105) 20. Sonntag im JK A) 2014: "FRAU, DEIN GLAUBE IST GROSS" - SCHWACHER UND STARKER GLAUBE

20. Sonntag im JK A) "FRAU, DEIN GLAUBE IST GROSS. WAS DU WILLST, SOLL GESCHEHEN."(Mt 15,28)

Greifen wir ein Wort Christi aus diesem Evangelium heraus, um es genauer zu überdenken. Die Kanaaniterin erhält vom Herrn ein Kompliment: "Frau, dein Glaube ist groß. Was du willst, soll geschehen." (Mt 15,28).

1) Frau, dein Glaube ist groß.

Was ist der Glaube, den Christus bei dieser heidnischen Frau lobt? Israel als Offenbarungsreligion meint mit Glaube die Bindung des Menschen an Jahwe, an Gott den Schöpfer, an Gottes Wort und Willen, die Hingabe des Lebens an Gott. Die Psalmen des Alten Testamentes bezeugen, dass Glaube als liebende Bindung und Gehorsam an Gott Vater verstanden wurde. Christus vollendet den Glauben Israels. Glaube kommt von credo, cor dare, das Herz schenken. Aus der liebenden Hingabe an Gott folgt die Bindung an ihn, an seine Offenbarung - an die Lehre des Glaubens. Die Frucht des Glaubens sind die Werke der Nächstenliebe. Christus lobt den Glauben dieser heidnischen Frau. Das gab es öfter, dass Christus den Glauben von Heiden gelobt, und den schwachen Glauben oder Unglauben von Israeliten getadelt hat. Über den heidnischen Hauptmann von Kapharnaum sagt Christus: "Einen solchen Glauben habe ich in Israel bei niemanden gefunden" (Mt 8,10). Über seine Landsleute in Nazareth sagt er: "Wegen ihres Unglaubens konnte er dort nur wenig Wunder tun" (Mt 13,58). Was Christus an der Kanaaniterin lobt ist also nicht ein Gefühl, sondern eine echte Glaubenshaltung, die er in ihrem Herzen gesehen hat.

1) Frau, dein Glaube ist groß.

Kann man den Glauben eines Menschen beurteilen, wie groß oder wie schwach er ist? Wir können das nicht tun. Wir können nicht ins Herz der anderen schauen. Man kann nur aus Verhaltensweisen schließen, was sich im Herzen verbirgt. Menschen können bei Gesprächen ein gläubiges oder ungläubiges Denken zum Ausdruck bringen. Menschen können ein gläubiges oder auch ein ungläubiges Verhalten an den Tag legen. Und man kann bei Menschen auch die Früchte echter Nächstenliebe sehen, die auf das Herz und den Glauben schließen lassen.

Christus ist Gott. Er kann sagen, wie groß oder klein der Glaube eines Menschen ist. Er sieht in das Herz. Er kennt und durchschaut jedes Herz. Was würde Christus zu unserem Glauben sagen? Würde er sagen können: "Leo, Stefan, Paula, Karoline... Dein Glaube ist groß!" Oder würde er sagen: "Du Kleingläubiger! Du Kleingläubige! Du Ungläubiger! Du Ungläubige!"?

Wann ist der Glaube klein? Der Glaube ist klein, wenn er keine rechte Kenntnis Christi besitzt, keine rechte Kenntnis der Kirche, der Sakramente, keine rechte Kenntnis der geoffenbarten Wahrheit, keine Früchte der Nächstenliebe bringt... Der heilige Paulus machte die Korinther aufgrund der Missstände in der Gemeinde auf ihren schwachen Glauben aufmerksam: "Vor euch konnte ich aber nicht wie vor Geisterfüllten reden; ihr wart noch irdisch eingestellt, unmündige Kinder in Christus. Milch gab ich euch zu trinken statt fester Speise; denn diese Speise konntet ihr noch nicht ertragen" (1 Kor 3,1-2). Paulus beschreibt hier den kleinen oder schwachen Glauben als Unmündigkeit.

Wann ist der Glaube groß? Der Glaube ist groß, wenn er in der Wahrheit gefestigt ist, klare Inhalte und klare Orientierung hat, sich mitteilen und bekennen kann. Nochmals Paulus. Er beschreibt den großen oder festen Glauben mit der Mündigkeit. Die Mündigkeit des Christen ist das Feststehen in der Wahrheit. "Wir sollen nicht mehr unmündige Kinder sein, ein Spiel der Wellen, hin und her getrieben von jedem Widerstreit der Meinungen, dem Betrug der Menschen ausgeliefert, der Verschlagenheit, die in die Irre führt. Wir wollen uns, von der Liebe geleitet, an die Wahrheit halten und in allem wachsen, bis wir ihn erreicht haben" (Eph 4,14-15).

3) Wie wird unser Glaube klein? Der Glaube wird klein, wenn wir einfach nichts tun für den Glauben, nichts investieren. Ist das nicht das Verhalten vieler Katholiken? Sie tun nichts oder fast nichts für den Glauben, er verhungert und verdürstet. Der Glaube wird klein, wenn wir ihn verstecken. Der Glaube wird klein und stirbt, wenn er nicht mehr mit dem Wort Gottes und den Sakramenten genährt wird. Nicht mehr beichten und nicht mehr zur Sonntagsmesse kommen ist eine Hauptursache für das Sterben des Glaubens in den Getauften. Auch durch Irrlehre kann der Glaube schwach werden, krank, sogar absterben.

Wie wird unser Glaube groß? Das Wort Gottes gibt uns in der Lesung eine Antwort. Der Glaube wächst durch Gerechtigkeit: das ist die tätige Liebe, durch das Heilighalten des Sabbats: das ist der christliche Sonntag - Sonntagsmesse und Arbeitsruhe; das Festhalten am Bund: das sind die Gebote. Wer das lebt - auch die Fremden, sagt der Prophet Jesaja, den führt Gott zu seinem heiligen Berg, dh zu sich. Der Glaube wird groß, wenn wir investieren in den Glauben. Wichtig ist auch das Bekenntnis des Glaubens. Der Glaube wächst in dem Maß, als wir ihn vor den Menschen bekennen.

4) "Frau, dein Glaube ist groß. Was du willst, soll geschehen."

Die Kanaaniterin hat erhalten, was sie im Glauben vom Herrn erbeten hat. Es war die Heilung ihrer kranken Tochter. Auch wir wollen nicht zögern, Christus zu bitten: "Herr, hilf mir!" (Mt 15,25). Bitten wir Jesus gerne in den Anliegen unseres Lebens. Er wird uns gerne helfen. Die heidnische Kanaaniterin hat sich vor Christus niedergeworfen, dh sie hat ihn angebetet. Auch wir wollen uns gerne vor Jesus Christus niederwerfen und ihn anbeten, vor allem vor IHM in der Heiligen Kommunion. Der Glaube ist eine große Hilfe im Leben. Das letzte Ziel des Glaubens ist ein übernatürliches Ziel, dass wir das Heil erlangen (1 Petr 1,9).

Maria, Mutter und Hort des Glaubens, führe uns zu einem großen und fruchtbaren Glauben. Amen.

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