23) ICH GLAUBE - WIR GLAUBEN

15. Sonntag im Jahreskreis C) - Homilie zum Jahr des Glaubens:

ICH GLAUBE – WIR GLAUBEN (KKK 166 bis 167)

 

Die erste Lesung zeigt uns Mose ,wie er dem Volk Israel das Wort Gottes vermittelt, das Volk anleitet, in den Bund mit Gott einzutreten, die Gebote Gottes zu leben als ein Leben im Bund mit Gott. Die Israeliten haben sich damals beim Bundesschluss am Sinai auf Gott eingelassen, sie haben auf die Offenbarung Gottes mit ihrem persönlichen Willen geantwortet. Diese Antwort war eine Antwort des Glaubens. Es war eine Antwort des Volkes Israels als Ganzes und doch auch eine Antwort der einzelnen Menschen. Von dieser Lesung her fällt ein Licht auf unseren menschlichen Glaubensakt: ICH glaube und WIR glauben. So hat es der Katechismus formuliert. Hören wir zuerst diese Aussagen zu ICH GLAUBE - WIR GLAUBEN:

 

166 Der Glaube ist ein persönlicher Akt: die freie Antwort des Menschen auf die Einladung des sich offenbarenden Gottes. Doch der Glaube ist kein isolierter Akt. Niemand kann für sich allein glauben, wie auch niemand für sich allein leben kann. Niemand hat sich selbst den Glauben gegeben, wie auch niemand sich selbst das Leben gegeben hat. Der Glaubende hat den Glauben von anderen empfangen; er muß ihn anderen weitergeben. Unsere Liebe zu Jesus und den Menschen drängt uns, zu anderen von unserem Glauben zu sprechen. Jeder Glaubende ist so ein Glied in der großen Kette der Glaubenden. Ich kann nicht glauben, wenn ich nicht durch den Glauben anderer getragen bin, und ich trage durch meinen Glauben den Glauben anderer mit.

 

Anmerkung:

Wenn wir sprechen: ICH GLAUBE, so zeigt das, dass der Glaube mein ganz persönlicher Akt ist, meine Entscheidung, meine Haltung des Herzens. Der Glaube muss tatsächlich eine Haltung werden, die ganz in meine Person hineinreicht: ich will glauben, ich schenke mich Gott hin, vertraue ihm mein Leben und meinen Weg an, ich nehme seine Offenbarung an. Dieses ICH beim Glauben ist kein Egoismus, es ist sozusagen mein Herz. In unserer Zeit ist Glauben nur mehr möglich, wenn diese persönliche Entscheidung zustande kommt, erhalten wird, gepflegt wird. Das "ich glaube" kommt zustande durch eine bewusste Entscheidung, die man trifft, nach einem Bekehrungserlebnis, bei Exerzitien, mit einer Marienweihe... Manche treffen diese Entscheidung durch ein ständiges Mitleben mit der Kirche, sozusagen indirekt. Das gibt es auch. Überleben wird heute nur mehr ein Entscheidungschristentum.

 

167 ,,Ich glaube" (Apostolisches Glaubensbekenntnis): das ist der Glaube der Kirche, wie ihn jeder Glaubende, vor allem bei der Taufe, persönlich bekennt. ,,Wir glauben" (Glaubensbekenntnis von Nizäa-Konstantinopel gr.): das ist der Glaube der Kirche, wie ihn die zum Konzil versammelten Bischöfe oder, allgemeiner, die zur Liturgie versammelten Gläubigen bekennen. ,,Ich glaube": So spricht auch die Kirche, unsere Mutter, die durch ihren Glauben Gott antwortet und uns sagen lehrt: ,,Ich glaube", ,,wir glauben".

 

Anmerkung:

Das ICH GLAUBE ist nur möglich durch ein Mitglauben mit der Kirche, durch das WIR GLAUBEN. Die Kirche ist kein Wirtschaftsbetrieb, sie ist Glaubensgemeinschaft. Im Glauben dürfen wir einander tragen, einander stärken, einander helfen.

 

Maria, Mutter des Glaubens, hilf uns, zu einem tiefen, persönlichen Glauben zu gelangen. Hilf uns erkennen, dass der Weg dazu die Kirche ist, das WIR GLAUBEN, der Kirche. Mit dir zusammen wollen wir bekennen: ICH GLAUBE und WIR GLAUBEN. Amen.

 

 

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