Homilie: "KOMMT ZUR HOCHZEIT" (Mt 22,4) - ALLE SIND EINGELADEN... KOMMUNIONEMPFANG FÜR ALLE?

Was will uns Christus mit dem Gleichnis vom königlichen Hochzeitsmahl sagen?

a) Ein Gleichnis für die Freude des Himmels. Eine Hochzeit, die Vermählung von Mann und Frau, zählt zu den tiefen menschlichen Freuden. Ein Vorausbild für die Glückseligkeit bei Gott im Himmel.

b) Ein Gleichnis für den Ruf Gottes an uns Menschen. Christus, als unser Gott und Herr, lädt uns zu einem Leben mit ihm ein. Er will nicht ein Anhängsel in unserem Leben sein, nicht nur ein Lückenbüßer, nicht nur ein Nothelfer... Er lädt uns ein, unser ganzes Leben mit ihm zu gestalten, von ihm formen, von ihm als Erlöser verwandeln zu lassen. Gott will uns alles geben. Er will uns glücklich machen. Er will uns ewiges Leben geben (Joh 10,10; Joh 17,13; Joh 13,50).

c) Ein eucharistisches Gleichnis. Das himmlische Hochzeitsmahl wird vorweggenommen und vorbereitet durch die Allerheiligste Eucharistie. Das Gleichnis ist auch die Einladung des Herrn zur Feier des Heiligen Messopfers, vor allem am Sonntag.

d) Ein Gleichnis der Verantwortung. Es ist für uns nicht gleich, ob wir Menschen die Einladung Gottes annehmen oder nicht. Die einen wollen nicht. Die anderen haben allerlei Ausreden. Ist es heute anders? Der Acker oder das Geschäft steht für vieles. Mit vielerlei Ausreden wird die Einladung Gottes am Sonntag in den Wind geschlagen: der eine betreibt Sport, der andere muss ausschlafen, der andere muss irgendetwas arbeiten usw.

Die Diener des Königs, die diese schöne Einladung überbringen, werden misshandelt und getötet. Hier spielt Christus auf die alttestamentlichen Propheten an. Die Propheten mussten viel leiden und wurden oft ermordet, weil die Israeliten das Wort Gottes nicht hören wollten. In diesem Abschnitt des Gleichnisses geht es nicht rosig her: die Mörder der Diener werden hingerichtet, ihre Städte verbrannt. Das ist ein Bild, mit dem Christus das kommende Gericht Gottes andeutet. Wer den Ruf Gottes zum ewigen Leben nicht annimmt, der muss die Konsequenzen tragen. Diejenigen Gäste, die sich mit ihrem Verhalten der Einladung unwürdig erwiesen, gelangten nicht zur Teilnahme am königlichen Mahl. Hier verwendet Christus ein deutliches Bild für den Ausschluss aus dem Reich Gottes.

Bleiben wir noch bei der eucharistischen Bedeutung des Gleichnisses. Das Heilige Messopfer und die Heilige Kommunion ist Vorwegnahme und Vorbereitung des himmlischen Hochzeitsmahls. Ist das Gleichnis, so fragen wir uns, eine Einladung an alle, zur Heiligen Kommunion zu kommen? Das Gleichnis wurde in der Kirche nie so verstanden. Im Gleichnis schaut sich der König die Gäste der Reihe nach an. Da sieht er einen Mann, der kein Hochzeitsgewand trägt. Er wird noch vor Beginn des Mahles hinausgeworfen in die "äußerste Finsternis" (Mt 22,23). Ein biblisches Bild für die Hölle, die ewige Trennung von Gott.

Das Hochzeitsgewand ist ein Symbol für die Gnade und Liebe. In der Glaubenssprache sagen wir dazu: die heiligmachende Gnade. Wir müssen in der Gnade leben, um die Heilige Kommunion empfangen zu können. Wie sollen wir das verstehen? Jesus hat doch mit den Sündern gegessen? Wieso soll es Voraussetzungen zum Kommunionempfang geben? Bitten wir den Heiligen Geist, dass wir das verstehen.

Christus lädt tatsächlich alle ein. Doch wir sollten schon genauer hinschauen, wozu er alle einlädt. Tischmahlzeit und intime Vereinigung in der Heiligen Kommunion sind zwei verschiedene Formen von Gemeinschaft.

  • Christus lädt uns ein, umzukehren und zu glauben, seine erste Predigt (Mk 1,15).
  • Christus lädt uns ein, ihm nachzufolgen, so bei der Berufung der Jünger (Mk 1,17).
  • Christus lädt uns ein, sein Wort zu hören (Mk 6,6).
  • Christus lädt uns ein, zu lieben, wie er geliebt hat (Joh 15,12).
  • Christus lädt uns ein, in seiner Liebe zu bleiben (Joh 15,9).
  • Christus lädt uns ein, reiche Frucht zu bringen (Joh 15,1-8).
  • Christus lädt uns ein, keine Angst zu haben (Lk 12,32).
  • Christus lädt uns ein, unsere Sorgen zu ihm zu bringen (Mt 11,28).
  • Christus lädt alle ein, vollkommen zu sein, wie es der himmlische Vater ist (Mt 5,48).

Das alles sind Einladungen des Herrn, um auf dem Weg zum himmlischen Hochzeitsmahl, zur himmlischen Freude, voranzukommen. Diese Einladungen sind an alle gerichtet. Mit jeder dieser Einladungen will uns Gott beschenken.

Die Einladung zur Heiligen Kommunion ist etwas Eigenes und Besonderes. Da erwartet der Herr mehr von uns. Machen wir zuerst einen Vergleich aus dem Eheleben. Der eheliche Akt der Eltern steht nicht am Anfang der ehelichen Beziehung, sondern ist eine Frucht der Liebe, er setzt seelisch-geistige Liebe voraus und noch einiges mehr, da der eheliche Akt die Ganzhingabe der Ehegatten ausdrückt. So ähnlich muss auch dem Kommunionempfang einiges an Grundlage und Wachstum vorausgehen. Es geht dabei nicht um äußere Vorschriften wie zB bei Verkehrsregeln. Es geht um die wahre Liebe. Bleiben wir noch beim Vergleich mit der Ehe. Eine echte eheliche Liebe ist mehr als nur ein äußeres Zusammenleben. Eheliche Liebe beinhaltet eine innige seelische Gemeinschaft, ein aufeinander achten, aufeinander hören, füreinander sorgen usw.

Jesus Christus gegenüber ist es ähnlich. Er ist eine Person. Er will sich sakramental - dh mit Fleisch und Blut, mit seiner Gottheit und Menschheit, in der Heiligen Kommunion - auf so intime Weise - nur jemanden schenken, der ihn auch wirklich lieben will, sich für ihn interessiert, auf ihn und sein Wort hört, sich an ihn bindet... und das noch viel mehr als bei der menschlichen Liebe. Denn Christus ist unser Gott, unser Schöpfer und Erlöser.

In der Glaubenssprache haben wir die Begriffe würdig und unwürdig. Diese Begriffe kommen aus der Zeit der Apostel, schon Paulus verwendet sie. Was bedeutet würdig? Müssen wir Besonderes leisten, dass wir sagen können: "Jetzt bin ich so ein Superkatholik, dass ich würdig bin?" Nein! Würdig im menschlichen Sinn ist niemand. Niemand hat ein Anrecht auf die Heilige Kommunion. Sie ist eine Gnade. Wir haben vor Gott keine Ansprüche, die wir geltend machen könnten.

Würdig meint, dass sich unsere Seele für den Eucharistischen Christus bereit macht, und nicht im Zustand schwerer Sünde kommuniziert, das ist die unwürdige Kommunion. Sünde und Heiligkeit Gottes vertragen sich nicht.

Der heilige Paulus lehrt im Korintherbrief, dass die unwürdige Kommunion nicht mit Christus vereinigt, sondern das Gericht bringt (1 Kor 11,27), dh von Gott entfernt. Ein paar Beispiele für die unwürdige Kommunion, die wir nicht praktizieren sollen weil sie uns das Gericht bringt, wie Paulus sagt: wenn jemand kein tägliches Gebet kennt; wenn ein Katholik nicht bereit ist, das Sonntagsgebot - das ein Gebot Gottes ist - zu halten, und ohne vorherige Beichte kommuniziert; wenn Eheleute kommunizieren, die nicht das Ehesakrament empfangen haben, also in einer vor Gott nicht gültigen Ehe leben; gewollter schwerer Unfriede und Unversöhnlichkeit mit den Mitmenschen...

Im Katechismus formuliert es die Kirche so - es ist eine Zusammenfassung der Heiligen Schrift und der Tradition der Kirche: "Wer Christus in der eucharistischen Kommunion empfangen will, muss im Stande der Gnade sein. Falls jemand sich bewusst ist, dass er eine Todsünde begangen hat, darf er die Eucharistie nicht empfangen ohne vorher im Bußsakrament die Lossprechung empfangen zu haben" (Katechismus der Katholischen Kirche. Artikel 1415). "Die Eucharistie ist das Sakrament derer, die in der vollen Gemeinschaft der Kirche stehen" (Katechismus der Katholischen Kirche, Artikel 1395).

Christus selber hat uns gezeigt, dass er unserer Seele eine Reinigung, eine Heiligung, schenken will, die uns für die sakramentale Kommunion bereit macht. Dazu ein paar Beispiele.

Die Muttergottes wurde von Gott mit einer eigenen Gnade vorbereitet, den Sohn Gottes in ihre Seele und in ihren Leib aufzunehmen: Gott hat Maria vor der Erbsünde und vor jeder persönlichen Sünde bewahrt. Maria ist das beste Vorbild für den würdigen Kommunionempfang.

Beim Letzten Abendmahl, vor der Einsetzung des Altarsakramentes und der Erstkommunion der Apostel, wäscht Christus den Aposteln die Füße. Die Fußwaschung war ein Zeichen der Reinigung, das der Eucharistie vorausging. Jesus sagt zu Petrus: "Wenn ich dich nicht wasche, hast du keinen Anteil an mir" (Joh 13,7), dh keine Gemeinschaft mit mir.

Solche und noch andere Worte und Handlungen Christi haben den Katholiken von der Zeit der Apostel an das rechte Verständnis für die würdige Heilige Kommunion gegeben. Wie sieht es heute damit aus? Es gibt Katholiken, welche die Lehre der Kirche über den Kommunionempfang sehr gewissenhaft nehmen. Manche leben so treu im Glauben, mit der Kirche, beichten regelmäßig, bemühen sich um die Mitmenschen... Solche Gläubige brauchen keine Hemmungen haben, gerne und täglich zur Kommunionbank zu treten. Der Herr erwartet solche Seelen und freut sich über sie! Andere müssen diesen Weg erst beschreiten: ein Gebetsleben aufbauen, das Sonntagsgebot ernst nehmen, eine gute Beichte machen, und dann erst kommunizieren. Wieder andere bleiben von der Kommunion fern, weil sie sich in einer Situation befinden, in der sie nicht kommunizieren können. Solchen Katholiken stehen viele andere Möglichkeiten des Gnadenempfangs offen: die Mitfeier des Hl. Messopfers, die geistige Kommunion, die Eucharistische Anbetung usw.

Das Gleichnis vom Hochzeitsmahl. Alle sind eingeladen zu Umkehr und Glaube, zu einem Leben mit dem Herrn. Wer diesen Weg geht, wird früher oder später auch bereit zur Heiligen Kommunion.

Wo die Lehre über den Kommunionempfang aufgelöst oder nicht mehr beachtet wird, dort wird die Kirche dem Wort Christi untreu, sie nimmt ihn als Person nicht ernst, sie bereitet sich das Gericht... Es wird auch die Herausforderung und Spannung, in die uns Christus mit seinem Ruf zu Umkehr und Glaube bringt, aufgelöst. Es wird dann fürs Leben vieles gleichgültig.

Das Beachten der Heiligkeit der Eucharistie und ihres Anspruchs ist uns immer neu eine Motivation, die Einladung Christi zu beantworten. Sehen wir auch die Vorbereitung auf die Erstkommunion unserer Kinder, auf diesem Weg zu wachsen. Wir sind es heute in manchen Bereichen gewohnt, was wir möchten sehr schnell und billig zu erhalten. Alle hohen und edlen Werte sind nicht billig und schnell zu haben. Sie zu erreichen kostet Mühe. Unsere Vorfahren nannten das Altarssakrament das Höchste Gut. Es ist etwas Schönes, sich für dieses Höchste Gut zu bereiten, es zu ersehnen und auf dem Weg der Liebe sich darauf vorzubereiten.

Zum Abschluss ein Wort des hl. Franziskus, der einer der größten Eucharistischen Heiligen der Kirche war, über den Priester als Spender der Heiligen Kommunion. Das gleiche gilt für die Gläubigen als Empfänger des Leibes Christi. (*) "Hört, meine Brüder: wenn die seligste Jungfrau Maria so geehrt wird, wie es würdig ist, weil sie Ihn im heiligsten Schoß getragen hat - wenn der selige Täufer erbebte und Gottes heiligen Scheitel nicht zu berühren wagte - wenn das Grab, wo Er eine Zeitlang gelegen hat, verehrt wird - wie heilig, gerecht und würdig muss dann der sein, welcher ihn, den nicht mehr todbestimmten, sondern ewig lebenden und verherrlichten, ihn, den die Engel anzuschauen begehren, mit Händen betastet, mit dem Herzen und dem Munde aufnimmt und anderen zum Aufnehmen bietet!" Amen.

(*) Aus dem Brief an das Generalkapitel des Ordens - aus dem Jahr 1224

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.