055) Dreifaltigkeitssonntag: GOTT IST EWIGE SCHÖNHEIT (St. Augustinus) - DER TEUFEL IST EWIGE HÄSSLICHKEIT

 

Homilie am Hochfest der Allerheiligsten Dreifaltigkeit 2013

DAS GEHEIMNIS GOTTES: GOTT IST EWIGE SCHÖNHEIT (St. Augustinus) - DER TEUFEL IST EWIGE HÄSSLICHKEIT

 

Heute freuen wir uns von ganzem Herzen über das Geheimnis Gottes, das uns die Kirche vor Augen stellt: die Allerheiligste Dreifaltigkeit. Das Geheimnis Gottes ist seine Dreifaltige Liebe, die Einheit der drei Göttlichen Personen; sie sind eins im Wesen der Gottheit, verschieden in der Person, ein Gott in drei Personen. Der Dreifaltige Gott ist die Liebe (1 Joh 4,8). Die Liebe ist Leben, Hingabe, Einheit, Frieden, Freude, die überströmt, sich mitteilt...

 

Wenn der Dreifaltige die Liebe, das Leben, die Wahrheit und die Freude in Fülle ist, dann ist Gott auch strahlende Schönheit, die uns Menschen nicht nur froh machen, sondern das höchste Glück geben will. Der heilige Kirchenvater Augustinus nennt Gott in seinen Confessiones/Bekenntnissen ewige Schönheit: "Spät habe ich dich geliebt, Du Schönheit, ewig alt und ewig neu, spät habe ich dich geliebt", so schreibt Augustinus wehmütig im Gedanken an sein sündiges Leben vor seiner Taufe und Bekehrung. Wir können sagen: Gott ist ewige Schönheit. Wie schön muss Gott sein! Wir können es kaum erahnen! Wie schön muss Gott Vater sein, seine zärtliche, väterliche Liebe, sie erfährt zB jeder, der die Demut aufbringt, in der Beichte seine Sünden zu bekennen. Wie schön muss der Sohn Gottes sein, das Ebenbild des Vaters, das auf Erden aus der Jungfrau Maria Fleisch geworden ist. Wie schön muss Gott, der Heilige Geist sein, sein mildes und reines Licht der Liebe. In einem Lied singen wir über den Sohn Gottes: „Alle die Schönheit Himmels und der Erde, sind gefasst in Dir allein!“(GL 551). Der Dreifaltige Gott - all seine „Wesenseigenschaften“ zusammengefasst - ist ewige Schönheit. Dass dies nicht nur eine theoretische Behauptung ist, sondern eine Tatsache, lässt sich beweisen und erkennen! Diese Schönheit Gottes strahlt aus allen seinen Werken:

 

-         Gottes Schönheit strahlt aus dem Universum, hinter dem sich eine unergründliche Weisheit und Allmacht verbirgt,

-         Gottes Schönheit zeigt sich in der Schöpfung, an allen Ecken und Enden unserer Erde, von den kleinsten Blumen und Gräsern über die Landschaften bis zu den Weltmeeren, sofern wir nicht mit Scheuklappen, mit Kopfhörer und Handys durch die Gegend rennen, und gar nicht mehr sehen und hören, welche Wunder in der Schöpfung verborgen sind,

-         Gottes Schönheit strahlt aus den Menschen, wenn sie im Gnadenstand leben, in der Beziehung zum Schöpfer; wie schön sind die Menschen, wenn aus ihren Herzen die innere Schönheit der Gotteskindschaft leuchtet, durch die Demut, die Gott anbetet, durch den Glauben, die Hoffnung und die Liebe, die sich an Menschen mitteilt,

-         Gottes Schönheit strahlt in der Kirche, dort, wo die Kirche lebendig ist, bei den Heiligen, dort, wo die Kirche in der Wahrheit lebt, entsprechend den Geboten Gottes. Der Apostel Johannes schreibt: „Ich habe keine größere Freude, als zu hören, dass meine Kinder in der Wahrheit leben“(3 Joh 4),

-         Gottes Schönheit leuchtet auch aus den Werken der verschiedenen Arten der Kunst, die Menschen mit den von Gott erhaltenen Talenten entfalten, in Bauwerken, in der Musik, in der Dichtung usw,

-         Gottes Schönheit leuchtet in der Schönheit der Liturgie der Kirche auf, die immer ein Stück Himmel auf Erden erfahrbar machen will; "Schönheit ist der Glanz der Wahrheit"(Augustinus),

-         Gottes Schönheit erstrahlt am vollkommensten und klarsten aus der Seele und dem Leib der jungfräulichen Gottesmutter Maria. Mit ihrer Demut, mit ihrem Glauben, ihren Tugenden, überstrahlt die Muttergottes alle Werke Gottes. Sie, der neue und zuerst erlöste Mensch, ist das schönste aller Werke Gottes. Deshalb besingen die Kirchenlehrer und Heiligen die Schönheit Mariens, in der sich die Schönheit Gottes vollkommen widerspiegelt.

          

Die Allerheiligste Dreifaltigkeit – ewige Schönheit. Das Gegenteil der ewigen Schönheit Gottes ist die ewige Hässlichkeit des Teufels. Seine Hässlichkeit entstand durch sein „non serviam – ich will nicht dienen, ich will mich nicht beugen!“ Er wollte sein wie Gott und hat Gott ewig verloren. Christus sagt über seinen Sturz: "Ich sah den Satan wie einen Blitz vom Himmel fallen"(Lk 10,18). Es ist sein Anliegen, die Schönheit der Werke Gottes zu stören und letztlich zu zerstören, was ihm in Bezug auf die Schöpfung nicht gelingen wird. Uns Menschen will er die Schönheit der Gnade und Gotteskindschaft rauben. Hier liegt es an uns, ob ihm sein Werk der Zerstörung gelingt.

 

Beides finden wir in dieser Welt vor: Die Werke und Spuren der ewigen Schönheit Gottes, die auch die Ursünde nicht auslöschen konnte, auch nicht beim Menschen – und die Werke und Spuren der ewigen Hässlichkeit des Teufels. Wir denken an die vielen Menschen, die durch ihr Leben, ihren Glauben, ihre Gottes- und Nächstenliebe die ewige Schönheit Gottes sichtbar machen. Und wir finden in der Welt die Werke und Spuren der ewigen Hässlichkeit des Teufels vor: Seine Handschrift trägt die Züge von Hochmut, Hass, Zerstörung, Tod usw.

 

Das bedeutet für uns Menschen: Wir müssen uns entscheiden; wollen wir die ewige Schönheit Gottes suchen, mit ihr leben, durch die Sakramente der Kirche selber innerlich neu und schön werden, oder wollen wir einfach mitschwimmen mit der Masse, und in Gefahr kommen, der ewigen Hässlichkeit des Fürsten dieser Welt (Joh 12,31) zu verfallen. Wollen wir dem Leben dienen oder dem Tod? Jeden Tag haben wir neu die Möglichkeit, mit unserem Denken, Reden und Handeln ein wenig von dieser ewigen Schönheit des Dreifaltigen Gottes sichtbar zu machen.

 

Das Geheimnis der Allerheiligsten Dreifaltigkeit. Gott ist ewige Schönheit. Wir Menschen sind von Gott geschaffen, an der ewigen Schönheit Gottes teilzuhaben und sie zu schauen.

 

Maria, unsere Mutter und himmlische Königin! Du schönster aller Menschen! Hilf uns, schön zu werden! Führe uns zur Anschauung der ewigen Schönheit Gottes und beschütze uns auf diesem Weg. Amen.

 

 

Spät habe ich dich geliebt, du Schönheit,
ewig alt und ewig neu,
spät habe ich dich geliebt!
Und sieh, bei mir drin warst du,
und ich lief hinaus und suchte draußen dich,
und hässlich ungestalt warf ich mich
auf das Schöngestaltete, das du geschaffen.
Du warst bei mir, und ich war nicht bei dir.
Und was von dir solang mich fernhielt, waren Dinge,
die doch, wenn sie in dir nicht wären, gar nicht wären.
Du aber riefst und schriest und brachst mir meine Taubheit.
Du blitztest, strahltest und verjagtest meine Blindheit.
Du duftetest, und ich trank deinen Duft und atme nun in dir.
Gekostet hab ich dich, nun hungre ich nach dir und dürste.
Und du berührtest mich,
ich aber glühte in Sehnsucht auf,
in Sehnsucht nach deinem Frieden.

Aurelius Augustinus, (354 - 430), Bischof von Hippo

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