zur Erflehung der Gnade des Heiligen Geistes
  • Um Verzeihung der Sünden
  • Für Pilgernde und Reisende
  • Für Kranke
  • Für einen Kranken, der dem Tod nahe ist
  • Um die Gnade eines guten Todes
  • Für jegliche Not
  • Zur Danksagung
  • Um die Fürbitte der Heiligen
  • Für alle kirchlichen Stände
  • Für den Papst
  • Für die Staatslenker
  • Für den König
  • Für die geistlichen Vorsteher und die ihnen Anvertrauten
  • Für eine Gemeinschaft (Familie, Gemeinde, Verein)
  • Um Eintracht in der Gemeinde
  • Gegen die Verfolger der Kirche
  • Gegen Verfolger und Übeltäter
  • In Jeglichem Anliegen
  • In Jeglicher Bedrängnis
  • Zur Zeit einer Hungersnot
  • Zur Zeit von Erdbeben
  • Um Regen
  • Um heiteres Wetter
  • Um Abwendung von Ungewittern
  • Bei einer Tierseuche
  • Der Priester für sich selbst
  • Um die Gabe der Tränen
  • Um Verzeihung der Sünden
  • Für die öffentlichen Büßer
  • Für Versuchte und Bedrängte
  • Zur Abwehr böser Gedanken
  • Um Enthaltsamkeit
  • Um Demut
  • Um Geduld
  • Um Liebe
  • Für die Freunde
  • Für Feinde
  • Für Gefangene
  • Für die auf dem Meer Reisenden
  • Für das Heil der Lebenden
  • Für die Lebenden und Verstorbenen
  • Für die Seelen der Verstorbenen

Die Gnadenwirkungen des Heiligen Messopfers, dem großen Allheilmittel. Wir können unwissend sein und daran vorbei leben. Wir können aber auch glauben und schöpfen und die glücklichsten Menschen der Welt werden, weil wir den Herrn haben, weil wir das Heilige Messopfer haben.

           

Hochgelobt und angebetet sei ohne End, Jesus Christus im Allerheiligsten Sakrament. Amen.

           

           

           

           

           

(*) Zitate: aus Heinrich Denzinger, Kompendium der Glaubensbekenntnisse und kirchlichen Lehrentscheidungen, Herder Verlag 1991, Seite 563

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok