060) 14. Sonntag im JK; 7. Juli 2013: FRIEDEN SCHENKEN UND ZURÜCKNEHMEN

14. Sonntag im JK C) 2013

Homilie: "FRIEDE DIESEM HAUS!"(Lk 10,5) FRIEDE WÜNSCHEN UND ZURÜCKNEMEN

 

Christus hat die zwölf Apostel zur Verkündigung ausgesandt. Nach der Aussendung der Zwölf berichtet Lukas von einer Aussendung einer größeren Gruppe von Jüngern. Davon handelt die heutige Evangelienperikope. Christus gibt diesen Jüngern verschiedene konkrete Grundsätze mit, die sie beachten sollen. Eine dieser Anweisungen des Herrn für seine Apostel wollen wir heute etwas genauer betrachten, seine Weisung über den Frieden. Hier geht es um etwas, was auch wir im Alltag immer wieder benötigen. Es ist nicht immer leicht, mit anderen Menschen in Frieden zu leben, selbst wenn wir selber das wollen. Schauen wir, welche Hilfestellungen uns Christus gibt.

 

1) FRIEDE WÜNSCHEN

"Wenn ihr in ein Haus kommt, so sagt als erstes: Friede diesem Haus!"(Lk10,5) Christus zeigt uns eine Grundhaltung, die wir immer im Herzen tragen und pflegen sollen: den anderen den Frieden wünschen. Wenn es Unfriede gibt, egal woher und warum, egal wie schwer, egal welche Form: Meinungsverschiedenheit, Missverständnis, Streit, Unversöhnlichkeit, bis hin zu Feindschaft oder gar Verwünschung oder Verfluchung... Von einem Christen soll und muss der Friede ausgehen. Diesen Schritt sollten wir immer zustande bringen. "Friede diesem Haus!" "Der Friede sei mir dir!"

 

2) MENSCHEN DES UNFRIEDENS

"Wenn dort ein Mann des Friedens wohnt, wird der Friede, den ihr ihm wünscht, auf ihm ruhen." Christus drückt mit diesen Worten aus: es gibt Menschen des Friedens, und es gibt auch Menschen des Unfriedens, die den Frieden bewusst nicht wollen. Einem Menschen des Friedens ist es nicht schwer, den Frieden zu wünschen. Er wird, wenn wir ihm Frieden wünschen, den Segen des Friedens erhalten. Schwierig wird es, wenn ich einem anderen den Frieden wünsche, ihm die Hand reichen will, vielleicht sogar den ersten Schritt zur Versöhnung tue, und dies mehrmals, und der andere will nicht. Leider gibt es solche Menschen. Was dann? Sollte es so sein, dann gibt uns der Herr eine klare Weisung:

 

3) DEN FRIEDEN ZURÜCKNEHMEN

Der Friede soll oder wird "zu euch zurückkehren!" Wenn der andere den Frieden, den ich ihm wünsche, nicht annehmen will, dann soll ich - so sagt Christus - den Frieden zurücknehmen. Das muss man lernen. Gemeint ist: wenn der andere den Frieden, den ich ihm wünsche, nicht annimmt, dann darf ich mir nicht den inneren Frieden nehmen lassen, dann darf ich nicht in innere Not und Bedrängnis geraten, weil der andere kein Mensch des Friedens ist. Wenn der andere den Frieden, den ich ihm wünsche, nicht annimmt, dann darf ich zum Herrn sagen: "Herr, ich will den Frieden, ich verzeihe, doch es wird nicht angenommen... Segne diesen Menschen. Ich bleibe in Deinem Frieden, und gehe in meinem Leben weiter." Das bedeutet, den Frieden zurücknehmen. Ein Mensch des Unfriedens schadet sich nur selber, er kann mir nichts anhaben, wenn ich im Frieden des Gewissens und des Herzens lebe. Auf diese Weise wird der eigene innere Friede immer neu der Ausgangspunkt, einem anderen Menschen den Frieden zu wünschen, zu erbeten, oder neue Schritte zu setzen.

 

Ein herausragendes Beispiel für das Leben und Arbeiten mit Menschen des Unfriedens gab der selige Kaiser Karl. Er war umgeben von Unfrieden, Verleumdung, dazu zählten Politiker, dazu zählten Minister und Mitarbeiter des Kaisers. Er hat sicher darunter gelitten, doch er hatte den Frieden des Herzens, den Frieden Christi. Das hat ihn gehalten und getragen, das hat ihm geholfen, immer neue Schritte des Friedens zu setzen. FRIEDE DIESEM HAUS. Frieden wünschen. Frieden zurücknehmen. Im Frieden bleiben. Amen.

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