155) 19. Sonntag im JK B) 2015: DIE MESSOPFERLEHRE DES KONZILS VON TRIENT 2) DOGMA DER TRANSSUBSTANTIATION

19. Sonntag im Jahreskreis B) 2015 - Predigt von Pf. Stephan Müller

"Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch" (Joh 6,51)

DIE MESSOPFERLEHRE DES KONZILS VON TRIENT

2) Das Dogma der Transsubstantiation - die Wesensverwandlung von Brot und Wein

"Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch." Christus wird hier ganz konkret. Was er da sagt, ist so klar, dass es nicht relativiert oder umgedeutet werden kann, ohne sich von der Wahrheit der Worte Christi zu entfernen. Christus wird dann sogar noch einen Schritt weiter gehen und vom Essen seines Fleisches und dem Trinken seines Blutes sprechen.

Wenn wir heute in unserem kirchlichen Bereich jemanden die Frage stellen: "Was ist der Höhepunkt der Heiligen Messe?" Wird als Antwort noch kommen: "Die Heilige Wandlung?" Die Heilige Messe ist im Kern ein Opfer. Und im Opfer vollzieht sich die Wandlung von Brot und Wein in Leib und Blut Christi. Bleiben wir heute beim Ereignis der Heiligen Wandlung. "Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch." Brot und Wein sind nach der Heiligen Wandlung nicht ein Symbol für Fleisch und Blut Christi, nicht ein Zeichen für Fleisch und Blut Christi; nicht die Sinnhaftigkeit von Brot und Wein verändert sich; nicht die Zielbedeutung von Brot und Wein verändert sich; es ist auch nicht so, dass zur Substanz des Brotes und Weines einfach die Substanz des Fleisches und Blutes Christi dazu kommt, sodass dann wahrhaft Brot und Wein und gleichzeitig wahrhaft Fleisch und Blut Christi gegenwärtig ist. All diese Deutungen sind nicht katholisch, sie gehen an den Worten Christi vorbei. Christus hat bei der ersten Heiligen Wandlung gesagt: "Das ist mein Fleisch. Das ist mein Blut." Gegenüber den Reformatoren und allen falschen Deutungen betont und bekräftigt das Konzil von Trient die Wesensverwandlung von Brot und Wein.

Aus den Dekreten über das Sakrament der Eucharistie (Kap. 3 und 4)

Über die Transsubstantiation - Wesensverwandlung von Brot und Wein

"Die Apostel hatten nämlich die Eucharistie noch nicht aus der Hand des Herrn empfangen (vgl. Mt 26,26; Mk 4,22), als er selbst dennoch wahrhaft versicherte, es sei sein Leib, den er darbot; und stets war dieser Glaube in der Kirche Gottes, dass sogleich nach der Konsekration [Wandlung] der wahre Leib unseres Herrn und sein wahres Blut unter der Gestalt des Brotes und des Weines zusammen mit seiner Seele und Gottheit da sei: und zwar der Leib unter der Gestalt des Brotes und das Blut unter der Gestalt des Weines kraft der Worte, der selbe Leib aber unter der Gestalt des Weines und das Blut unter der Gestalt des Brotes und die Seele unter beiden, kraft jener natürliche Verknüpfung und Begleitung, durch die die Teile Christi, des Herrn, der schon von den Toten auferstanden ist und nicht mehr sterben wird (vgl. Röm 6,9), untereinander verbunden sind, die Gottheit jedoch wegen jener wunderbaren hypostatischen Einigung mit seinem Leib und seiner Seele (Kan 1 und 3). "

Hier bekräftigt das Konzil von Trient den überlieferten katholischen Glauben: Nach der Heiligen Wandlung ist unter der Gestalt des Brotes Fleisch und Blut Christi gegenwärtig; unter der Gestalt des Weines Blut und Fleisch Christi. Weil das Christusgeheimnis nicht zerteilt werden kann - menschliche und göttliche Natur Christi sind in der Person Christi vereinigt - ist immer der ganze Christus gegenwärtig: seine Menschheit mit Leib und Seele, seine Gottheit. Was bleibt, ist nur die Gestalt des Brotes, dh es schaut weiterhin so aus, es schmeckt so. Doch es ist kein Brot mehr! Deshalb dürfen wir zur Heiligen Kommunion nicht sagen: "Heiliges Brot." Ein "Heiliges Brot" ist der Brotlaib, den wir zu Hause vor dem Anschneiden mit dem Kreuz bezeichnen. Im pfarrlichen Leben bekennen wir diesen überlieferten katholischen Glauben mit einfachen Worten, wenn wir zB bei unseren Eucharistischen Prozessionen den Sakramentsrosenkranz beten: Jesus, der im allerheiligsten Sakrament zugegen ist als wahrer Gott und Mensch.

Das Konzil von Trient fährt fort:

"Weil aber Christus, unser Erlöser, sagte, das, was er unter der Gestalt des Brotes darbrachte (vgl. Mt, 26-29; Mk 14,22-25); Lk 22,19); 1 Kor 11,24-26) sei wahrhaft sein Leib, deshalb hat in der Kirche Gottes stets die Überzeugung geherrscht, und dieses heilige Konzil erklärt es jetzt von neuem: durch die Konsekration [Wandlung] des Brotes und Weines geschieht eine Verwandlung der ganzen Substanz des Brotes in die Substanz des Leibes Christi, unseres Herrn, und der ganzen Substanz des Weines in die Substanz seines Blutes. Diese Wandlung wurde von der heiligen katholischen Kirche treffend und im eigentlichen Sinn eine Wesensverwandlung genannt (Kan. 2)."

- Die Transsubstantiation ist ein Dogma des Glaubens. Die Kirche hat alle symbolhaften und bildlichen Deutungen der Worte Christi zurückgewiesen und verurteilt.

- Dieses Wunder der Wesensverwandlung von Brot und Wein geschieht nur durch die Hände des geweihten Priesters. Jede Simulation der Heiligen Messe durch Laien bringt keine Wandlung zustande. Es ereignet sich nichts. Der Himmel bleibt verschlossen. Was in so einem Fall eintritt ist etwas ganz anderes: die automatische Kirchenstrafe der Exkommunikation für die betreffenden Katholiken, die eine Heilige Messe simulieren.

- Wilhelm von Humbolt sagt: "Gottes Geheimnisse begreift man nicht, man betet sie an." Bei der Heiligen Wandlung können wir nur mehr niederknien und anbeten. Bei der Heiligen Wandlung soll man sich auch niederknien, auch bei einer Feldmesse. Das ist ein schönes Zeugnis, wenn jemand bei einer Feldmesse bei der Wandlung niederkniet. Das sollte eigentlich für jeden Katholiken selbstverständlich sein.

- An das Wunder der Wandlung erinnert das Läuten der Wandlungsglocke. Unsere Vorfahren haben sich beim Hören der Wandlungsglocke beim Arbeiten innegehalten oder sich sogar niedergekniet.

- Eine Frucht der Wandlung ist die ganze Ehrfurcht, Liebe und Würde, mit der der Leib Christi umgeben wird. Weil die Heilige Hostie der wahre und ganze Christus ist, wird sie angebetet.

- Unseren Kindern können wir das Geheimnis der Wandlung nur mit den Zeichen der Ehrfurcht vermitteln. Die vergangenen Jahrzehnte haben gezeigt, dass das Greifen nach dem Leib Christi mit der Hand dem katholischen Eucharistischen Glauben sehr geschadet hat.

Wie steht es in der heutigen Kirche mit dem Glauben an die Wesensverwandlung? Bei uns selber?

Ein Zeugnis aus Irland

Bischof Athanasius Schneider berichtet in seinem Büchlein CORPUS CHRISTI von der Verfolgung der Katholiken in Irland und England nach der Reformation, als die katholische Messe in Irland und England vom Staat etwa 150 Jahre lang verboten war. Aus dieser Verfolgung erwuchs den Katholiken Irlands größte Wertschätzung für das Heilige Messopfer, die nach der Verfolgungszeit noch lange nachwirkte. Ein beeindruckendes Zeugnis schildert der französische Graf Montalembert nach einer Rundreise durch Irland, von ihm 1829 veröffentlicht. Der Graf schreibt in seinem Bericht:

"Ich werde nie die erste Messe vergessen, an der ich in einer Kapelle auf dem Land teilnahm. Ich ritt bis zum Fuß eines Hügels, dessen unterer Teil dicht mit Buchen und Tannen bewachsen war, und stieg vom Pferd, um den Hügel zu ersteigen. Ich hatte gerade einige Schritte des Weges zurückgelegt, als meine Aufmerksamkeit von der Gestalt eines Mannes angezogen wurde, der unter den Tannen kniete. Nach und nach wurden auch andere Personen in der gleichen Haltung sichtbar. Und je höher ich stieg, desto größer wurde die Zahl dieser knienden Bauern. Schließlich, als ich die Spitze des Hügels erreicht hatte, erblickte ich ein kreuzförmiges Gebäude, mehr schlecht als recht aus Steinen, ohne Mörtel, mit Stroh gedeckt. Darum herum kniete eine Menge robuster, kräftiger Männer, alle barhäuptig, obwohl es in Strömen regnete und der Boden unter ihnen völlig aufgeweicht und sumpfig war. Überall herrscht tiefe Stelle. Es war die katholische Kapelle von Blarney (in Waterloo), und der Priester las gerade die Messe. Ich erreichte die Tür im Augenblick der Erhebung der Hostie [bei der Hl. Wandlung] und da lag diese fromme Versammlung mit dem Gesicht zur Erde auf dem Boden ausgestreckt. Ich versuchte unter das Dach der von Anbetern völlig überfüllten Kapelle zu gelangen. Es gab keine Sitze, keinen Schmuck, der Boden war nicht einmal gepflastert, sondern aus Erde, feucht und steinig, das Dach war verfallen, und statt Wachskerzen brannten Talglichter auf dem Altar. Als das Heilige Opfer beendet war, stieg der Priester auf sein Pferd und ritt davon. Dann erhoben sich die Gottesdienstbesucher von den Knien und gingen langsam heimwärts. Viele verharrten noch längere Zeit im Gebet, im Morast kniend, in diesem stillen Raum, den die armen, gläubigen Menschen in der Zeit vergangener Verfolgung gewählt hatten" (Athanasius Schneider, Corpus Christi, Gedanken über die heilige Kommunion und die Erneuerung der Kirche, 2014, Seite 23-24).

Hochgelobt und angebetet sei ohne End, Jesus Christus im Allerheiligsten Sakrament. Amen.


Zitate aus: Heinrich Denzinger, Kompendium der Glaubensbekenntnisse und kirchlichen Lehrentscheidungen, Herder Verlag 1991, Seite 530-531

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