120) 1. Adventsonntag 2014: SEI EIN WACHSAMER TÜRHÜTER DEINER SEELE

Predigt: "DEM TÜRHÜTER BEFAHL ER, WACHSAM ZU SEIN." (Mt 13,34)

SEI EIN WACHSAMER TÜRHÜTER DEINER SEELE

"Dem Türhüter befahl er, wachsam zu sein." Christus gibt uns für den Advent das Wort von der Wachsamkeit mit auf den Weg. Wir sollen wachen und nicht schlafen. Was meint der Herr mit der Wachsamkeit? Das Beispiel vom Türhüter berührt Dimensionen der Wachsamkeit: Keine Diebe und keine ungewollten Gäste sollen in das Haus eindringen. Das soll der Türhüter verhindern. Er trägt ja Verantwortung für das Haus, für die Einrichtung und den Besitz, ja sogar für die anderen Diener des Hauses.

Auch unsere Seele benötigt so etwas wie einen Türhüter. Das sind wir selber. Das ist unser Gewissen. Jeder ist zuerst für sich selber verantwortlich. Im Advent wachsam sein kann bedeuten, bewusst ein Türhüter, ein Wächter, für seine eigene Seele zu sein. Achten wir darauf, was alles in unsere Seele eindringen will. Die Seele hat ihre "Außenstationen": das Auge ist das Eingangstor der Seele. Die Ohren sind ein Kanal in die Seele. Die Sinne sind die Fühler der Seele.

a) Im Advent wollen wir ein guter Türhüter unserer Augen sein.

Welche Bilder, Fernsehsendungen, Filme, Internetseiten usw. wollen wie Diebe und Störer in unsere Seele eindringen? Wenn diese Diebe und Störer in die Seele gelangen, ist der Kampf bereits verloren. Wir müssen vorher kämpfen! Wir müssen diese Diebe und Störer bereits von den Augen verbannen. Dort findet der Kampf statt. Advent kann für manche bedeuten: "Schluss mit dem Internetsurfen! Schluss mit wahllosen oder gedankenlosen Fernsehen! Schluss mit wahllosen Computerspielen! Schluss mit dem Mitwirken und Anschauen von Teufelsumzügen usw.

Wenn es uns gelingt, diese Diebe und Störer von unseren Augen zu vertreiben, können wir im Advent andere Gäste in unsere Seele einlassen. Da sind zB die Adventheiligen mit ihrem guten Beispiel im Glauben und in der Liebe: der heilige Joseph, der heilige Nikolaus, die heilige Barbara, die heilige Lucia, der heilige Franz Xaver, um nur einige zu nennen. Dann vor allem das Bild der Gottesmutter Maria beim Ereignis der Verkündigung, Maria in der Stille ihres Hauses, in der Haltung der Erwartung, in der Haltung des inneren Wachens und Hörens... Der Advent lädt uns ein, diese Bilder in unserer Seele einzulassen.

2) Im Advent wollen wir ein guter Türhüter unserer Ohren sein.

Manche Diebe und Störer versuchen auch über den Kanal Ohr in unsere Seelen zu gelangen. Manche Menschen sind viel von Lärm umgeben. Wie schaut es bei uns mit dem Hören aus? Was dringt an mein Ohr? Wie lange? Wie laut? Kann ich Stille ertragen? Kenne ich Augenblicke oder Phasen der Stille? Der Teufel will den Lärm. Der Volksmund kennt nicht umsonst das Sprichwort vom "Höllenlärm". Ein Mensch, der ständig von Lärm umgeben ist, kann nicht mehr so leicht nachdenken, er findet nicht mehr zu sich selber.

Wenn wir den geistigen Kampf beim Ohr im Griff haben, können wir im Advent auch über die Ohren Gäste in unsere Seele einlassen. Da ist zuerst vor allem das Wort Gottes. Der Advent ist eine Zeit des Hörens auf das Wort Gottes. Die Muttergottes ist im Advent die Jungfrau des Hörens. Wäre das nicht schön, wenn im Advent alle Katholiken, auch die Kinder, täglich das Wort Gottes hören oder lesen, zumindest ein paar Minuten. Wieviel Frucht würde das bringen. Das Wort Gottes und die Lehre der Kirche sind unsere Richtschnur. Dann ist da das Hören auf den Mitmenschen. Aufeinander hören. Miteinander reden. Ein Gespür füreinander entwickeln.

3) Im Advent wollen wir ein guter Türhüter unserer Sinne sein.

Manche Diebe und Störer dringen ganz allgemein über die Sinne in unsere Seele ein. Wir leben im Zeitalter der Reizüberflutung. Auch deshalb sind Menschen psychisch krank. Es ist nicht leicht, sich einen gesunden Gefühlshaushalt zu bewahren. Christus bietet uns durch die Kirche mit dem Advent ein Heilmittel an. Wir erwarten das Weihnachtsfest, durchleben den Advent als schlichte aber frohe Zeit der Hoffnung auf Gott und seine Gnade. Die liturgische Farbe violett erinnert an den Bußcharakter dieser Zeit. Buße - Besserung, Besinnung, Beichte, Weihnachtsbeichte... nicht gefühlsgeladen von einer Feier zur anderen gehen.

Wenn wir den geistigen Kampf bei unseren Sinnen im Griff haben, können wir auch über die Sinne Freunde in unsere Seele einlassen. Die Adventliturgie, das Rorateamt, die schöne Adventmusik und die Adventlieder unseres Landes...

Diebe und Störer in unserer Seele. Sie wollen uns den inneren Frieden rauben, den Glauben stören, das Gottvertrauen und die Liebe schwächen, sie können sogar geistige Wüsten hinterlassen. Manchen Menschen sind von diesen Dieben und Störern nicht oder wenig geplagt, weil sie ein starkes Tugendleben führen. Andere haben schon zu kämpfen. Bei wieder anderen haben sich diese Diebe und Störer schon so sehr in der Seele eingenistet, dass die Seele nur durch die Kraft des Erlöserblutes Christi, dh durch die sakramentale Beichte, frei werden kann. Es ist ein geistiger Tugendkampf, den wir zu führen haben. Dieser Tugendkamp hilft uns, unsere Seele für Gottes Liebe und Gnade offen zu halten.

Unser Dorf bietet uns im Advent einen stillen Charakter. Es ist schön bei uns im Advent. Dieser äußere Rahmen ist eine gute Basis für das Innere. "Dem Türhüter befahl er, wachsam zu sein." Maria, hilf uns, im Advent gute Wächter für unsere Seele zu sein: für die Augen, das Eingangstor der Seele, für die Ohren, ein Kanal in die Seele, für die Sinne, die Fühler unserer Seele. Amen.

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