3. Sonntag im JK B) 2015

Predigt: "NOCH 40 TAGE UND NINIVE IST ZERSTÖRT." (Jona 3,4) - WIE NINIVE

             GERETTET WIRD

Gott sendet den Propheten Jona nach Ninive. Er muss der Stadt den Untergang ankündigen. Doch es kommt anders. Wie Ninive gerettet wird - und das Ninive unserer Zeit.

1) "Geh nach Ninive" (Jona 1,2). Ninive steht für eine Stadt des Heidentums, die wegen ihrer Gottlosigkeit und Schlechtigkeit vor dem Untergang steht. Das ist die Ausgangssituation.

Es gibt das Ninive unserer Tage, teilweise auch innerhalb der Kirche, unter Getauften. Gottesfurcht und Gottesliebe schwinden auch in unserer Heimat immer mehr, die Gebote Gottes werden vielfach nicht mehr ernst genommen, die Kirchen werden leerer, die Beichtstühle nur mehr von wenigen aufgesucht, die Abtreibung nimmt zu... Es sind nur wenige Zeichen der Umkehr zu sehen. Kann das Ninive unserer Gesellschaft und Kultur, das Ninive in unserer Kirche, noch gerettet werden? Die einfachen Menschen sagen: "Es muss etwas kommen. So kann es nicht weiter gehen." Um das zu sagen braucht man kein Prophet sein. Das sagt der Hausverstand.

2) "Das Wort des Herrn erging an Jona." Am Beginn der Rettung Ninives steht die Berufung eines Propheten. Ein Prophet ist ein Gottesmann, der im Namen und im Auftrag Gottes spricht. Den Menschen das Wort Gottes zu verkünden war nie eine leichte Aufgabe. Die alttestamentlichen Propheten standen schon im Schatten des Kreuzes Christi. Jona ist unter den Propheten ein Glücksfall. Sein Tun hatte Erfolg.

Auch in unserer Zeit gibt es prophetische Menschen. Es gibt Männer und Frauen, die tiefer und weiter sehen als andere. Hier können wir an das Leben der Heiligen denken. Ein solcher prophetischer Mensch war der heilige Papst Johannes Paul II. Er hatte sich nie gescheut, das Ninive unserer Zeit anzusprechen. Gleichzeitig hat er uns auf die Heilmittel verwiesen: Christus, sein Kreuz, seine Göttliche Barmherzigkeit, die Gottesmutter Maria.

3) "Droh ihr all das an, was ich dir sagen werde." Gott droht der Stadt Ninive. Also doch eine Drohbotschaft eines strafenden Gottes? Die biblischen Worte der Drohung und Strafe sind nichts anderes als eine heilsame Warnung Gottes. Die Logik ist die: Wenn wir Menschen uns konkret so und so verhalten, werden wir auch konkret das und das verursachen. Wir brauchen dazu keinen strafenden Gott. Die Strafe verursachen wir Menschen uns selber. Beim Propheten Jesaja sagt Gott es so: "Ihr Verhalten lasse ich auf sie selber zurück" (Ez 9,10). Bei Jesaja heißt es: "Wehe euch, die ihr die Strafe wie mit Ochsenstricken herbeizieht und die Sünde wie mit Wagenseilen" (Jes 5,8). Das Wort der Offenbarung von der Drohung und Strafe offenbart also den sorgenden und liebenden himmlischen Vater, der das Heil seiner Geschöpfe will.

4) "Noch 40 Tage, und Ninive ist zerstört." Am Beginn der Bekehrung von Ninive steht die Bußpredigt des Jona. "Noch 40 Tage..." "Macht noch 40 Tage so weiter, und es wird euch nicht mehr geben!" Ein hartes Wort. Doch die klare Verkündigung des Propheten hat zur Rettung Ninives beigetragen.

Ninive heute: Wird es noch 40 Tage dauern, oder beginnt es schon morgen? Wir wissen es nicht. Gerade heute ist eine klare Predigt des Wortes Gottes notwendig. Wenn wir nicht aufhören, gegen Gott, gegen die Schöpfung, gegen den Mutterschoß, gegen das Heilige, gegen die Sonn- und Feiertage usw. zu sündigen, wird das zur Zerstörung unseres Lebensraumes, zur Zerstörung der Beziehungen usw. führen.

5) "Die Leute von Ninive glaubten Gott." Das Wort des Propheten Jona wurde ernst genommen. Sein Wort leitete eine große Bekehrungswelle ein. Der Glaube an Gott führt Ninive zur Rettung.

Werden heute das Wort Gottes und das Wort der Boten Gottes ernst genommen? Manche lachen. Manche spotten. Gott sei Dank gibt es auch Menschen, die das Wort Gottes und seiner Kirche ernst nehmen, im Glauben annehmen. Solche Menschen gehen wirklichen den Weg zu Gott und sind ein Segen.

6) "Sie riefen ein Fasten aus und alle, groß und klein, zogen Bußgewänder an." Das Fasten ist ein altes Mittel der Buße. Die Bewohner von Ninive haben also konkrete Schritte der Umkehr gesetzt. Bekehrung hat immer mit konkreten Schritten zu tun. Die aufrichtige Umkehr der Menschen rettet Ninive.

Was uns in der Lesung mit dem Beispiel von Ninive gesagt wurde, sagt uns auch der Herr im Evangelium. "Das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um, und glaubt an das Evangelium!" Am Beginn des öffentlichen Wirkens Jesu steht der Ruf Christi zur Bekehrung. Christus ist gekommen, um uns die barmherzige Liebe Gottes zu offenbaren, um uns in seine Nachfolge zu rufen (Mk 1,17), um eine Zeit der Gnade (Lk 4,19) auszurufen. "Das Reich Gottes", dh Gott ist uns nahe. Das ist unser Vorschusskapital. Weil Gott uns nahe ist, haben wir die Chance umzukehren und zu glauben. Wer umkehrt, wer sich von seinen Sünden abwendet, der wird bei Gott Vergebung finden.

Ninive wird vor dem Untergang gerettet: weil Gott einen Propheten sendet, weil Jona seine Predigt ernst nimmt, weil die Leute von Ninive hören, glauben und Buße tun und ihr Leben verändern.

Wie lange es mit dem Ninive unserer Tage so weiter gehen wird, wissen wir nicht. Doch das wissen wir: Die Umkehr des Herzens ist unsere Rettung, gleich was sonst über uns kommen mag. Das Leben des Leibes kann man uns nehmen. Die äußeren Güter können wir verlieren. Doch wer sich bekehrt und glaubt, wird seine Seele retten, der wird ein neuer Mensch, der wird glücklich werden, der wird in den Himmel kommen.

Dass der Glaube an Christus mit Bekehrung zu tun hat, zeigen uns die großen Bekehrungsgestalten der Kirche. Denken wir an die hl. Maria Magdalena, an den hl. Augustinus, an den heiligen Apostel Paulus, dessen Bekehrung am heutigen 25. Jänner als Fest gefeiert wird. Bekehrung ist eine Lebensaufgabe. Der Anfang der Bekehrung: sein Leben im Grundsätzlichen nach den 10 Geboten Gottes ordnen. Wenn wir das mit Gottes Hilfe getan haben, bedeutet Bekehrung: weiter an sich arbeiten, die Gnade der Heiligen Taufe und Firmung entfalten, weiter wachsen, Christus ähnlich werden. Niemand ist so schlecht, dass er sich nicht bekehren kann. Niemand ist so gut, dass er keine Bekehrung braucht.

Wie Ninive gerettet wird. Auch das Ninive unserer Tage kann gerettet werden: durch aufrichtige Umkehr der Menschen. Wir können dabei mitwirken, indem wir an unserer eigenen Bekehrung arbeiten, und Gottes Gnade an uns arbeiten lassen. Jeden Tag neu. Wenn wir uns bemühen, dürfen wir vertrauen, dass wir für das Ninive unserer Tage Licht und Salz sein dürfen. Wir dürfen vertrauen, dass Gott unser Bemühen im Kleinen zum Segen für andere, zur Rettung für andere machen kann. Amen.

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