062) 20. Sonntag im JK, 18. August 2913: NICHT FRIEDE, SONDERN SPALTUNG

Homilie: "NICHT FRIEDE SONDERN SPALTUNG"(Lk 12,52) FRIEDE ALS FRUCHT DES HEILSGESCHICHTLICHEN KAMPFES - ENTSCHEIDUNG

 

Jeder, der das Evangelium Christi auch nur ein wenig kennt weiß, dass es Botschaft des Friedens schlechthin ist. Schon bei der Geburt Christi verkünden die Engel: "Friede den Menschen auf Erden!(Lk 2,14). Der Auferstandene sagt zu den Aposteln: "Friede sei mit euch"(Joh 20,19)! Und er lehrte die Apostel, den Menschen den Frieden zu wünschen (Mt 10,12). Heute sagt der Herr: "Meint ihr, ich sei gekommen, um Frieden auf die Erde zu bringen? Nein, sage ich euch, nicht Frieden, sondern Spaltung." Christus erläutert dann, dass diese Spaltung durch Häuser und Familien gehen wird. Wie sind diese Worte zu verstehen?

 

a) Der Friede, den Christus bringen will, ist nicht gleichzusetzen mit bloßem Freisein von Konflikten. Im Gegenteil. Der Friede Christi ist das Ergebnis eines Konfliktes, den der Herr für uns ausgetragen hat: der heilsgeschichtliche Kampf Christi gegen das Böse, den Satan. Aus diesem Konflikt kommt der Ostersieg Christi und sein Friede, der Friede der Erlösung.

 

Auch unser Leben ist in diesem Sinn nie konfliktlos. Auch wir stehen jeden Tag im Kampf zwischen Gut und Böse, wir tragen ja auch nach der Taufe noch die Folgen der Erbschuld. Gerade in der momentanen Zeitepoche hat man den Eindruck, dass die Glaubenden - und allgemein die Menschen - sehr vom Satan angefochten werden. Wer diesem Feind widerstehen will, wer Gott, der Kirche und dem Guten treu bleiben will, erfährt diesen Kampf. Wer die Absicht hat, sich für Christus und die Wahrheit einzusetzen, ohne falsche Kompromisse, der muss mit Unverständnis, Ablehnung, Widerständen und Konflikten rechnen, der wird auch zu einem Zeichen der Spaltung unter den Menschen, manchmal sogar innerhalb der eigenen Familie. Dieser Gedanke mit anderen Worten ausgedrückt: unser Leben ist ständig im heilsgeschichtlichen Konflikt zwischen Gut und Böse, Licht und Finsternis. Wenn wir diese Konflikte mit Gottes Hilfe durchstehen, empfangen wir den Frieden Christi, den inneren Frieden des Herzens. Je mehr wir gegen das Böse siegen und das Gute in uns erstarkt, wachsen wir in den Frieden Christi hinein.

 

b) Das Wort Christi "nicht Frieden, sondern Spaltung" hat noch eine Bedeutung: es geht um Entscheidung. Christus will nicht laue Christen, die nicht JA oder NEIN sagen können. Er will Menschen, die sich für ihn bewusst entscheiden. Wir brauchen nur auf das Leben Christi zu schauen. Wo immer Christus predigte, hat der Anspruch seines Wortes zur Spaltung geführt, dh die Menschen mussten sich entscheiden, für oder gegen ihn. Jesus beendete sein irdisches Leben nicht unter dem Applaus der Massen sondern am Kreuz, wo nur ein paar Getreue bei ihm ausharrten. Denken wir an die Apostel, wo immer sie Christus verkündeten, kam es zur '"Spaltung". Die Apostelgeschichte erzählt genügend davon. Wo immer auch heute das Wort Christi verkündet wird, führt dieses Wort zur "Spaltung", dh zur Entscheidung. Christus will nicht "müde Konformisten, sondern mutige Glaubenszeugen, in denen das Feuer seiner Liebe brennt"(Benedikt XVI., 9.8.2007).

 

Maria! Vermittle uns die Gnade, im heilsgeschichtlichen Konflikt, in dem wir uns befinden, den Versuchungen zu widerstehen, auf dem Weg des Guten voranzuschreiten, Ausdauer zu haben. Hilf uns, unsere Entscheidung für Christus immer neu zu bekräftigen und zu leben. Vermittle uns auf diesem Weg den Frieden Christi. Amen.

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