125) Fest der Hl. Familie, 28.12.2015: Reihe Ehe im Plan Gottes 7) Die Ehe als Sakrament (Überblick)

Sonntag in der Weihnachtsoktav - Fest der Hl. Familie - B) 2014

Predigtreihe Die Ehe im Plan Gottes 7) Die Ehe als Sakrament (Überblick)

 

Christus hat seiner Kirche Zeichen seiner Gegenwart und seines Wirkens geschenkt: die heiligen Sakramente. Herausragend ist das Allerheiligste Altarsakrament, es schenkt uns die wahre Gegenwart Christi, mit Fleisch und Blut, mit seiner Gottheit und Menschheit. Zwei der sieben Sakramente ragen ebenfalls heraus: die Priesterweihe und das Ehesakrament. Bei diesen beiden Sakramenten ist der Träger und Vermittler der sakramentalen Gnade nicht aus der Schöpfungsmaterie genommen, wie zB bei der Taufe das Wasser, beim Altarsakrament Brot und Wein. Bei der Priesterweihe und beim Ehesakrament sind es Menschen, welche die sakramentale Gnade tragen. Das zeugt vom besonderen Stellenwert dieser beiden Sakramente.

 

Warum sind wir Katholiken überzeugt, dass die Ehe ein Sakrament ist? Und in der Folge: Warum sind wir Katholiken an die kirchlich-sakramentale Eheschließung gebunden? Heute wollen wir die Wesenselemente des Ehesakramentes beleuchten, uns einen Überblick verschaffen. Bei späteren Gelegenheiten können wir uns mit den einzelnen Inhalten genauer befassen.

 

Wir lesen im Katechismus der Katholischen Kirche:

1613: Zu Beginn seines öffentlichen Lebens wirkte Jesus - auf die Bitte seiner Mutter hin - bei einem Hochzeitsfest sein erstes Zeichen [Vgl. Joh 2,1-11]. Die Kirche mißt der Teilnahme Jesu an der Hochzeit von Kana große Bedeutung bei. Sie erblickt darin die Bestätigung dafür, daß die Ehe etwas Gutes ist, und die Ankündigung, daß die Ehe fortan ein wirksames Zeichen der Gegenwart Christi sein wird.

 

Wie wurde die Ehe ein Sakrament Christi? Ganz einfach: durch den Neuen Bund am Kreuz wurde die Ehe zum Sakrament. Das Ehesakrament ist eine Frucht des Neuen Bundes. Durch den Neuen Bund am Kreuz hat sich der Sohn Gottes uns Menschen geschenkt, er hat sich durch sein Erlösungsopfer tiefer mit der erlösten Menschheit vereinigt, sich tiefer an die Erlösten gebunden. Die Nähe Gottes zu uns Menschen ist im Neuen Bund tiefer als im Alten Bund. Die Bindung Gottes an uns Menschen ist im Neuen Bund tiefer als im Alten Bund. Das ist - wenn wir so sagen wollen - ein Liebesgeschenk, das Gott uns durch die Menschwerdung und die Erlösung gemacht hat. Die Ehe zwischen Getauften ist also von selbst ein Sakrament (Katechismus der Katholischen Kirche, Artikel 1601; CIC, can. 1055 § 1).

 

Für die Ehe bedeutet das: Durch die Menschwerdung und die Erlösung, also durch den Neuen Bund, hat Christus auch den Eheleuten eine tiefere Form seiner Gegenwart geschenkt, seine besondere Nähe und Gnadenhilfe. Eben das Ehesakrament. Sakrament bedeutet heiliges Zeichen: heiliges Zeichen für die besondere Gegenwart Christi, heiliges Zeichen für die besondere Gnadenhilfe Christi:

 

a) Ehesakrament bedeutet die Gegenwart Christi, des Sohnes Gottes. Mit anderen Worten: Mann und Frau sind nicht mehr allein. Christus kommt dazu. Er ist der Dritte im Bund.

 

b) Ehesakrament bedeutet die besondere Gnadenhilfe Christi. Christus schenkt besondere Gnaden und Hilfen, zunächst für die Eheleute selber, für ihre Beziehung, dann für alle Aufgaben und Schwierigkeiten, die mit dem Eheleben, der Familie, der Erziehung der Kinder usw. verbunden sind. Diese Gnadenhilfe nennen wir in der Katholischen Kirche Standesgnade. Dazu kommt eine eigene Gnade der Heilung: das Ehesakrament heilt die eheliche Liebe von den Wunden der Erbsünde (Konkupiszenz), die ein ständiger Krisenherd sind.

 

c) Das Ehesakrament macht den Ehebund auch zu einem besonderen Zeichen. Das Ehesakrament ist auch für die ganze Kirche und für die Gesellschaft ein Zeichen, dass Christus bei uns ist. Durch das Ehesakrament ist die Liebe von Mann und Frau nicht mehr rein privater Natur. Die Ehe wird sozusagen auf den Leuchter gestellt. Die Eheleute werden in einen öffentlichen Stand der Kirche eingegliedert. Sie erhalten die Sendung und den Auftrag, die Kirche als Hauskirche aufzubauen, in der Gesellschaft Salz und Sauerteig zu sein. Liebe Ehepaare! Dieses Bewusstsein soll auch für euch eine Freude sein: Ihr seid für uns ein Zeichen der Nähe Gottes, ein Zeichen dafür, dass der Sohn Gottes bei uns ist. Dafür danken wir euch.

 

Der Katechismus hat uns auf die Hochzeit von Kana verwiesen. Sein erstes Wunder hat Christus bei einer Hochzeit vollbracht. Das war sicher kein Zufall. Er hat mit seinem Verhalten gezeigt, dass er dem Brautpaar seine besondere Gegenwart schenkt, noch mehr: er hat dem Brautpaar auch seine besondere Hilfe geschenkt, das Weinwunder. Diese Nähe und Hilfe Christi beim Brautpaar von Kana ist ein äußeres Zeichen dafür, dass Christus mit dem Neuen Bund die Ehe zur Würde des Sakramentes erhoben hat.

Blicken wir zum Abschluss auf die Heilige Familie von Nazareth. Da ist Maria und Joseph, das heilige Ehepaar. Dann kommt das Kind dazu, der Sohn Gottes. Auch die Heilige Familie verweist uns auf das Ehesakrament: der heilige Bund der Eltern, die stille und verborgene Gegenwart des Sohnes Gottes.

 

Die Erneuerung der Kirche und der Familien geht wesentlich auch über die Ehe, über die Überwindung einer rein verweltlichten Sicht der Ehe, über die Wiederentdeckung der Ehe als Sakrament. Möge die Heilige Familie, Jesus, Maria und Josef, die wir in unseren Krippen darstellen, uns helfen, das Geschenk des Ehesakramentes wieder mehr zu entdecken und unseren jungen Generationen zu erschließen. Amen.


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