140) Ostersonntag 2015: GRAB UND AUFERSTEHUNG CHRISTI - eine österliche Christuskatechese für Kinder

Ostersonntag 2015 - Kinderpredigt von Pf. Stephan Müller

GRAB UND AUFERSTEHUNG CHRISTI:

EINE ÖSTERLICHE CHRISTUS-KATECHESE

Ostern. Jesus Christus ist auferstanden! Er lebt. Was heißt das? Um das zu verstehen, schauen wir zuerst auf das Grab Christi.

Vor der Auferstehung war Christus zuerst im Grab. Das Ostergrab hat uns am Karfreitag und Karsamstag den Leib Jesu im Grab gezeigt. Wie kommt er da hinein? Weil man ihn getötet hat und er gestorben ist. Konnte Christus sterben? Er ist der Sohn Gottes, er ist GOTT. Als Gott kann Jesus nicht sterben. Gott kann niemand töten. Jesus ist nicht als Gott gestorben, sondern als Mensch.

Ist das normal, dass wir Menschen sterben? Von Gott aus gesehen ist das nicht normal. Gott hat nicht den Tod gemacht. Gott hat uns Menschen anders geschaffen, wunderschön, Gott ähnlich, "nach seinem Bild", sagt die Heilige Schrift. Wir waren mit Leib und Seele zuerst unsterblich, so wie Gott. Die Seele der Menschen, die geistig ist, war zuerst ganz innig mit Gott verbunden, bei Gott geborgen wie ein kleines Kind bei seinen Eltern. Der Leib war unsterblich, konnte keine Krankheit bekommen. Wir sagen dazu: der Mensch war vergöttlicht, nicht Gott, aber dem Leben Gottes ähnlich. Das war im Paradies.

Woher kommt dann der Tod, wenn Gott uns so schön und unsterblich erschaffen hat? Das Sterben und das Grab ist die Folge der Ursünde von Adam und Eva im Paradies. Diesen Schaden haben die ersten Menschen im Paradies angerichtet. Die Seele hat Gott verloren, dh die Gemeinschaft mit Gott ist zerbrochen. Wir sagen dazu: die Menschen haben den Gnadenstand verloren. Und der menschliche Leib ist anfällig geworden für Krankheiten und dem Tod verfallen. Tod bedeutet: die menschliche Geistseele trennt sich vom Körper. Die Einheit von Leib und Seele wird auseinander gerissen. Das ist für uns Menschen schmerzlich. Das alles lehrt uns der Blick auf das Grab, in dem Jesus war.

Und jetzt schauen wir beim Ostergrab auf den Auferstandenen. Gottes Güte ist stärker als der Tod. Der Sohn Gottes ist gekommen, um uns vom Tod zu erlösen und uns das Leben Gottes neu zu bringen. Jetzt verstehen wir, warum Christus gelitten hat, gestorben ist und ins Grab gelegt wurde. Er hat das freiwillig getan, aus Liebe zu uns. Um uns das Leben Gottes zu bringen. Das ist die Auferstehung. Das ist Ostern.

Was bedeutet die Auferstehung?

< Die Auferstehung ist ein Ereignis, das tatsächlich gewesen ist, eine Tatsache. Ich habe hier zwei Bücher: ein altes Märchenbuch (Tante Emmy Märchen Band 3) und ein Evangelienbuch. Die Märchen, die im Märchenbuch drinnen stehen, sind Geschichten, die hat es nicht gegeben. Was in der Heiligen Schrift über Christus erzählt wird - in diesem Evangelienbuch - sind keine Märchen. Die Auferstehung Christi ist kein Märchen. Das hat stattgefunden. Wann? In der Nacht vom Karsamstag auf den Ostersonntag.

Der Leib Jesu Christi im Grab hat noch ein Geheimnis. Sein Leib war auch nach seinem Tod am Kreuz mit seiner Gottheit verbunden [Dogma der hypostatischen Union]. Der Leib Jesu Christi im Grab ist anbetungswürdig. Deshalb wird beim Ostergrab der Leichnam Christi mit den Zeichen der Anbetung umgeben: Kerzen, Blumen, anbetende Engel. Nach altem Brauch wird aus diesem Grund bei unseren Tiroler Ostergräbern auch das Allerheiligste Altarsakrament beim Grab Christi zur Anbetung aufbewahrt oder ausgesetzt: Der Leichnam Christi ist ein Göttlicher Leib, wir beten ihn an.

< Bei seiner Auferstehung hat Christus seinen toten Körper wieder mit seiner Seele vereinigt. Und zwar für immer. Jesus Christus hat durch seine Auferstehung dieses leidvolle Erbe Adams, das wir beim Tod erleiden müssen - die Trennung von Leib und Geistseele - beseitigt, wir sagen: er hat uns davon erlöst. Er hat an seinem Leib die Einheit von Leib und Seele wieder hergestellt.

< Bei seiner Auferstehung hat Christus das Grab verlassen! Nach der Auferstehung war das Grab leer. So wird es auch beim Ostergrab dargestellt. Trotzdem ist Christus bei seiner Auferstehung nicht einfach wieder ins irdische Leben zurückgekehrt ist. Das war bei den Totenerweckungen. Denken wir zB an den Lazarus. Jesus hat den toten Lazarus wieder aus dem Grab herausgeholt. Das war keine Auferstehung. Jesus hat den Lazarus in sein irdisches Leben zurück geholt. Auferstehung bedeutet ganz etwas anderes.

< Auferstehung bedeutet: der menschliche Körper von Jesus wurde verwandelt, himmlisch, strahlend schön, wir sagen dazu: vergöttlicht. Sein Auferstehungsleib ist nicht mehr so, wie er vor seinem Tod war. Der Auferstehungsleib ist der wirkliche Leib, aber himmlisch, nicht mehr irdisch. Er hat ihn zu sich in den Himmel genommen, in die Göttliche Welt.

< Auferstehung bedeutet: Mit seinem Auferstehungsleib ist Christus in die göttliche Welt hinübergegangen, zum Vater. Sein Auferstehungsleib ist nicht mehr gebunden an die irdische Welt, an die Gesetze von Raum und Zeit. Christus kann sein, wo er will. Er kann erscheinen und sich zeigen, wo er will. Als Auferstandener tut er das auch. Er erscheint Maria, den Frauen, den Aposteln, manchmal auch gleichzeitig.

< Weil Christus mit seinem Leib auferstanden ist, kann er auch in der Heiligen Hostie auf geheimnisvolle Weise unter uns sein. In allen katholischen Kirchen auf der ganzen Welt, wo immer der Priester die Heilige Wandlung vollzieht, wird der Auferstandene Christus in der Heiligen Hostie gegenwärtig, als Gott und Mensch, mit Leib und Blut.

Christus hat uns mit seiner Auferstehung gezeigt, was Gott auch uns einmal schenken will. Der ganze Mensch, mit Leib und Seele, ist zum göttlichen Leben berufen.

Was ist mit unserer Seele? Unsere Seele darf sich jetzt schon mit Gott verbinden, durch unser Leben mit Gott in der Gnade, mit der heiligen Kirche, mit den Geboten Gottes, mit den Sakramenten. Je mehr wir so leben, werden wir mit Gott verbunden.

Was ist mit unserem Körper? Wir müssen zwar noch die Folgen der Ursünde im Paradies tragen. Wir müssen sterben. Aber Christus hat uns die Auferstehung des Leibes verdient. Es gibt eine allgemeine Auferstehung der Toten, das wird am Jüngsten Tag sein, am Ende der Welt. Alle erhalten dort ihren Körper; jene, die in den Himmel kommen und auch jene, die in der Gottesferne für immer von Gott getrennt werden.

Gibt es einen Menschen, der schon auferstanden ist? Maria! Sie ist bis jetzt die einzige, die bereits mit Leib und Seele im Himmel ist. Deshalb ist die Muttergottes für uns so eine große Freude und ein großer Trost. Maria hilft uns, österlich zu leben. Mit jedem Sonntag, mit jeder Sonntagsmesse, bereiten wir unsere Auferstehung vor. Amen.

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