Bedeutung des Latein für die Kirche

 

Was Karl der Große und Papst Benedikt XVI. gemeinsam haben

 

Gero P. Weishaupt, Latinist bei der deutschsprachigen Redaktion von Radio Vatikan, sprach im KATH.NET-Interview

über die Bedeutung der lateinischen Sprache

27. Dezember 2007, 15:38

 

KATH.NET: Warum ist Latein so wichtig für die Kirche?

 

Gero P. Weishaupt: Die Bedeutung des Lateins für die Kirche sehe ich vor allem in ihrer dreifachen Symbolkraft: Latein als Ausdruck der Universalität, der Einheit und der Tranzendenz.

 

Die Päpste haben immer wieder nachdrücklich auf die Bedeutung des Lateins für die Katholische Kirche hingewiesen. So stellte etwa Papst Pius XI. in seinem Apostolischen Schreiben Officium omnium vom 1. August 1922 über die Kirchensprache Latein fest: „Da die Kirche sowohl alle Völker umfasst als auch bis zum Ende der Zeiten bestehen wird, bedarf sie einer ihrer Natur nach universalen, unwandelbaren Sprache. Das ist die lateinische Sprache.“

 

Nach Johannes XXIII. entspricht die lateinische Sprache dem Wesen der Kirche als universaler Glaubensgemeinschaft, deren Glauben unwandelbar ist. Das schreibt er in der denk- und lesenwürdigen Apostolischen Konstitution Veterum Sapientiae vom 22. Februar 1962.

 

Die Katholische Kirche ist universal, sie ist weltumspannend und völkerverbindend. Als eine welt- und völkerumspannende Gemeinschaft bedarf sie der Sprache, die seit dem Untergang des Imperium Romanum von keinem Volk mehr gesprochen wird und darum gleichsam über allen anderen Volkssprachen steht.

 

Tatsächlich liegt die Verwendung des Lateins bei Texten, die für die gesamte Weltkirche bestimmt sind – man kann hier etwa denken an das Kirchliche Gesetzbuch (Codex Iuris Canonici), an weltkirchliche päpstliche Dokumente wie Enzykliken, Apostolische Konstitutionen oder Postsynodale Apostolische Exhortationen - klar auf der Hand. Die in ihnen verwendete lateinische Sprache zeigt, dass die Kirche sich in dem betreffenden Dokument an alle Katholiken überall auf der Welt richtet.

 

Durch das Latein wird somit die Bevorzugung von bestimmten Völkern vermieden, was geschehen würde, wenn die Kirche in deren Sprache ihre Dokumente veröffentlichen würde. Das ist ein Grund, warum die römische Kurie universalkirchliche Dokumente nicht auf Englisch oder Spanisch verfasst, sondern auf Latein.

 

Rom ist als die Stadt Petri immer Zentrum der Weltkirche und Garant der Einheit in der Universalität gewesen. Wodurch drückt sich die Einheit und Verbundenheit aller Katholiken mit dem Nachfolger Petri auf dem römischen Bischofsstuhl deutlicher aus als durch das Latein, die Sprache Roms, die überzeitliche Muttersprache dieser Stadt, die spätestens seit dem 4. Jahrhundert die Universalsprache des Orbis Catholicus ist.

 

Neben seiner völkerverbindenden und Einheit ausdrückenden Funktion kommt dem Latein als Sakralsprache noch eine andere wesentliche Symbolkraft zu: die der Transzendenz. Weil Latein zeitlos ist und als „tote Sprache“ keinen Bedeutungsveränderungen unterliegt, symbolisiert es zugleich Ewigkeit, Unveränderlichkeit, Überzeitlichkeit und ist darum in hohem Maße Zeichen für die göttliche Transzendenz.

 

Wer vertraut ist mit den lateinischen Orationen, der erkennt unschwer, wie prägnant, geballt, syntaktisch elegant, mit Klang- und Wortfiguren bereichert und mit einer geradezu juridischen Präzision die lateinischen Gebete formuliert sind. Dieses römischem Denken wesenseigene Merkmal verleiht der lateinischen Liturgie ihre Größe, Schlichtheit, Erhabenheit und Objektivität. Latein als Kultsprache der römisch-katholischen Kirche umschließt gleichsam wie eine Ikonostase bergend das Heilige.

 

KATH.NET: Müsste die Sprache der Kirche nicht eigentlich Altgriechisch oder Aramäisch sein?

 

Gero P. Weishaupt: Die Kultsprache der ersten Christengeneration in Palästina ist tatsächlich Aramäisch gewesen, das auch von Jesus und seinen Jüngern gesprochen wurde. Mit dem Eintritt des Christentums in den hellenistischen Kulturraum wird auch deren Sprache, Griechisch, für die Liturgie übernommen.

 

Anfangs war die Liturgiesprache in der Stadt Rom tatsächlich auch Griechisch. Das hing damit zusammen, dass im Zuge der Eroberungen der Völker im Osten des Römischen Reiches viele Griechisch sprechende Immigranten aus der östlichen Reichshälfte in der Westhälfte, vor allem auch in Rom, lebten.

 

Das Griechisch, das damals gesprochen wurde, war übrigens nicht mehr das klassische Altgriechisch Homers oder Platons, sondern das vereinfachte Koine-Griechisch der Septuaginta und des Neuen Testamentes. Dieses Koine-Griechisch sollte nicht ganz ohne Einfluss auf die sich nun entwickelnde lateinische Kirchensprache werden.

 

Im zweiten nachchristlichen Jahrhundert setzte sich von Nordafrika aus eine Latinisierung des Gottesdienstes in Rom durch, ein Prozess, der Ende des vierten Jahrhunderts n. Chr. unter Papst Damasus als abgeschlossen gelten kann. Seitdem wurde im gesamten Orbis Catholicus des Westens die Liturgie auf Lateinisch gefeiert.

 

Aramäisch, die Sprache Jesu, hat sich im Westen nicht durchsetzen können. Es ist wie Griechisch auf den Osten, namentlich auf Syrien, beschränkt geblieben. Aus diesen kulturgeschichtlichen Umständen erklärt sich der Siegeszug der lateinischen Sprache im Westen, insbesondere ihre Verwendung als Kultsprache des Abendlandes.

 

KATH.NET: Welchen Zusammenhang gibt es zwischen Latein und der so genannten „Alten Messe“?

 

Gero P. Weishaupt: Bei dieser Frage muss ich vorab bemerken, dass ich kein Liturgiewissenschaftler bin. Dennoch meine ich behaupten zu können, dass ich einen wesentlichen Zusammenhang nicht sehe. Schon die geschichtliche Entwicklung zeigt, dass die lateinische Sprache nicht wesentlich zur Liturgie gehört.

 

Jesus hat beim Letzten Abendmahl nicht Latein gesprochen. Gehörte Latein wesentlich dazu, hätte er es sicherlich verwendet. Die ersten Christengenerationen in Palästina feierten die Messe auf Aramäisch, im alten Rom der ersten zwei Jahrhunderte n. Chr. auf Griechisch. Später im 9. Jahrhundert, zu einer Zeit, da Latein als Kultsprache schon lange verwendet wurde, waren es die Slawenapostel Kyrillos und Methodius, die die erste nichtlateinische Volkssprache in die römische Liturgie eingeführt haben. Deren Gebrauch wurde spätestens durch Papst Johannes VIII. approbiert.

 

Das Konzil von Trient selbst hat die Möglichkeit nicht ausschlossen, den Messritus in der Volksprache zu feiern. Trotz der Forderung der Reformatoren nach dem Gebrauch der Volksprache, fällt auf, dass das Tridentinum seine Forderung der lateinischen Sprache in der Liturgie maßvoll aussagt: „Si quis dixerit ... lingua tantum vulgari Missam celebari debere .... A.S“ (DS 1749). (Wenn jemand sagt, die Messe dürfe nur in der Volkssprache zelebriert werden ... der sei ausgeschlossen.)

 

Man darf hier das „tantum“ (ausschließlich, nur) im lateinischen Konzilstext nicht übersehen. Das heißt aber, dass nur die Forderung nach der ausschließlichen (tantum) Verwendung der Volkssprache in der Messe, wie sie die Reformatoren erhoben, durch das Konzil von Trient verurteilt worden ist. Damit wurde aber die Messe in der Volkssprache oder einige Teile der Messe in der Volksprache von den Konzilsvätern in Trient keineswegs ausgeschlossen. Es bestand also durchaus die Möglichkeit, die Volkssprache zu verwenden, etwa für die Lesungen oder bestimmte Gebete.

 

Wenn es diese Ausnahmen gibt, dann zeigt mir das, dass es keinen inneren, wesentlichen Zusammenhang zwischen dem „tridentinischen“ Messritus, der heutigen forma extraordinaria, und der lateinischen Sprache geben kann. Außer Frage steht natürlich, dass die lateinische Sprache dem Ritus Papst Pius V. durchaus angemessen ist, wenn man bedenkt, dass gerade dem so genannten Tridentinischen Messritus eine ausgesprochen transzendente Ausrichtung eigen ist und Latein, wie gesagt, Ausdruck, Symbol der Transzendenz ist. In diesem Sinne gibt es gewiss einen Zusammenhang zwischen der lateinischen Sprache und der sogenannten „Alten Messe“.

 

KATH.NET: Soll Latein auch als „forma ordinaria“ wieder mehr Bedeutung gewinnen?

Gero P. Weishaupt: Eines ist unbestreitbar: Die Väter des Zweiten Vatikanischen Konzils haben an der lateinischen Sakralsprache festgehalten: „Der Gebrauch der lateinischen Sprache“, so liest man in der Liturgiekonstitution Sacrosanctum Concilium unzweideutig, „soll in den katholischen Riten erhalten bleiben ...“ (Nr. 36 § 1).

Dabei wurde aus pastoralen Nützlichkeitserwägungen dem Gebrauch der Muttersprache ein weiterer Raum als bisher zugebilligt, vor allem in den Lesungen und in einigen Orationen und Gesängen (Nr. 36 § 2). Abgeschafft hat das Konzil das Latein also nicht. Wer die Messe darum auf Latein feiert, braucht sich nicht zu rechtfertigen.

 

Er tut nichts anders, als was das Konzil gefordert hat. Der Wortlaut des Konzilstextes spricht sogar deutlich für eine Bevorzugung der lateinischen Sprache als Kultsprache gegenüber der Volkssprache. Zu sehr waren die Väter des Konzils von der Bedeutung des Lateins für die Kirche und ihren Kult überzeugt, als dass sie sie, die zudem unsere abendländische Kultur mitgeprägt hat und ohne die Europa undenkbar ist, aufgeben wollten.

 

Auch Papst Benedikt XVI. hat bei verschiedenen Gelegenheiten den nicht zu unterschätzenden Wert der lateinischen Sprache für die Kirche und Europa hervorgehoben. Zuletzt noch - im Blick auf ihre Verwendung in der katholischen Liturgie - in seiner Nachsynodalen Apostolischen Exhortation Sacramentum Caritatis vom 22. Februar 2007 (Nr. 64).

Somit ist klar, dass eine „Renaissance“ des Lateins in der katholischen Liturgie nach der forma ordinaria, also dem nachkonziliaren Messritus ein Gebot der Stunde ist. Es wird höchste Zeit, dass nach mehr als 43 Jahren seit der Liturgiekonstitution Sacrosanctum Concilium die lateinische Sprache den Platz erhält, der ihr nach dem Wunsch der Konzilsväter zukommen soll.

 

Ich bin mir darüber im klaren, dass dies nicht von heute auf morgen geschehen kann, nachdem jahrzehntelang in unseren Gemeinden eine andere Praxis vorgeherrscht hat. Papst Benedikt XVI. stellt nun die Weichen für eine Verwirklichung des Konzils auch auf liturgischem Gebiet, insbesondere im Blick auf den Gebrauch der lateinischen Sprache in der Liturgie.

 

KATH.NET: Sehen Sie in Papst Benedikt einen Unterstützer für mehr Latein in der Kirche?

 

Gero P. Weishaupt: Zweieinhalb Jahre nach der Papstwahl zeichnet sich deutlich ab, dass im Pontifikat Papst Benedikts XVI. weitere Weichen für eine Umsetzung des Zweiten Vatikanischen Konzils gestellt werden, nachdem auch seine Vorgänger nach Kräften alles getan haben, das Konzil zu verwirklichen.

Bei der Umsetzung des Zweiten Vatikanischen Konzils gilt es, seine Texte ausschließlich in der „Hermeneutik der Kontinuität“, von der der Papst in seiner gleichsam programmatischen Ansprache an die Kurie vom 22. Dezember 2005 gesprochen hat, zu lesen und zu interpretieren. Die Konzilstexte sollen im Spiegel der Tradition gedeutet und in der kirchlichen Praxis umgesetzt werden.

 

Latein ist spätestens seit der Zeit nach der Konstantinischen Wende im 4. Jahrhundert die offizielle Amts- und Kultsprache der Katholischen Kirche. Was seine Verwendung in der Liturgie angeht, haben die Väter des Zweiten Vatikanischen Konzils unmissverständlich aus guten Gründen daran festhalten wollen. Die nachkonziliare Praxis hat – leider – eine andere Entwicklung durchgemacht.

 

In den letzten 40 Jahren ist Latein in der Liturgie weitgehend vernachlässigt, ja geradezu aus der Liturgie verbannt worden. Man muss einfach nüchtern feststellen, dass diese Praxis dem Konzil widerspricht. Dieser Umstand wurde noch gefördert durch die kulturhistorische Entwicklung in den letzen Jahrzehnten. Die Verkürzung der Gymnasialzeit, die Ausdehnung des Unterrichts auf moderne Fremdsprachen, die vornehmlich naturwissenschaftliche Ausrichtung der Schulen als Reaktion auf eine zunehmend von Technik geprägten Gesellschaft haben zu einer Zurückdrängung des altsprachlichen Unterrichts (Altgriechisch und Latein) geführt.

 

Das kulturelle Klima der Gegenwart ist damit alles andere als für die lateinische Sprache günstig. Bei zahllosen Klerikern, also auch bei nicht wenigen Bischöfen, sicher der jüngeren Generation, kann eine ausreichende Kenntnis der alten Sprachen, insbesondere des Lateins, nicht mehr vorausgesetzt werden.

Parallele in der Geschichte

 

Diese kulturhistorische Entwicklung unserer Zeit hat eine Parallele in der Geschichte. In der Zeit der Merowinger erlebte die europäische Kultur einen Tiefgang. Im Zuge der Völkerwanderung und der Expansion germanischer Völker in das ehemalige Imperium Romanum kam es zu einer Sprachverrohung.

 

Mangelnde Pflege des Lateins hatte eine Unkenntnis der alten Kirchensprache beim Klerus zur Folge. Das zeigt exemplarisch der heiligen Bonifatius, der 749 klagte, dass in Bayern die Priester tauften „in nomine patria et filia“ (anstatt „in nomine patris et filii“). Es war das in seiner kulturhistorischen Tragweite nicht zu unterschätzende Verdienst des Frankenkönigs Karls des Großen, im Zuge seiner Kulturpolitik die klassisch-lateinischen Bildung - vor allem beim Klerus - wiederhergestellt und zu neuer Blüte geführt zu haben.

 

In die Geschichte ist diese Restauration als die „Karolingische Renaissance“ eingegangen. Wir können es dem späteren Kaiser Karl dem Großen verdanken, dass das Bildungsniveau auf allen Gebieten angehoben und die Pflege des der lateinischen Sprache aufgewertet wurde.

Karl der Große und Papst Benedikt XVI.

 

Ich möchte behaupten, dass sich etwas Ähnliches auch in unseren Tagen vollzieht, mit dem einen Unterschied, dass es nicht ein Kaiser ist, der die lateinische Sprache aufwertet, sondern ein Papst. Schon die ersten Stunden des Pontifikates Papst Benedikt XVI. standen im Zeichen der lateinischen Sprache.

 

Wer erinnert sich nicht an die allererste Predigt, die der deutsche Pontifex vor den Kardinälen am Tage nach der Papstwahl in der Kapelle Sixtina auf Lateinisch gehalten hat? Die Papstliturgie in Rom wird seitdem wieder häufiger in Latein gefeiert. Im November 2005 empfing Benedikt XVI. die Teilnehmer am Certamen Vaticanum in Audienz und rief über dieses Forum hinaus dazu auf, die lateinische Sprache zu pflegen.

 

Wörtlich sagte er damals: „Außerdem will ich vor allen euch ermuntern und anspornen, dass ihr unsere lateinische Literatur, sei sie nun antik oder modern, weltlich oder geistlich, nicht nur mit ehrendem Eifer bewahrt, sondern sie auch mit neuen Methoden lehrt und sie vornehmlich den jungen Menschen nahebringt.“

 

Von besonderer Bedeutung und Tragweite für eine Wiederbelebung des Lateins in der Liturgie sind meines Erachtens allerdings zwei Dokumente, die im Laufe des Jahres 2007 erschienen sind: das Nachsynodale Apostolische Schreiben Sacramentum Caritatis vom 22. Februar 2007 und das Motu Proprio Summorum Pontificum vom 7. Juli 2007.

 

Nachdem der Papst in Sacramentum Caritatis empfohlen hat, die Messfeiern, vor allem bei internationalen Treffen, in lateinischer Sprache zu halten, bittet er zugleich darum, „dass die zukünftigen Priester von der Seminarzeit an darauf vorbereitet werden, die heilige Messe in Latein zu verstehen und zu zelebrieren sowie lateinische Texte zu nutzen ...“

 

Außerdem ruft er auf, „dass auch die Gläubigen angeleitet werden, die allgemeinsten Gebete in Latein zu kennen ...“ (Nr. 62). Mehr als in der bisherigen Praxis soll also in der Ausbildung zukünftiger Priester der lateinischen Sprache Rechnung getragen werden. Damit steht der Papst ganz in der Linie der Bestimmungen des Zweiten Vatikanischen Konzils (vgl. Optatam totius, Nr. 13) und des Kirchlichen Gesetzbuches (cann. 249 und 928).

 

Zu einer Renaissance des Lateins in der Liturgie wird sicher auch und nicht zuletzt die allgemeine Zulassung der sogenannten Tridentinischen Messe als forma extraordinaria des einen Römischen Ritus beitragen. Es ist der ausdrückliche Wunsch des Papstes, dass „sich beide Formen des Usus des Ritus Romanus gegenseitig befruchten“.

 

In seinem Begleitbrief zum Motu Proprio an die Bischöfe hebt der Papst hervor: „In der Feier der Messe nach dem Missale Pauls VI. kann stärker, als bisher weithin der Fall ist, jene Sakralität erscheinen, die viele Menschen zum alten Usus hinzieht.“ Zur Sakralität des alten Usus trägt nicht zuletzt die lateinische Kultsprache bei, in der der „Tridentinische Ritus“ gefeiert wird.

 

Aufgrund der gewünschten gegenseitigen Befruchtung und nicht zuletzt auch im Blick auf eine „Reform der Reform“, von der Papst Benedikt XVI. bzw. Joseph Ratzinger in den letzten Jahren verschiedene Male gesprochen hat, sind mit dem Motu Proprio die Weichen gestellt für eine Aufwertung des Lateins auch in der forma extraordinaria der Messfeier.

 

Man kann darum, meine ich, mit Fug und Recht sagen, dass Papst Benedikt XVI. ein Unterstützer für „mehr Latein“ in der Kirche ist. Die Kirche ist immer kulturprägend gewesen. Die Wiederbelebung des Lateins in diesem Pontifikat könnte auch positive Auswirkungen haben auf die Bildungskultur in Europa. Nach der „Karolingischen Renaissance“ im 800. Jahrhundert scheint sich nun zu Beginn des zweiten Jahrtausends eine „Benediktinische Renaissance“ abzuzeichnen.

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