1. Adventsonntag 2019

IMPULSE ZUM ADVENT

Predigt von Pf. Stephan Müller

           

Kaum eine Zeit des Kirchenjahres hat sich von ihrer christlichen Bedeutung so sehr entfernt, wurde so sinnentleert, entweiht, mit heidnischen Praktiken erfüllt usw. wie der Advent. Die Kirche hat die Gläubigen immer aufgerufen und eingeladen, den Advent als „geprägte Zeit“ zu pflegen und heilig zu halten. Wie können wir den Advent katholisch und sinnvoll gestalten?

           

Drei Impulse:

 

1) Reizüberflutung. In der heutigen Gesellschaft sind die Kennzeichen des Advent nicht die christlichen Inhalte dieser heiligen Zeit, sondern eine sehr starke Reizüberflutung. Wie kaum in einer anderen Jahreszeit ist der Advent überflutet mit Dingen, die unsere Sinne reizen, beanspruchen, vereinnahmen: Verkitschte Weihnachtssymbole, Lärm, lärmende Veranstaltungen, nicht zur Ruhe kommen, nicht zur Besinnung kommen usw.

           

Die Reizüberflutung verhindert, dass wir in die Stille kommen, dass wir zu uns selber finden, dass wir auf Gott hören. Die Reizüberflutung behindert oder gar zerstört die innere Wahrnehmungsfähigkeit auf Gott hin und aufeinander hin.

           

Die Kirche war und ist immer eine gute Erzieherin zur Entfaltung der Menschennatur. Lernen wir von der Liturgie. Lassen wir von der Liturgie unseren Adventalltag prägen: Verehrung der Gottesmutter, Schlichtheit  (Symbol der Adventlichen Bußfarbe violett), kein Weihnachtsschmuck, Stille, …

2) Stille. Bemühen wir uns um die äußere Stille. Suchen wir die innere Stille. Ein Mensch, der nicht mehr in die Stille geht, verliert sich selbst, verliert die geistige Orientierung.

3) Gebet. Nehmen wir uns Zeit zum Gebet: Zum Mitfeiern des Rorateamtes zur Ehren der Gottesmutter, persönliches Gebet, Gebet im Kreis der Familie…

           

Einige praktische Anregungen. Jeder wird selber überlegen, was für ihn wichtig und wertvoll ist:

 

Halten wir uns fern von lärmenden Orten, Veranstaltungen, Märkten, Geschäften...

Machen wir uns nicht mitschuldig an der Entweihung dieser heiligen Zeit durch Teilnahme an Teufels- und Hexenumzügen. Wenn der Teufel gerufen wird, kommt er auch, die Frage ist nur, wie leicht er dann wieder vertrieben werden kann.

Halten wir Maß bzw. Distanz vom elektronischen Medien- und Nachrichtenkonsum.

Halten wir persönlich jeden Tag eine geistliche Besinnung. Quellen: Heilige Schrift (ZB Tageslesungen/Schott, Adventliche Worte der Kirche, auch im Pfarrbrief finden sich Beiträge…)

Bleiben wir zu Hause und pflegen wir Beisammensein und liebevolle Zuwendung im Kreis der Familienmitglieder. Eheleute und Familie: miteinander reden. Alleinstehende könnten einsame oder alleinstehende Menschen im Dorf oder Altenheim besuchen.

Adventliche Zeichen und Symbole im Haus sind uns eine Hilfe: ZB Verkündigungsbild, Adventkranz, Herbergsbild, Adventgesteck… Weihnachtssymbole gehören nicht in den Advent: Christbaum, Sterne, Festschmuck usw. Auch die Krippe hat im Advent nichts zu suchen, sie ist ein Weihnachtssymbol und gehört auf den Heiligen Abend hin vorbereitet. Warten können! Schmücken wir nicht das Äußere, schmücken wir unsere Seele.

Bereiten wir uns daheim mit einem Beichtspiegel auf eine gute Advent- bzw. Weihnachtsbeichte vor. Eine Bußandacht kann das Sakrament nicht ersetzen.

Feiern wir so oft als möglich, wenn möglich täglich, das Hl. Messopfer mit, das im Advent jeden Tag als feierliches Rorateamt zu Ehren der Gottesmutter zelebriert wird. Die Mitfeier des Rorate bietet eine Zusammenfassung mehrerer geistlicher Übungen und kann als eine besonders auserlesene und gesegnete Vorbereitung bezeichnet werden. Mit dem täglichen Rorategang haben sich unsere gläubigen Vorfahren auf Weihnachten vorbereitet.

Allen einen gesegneten, schönen und geistlich fruchtbaren Advent! Amen.

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