040) 1. Adventsonntag: Aufruf des Bischofs zur Adventsammlung "Bruder und Schwester in Not"

Aufruf des Bischofs zur Adventsammlung „Bruder und Schwester in Not“ 2012 - Solidarität wachsen lassen

Es gibt Länder, die auf den ersten Blick wohl nicht in unsere Wahrnehmung von Not und Armut fallen. Eines dieser Länder ist El Salvador in Zentralamerika. Bei genauer Betrachtung zeigt sich eine lange Geschichte von Unterdrückung und Ungerechtigkeit, bis in die Gegenwart. Eine Ungerechtigkeit, die sich nach Beendigung des Bürgerkrieges fortzieht, wirtschaftlich, politisch und sozial.

„In El Salvador können wir sagen, dass der Abstand wächst zwischen den vielen, die nichts haben, und den wenigen, die alles haben.“

Diese Analyse von Erzbischof Oscar Romero hat heute noch Gültigkeit. Er war einer derjenigen, die sich Zeit ihres Lebens aktiv und öffentlich gegen Ungerechtigkeit einsetzten und sich solidarisch mit den Armen und Unterdrückten zeigten. Denen eine Stimme verleihen, die keine Stimme haben. Frei nach Oscar Romero kann dies als ein Motto der Arbeit von Bruder und Schwester in Not gelten. Mit der Adventaktion 2012 bittet die diözesane Solidaritätsaktion um Spenden zur Verbesserung der Ernährungssituation in den städtischen Armenvierteln von San Salvador. Und verleiht denjenigen eine Stimme, die oft als die Schwächsten in der Gesellschaft bezeichnet werden: den Frauen und ihren Kindern.

„Fürchte dich nicht, es blüht hinter uns her.“

 Diese Worte von Hildegard Domin geben Hoffnung und Mut. Jede und jeder von uns kann die Samen säen für eine blühende, bessere und solidarische Welt. Durch Ihre Spende erhalten die Frauen und Mütter in El Salvador die Möglichkeit, es rund um ihre Häuser blühen und wachsen zu lassen und damit eigenmächtig die Lebensmittelversorgung der Familien zu sichern. Ihre Unterstützung ermöglicht es den Frauen aber auch, sich solidarisch zusammenzuschließen und gemeinsam an einer Verbesserung ihrer Lebenssituation zu arbeiten.

Mit Segenswünschen

+ Manfred Scheuer
Bischof von Innsbruck

 

Projektbeschreibung: Hauptprojekt der Adventsammlung 2012 von Bruder und Schwester in Not

 

Pflanzen der Hoffnung

Angekommen in Chankala, einem Außenviertel von San Salvador, der Hauptstadt El Salvadors. Die jungen Menschen ziehen von den ländlichen Gegenden hierher, auf der Suche nach einer besseren Zukunft. Unter großen, schattenspendenden Bäumen stehen ein paar bescheidene Häuser, in der Mitte ein eingezäuntes Fleckchen Erde. Es ist ein Schulungsgarten, das neue Gemeinschaftsprojekt des Viertels. Noch stehen zwar erst die mit Erde gefüllten Hochbeete aus Bambusrohren, doch bald wird es hier wachsen und gedeihen. Die Samen sind bereits gesät. Der selbstgebaute Zaun schützt den Garten vor den frei herumlaufenden Hühnern. Schulungen in gesunder Ernährung und biologischem Gemüse-Anbau haben die Frauen und Männer von Chankala bereits erhalten. Nun wollen sie es eigenständig probieren, im gemeinschaftlichen Schulungsgarten und auch bei sich zu Hause. 20 Personen aus der Nachbarschaft machen mit, lernen, wie man die verschiedenen Gemüsesorten anbaut und den Garten pflegt, wechseln sich beim Gießen ab und tauschen sich aus. Baute man frühe nur Mais und Bohnen an, so ist es nun eine gesunde Vielfalt: Kraut, Tomaten, Salat, Gurken, Kürbis, Melanzani, Broccoli und Kräuter.

Ernährung sichern

Neben dem Gemeinschaftsgarten wenden die Frauen das bereits Gelernte auch bei sich zu Hause an. Da wachsen Salatpflanzen im alten Küchentopf, Tomatenstauden in Plastikkübel und Kohlgewächse in mit Erde gefüllten Autoreifen. „Wir Frauen vereinigen uns und arbeiten zusammen, hier sind wir alle gleich und gestalten miteinander eine bessere Zukunft“, meint eine der Gärtnerinnen. Und es geht auch um die Gesundheit ihrer Kinder. Im Zuge des Projektes erhalten die Frauen Bewusstseinsbildung über gesunde und abwechslungsreiche Ernährung. Gewichtskontrollen für Kinder unter 12 Jahren gehören dazu, medizinische Beratung und bei Bedarf Zusatznahrung. Die Ernte des Projektes ist jetzt schon groß und reichhaltig: Seit sie sich versammeln, fühlen sich die Frauen gestärkt und haben an Selbstbewusstsein gewonnen. Die Hoffnung auf eine bessere Zukunft ist zwar noch ein zartes Pflänzchen, aber es wächst.

 

 Infos zum Projekt: „Verbesserung der Ernährungssituation“

Projektträger: Circulo Solidario, lokale Nichtregierungsorganisation

Begünstigte insgesamt: ca.1950 Personen, davon 60% alleinerziehende Mütter

Die Früchte des eigenen Tun ernten und selbst zu einem guten Leben beitragen. Das ist das Ziel der Frauen von Chankala in El Salvador. Unterstützt von der lokalen Nichtregierungsorganisation „Circulo Solidario“ erlernen sie in Schulungen Wissen und Fertigkeiten zur gesunden Ernährung sowie zum biologischen Gemüseanbau. Bruder und Schwester in Not unterstützt das Ernährungs- und Gesundheitsprojekt des „Circulo Solidario“ mit der diesjährigen Adventsammlung.

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