052) Erstkommunion 2013: Der Sonntag, ein Ostergeschenk des Auferstandenen

Erstkommunion Imsterberg; 2. Sonntag der Osterzeit 2013:

Kinderpredigt: DER SONNTAG, EIN OSTERGESCHENK DES AUFERSTANDENEN

Warum feiern wir eure Erstkommunion heute, und nicht morgen, oder am Mittwoch oder an einem anderen Wochentag…? Weil heute Sonntag ist! Warum ist der Sonntag für uns ein besonderer Tag? An einem Sonntag ist Christus von den Toten auferstanden. Mit der Auferstehung hat uns Jesus den Sonntag geschenkt. Der Sonntag ist der Urfeiertag der Christen, d.h. der erste Feiertag. Jeder Sonntag ist ein kleines Osterfest. Jeder Sonntag erinnert uns: Jesus hat die Sünde, den Tod und das Leiden besiegt.

Aus diesem Grund haben die Christen von der ersten Zeit an dem Sonntag einen besonderen Stellenwert gegeben. Drei dieser Namen wollen wir kennen lernen.

Der Name SONNTAG war ein heidnischer Name. Die Heiden im Römischen Reich, die keine Christen waren, haben am Sonntag an den Sonnengott gedacht. Die Christen haben gewusst: „Es gibt keine Götter! Es gibt nur den einen Dreifaltigen Gott. Wir ehren am Sonntag nicht den Sonnengott, den es nicht gibt. Wir ehren den wahren Gott: „Gott den Vater, Jesus, den Sohn Gottes, den Heiligen Geist.“ Die Christen haben gesagt: „Unsere wahre Sonne, die unsere Seele Licht und Leben gibt, ist Jesus Christus.“ So ist bei uns der Name Sonntag geblieben. Jesus ist die Sonne unseres Heils. Ein äußeres Zeichen für die Hinwendung zu Jesus ist die Ausrichtung der Gotteshäuser nach Osten, Richtung Sonnenaufgang, die gemeinsame Gebetsrichtung „zu Jesus hin“.

Ein anderer sehr alter Name für den Sonntag ist: DER TAG DES HERRN. Der Apostel Johannes erzählt uns heute in der Lesung eine Vision. Er sagt, er hatte diese Vision am Tag des Herrn (Off 1,10). Schon die ersten Christen haben den Sonntag den Tag des Herrn genannt. In Italien sagen die Katholiken zum Sonntag nicht Sonntag, wie wir. Sie sagen Herrentag. In Italien feierte ich einmal eine Sonntagsmesse. Es waren auch Urlauber dabei. Nach der Hl. Messe kam ein Ehepaar in die Sakristei und bedankte sich für die Hl. Messe. Ich hatte sie in Latein gefeiert, weil ich nicht italienisch kann. Sie sagten mir: „Padre, buona Domenica!“ Einen schönen Herrentag. Dieser Name sagt uns: Der Sonntag gehört nicht uns. Er gehört Gott. Uns gehören die Werktage, da dürfen wir arbeiten. Der Sonntag gehört Gott. Der hl. Pfarrer von Ars hat gesagt: Wir sollen Gott den Sonntag nicht stehlen. Ein gestohlenes Gut bringt keinen Segen.

Noch einen dritten Namen für den Sonntag: DER ERSTE TAG DER WOCHE (Joh 20,19). Der Sonntag ist für uns Christen nicht der letzte Tag der Woche, sondern der erste Tag. Mit der Auferstehung hat Jesus einen neuen Beginn gemacht, er hat alles neu gemacht. Er hat uns erlöst. Viele Menschen wünschen sich heutzutage ein schönes Wochenende. Noch schöner und besser wäre es, wenn wir Christen uns nicht ein schönes Wochenende wünschen, sondern einen schönen Sonntag! Der Höhepunkt der Woche ist der Sonntag.

Was schenkt uns Jesus durch den Sonntag?

< Zeit für den Gottesdienst: Der Mittelpunkt des Sonntags ist die Feier der Hl. Messe. Wir feiern an jedem Sonntag Tod und Auferstehung Christi. Wir hören das Wort Gottes. Wir dürfen bei der hl. Wandlung dabei sein. Wenn wir die Voraussetzungen erfüllen, dürfen wir Christus in der Hl. Kommunion empfangen. Wir werden gesegnet. Das alles können wir daheim nicht bekommen. Wir empfangen es von Jesus bei der Sonntagsmesse.

< Einen Tag der Arbeitsruhe. Einen Tag in der Woche dürfen wir ausruhen, neue Kraft sammeln. Das Leben ist nicht nur arbeit. Die Arbeit ist wichtig, doch nicht alles.

< mehr Zeit: für die Familie, zum Beisammensein, für einen Ausflug, zum Spielen…

Wenn wir den Sonntag heiligen, empfangen wir für unser Leben, für eine neue Woche, viel Segen. Sehr vieles kommt in Ordnung, wird geheilt, wendet sich zum Guten… allein dadurch, dass wir den Sonntag heiligen – durch Arbeitsruhe und Heilige Messe. Wenn wir das nicht mehr tun, geht viel Segen für unser Leben verloren.

Zusammenfassend – für die Erwachsenen:

Der Sonntag schenkt unserem Leben die notwendigen geistigen Dimensionen, die unserem Leben inneren Gehalt, Erfüllung und Orientierung geben. Ohne den Sonntag verlieren wir uns leicht an das Materielle und Irdische.

Weil der Sonntag für uns Menschen so wichtig ist, hat ihn Gott mit einem eigenen Gebot geschützt und uns daran erinnert. Es ist das dritte Gebot Gottes: „Du sollst den Tag des Herrn heiligen!“

Weil der Sonntag so wichtig ist, haben ihn die Christen heilig gehalten. Aus der Zeit der Urchristen gibt es ein beeindruckendes Beispiel.

Im Jahr 304 verbot Kaiser Diokletian den Christen unter Todesstrafe, am Sonntag zur Hl. Messe zusammen zu kommen. In Abitene, einem Dorf im heutigen Tunesien, Nordarfika, wurden damals 49 Christen bei einer Sonntagsmesse überrascht. Sie wurden festgenommen und nach Karthago zum Prokonsul gebracht, der sie verhört hat. Er fragte die Christen, warum sie gegen den Befehl des Kaisers verstoßen hatten. Einer von ihnen antwortete: „SINE DOMINICO NON POSSUMUS/ohne den Sonntag können wir nicht leben!“ Gemeint war die Sonntagsmesse! Der Prokonsul hat alle 49 Christen hinrichten lassen. Sie sind als Märtyrer des Sonntags in die Geschichte eingegangen.

 

„Ohne den Sonntag können wir nicht leben!“ Dieses Wort gilt auch für uns. Ohne die Sonntagsmesse würde uns das Entscheidende fehlen: die persönliche Begegnung mit dem Auferstandenen, durch das Wort Gottes, durch die Hl. Wandlung, durch die Heilige Kommunion, die Gemeinschaft mit den Brüdern und Schwestern im Glauben.

Liebe Erstkommunionkinder! Liebe Familien! Der Sonntag ist ein Geschenk des Auferstandenen Jesus an uns. Danken wir ihm. Nehmen wir uns vor, dieses Geschenk sorgfältig zu pflegen. Heiligen wir den Sonntag, den Tag des Herrn. Amen.

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