16. Sonntag im Jahreskreis C) - 6. Sonntag nach Pfingsten – 21. Juli 2019

„SIE ASSEN UND WURDEN SATT“ – AUS DER FÜLLE CHRISTI LEBEN

           

Die Brotvermehrung ist ein Wunder, das Christus zuerst damals den betreffenden Menschen schenkt. Über das historische Ereignis hinaus ist die Brotvermehrung, wie alles, was Christus als unser Erlöser für uns getan hat, auch Offenbarung und Zeichen. Was kann uns die Brotver-mehrung heute sagen?

           

1) „Als eine große Volksmenge bei Jesus war.“

4000 Menschen sind bei Christus versammelt, berichtet der hl. Evangelist Markus. Für die damalige Zeit ist das eine große Massen-Versammlung. Wo sammeln sich heute die Menschenmassen? In unseren Gotteshäusern, wo Christus in den Sakramenten auf uns wartet, leider nicht. Im Fußballstadion, in Diskotheken, in Tourismuszentren, bei Events... Manchmal meint die Kirche, solche Massenveranstaltungen nachahmen zu müssen. Das sind dann leider mehr Events als Gottesdienste.

           

2) „Mich erbarmt des Volkes.“

Christus hat auch heute mit uns Erbarmen. Er will uns auch heute helfen, in allen Nöten der Seele und des Leibes. Gehen wir gerne zu ihm.

           

3) Brot und Fisch.

Christus will uns auch heute ernähren. Seine Nahrung ist nicht das Brot der Welt. „Nicht nur vom Brot lebt der Mensch“ (Mt 4,4). Er gibt mehr. Die Brotvermehrung ist auch ein Heilszeichen für die Göttliche Speise, die Christus uns geben will. Die Göttliche Speise, die der Sohn Gottes gibt, ist das Brot der Wahrheit, sein Evangelium, die Lehre des Glaubens, die vom Himmel kommt. Sein Evangelium ist keine Zuckerwatte, es ist kerniges Vollkornbrot, es fordert uns, doch es erschließt uns den Sinn des Lebens. Die Göttliche Speise die Christus gibt, ist Sein Göttliches Blut, es fließt in den hl. Sakramenten der Kirche. Brot und Fisch. Glaube und Sakramente – die Göttliche Speise. Christus hat der Kirche die Sendung anvertraut, diese Göttliche Speise uns Menschen zu vermitteln.

           

4) „Einige von ihnen sind von weither gekommen.“

Die Menschen, die damals die Brotvermehrung erleben kommen wahrscheinlich aus ganz Israel, einige „von weither“. Die Menschen, die in die Kirche finden, kommen auch von überall her, aus allen Völkern und Kulturen. Manche kommen, geistig gesehen, auch heute von weither, sind weit weg von Gott und vom Leben der Kirche. Doch niemand, der zu Christus kommt, geht leer weg. Durch das Hl. Messopfer zB zieht Gott jede Seele, die offen ist, zu sich, jeden in seiner Situation.

           

5) „Er gebot der Volksmenge, sich auf der Erde zu lagern.“

Christus sagt, die Menschen müssen sich hinsetzen ins Gras und Ruhe geben. Warum? Damit sie auf Christus schauen, hören und sehen, was Er tut, und dann von Ihm empfangen können. Das gilt auch für uns. Wenn wir von Christus Göttliche Speise empfangen wollen, müssen auch wir uns gleichsam hinsetzen und Ruhe geben, dh wir müssen aus dem Alltag, aus der Geschäftigkeit, aus der Ruhelosigkeit… heraustreten. Erst wenn wir zur Ruhe kommen, können wir auf Christus schauen und hören, von Ihm empfangen. Genau das schenkt uns die Ruhe des Sonntags. Wer keinen Sonntag und keine Sonntagsmesse mehr kennt, wer keine Ruhe geben kann, der ist nicht in der Lage, von Christus Göttliche Speise zu empfangen, weil er von der Ruhelosigkeit zu sehr in Beschlag genommen ist.

           

6) „Wie viele Brote habt ihr? Fünf Brote und zwei Fische.“

Wir sind fasziniert vom Wunder der Brotvermehrung. Was Christus tut ist großartig. Doch ein wichtiges Detail darf nicht übersehen werden. Damit das Wunder Gottes zustande kommt, müssen auch wir Menschen etwas beitragen: Die Brote und die Fische bringen. Wir dürfen nicht erwarten dass Gott für uns Wunder wirkt, wenn wir selber nichts dazu beitragen. Wir brauchen keine Leistungen erringen. Doch ein Minimum an Taten, an Glaube, Hoffnung, Liebe, Bitte und Dank ist notwendig. Das Wertvollste ist das, was aus unserem Herzen kommt. Bei jedem Hl. Messopfer dürfen Wir Christus unsere persönlichen Brote und Fische bringen, dann kann und wird Christus etwas daraus machen.

           

7) „Er segnete die Brote und Fische.“

Da Wort Christi ist Göttliches Wort. Der Segen Christi ist Göttlicher Segen. Mit Seinem Segen heilt Christus die Kranken, weckt er Tote auf, vermehrt er das Brot. An dieser Stelle erkennen wir das Geschenk des Göttlichen Segens. Christus hat den Aposteln und Priestern Seiner Kirche die Vollmacht des Segnens gegeben. Wann immer der Priester segnet, segnet Christus. Wie viele heilige Priester der Kirche haben durch die Kraft des Segens die gleichen Wunder vollbracht, die Christus getan hat. Der hl. Don Bosco hat mit dem Priestersegen einmal eine Brotvermehrung bewirkt. Es war in Turin. In einer seiner Jugendheime ist das Brot ausgegangen. 200 Jugendliche hatten nach der Frühmesse kein Brot gehabt. Er segnete ein paar Brote, die man ihm in einem kleinen Korb reichte. Beim Vorbeigehen nahm sich, wie immer, jeder seine Brote, und alle aßen und wurden satt. Dieses Wunder erregte großes Aufsehen. Es wurde bei seiner Heiligsprechung als erforderliches Wunder anerkannt.

           

8) „Er gab sie seinen Jüngern zum austeilen.“

Auch die Apostel sind in das Geschehen eingebunden. Sie erhalten den Auftrag, die Brote an die Menschen auszuteilen. Hier werden wir an das Apostel- und Priesteramt erinnert. Der Priester ist Kraft der Priesterweihe Ausspender der Göttlichen Geheimnisse, Ausspender der Göttlichen Nahrung des Glaubens und der Sakramente. Wortgottesdienst und Begräbnisfeier durch Laien ist natürlich Gebet. Doch es fehlt Ausspender und Inhalt der Göttlichen Geheimnisse.

           

9) „Sie aßen und wurden satt.“

Die 4000 Menschen dürfen sich am Wunder Christi und an der Fülle Christi laben. Auch wir, als Glieder der Kirche, dürfen unsere Seele an den Wundern und der Fülle Christi laben und sättigen. In unserem Land haben wir durch die Kirche diese Fülle Christi noch vor unserer Haustüre. Durch die hl. Taufe – der hl. Paulus spricht in der heutigen Lesung von ihr – ist uns die Fülle Christi zugänglich geworden. Es liegt an uns, ob wir daran vorbeileben oder ob wir uns an den Wundern Christi und der Fülle Christi laben und nähren.

           

10) „Wenn ich sie hungrig nach Hause lasse, werden sie auf dem Weg erliegen.“

Es gibt nur zwei Alternativen: Entweder wir Menschen nähren uns mit Göttlicher Speise, wir leben mit Gott, oder wir hungern, verhungern und erliegen. Es ist keine Kleinigkeit, wenn wir Katholiken keine Göttliche Speise mehr zu uns nehmen, wenn unsere Kinder keine Katholische Glaubenswahrheit, kein Gebet, keinen Sonntag, keine Gebote Gottes mehr lernen. Solche Seelen sind in großer Gefahr.

           

11) „Man hob auf, was an Brot übrig blieb. Sieben Körbe voll.“

Die Brotvermehrung endet nicht mit leeren Körben. Sieben Körbe voll Brot bleiben noch übrig. Sieben ist die symbolische Zahl der Vollkommenheit. Ein kleiner Hinweis auf das Geheimnis des Heiligen Messopfers. Beim Heiligen Messopfer empfangen wir die Göttliche Speise des Glaubens, den Segen des Kreuzesopfers und den Leib und das Blut Christi. Was danach bleibt, ist nicht ein leeres Gotteshaus. Es bleiben die sieben Körbe, dh es bleibt die Fülle Christi, Seine Gegenwart im Tabernakel, in der Heiligen Hostie. So gütig ist der Herr zu uns, dass er uns nicht nur mit Göttlicher Speise nährt. Er bleibt noch im Tabernakel unter uns wohnend, damit wir immer zu Ihm kommen können.

           

Herr; wir danken Dir für Deine Güte! Amen.

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