048) Dreikönig 2013: Der Stern des Glaubens

Homilie Dreikönig 2013: „DER STERN ZOG VOR IHNEN HER“(Mt 2,9) - „DER HEILIGE GLAUBE IST DER HELLLEUCHTENDE STERN, DER DIE DUNKLE NACHT DIESER WELT ERHELLT“ (Hl. Josef Freinademetz)

Die Heiligen Drei Könige, Maggoi, Weise, wie sie die Heilige Schrift nennt, waren besondere Persönlichkeiten. Sie haben Himmelsphänomene beobachtet und dabei das Aufgehen eines neuen Sterns gesehen. Aus dem Zusammenhang ergibt sich, dass die Weisen Prophezeiungen des Alten Testamentes kannten, z.B. fragten sie bei Herodes nach dem neugeborenen König der Juden (Mt 2,2) und dieser fragt daraufhin die Hohenpriester nach dem Geburtsort des Messias. Durch ausgewanderte Juden waren die Schriften der Propheten auch außerhalb Palästinas bekannt. So erkennen die Weisen in diesem Stern ein Zeichen der Geburt des Messias aus dem Geschlecht Davids. Diese zwei Begebenheiten müssen wir sehen: die Prophezeiungen des AT und der Stern. Beides zusammen weist sie auf den Weg nach Palästina, in das Land des königlichen Geschlechtes David. Der Stern hat sie an das Ziel dieses Weges geführt, zu Christus.

Diese Ausgangssituation der Heiligen Drei Könige zeigt uns: in allen Völkern gab es Menschen, die aufrichtig Gott suchten, die Wahrheit suchen. Die Weisen haben beides im Kind von Bethlehem gefunden: die Wahrheit und den Messias, den Erlöser.

Zu allen Zeiten ist der Mensch bewusst oder unbewusst ein Gott Suchender. Auch heute! Johannes Paul II. sagte: „Der Mensch [befindet sich] auf einer nach menschlichem Ermessen endlosen Suche…: der Suche nach Wahrheit und der Suche nach einer Person, der er sich anvertrauen kann“ (Enzyklika Fides et ratio Nr. 33). Die Jüdische Philosophin Edith Stein hatte im Jugendalter den jüdischen Glauben abgelegt und sich selbst Atheistin genannt. Sie suchte eine philosophische Wahrheit und fand die Wahrheit in der Person: Jesus Christus. Sie konvertierte im Alter von 31 Jahren zur katholischen Kirche, wurde Karmelitin, und starb 1942 im KZ Auschwitz. Das Suchen nach der Wahrheit führt zum Finden der Wahrheit, zu Christus, der die Wahrheit ist.

Dieses Suchen des Menschen nach Gott und der Wahrheit ist nicht einfach. In der heutigen Zeit gibt es Heilslehren und Angebote in großer Zahl. Wie in einem Restaurant kann man sich al la carte auswählen was einem zusagt. Was einem nicht gefällt, lässt man weg. Der Prophet Jesaja sagt in der Lesung: „Finsternis bedeckt die Erde und Dunkel die Völker“(Jes 60,2). Die Welt mit all ihrem Luxus, mit all ihren materiellen, technischen und elektronischen Errungenschaften ist nicht in der Lage, uns Menschen geistige Orientierung zu geben. Die westliche Welt hat, wie Benedikt XVI. andeutet (Angelus am 6.1.2012) die geistige Orientierung verloren. Die einfachsten Grundwahrheiten über das Leben, über den Menschen, den Wert der Ungeborenen Kinder, über die Familie, werden nicht mehr klar erkannt. Das Abnormale ist beinahe normal geworden. Das Gute wird als Böses und das Böse als Gut hingestellt (Jes 5,20). Kardinal Meissner von Köln sagte kürzlich „Wo leben wir denn? Ist die Verwirrung überhaupt noch zu übertreffen“(aus der Predigt am 28.12.2012)?

Doch diese Situation ist für den Glaubenden in der Kirche nie hoffnungslos. „Auf, werde Licht, Jerusalem, denn es kommt dein Licht, und die Herrlichkeit des Herrn geht leuchtend auf über dir“(Jes 60,1). Die Kirche schaut durch diesen Nebel der Verwirrung hindurch. Die Kirche hat keine technischen Lösungen zur Überwindung der Probleme der Welt. Was die Kirche hat, ist etwas ganz anderes: Die Kirche hat den Stern, sie hat das Licht. Der Stern ist ein Zeichen für Christus: ER ist das Licht, die Wahrheit, der Weg, das Leben (Joh 14,6). Das Licht Christi ist nur im Glauben erkennbar. Deshalb ist der Stern auch ein Symbol für das Licht des Glaubens. Der heilige Joseph Freinademetz sagt: „Der Heilige Glaube ist der hell leuchtende Stern, der die dunkle Nacht dieser Welt erhellt“. Nur der Glaube gibt uns Antwort auf die Grundfragen des Lebens: woher kommen wir, wohin gehen wir, wer ist Gott, wie ist Gott, welchen Sinn hat das Leiden, warum der Tod, was kommt nach dem Tod usw.

Welche Sterne der Orientierung haben wir auf unserem persönlichen Lebensweg? Ist Christus der Stern, an den wir uns halten? Das Wort Christi in der Heiligen Schrift, das wir an jedem Sonntag hören dürfen? Das Wort der Kirche?

Die Kirche als Ganzes ist in der Welt wie ein Stern der Orientierung. Das Jahr des Glaubens will uns helfen, mit Hilfe des Katechismus das Licht des Glaubens wieder neu in seiner Klarheit und Schönheit kennenzulernen. Kennen wir die Lehren des Glaubens genügend? Bilden wir uns im Glauben weiter? Sind wir fähig, darüber Zeugnis zu geben, Rede und Antwort zu stehen, von der Hoffnung, die uns erfüllt (1 Petr 3,15)?

Wenn die Kirche als Ganzes als Trägerin und Vermittlerin des Glaubenslichtes der Stern in der Dunkelheit der Welt ist, dann gilt das auch von jedem Christen. Von jedem Christen sollte man sagen können, dass er zumindest ein kleiner Stern ist, der mit seinem Leben und seinem Beispiel die Wege seiner Mitmenschen erhellt. Wie wichtig ist es, dass wir unsere christliche Berufung auch leben, dieser Berufung treu sind. Jeder von uns ist auf seinem persönlichen Glaubensweg unterwegs. Und gleichzeitig muss er mit dem kleinen Licht, das er in sich trägt, den Menschen an seiner Seite helfen, den Weg zu Christus zu finden.

Maria, du hast den Heiligen Drei Königen in Betlehem Christus gezeigt, sie haben sich vor dem Erlöser niedergeworfen und ihn angebetet. Ihre Herzen wurden verwandelt und erleuchtet. Wir bitten dich: erleuchte unsere Herzen mit dem Licht des Glaubens. Und hilf uns, mit diesem Licht auch das Leben anderer Menschen zu erhellen. Amen.

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