068) Rosenkransonntag 2013 - 100 Jahre Feuerwehr Imsterberg: SYMBOLBEDEUTUNGEN DES FEUERS

Rosenkranzsonntag 2013 - 100 Jahre Feuerwehr Imsterberg - Segnung eines neuen Lösch- und Einsatzfahrzeuges der Feuerwehr Imsterberg

Homilie: "STARK WIE DER TOD IST DIE LIEBE"(Hoheslied 8,6)

               SYMBOLBEDEUTUNGEN DES FEUERS

Zur Feier dieses Gottesdienstes möchte ich herzlich begrüßen, besonders die Mitglieder der Feuerwehr aus Imsterberg und aus den anderen Orten. Heute wird ein neues Lösch- und Einsatzfahrzeug gesegnet. Ich freue mich, dass ein solcher Anlass mit Gebet und Gottesdienst verbunden wird. Das Wort segnen kommt vom lateinischen benedicere, d.h. wörtlich Gutes sagen. Segnen bedeutet von uns Menschen aus gesehen, dass wir Gott loben und danken für das, was wir mit unseren Talenten und Fähigkeiten geschaffen haben. Von Gott her bedeutet Segen, dass der Herrgott uns für unser Leben und Wirken seine helfende Gnade schenkt, seinen Beistand, seinen Schutz. In diesem Sinn gilt: "An Gottes Segen ist alles gelegen!" Auch die Technik benötigt den Segen Gottes.

Die Feuerwehr gehört zu den wichtigen Vereinen, und doch sind wir froh, wenn wir keine Katastrophen erleiden müssen und keine Einsätze nötig sind. Welche Arten von Bränden wie zu löschen sind, brauche ich der Feuerwehr nicht zu sagen. Dazu seid ihr gut ausgebildet. Ich möchte euch einladen, mit mir heute über die Symbolbedeutungen des Feuers nachzudenken. Gehen wir von der Lesung aus, die wir hörten. Heute ist der Rosenkransonntag. Die Worte von der Liebe beziehen sich auch auf die Gottesmutter Maria. Wie kein anderer hatte sie ein liebendes Herz.

1) Es gibt ein ewiges Feuer, das ist das Göttliche Feuer der Allerheiligsten Dreifaltigkeit. Das Geheimnis Gottes ist Feuer und Licht und Leben. Das "Göttliche Feuer " ist der Ursprung allen Seins und Lebens, auch unseres Lebens. In einem Hymnus am Dreifaltigkeitssonntag betet die Kirche: "Drei Flammen einer Liebesglut". Es gibt kein Leben ohne Gott, getrennt von Gott. Denken wir an die Berufung des Moses in der Wüste Sinai. Moses erlebt den brennenden Dornbusch, wo Gott zu ihm spricht. Ihm wird der Gottesname Jahwe geoffenbart. "Ich bin, der ich bin!" Gott ist wie ein Feuer das brennt und doch nicht verbrennt. In Gott ist keine Veränderung. Gott ist der ewig Seiende, sagen die Theologen. Für uns als katholische Christen ist nicht eine Mode oder eine Weltanschauung der Bezugspunkt, sondern der ewige Gott, so wie er sich im Sohn Gottes geoffenbart hat, und in der Kirche sich ausspricht. Wir leben in einer Zeit, wo sich Meinungen und Gegebenheiten so schnell verändern. Was heute Mode ist, ist morgen bereits veraltet. Da ist es wichtig, dass wir durch die Kirche an den unveränderlichen Gott gebunden sind und Halt und Orientierung haben.

2) Von der Allerheiligsten Dreifaltigkeit her gesehen ist das Feuer ein Symbol der Liebe Gottes. "Gott ist die Liebe."(1 Joh 4,8) Das Wesen der Liebe Gottes hat uns Christus gezeigt. Die Liebe Gottes ist Hingabe, Einheit, Frieden, Wahrheit, sie ist auch Opfer. Christus zeigt uns seine Liebe gerade durch sein Kreuz. Das Herz Jesu, das brennende Herz, ist ein schönes Symbol der Liebe Gottes, die sich für uns hingegeben hat. Vergessen wir nicht dieses Herz!

3) Feuer ist auch ein Symbol der menschlichen Liebe. Auch das Wesen der menschlichen Liebe ist Hingabe, sich schenken, nicht das Begehren wollen. Da gibt es das bekannte Wort auf dem Lebkuchenherzen: "Ich habe dich zum fressen gern!" Das ist nicht die Liebe, das ist der Egoismus, das haben wollen. Wenn wir uns in der menschlichen Liebe schwertun hilft uns das Wissen: das Wesen der Liebe ist nicht Gefühl, sondern Wille und Tat. Das Gefühl ist eine Zugabe, die wir auch immer wieder brauchen. Doch wenn die menschliche Liebe beständig sein will, dann darf sie nicht von Gefühl und Stimmung abhängen, sondern muss im festen Willen verankert sein.

Etwas anderes als die Liebe ist das Feuer der Verliebtheit. Sie ist nicht Liebe, sondern eine "Krankheit". Die berühmte Rosarote Brille übersieht beim anderen die Folgen der Erbschuld. Der Verliebtheit fehlt die Bindung an die Vernunft und an das Gewissen, deswegen eine Krankheit. Die wahre menschliche Liebe ist immer gebunden an die Wahrheit, an die Vernunft und an das Gewissen. Ich möchte da jetzt nicht allen Verliebten nahe treten. Sicher gibt es auch Verliebtheit in Verbindung mit Vernunft und Gewissen.

Die Heilige Schrift sagt sehr Tiefes über die menschliche Liebe. Im alttestamentlichen Hohelied heißt es: "Stark wie der Tod ist die Liebe". Gemeint ist: die menschliche Liebe, die mit Gott verbunden ist, ist stark im Leben. Sie kann vieles bewältigen, geben, Nöte und Schwierigkeiten aushalten. Paulus beschreibt in seinem Hohelied die Stärke der Liebe, z.B. sie "erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, hält allem stand"(1 Kor 13,7).

Dann erwähnt das Hohelied in der heutigen Lesung das Feuer der Leidenschaft: "Die Leidenschaft ist hart wie die Unterwelt." Das könnten wir vielleicht so deuten: Wenn wir Menschen in unserem Lieben nicht mehr mit Gott, der Quelle der Liebe, verbunden sind, wenn wir zuwenig beten, keine Sonntagsmesse mehr kennen, dann ist die Gefahr groß, dass die menschliche Liebe hart wird, wie das Wort Gottes sagt. D.h. das menschliche Herz stumpft ab, es wird fleischlich, egoistisch, dem Trieb verfallen, es wird gefühllos, empfindungslos, engherzig, hart... Wir brauchen uns nicht freuen auf Zeiten, die den Herrgott und die Kirche vergessen und den Sonntag zum staatlichen Arbeitstag machen. Solche Zeiten werden, auf das Herz bezogen, harte Zeiten werden. Paulus zählt die Gefühllosigkeit zu den schlimmsten Sünden der Heiden.

Die Heilige Schrift spricht hier noch eine Warnung aus. Die Endstation der harten "Liebe" ist die Unterwelt. Das Feuer ist ein Symbol für die Hölle. Christus lehrt, dass es eine Hölle gibt und dass sie ewig ist. Hier wird das Feuer zum Symbol der Qual der Trennung von Gott und der Gewissensanklage.

Damit wir den Weg zum Himmel finden, hat uns Christus in der heiligen Taufe und Firmung den Heiligen Geist geschenkt. Feuer ist auch ein Symbol für den Heiligen Geist. "Der Heilige Geist ist die Liebe des Vaters und des Sohnes."(hl. Bernhard von Clervaux) Christus hat uns befähigt, Menschen der Liebe zu sein. Rufen wir ihn deshalb oft und gerne an, den Heiligen Geist. Dass er uns erleuchtet, dass er uns hilft zu lieben.

Bitten wir, das der Herr uns vor Feuer im Sinn von Katastrophen zu bewahren. Und bitten wir den Herrn, dass er das andere Feuer, das Feuer der Gottes- und Nächstenliebe in unseren Herzen entzünde. Von diesem Feuer sagt Christus: "Ich bin gekommen, Feuer auf die Erde zu werfen. Wie froh wäre ich, es würde schon brennen"(Lk 12,49). Für wen und für was brennen wir? Amen.

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