Gottesdienstordnung 24.12.2019-12.01.2020 - Weihnachten - Oktav - weihnachtliche Festzeit

 

 Hinweis:

Der gesamte Pfarrbrief - darin auch ein Abschluss- und Finanzbericht mit Dankesworten zur Kirchenrenovierung 2019 - ist nur in gedruckter Form erhältlich, in der Kirche aufgelegt.

 

 

           

„Erleuchtet werden zur Erkenntnis des göttlichen Glanzes

auf dem Antlitz Christi.“

2 Kor 4,6

        

Eine Weihnachtsbetrachtung

           

Der italienische Maler Sebastiano Conca hat es als von Gott begnadeter Künstler gut verstanden, in seinen Weihnachtsgemälden das Glaubensgeheimnis der Heiligen Nacht auszudrücken. Das Bild auf der Vorderseite des Pfarrbriefes vermittelt dem Betrachter wesentliche Inhalte des Weihnachtsgeheimnisses. In unseren Tagen, da der Begriff der Kunst oft missbraucht und fehlgedeutet wird, leider auch in der Kirche, wo im Namen von „Kunst“ Desakralisierung betrieben und das Heilige entweiht wird, wollen wir ein echtes Kunstbild zu uns sprechen lassen.

           

Das Kind in der Krippe ist kein gewöhnliches Menschenkind, kein Kind dieser Welt. Das Kind, das die Gottesmutter Maria durch das Wirken des Heiligen Geistes jungfräulich empfangen hat, wurde durch ein einzigartiges Wunder Gottes von ihr auch jungfräulich geboren, gleichsam wie Licht ist das ewige Wort des Vaters – der ewige Sohn Gottes - aus dem unversehrten jungfräulichen Schoß der Gottesgebärerin hervorgegangen. Dieses erhabene Glaubensgeheimnis bekennt die Kirche als Dogma der Jungfrauengeburt.

           

Wäre Jesus auf rein menschliche Weise empfangen und geboren, dann wäre er eben nur das menschliche Kind Jesus von Nazareth. Doch weil Jesus durch göttliches Wirken auf himmlische Weise, durch den Heiligen Geist empfangen und auch auf himmlische Weise geboren wurde, ist er eben nicht nur ein menschlicher Jesus, nicht der „Sohn des Zimmermanns“ (Mt 13,55), für den er von seinen Landsleuten fälschlicherweise gehalten wurde. Er ist auch wahrer GOTT, Er ist der Christus! Christus heißt übersetzt der Gesalbte, hebräisch der Messias.

           

Was feiern wir zu Weihnachten? Weihnachten bedeutet mehr als die Geburt Jesu Christi in Bethlehem. Das Weihnachtsereignis beginnt schon neun Monate vorher in Nazareth, im Haus Mariens. Über diesem geschichtsträchtigen Ort befindet sich heute die Verkündigungsbasilika von Nazareth. Die Wohnhöhle, wo die Verkündigung durch den Erzengel Gabriel stattfand, kann man heute noch sehen. In dieser Grotte steht ein Altar, auf ihm sind die Worte zu lesen: „Et verbum caro HIC factum est. Hier ist das Wort Fleisch geworden.“  

           

Jesus ist das ewige Wort des Vaters, dh der ewige Sohn Gottes. Niemand hat den Sohn Gottes geschaffen. Der Sohn Gottes ist „Gott von Gott, Licht vom Licht, Wahrer Gott vom Wahren Gott.“

           

In Nazareth hat der Sohn Gottes im jungfräulichen Schoß der seligen Jungfrau Maria Fleisch angenommen, dh unsere Menschennatur. Das ist ein tiefes Geheimnis, das man genaugenommen nicht erklären kann. Unser Verstand ist zu klein für dieses Geheimnis. Die Apostel und die Kirche haben es so verstehen dürfen: Gott hat sich nicht in einen menschlichen Leib hinein verwandelt. Bei den Tieren gibt es so etwas, wenn sich zB eine Raupe in einen Schmetterling verwandelt. Der Sohn Gottes ist Gott geblieben. Aber der Sohn Gottes hat das menschliche Fleisch angenommen, dh einen menschlichen Leib und eine menschliche Seele, die Sünde ausgenommen. Das ist das große Wunder der Menschwerdung Gottes.

           

Es hat dann noch einige Zeit gedauert, bis man für dieses Geheimnis die rechten Worte gefunden hat. Das Konzil von Chalzedon, eine bedeutende Versammlung des Papstes und der Bischöfe im Jahr 451, hat dann die Sprache und den Inhalt für das Weihnachtsgeheimnis endgültig festgelegt. Bis heute sind

die Begriffe, mit denen das Konzil von Chalzedon das Weihnachtsgeheimnis beschreibt, nicht nur gültig, sondern unübertroffen. Chalzedon lehrt: In der Menschwerdung hat sich die ungeschaffene göttliche Natur des Sohnes Gottes mit der geschaffenen menschlichen Natur vereinigt: unvermischt, ungetrennt, ungeteilt. Der Fachbegriff in der Sprache des Glaubens heißt: Hypostatische Union. Hier hat der Heilige Geist der Kirche gezeigt, was das bedeutet: Das Wort ist Fleisch geworden. Jedes Abgehen vom Dogma von Chalzedon führte in der Kirchengeschichte zu Irrlehren über die Person Christi. Auch heute.

           

Am Weihnachtsbild auf der Vorderseite drückt der Künstler dieses Geheimnis des Göttlichen Kindes mit verschiedenen Symbolen aus.

           

Am auffallendsten bei diesem Gemälde ist die Symbolik des Lichtes. Das Licht als Zeichen der Gottheit Christi geht vom Göttlichen Kind selber aus, in dem wir die Quelle des übernatürlichen Lichtes erblicken. Das Licht als Zeichen für die Gottheit des Christuskindes ist so stark, dass es die herantretenden sogar blendet. - Auch wir dürfen durch die Feier des weihnachtlichen Hochfestes Licht für unser Gewissen und unsere Lebensgestaltung empfangen. „Das Licht leuchtet in der Finsternis“ (Joh ,5). Die reinen und untrüglichen Quellen des Lichtes Christi sind die reine und unverkürzte Lehre des Glaubens, die ewige Wahrheit der Offenbarung, die keine Macht der Welt und der Kirche verändern kann. Im Glauben ist nur tieferes Eindringen möglich, jedoch keine Veränderung. Der sich im Alten und Neuen Bund offenbarende Gott handelt und spricht nicht gegen sich selbst, einmal so, einmal anders. Solche zutiefst falsche Vorstellungen über Glaube tragen einen Widerspruch in das Geheimnis Gottes hinein. Bei Gott jedoch gibt es „keine Veränderung und keine Verfinsterung“ (Jakobusbrief 1,17).

           

Über der Krippe schwingt ein Engel recht munter ein Rauchfass, und bringt dem Menschgewordenen Gottessohn die Huldigung und Anbetung der Engel entgegen. – Auch wir wollen das Göttliche Kind in den Weihnachtstagen gerne anbeten, ihm freudig unsere Herzen schenken, und alles was wir sind und haben. Das ausgesetzte Allerheiligste Altarssakrament schenkt uns die personale Gegenwart Christi als wahrer Gott und wahrer Mensch. Gehen wir gerne zur stillen Anbetung des Gottessohnes in die Kirche. Wir werden stets gestärkt und innerlich erbaut in den Alltag zurückkehren. „Wer vor Gott kniet, kann vor den Menschen stehen.“

           

Links erblicken wir einen Hirten, der mit einem Schaf an die Krippe kommt, und anbetend in die Knie sinkt. - Das Schaf ist ein sanfter Hinweis auf Christus als Lamm Gottes, das durch seinen Opfertod am Kreuz die Sünde der Welt hinwegnimmt. Bereits die Krippe steht im Schatten des Kreuzes. Auch wir wollen das Kreuz Christi dankbar annehmen. Das Kreuz, wie immer es sich in unserem Leben zeigen kann, dürfen wir in Vereinigung mit dem Lamm Gottes tragen und fruchtbar machen.

           

Ein älterer Hirt, links im Bild, ist gerade dabei, seine Mütze abzunehmen. - Vor dem König des Himmels und der Erde, der als unmündiges Kind in der Krippe liegt, dürfen auch die menschlichen Zeichen der Ehrfurcht und der Anbetung nicht fehlen. Halten auch wir das Weihnachtsfest heilig. Feiern wir es mit Freude und mit Würde, nicht nur in der Pfarrkirche, auch daheim im Familienkreis, wo wir in der Liebe Christi vereint sein dürfen.

           

Die nächsten an der Krippe sind, rechts von Maria, zwei Kinder. Sie staunen über das Unfassbare und Heilige, das sie hier erleben. - Es sind gerade die Kinder und jene, die sich kindliche Demut und Unschuld bewahrt oder durch die hl. Beichte wieder gewonnen haben, die zum Göttlichen Kind hinfinden. Einem stolzen Mensch, der sein Herz und sein Knie nicht beugen will, wird es nicht gelingen, innerlich zum Weihnachtsgeheimnis hinzufinden. Haben wir keine Scheu, uns um echte kindliche Haltungen vor Gott zu bemühen. „Wenn ihr nicht umkehrt und wie die Kinder werdet, könnt ihr nicht in das Himmelreich kommen“ (Mt 18,3).

           

Eine Mutter, rechts vorne, bringt ihr Kind zur Krippe, wir erkennen, wie sie mit ihrer Hand auf das Göttliche Kind weist und zu ihrem eigenen Kind spricht. – Gott braucht die Mütter, die ihre Kinder zu

Jesus Christus führen. Es braucht dazu die Hände der Mütter, die ihre Kinder tatsächlich an der Hand nehmen und zur Sonntagsmesse führen; und es braucht die Worte der Mütter, die liebend und einfühlsam die ersten Katecheten für ihre Kinder sind. Wenn dieses Beispiel und Zeugnis der Mütter und natürlich auch der Väter ausfällt, wird in solchen Familien der katholische Glaube nicht mehr weitergegeben. Eine tragische Entwicklung, die nicht ohne Folgen für die betreffenden und auch für unser Volk und Land bleiben wird. Es ist eine schöne, erhabene und verantwortungsvolle Aufgabe für alle Erziehungsberechtigten, unseren Kindern GOTT zu vermitteln und die Geheimnisse des Glaubens zu erschließen.

           

Schauen wir auf das Kind, welches von der Mutter zur Krippe geführt und belehrt wird, es hält in seiner Hand eine Taube. – Ob Zufall oder nicht: Die Taube erinnert an das Opfer von Maria und Josef, als sie das Kind 40 Tage nach der Geburt im Tempel „auslösen“ und dabei das Opfer der Armen darbringen. Erkennen wir in diesem Symbol eine Einladung, nicht mit leeren Händen zur Krippe zu kommen. Bringen wir Christus auch die Opfer unseres Lebens, unsere persönlichen Gaben des Herzens usw. Das sich selber opfern und mitopfern gehört zu einem wesentlichen Mitvollzug des Hl. Messopfers, besonders bei der Opferung.

           

Natürlich ist auch der hl. Joseph zu sehen, der  „Mann im Hintergrund“,  leider etwas zu alt dargestellt. Doch die Darstellung des hl. Joseph als alter Mann hat in der Tradition nur eine Symbolbedeutung; auch das ist ein Hinweis auf die Göttlichkeit des Kindes, es ist damit angedeutet, dass der hl. Joseph nicht der Vater Jesu Christi ist, er ist lediglich der Pflege- oder Ziehvater. – Ohne das treue und stille Wirken des hl. Joseph an der Seite seiner Braut und an der Seite des Kindes wäre das Weihnachtsereignis in der damaligen Gesellschaft nicht zu wirken gewesen. So wie der hl. Joseph die Gottesmutter und das Göttliche  Kind väterlich und tatkräftig behütete und umsorgte, so wird er als Schutzpatron die heilige Kirche in allen Nöten und Stürmen beschützen.

           

Die Abbildung der Hühner am Fuße der Krippe ist vielleicht auch mehr als nur ein Hinweis auf den damaligen einfachen Speisezettel der Heiligen Familie. - Das Göttliche Kind wird 33 Jahre später, im reifen Mannesalter, über die verschlossenen Israeliten in Jerusalem weinen und sagen: „Jerusalem, Jerusalem, du tötest die Propheten und steinigst die Boten, die zu dir gesandt sind. Wie oft wollte ich deine Kinder um mich sammeln, so wie eine Henne ihre Küken unter ihre Flügel nimmt; aber ihr habt nicht gewollt. Darum wird euer Haus von Gott verlassen“ (Lk 13,34-35).

           

Markant ist auch der Hirte auf der rechten Seite des Bildes. Deutlich verweist er mit seinem linken Arm auf das Göttliche Kind. Sein Blick wendet sich nach hinten, dh er blickt auf jemanden, der noch zu weit entfernt ist, will diesem gleichsam sagen: „Komm näher heran, hier ist der Messias, ER wartet auf Dich…!“ - Stehen in unseren Tagen nicht zu viele im Abseits, weit entfernt von der Krippe und dem Kreuz, in der geistigen Finsternis, ohne Beziehung zu Jesus Christus und seiner Kirche? Es braucht Katholiken, die so wie dieser Hirte sind, die zu anderen sagen: Komm näher heran, hier ist der Erlöser, ER wartet auf Dich, beginn wieder zu beten, mach eine gute Beichte, geh wieder zur Sonntagsmesse…

           

In der Hand hält dieser Hirt eine Sackpfeife. Sicherlich wird er als Hirt dem Göttlichen Kind und der Heiligen Familie eins aufgespielt haben. – Singen und spielen auch wir gerne zur Ehre Gottes. Vor allem beim Heiligen Messopfer sollen Orgel und Stimmen zum festlichen Lob Gottes erklingen. „Traurigkeit hat keinen Platz am Geburtstag des Lebens“ (hl. Papst Leo d.Gr.). Singen wir auch im Kreis der Familie unsere schönen Weihnachtslieder.

           

Betrachten wir zuletzt nochmals das Göttliche Kind. Wenn wir genau schauen: Der „kleine Jesus, der große Gott!“, schläft nicht! Er ist wach, sogar hellwach, sein Blick geht zu den beiden Kindern, mit denen Er sich zu unterhalten scheint. – Das hellwache und rege Göttliche Kind erinnert an eine weitere Dimension des Christusgeheimnisses, die oft übersehen wird: Bereits in der Krippe hat Jesus Christus auch als Mensch Göttliche Allmacht, Göttliches Erkennen und Göttliches Wissen, aufgrund des Geheimnisses der Hypostatischen Union.

           

Darüber hinaus: Das Göttliche Kind schläft nie. Auch in der Kirche schläft Christus nicht, wenn es auch manchmal so aussieht, wenn Stürme und Bedrohungen überhand zu nehmen scheinen. Christus lebt und wirkt auch heute. Bleiben wir, damit wir nicht den Glauben und die Bindung an den Erlöser verlieren und dem Tod verfallen, ganz nahe bei IHM. Bleiben wir bei der Krippe und beim Kreuz, dh bleiben wir beim Göttlichen Licht, das uns Jesus Christus gebracht hat - den heiligen Glauben, so wie ihn die Kirche immer gelehrt, geglaubt, gebetet und gefeiert hat; bleiben wir beim Göttlichen Kind im Heiligen Messopfer, wo wir seine Liebkosungen empfangen dürfen und mit seinen Gnaden überhäuft werden.

           

Der Pfarrfamilie ein von Freude und Gnade erfülltes Fest der Menschwerdung Gottes.

Möge der liebende Blick des Göttlichen Kindes unsere Seele erreichen.

           

                                                                    Pf. Stephan Müller

           

O Jesu, all mein Leben bist du, ohne dich nur Tod.

Gotteslob

           

O Jesu, all mein Leben bist du, ohne dich nur Tod.

Meine Nahrung bist du, ohne dich nur Not.

Meine Freude bist du, ohne dich nur Leid.

Meine Ruhe bist du, ohne dich nur Streit, o Jesu!

           

O Jesu, all mein Glaube bist du, Ursprung allen Lichts.

Meine Hoffnung bist du, Heiland des Gerichts.

Meine Liebe bist du, Trost und Seligkeit.

All mein Leben bist du, Gott der Herrlichkeit, o Jesu!

           

 

Heilige Beichte

 zur Vorbereitung auf den Empfang der Heiligen Kommunion

           

 „Falls jemand sich bewusst ist, dass er eine Todsünde (schwere Sünde) begangen hat, darf er die Eucharistie nicht empfangen, ohne vorher im Bußsakrament die Lossprechung empfangen zu haben“ (Katechismus der Katholischen Kirche, Artikel 1415). Der unwürdige Kommunionempfang im Zustand der schweren Sünde bringt keine Gnade, sondern entfernt und trennt von Gott (1 Kor 11,29).

           

„Die Eucharistie ist das Sakrament derer, die in der vollen Gemeinschaft der Kirche stehen.“ (Katechismus der Katholischen Kirche, Artikel 1395)

           

Die Kirche hat Priester und Gläubige immer darauf aufmerksam gemacht, dass die Vorbereitung auf den Empfang des Heiligsten Leibes und Blutes Christi sehr wichtig ist. Der Kommunionempfang will in ein bewusstes katholisches Leben eingebettet sein. Markante Punkte sind zB das tägliche Gebet, die Heiligung der Sonntage und kirchlich gebotenen Feiertage durch das Hl. Messopfer und die Arbeitsruhe, das Freisein von schwerem Unfrieden und Unversöhnlichkeit, die katholische Ehelehre… Kurz: Das Bekenntnis des gesamten katholischen Glaubens.

           

Zur regelmäßigen Hl. Kommunion gehört auch die regelmäßige hl. Beichte.

           

           

Über die Bedeutung der Sonntagsmesse

Aus dem Katechismus der Katholischen Kirche

           

Artikel 2177: Die sonntägliche Feier des Tages des Herrn und seiner Eucharistie steht im Mittelpunkt des Lebens der Kirche. „Der Sonntag, an dem das österliche Geheimnis gefeiert wird, ist aus apostolischer Tradition in der ganzen Kirche als der gebotene ursprüngliche Feiertag zu halten" (CIC, can. 1246, § 1).

           

Die Kirchlich gebotenen Feiertage: „Ebenso müssen gehalten werden die Tage der Geburt unseres Herrn Jesus Christus, der Erscheinung des Herrn, der Himmelfahrt und des heiligsten Leibes und Blutes Christi, der heiligen Gottesmutter Maria, ihrer Unbefleckten Empfängnis und ihrer Aufnahme in den Himmel, des heiligen Joseph, der heiligen Apostel Petrus und Paulus und schließlich Allerheiligen" (CIC, can. 1246, § 1).

           

Artikel 2178: Dieser Brauch der christlichen Versammlung geht auf die Zeit der Apostel zurück [Vgl. Apg 2,42-46; 1 Kor 11,17.]. Der Hebräerbrief ermahnt: „Laßt uns nicht unseren Zusammenkünften fernbleiben, wie es einigen zur Gewohnheit geworden ist, sondern ermuntert einander" (Hebr 10,25).

           

Die Überlieferung bewahrt die Erinnerung an eine stets aktuelle Ermahnung: „Früh zur Kirche kommen, sich dem Herrn nahen und seine Sünden beichten, im Gebet bereuen, ... der heiligen, göttlichen Liturgie beiwohnen, sein Gebet beenden und nicht weggehen vor der Entlassung ... Wir sagten es schon oft: Dieser Tag ist euch zum Gebet und zum Ausruhen gegeben. Er ist der Tag, den der Herr gemacht hat. An ihm laßt uns jubeln und uns freuen" (Sermo de die dominica).

           

2179 „Die Pfarrei ist eine bestimmte Gemeinschaft von Gläubigen, die in einer Teilkirche auf Dauer errichtet ist und deren Seelsorge einem Pfarrer als ihrem eigenen Hirten anvertraut wird" (CIC, can. 515, § 1). Sie ist der Ort, wo sich alle Gläubigen zur sonntäglichen Eucharistiefeier versammeln können. Die Pfarrei führt das christliche Volk in das liturgische Leben ein und versammelt es bei dieser Feier; sie gibt die Heilslehre Christi weiter; sie übt in guten und brüderlichen Werken die Nächstenliebe des Herrn aus.

           

„Du kannst daheim nicht beten wie in der Kirche, wo eine große Anzahl da ist und wo wie aus einem Herzen zu Gott gerufen wird. Hier ist mehr: die Einheit der Gesinnungen, der Einklang der Seelen, das Band der Liebe, die Gebete der Priester“ (Johannes Chrysostomus, incomprehens. 3,6).

           

Das Sonntagsgebot – ein Gebot Gottes und der Kirche

Aus dem Katechismus der Katholischen Kirche

           

Artikel 2180: Eines der Kirchengebote bestimmt das Gesetz des Herrn [3. Gebot Gottes: Du sollst den Tag des Herrn heiligen] genauer: „Am Sonntag und an den anderen gebotenen Feiertagen sind die Gläubigen zur Teilnahme an der Meßfeier verpflichtet" (CIC, can. 1247). „Dem Gebot zur Teilnahme an der Meßfeier genügt, wer an einer Messe teilnimmt, wo immer sie in katholischem Ritus am Feiertag selbst oder am Vorabend gefeiert wird" (CIC, can. 1248, § 1).

           

Artikel 2181: Die sonntägliche Eucharistie legt den Grund zum ganzen christlichen Leben und bestätigt es. Deshalb sind die Gläubigen verpflichtet, an den gebotenen Feiertagen an der Eucharistiefeier teilzunehmen, sofern sie nicht durch einen gewichtigen Grund (z. B. wegen Krankheit, Betreuung von Säuglingen) entschuldigt oder durch ihren Pfarrer dispensiert sind [Vgl. CIC, can. 1245]. Wer diese Pflicht absichtlich versäumt, begeht eine schwere Sünde.

           

Artikel 2182:  Die Teilnahme an der gemeinsamen sonntäglichen Eucharistiefeier bezeugt die Zugehörigkeit und Treue zu Christus und seiner Kirche. Die Gläubigen bestätigen damit ihre Gemeinschaft im Glauben und in der Liebe. Sie bezeugen gemeinsam die Heiligkeit Gottes und ihre Hoffnung auf das Heil. Sie bestärken einander unter der Leitung des Heiligen Geistes.

        

 

 

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Zur persönlichen Besinnung:

           

Welchen Stellenwert hat die Heiligung des Sonntages

durch Mitfeier des Heiligen Messopfers und die Arbeitsruhe in meinem Leben?

                       

„Mit dem Sonntag steht und fällt das Christentum.“ (Volksmund)

                       

„Wie der Sonntag, so dein Sterbetag.“ (Volksmund)

           

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Gottesdienstordnung vom 24. Dezember 2019  bis zum 12. Jänner 2020

           

Dienstag,

24.12.

Heiliger Abend, Vigil von Weihnachten, Adam und Eva

In den Familien: erste Rauchnacht - Haussegnung

           

06:00

Hl. Messopfer/Goldenes Rorate für die verstorbenen Pfarrer unserer Pfarrgemeinde und alle Priesterseelen im Fegfeuer

16:00

bis 17:00 Beichtgelegenheit

 

 

Hochfest der Geburt Christi – Weihnachten

               

DIENSTAG,

24.12.

HEILIGE  NACHT

23:00

Aussetzung des Allerheiligsten Altarssakramentes, stille Anbetung

23:30

1. Weihnachtsmesse/Christmette Wir danken dem Himmlischen Vater für die Menschwerdung des Gottessohnes und seine Erlöserliebe zu uns. Wir feiern die Mette als Akt der Anbetung und Liebe zum Göttlichen Erlöserkind.

           

MITTWOCH,

25.12.

HEILIGER  TAG

Evangelium in der Heiligen Nacht: Lk 2,1-14 Heute ist euch der Heiland geboren.

Evangelium der Hirtenmesse: Lk 2,15-20 Die Hirten fanden das Kind und seine Mutter.

Evangelium beim Hochamt: Joh 1,1-18 Das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt.

           

09:00

(!) 2. Weihnachtsmesse/Hirtenmesse (Stillmesse) für die Armen Seelen

10:00

(!) 3. Weihnachtsmesse/Weihnachtshochamt für die Lebenden und Verstorbenen der Pfarrfamilie.

17:00

Aussetzung des Allerheiligsten Altarssakramentes, feierliche Weihnachtsvesper, stille Anbetung bis 18:00

               

DONNERSTAG,

26.12.

2. TAG DER WEIHNACHTSOKTAV

FEST DES HL. DIAKONS STEPHANUS, ERZMÄRTYRER DER KIRCHE

08:30

Aussetzung des Allerheiligsten Altarssakramentes, stille Anbetung, Beichtgelegenheit

09:00

Hl. Messopfer/Weihnachtshochamt für Familie Thöni; Rosa, Josef und Gottlieb Grall; Gebhard Tiefenbrunner und Familie. Wir beten auch für die verfolgten Christen auf der Welt.

Weihnachtliche Kirchenmusik: Bläsergruppe der Musikkapelle Imsterberg

           

FREITAG,

27.12.

3. TAG DER WEIHNACHTSOKTAV

FEST DES HL. APOSTELS UND EVANGELISTEN JOHANNES

16:30

Aussetzung des Allerheiligsten Altarssakramentes, stille Anbetung, Beichtgelegenheit

17:00

Hl. Messopfer/Weihnachtshochamt für Johann und Luise Schnegg; Ludwig Schiechtl und Horst Plattner; Müller Bruno, verst. Angehörige Müller und Falgschlunger;  Segnung von Johanneswein

 

           

SAMSTAG,

28.12.

4. TAG DER WEIHNACHTSOKTAV

FEST DER UNSCHULDIGEN KINDER VON BETHLEHEM

08:30

Aussetzung des Allerheiligsten Altarssakramentes, stille Anbetung, Beichtgelegenheit

09:00

Hl. Messopfer/Weihnachtshochamt für Anton und Helga Höllrigl; Helene und Adolf Graber

           

SONNTAG,

29.12.

5. TAG DER WEIHNACHTSOKTAV

SONNTAG IN DER OKTAV VON WEIHNACHTEN

FEST DES HL. BISCHOFS UND MÄRTYRERS THOMAS BECKET (England)

Evangelium: Lk 2,33-40 Josef und Maria wunderten sich über das, was über Jesus gesagt wurde.

           

08:30

Aussetzung des Allerheiligsten Altarssakramentes, stille Anbetung, Beichtgelegenheit

09:00

Hl. Messopfer/Weihnachtshochamt für Irmgard und Anton Vögele; Frieda Gstrein; Franz Neurauter

           

MONTAG,

30.12.

6. TAG DER WEIHNACHTSOKTAV

16:30

Aussetzung des Allerheiligsten Altarssakramentes, stille Anbetung, Beichtgelegenheit

17:00

Hl. Messopfer/Weihnachtshochamt für Alois und Anna Koler; Alfons und Katharina Schatz, Familie Flür; Josef Thurner (Jahresmesse) mit Emma, Melanie Maaß-Thurner, Alois Gabl; Franz und Maria Thurner/Au

           

DIENSTAG,

31.12.

7. TAG DER WEIHNACHTSOKTAV  - FEST DES HEILIGEN PAPSTES SILVESTER - In den Familien: zweite Rauchnacht – Haussegnung

08:30

Aussetzung des Allerheiligsten Altarssakramentes, stille Anbetung, Beichtgelegenheit

09:00

Hl. Messopfer/Weihnachtshochamt für Leb. und Verst. Familie Ludwig Witsch; Rosa und Gottfried Schranz; Familie Tributsch

           

MITTWOCH,

1.1.

OKTAVTAG VON WEIHNACHTEN

HOCHFEST DER GOTTESGEBÄRERIN MARIA - NEUJAHR WELTFRIEDENSTAG

Evangelium: Lk 2,21 Dem Kind ward der  Name Jesus gegeben.

                       

08:30

Aussetzung des Allerheiligsten Altarssakramentes, stille Anbetung, Beichtgelegenheit

09:00

Hl. Messopfer/Weihnachtshochamt für Josef und Anna Saurwein; Aurelia Deiser; Maria Gruber. Wir danken für das vergangene bürgerliche  Jahr und bitten um Gottes Segen für das neue Jahr. An Gottes Segen ist alles gelegen.

17:00

Aussetzung des Allerheiligsten Altarssakramentes, feierliche Marienvesper, stille Anbetung bis 18:00 Uhr

Herzliche Einladung zur Mitfeier der Weihnachtsoktav mit der täglichen stillen Anbetung und dem Heiligen Messopfer. Die Kirche feiert die Menschwerdung Gottes mit einer Oktav, dh die acht Tage vom 25.12. bis zum 1.1. sind in der Liturgie wie ein einziger hoher Festtag. An jedem Tag der Oktav feiern wir ein Hochamt, am Kirchtrum wird groß geläutet.

                       

Lassen wir auch unseren Alltag von der Liturgie formen, und geben wir der Oktav in unseren Häusern und Familien einen Festcharakter, zB durch Zeit füreinander, festlich gedeckten Tisch, Singen von Weihnachtsliedern usw.

           

Donnerstag,

2.1.

Priesterdonnerstag

16:30

Aussetzung des Allerheiligsten Altarssakramentes, stille Anbetung und Beichtgelegenheit

17:00

Hl. Messopfer für Julian Andre Steger

           

Freitag,

3.1.

Herz-Jesu-Freitag

 

16:00

Aussetzung des Allerheiligsten Altarssakramentes, stille Anbetung und Beichtgelegenheit bis 17:00 

17:00

Hl. Messopfer zu Ehren des heiligsten Herzens Jesu. Wir bitten um Umkehr und Glaube für unsere Heimatkirche Tirol, um Priester- und Ordensberufungen. Aufblick zum Durchbohrten: Der hl. Bernhardin von Siena (*1380, + 1444)

           

Samstag,

4.1.

Herz-Mariä-Sühnesamstag in der Weihnachtszeit

In den Familien: dritte Rauchnacht - Haussegnung

 

Die Sternsinger kommen

08:30

Aussendung der Sternsinger in der Pfarrkirche

Heute sind die Sternsinger in drei Gruppen in unserem Dorf unterwegs und bitten um Aufnahme und Spenden. Vergelts´ Gott!

Heuer sind erstmals vier Gruppen unterwegs. Ein herzliches Vergelts- Gott unseren Firmlingen und jungen Leuten, die diese Einsatz für Menschen in Not auf sich nehmen.Vergelts- Gott auch den Eltern, die als Begleitpersonen mitgehen.

09:00

Hl. Messopfer (Stiftmesse für das Jahr 2020 für alle verstorbenen Wohltäter seit der Erbauung des Gotteshauses)

           

SONNTAG,

5.1.

FEST DES ALLERHEILIGSTEN NAMENS JESU

Evangelium: Lk 2,12 Als das Kind beschnitten werden sollte, gab man ihm den Namen Jesus.

           

08:30

Aussetzung des Allerheiligsten Altarssakramentes, stille Anbetung, Beichtgelegenheit

09:00

Hl. Messopfer/Weihnachtshochamt für  Alois Neurauter; Josef und Ida Schnegg; Elisabeth Schatz, Klara Schlierenzauer

           

MONTAG,

6.1.

EPIPHANIE – HOCHFEST DER ERSCHEINUNG DES HERRN / DREIKÖNIG

kirchlich gebotener Feiertag

Evangelium: Mt 2,1-12 Da fielen sie nieder und beteten an.

           

08:30

Aussetzung des Allerheiligsten Altarssakramentes, stille Anbetung, Beichtgelegenheit

09:00

Hl. Messopfer/Weihnachtshochamt für die Pfarrfamilie; Kirchensammlung: MISSIO-Sammlung der Päpstlichen Missionswerke für die Priesterausbildung in den materiell armen Ländern, ein herzliches Vergelts´ Gott für jede Spende!

17:00

Aussetzung des Allerheiligsten Altarssakramentes, feierliche Weihnachtsvesper, Weihen und Segnungen zum Dreikönigsfest: Salz, Wasser/Weihrauch/Kreide; stille Anbetung bis 18:00

           

DIENSTAG,

7.1.

DIENSTAG  IN  DER  OKTAV  VON  DREIKÖNIG

16:30

Aussetzung des Allerheiligsten Altarssakramentes, stille Anbetung, Beichtgelegenheit

17:00

Hl. Messopfer um Glaube und Bekehrung für alle Stände undGlieder der Kirche

           

MITTWOCH

8.1.

MITTWOCH  IN  DER  OKTAV  VON  DREIKÖNIG

16:30

Aussetzung des Allerheiligsten Altarssakramentes, stille Anbetung und Beichtgelegenheit

17:00

Hl. Messopfer/Requiem für Hedwig Kathrein

           

DONNERSTAG,

9.1.

DONNERSTAG  IN  DER  OKTAV  VON  DREIKÖNIG

16:30

Aussetzung des Allerheiligsten Altarssakramentes, stille Anbetung und Beichtgelegenheit

17:00

Hl. Messopfer für Familie Kindl und Deflorian

           

FREITAG,

10.1.

FREITAG  IN  DER  OKTAV  VON  DREIKÖNIG

16:30

Aussetzung des Allerheiligsten Altarssakramentes, stille Anbetung und Beichtgelegenheit

17:00

Hl. Messopfer für Gebhard Tiefenbrunner, leb. und verst. Angehörige

           

SAMSTAG,

11.1.

MARIENSAMSTAG  IN  DER  OKTAV  VON DREIKÖNIG

HL. PAPST HYGINUS

07:00

Aussetzung des Allerheiligsten Altarssakramentes, Rosenkranz von den Sieben Schmerzen Mariens

07:30

Hl. Messopfer zu Ehren der Gottesmutter Maria für die Armen Seelen

           

SONNTAG,

12.1.

    FEST  DER  HEILIGEN  FAMILIE


Evangelium: Joh 2,1-11

08:30

Aussetzung des Allerheiligsten Altarssakramentes, stille Anbetung, Beichtgelegenheit

09:00

Hl. Messopfer/Weihnachtshochamt für Familie Haßlwanter; Karl und Stefanie Agerer; Anton Schnegg/Ried.

Wir danken dem heiligen Joseph für seine Hilfe und Gnadenvermittlung, für den reichen Segen Gottes zum Gelingen der Renovierungsarbeiten im Jahr 2019.

 

10:15

Firmunterricht

 

 

Kirchenmusik beim Hochamt um 09:00 Uhr:

Streichquartett CAMORATA unter der Leitung von Thomas Köll/Landeck

Sacralmusik verschiedener Epochen

           

MONTAG,

13.1.

FEST  DER  TAUFE  UNSERES   HERRN  JESUS  CHRISTUS

07:00

Aussetzung des Allerheiligsten Altarssakramentes, stille Anbetung

07:30

Hl. Messopfer für die Mitglieder der Herz-Jesu-Bruderschaft

 

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Nach der Oktav von Dreikönig - mit dem Fest Taufe des Herrn am 13. Jänner - schließt der liturgische Weihnachtsfestkreis. Die nachweihnachtliche Zeit dauert bis Maria Lichtmess, bis dorthin bleiben die Krippen noch aufgestellt.

           

Das Ewige Licht zu Ehren des Allerheiligsten Altarssakramentes brennt auch: vom 22. bis 28. Dezember für Rudolf und Maria Schnegg, Arno Schuler; vom 29. Dezember bis 4. Jänner für  Familie Alois Schatz; vom 5. bis 11. Jänner für Fam. Werner Thurner;

           

Ein herzliches Vergelts´ Gott unserer Krippenmannschaft für die Betreuung und das Aufstellen der beiden wunderschönen Kirchenkrippen.       

           

Vergelts´ Gott auch den fleißigen Frauen, die während der Winterwochen wegen der Witterung viel mühsamer und öfter als sonst den Kirchenboden reinigen.

           

Von Freude und Leid in der Pfarrgemeinde

           

Diese Angaben mit Namen sind nur im gedruckten Pfarrbrief einzusehen, der in der Kirche aufliegt.

 

Pilger- und Kulturfahrt nach Frankreich vom 12. bis 19. Juli 2020

GOTISCHE KATHEDRALEN UND DIE SPIRITUALITÄT DER GOTIK

Ein Informationsblatt mit dem Reiseprogramm und Anmeldeformulare sind in der Kirche aufgelegt und werden auf Wunsch auch gerne mit der Post zugesandt.

                                              

Der heilige John Henry Newman (1801-1890)

Aus der Predigt von Papst Benedikt XVI.

bei der Seligsprechung von Kardinal Newman in Birmingham/England

 Sonntag ,19. September 2010

                                                         

Papst Franziskus hat den seligen J.H. Newman am 13. Oktober 2019 in Rom heilig gesprochen. Sein Gedenktag wurde in den Heiligenkalender der gesamten Weltkirche eingetragen. Dieser Gedenktag wird am 9. Oktober gefeiert, es ist der Tag, an dem Newman im Jahr 1845 in die Röm. Kath. Kirche aufgenommen wurde.         

Tagesgebet der Kirche am Gedenktag des hl. J.H. Newman

Gott, Du hast dem heiligen Priester Johannes Heinrich die Gnade geschenkt,

Deinem gütigen Licht zu folgen

und in deiner Kirche Frieden zu finden;

gewähre uns, dass wir auf seine Fürsprache und durch sein Beispiel

aus Schatten und Bildern zur Fülle Deiner Wahrheit geführt werden.

Darum bitten wir durch Jesus Christus, Deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit Dir lebt und herrscht, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

                                                         

Hier beginnt die Predigt von Papst Benedikt XVI.: England hat eine lange Tradition heiliger Märtyrer, deren mutiges Zeugnis der katholischen Gemeinschaft hier über Jahrhunderte hin Halt und Ansporn gewesen ist. Doch es ist recht und angemessen, daß wir heute die Heiligkeit eines Bekenners anerkennen, eines Sohnes dieser Nation, der zwar nicht berufen war, sein Blut für den Herrn zu vergießen, der aber trotzdem im Laufe eines langen, dem priesterlichen Dienst und besonders der Verkündigung, der Lehre und dem Schreiben gewidmeten Lebens ein beredtes Zeugnis für ihn abgelegt hat. Er ist würdig, in einer langen Reihe von Heiligen und Gelehrten dieser Inseln seinen Platz einzunehmen – neben dem heiligen Beda, der heiligen Hilda, dem heiligen Aelred, dem seligen Duns Scotus, um nur einige wenige zu nennen. Im seligen John Henry hat diese Tradition einer edlen Gelehrsamkeit, einer tiefgründigen menschlichen Weisheit und einer tiefempfundenen Liebe zum Herrn reiche Frucht getragen als ein Zeichen der beständigen Gegenwart des Heiligen Geistes zuinnerst im Herzen des Volkes Gottes, eine Gegenwart, die ein Übermaß an Gaben der Heiligkeit hervorbringt.

                                                         

Das Motto von Kardinal Newman „cor ad cor loquitur – das Herz spricht zum Herzen“ gibt uns einen Einblick in sein Verständnis des christlichen Lebens als Berufung zur Heiligkeit, die als der sehnliche Wunsch des menschlichen Herzens erfahren wird, in innige Gemeinschaft mit dem Herzen Gottes zu gelangen. Der Kardinal erinnert uns daran, daß die Treue zum Gebet uns allmählich verwandelt und Gott ähnlich werden läßt. In einer seiner vielen schönen Predigten schrieb er: „So hat die Gewohnheit des Betens, die Übung, sich Gott und der unsichtbaren Welt zu jeder Zeit, an jedem Ort und bei jedem Anlaß zuzuwenden, … sozusagen eine natürliche Wirkung, indem es die Seele vergeistigt und emporhebt. Der Mensch ist dann nicht mehr, was er zuvor war; allmählich … hat er eine neue Ideenwelt eingesogen und ist von neuen Grundsätzen durchdrungen“ (Parochial and Plain Sermons, IV, 230-231). Das heutige Evangelium sagt uns, daß niemand zwei Herren dienen kann (vgl. Lk 16,13), und die Lehre des seligen John Henry über das Gebet erklärt, wie der treue Christ endgültig in den Dienst des einen wahren Meisters genommen wird, der allein Anspruch auf unsere bedingungslose Hingabe hat (vgl. Mt 23,10). Newman hilft uns zu verstehen, was das für unser tägliches Leben bedeutet: Er sagt uns, daß unser göttlicher Lehrer jedem von uns eine spezielle Aufgabe zugewiesen hat, einen „bestimmten Dienst“, der jedem einzelnen Menschen ganz persönlich anvertraut ist: „Ich habe meine Sendung“, schrieb er, „ich bin ein Glied in einer Kette, ein verbindendes Element zwischen Personen. Gott hat mich nicht umsonst erschaffen. Ich soll Gutes tun und sein Werk vollbringen. Ich soll auf meinem Posten ein Engel des Friedens, ein Prediger der Wahrheit sein … wenn ich nur seine Gebote halte und ihm in meiner Berufung diene“ (Meditations and Devotions, 301-302).

                                                         

Der bestimmte Dienst, zu dem der selige John Henry berufen war, beanspruchte seinen scharfen Verstand und seine produktive Feder und lenkte sie auf viele der dringenden „Tagesthemen“. Seine Einsichten in die Beziehung von Glaube und Vernunft, in den wichtigen Stellenwert der Offenbarungsreligion in der Zivilgesellschaft und in die Notwendigkeit einer breit fundierten und weit gefächerten Ausrichtung der Erziehung waren nicht nur bedeutend für das viktorianische England, sondern inspirieren und erleuchten heute noch viele Menschen in aller Welt. Ich möchte besonders seine Sicht der Erziehung würdigen, die so sehr dazu beigetragen hat, den Ethos zu prägen, der heute als treibende Kraft hinter den katholischen Schulen und Colleges steht. Als ein entschiedener Gegner jedes reduktiven und utilitaristischen Ansatzes suchte er ein pädagogisches Umfeld zu schaffen, in dem intellektuelle Übung, moralische Disziplin und religiöses Engagement miteinander verbunden sein sollten. Der Plan, in Irland eine katholische Universität zu gründen, gab ihm die Gelegenheit, seine Ideen zu dem Thema zu entwickeln, und die Sammlung der Reden, die er unter dem Titel „The Idea of a University“ veröffentlichte, stellt ein Ideal auf, von dem alle in der akademischen Bildung Beschäftigten weiterhin lernen können.

                                                         

Und in der Tat: Welches Ziel könnten Religionslehrer sich setzen, das besser wäre als der berühmte Appell des seligen John Henry für einen intelligenten, gut unterrichteten Laien: „Ich wünsche mir Laien, nicht arrogant, nicht vorlaut, nicht streitsüchtig, sondern Menschen, die ihre Religion kennen, die sich auf sie einlassen, die ihren eigenen Standpunkt kennen, die wissen, woran sie festhalten und was sie unterlassen, die ihr Glaubensbekenntnis so gut kennen, daß sie darüber Rechenschaft ablegen können, die über so viel geschichtliches Wissen verfügen, daß sie ihre Religion zu verteidigen wissen“ (The Present Position of Catholics in England, IX, 390). An diesem Tag, da der Autor jener Worte zur Ehre der Altäre erhoben worden ist, bete ich darum, daß auf seine Fürsprache hin und durch sein Vorbild alle, die in Unterricht und Katechese beschäftigt sind, von der Sicht, die er uns so klar vor Augen hält, zu größerem Einsatz angespornt werden.

                                                         

Während es verständlicherweise das intellektuelle Vermächtnis von John Henry Newman ist, das in der umfangreichen, seinem Leben und seinem Werk gewidmeten Literatur die meiste Aufmerksamkeit erhalten hat, ziehe ich es bei dieser Gelegenheit vor, mit ein paar kurzen Gedanken über sein Leben als Priester und Seelsorger zu schließen. Die Wärme und Menschlichkeit, die seinem Verständnis des pastoralen Dienstes zugrunde liegt, ist wundervoll ausgedrückt in einer anderen seiner berühmten Predigten: „Wären Engel eure Priester gewesen, meine Brüder, dann hätten sie nicht trauern können mit euch, keine Sympathie für euch und kein Mitleid mit euch empfinden, nicht herzlich mitfühlen und Nachsicht haben mit euch, wie wir es können. Sie hätten nicht eure Vorbilder und Führer sein können, noch euch aus dem alten Sein ins neue Leben geleiten können, wie die es vermögen, die aus eurer Mitte kommen“ („Men, not Angels: the Priests of the Gospel“, Discourses to Mixed Congregations, 3).

                                                         

Er lebte diese zutiefst menschliche Sicht des priesterlichen Dienstes in seiner treuen Fürsorge für die Menschen von Birmingham während der Jahre, die er in dem von ihm gegründeten Oratorium verbrachte, indem er die Kranken und die Armen besuchte, die Hinterbliebenen tröstete und sich um die Gefangenen kümmerte. Kein Wunder, daß nach seinem Tode so viele Tausend Menschen die örtlichen Straßen säumten, als sein Leichnam zu seiner Begräbnisstätte gebracht wurde, die weniger als eine halbe Meile von hier entfernt ist.

                                                         

120 Jahre danach haben sich wieder große Menschenmengen versammelt, um in Freude die feierliche kirchliche Anerkennung der außergewöhnlichen Heiligkeit dieses vielgeliebten Seelenvaters zu begehen. Wie könnten wir die Freude dieses Augenblicks besser ausdrücken als indem wir uns in herzlichem Dank an unseren himmlischen Vater wenden und mit den Worten beten, die der selige John Henry den Chören der Engel im Himmel in den Mund legte:                                                         

Preis sei dem Heil’gen in der Höh’ Und Tiefe ewiglich,

In Wort und Handeln wunderbar, Und unerschütterlich!

                                                         

Führe Du, mildes Licht - vom hl. John Henry Newman

           

Führe Du, mildes Licht, im Dunkel, das mich umgibt,

führe Du mich hinan!

Die Nacht ist finster, und ich bin fern der Heimat:

führe Du mich hinan!

Leite Du meinen Fuß - sehe ich auch nicht weiter: wenn ich nur sehe jeden Schritt.

           

Einst war ich weit zu beten, dass Du mich führtest.

Selbst wollt ich wählen.

Selbst mir Licht, trotzend dem Abgrund,

dachte ich meinen Pfad zu bestimmen,

setzte mir stolz das eigene Ziel. Aber jetzt - lass es vergessen sein.

           

Du hast so lang mich behütet - wirst mich auch weiter führen:

über sumpfiges Moor,

über Ströme und lauernde Klippen,

bis vorüber die Nacht

und im Morgenlicht Engel mir winken.

Ach, ich habe sie längst geliebt - nur vergessen für kurze Zeit.

           

        

 

„Wenn ihr den unheilvollen Gräuel an heiliger Stätte seht“

 (Mt 24,15)

Christi Warnung und Trost

Predigt von Pf. Stephan Müller am Sonntag, 24. November 2019

           

Keine Sorge: Diese Worte gehen nicht am Weihnachtsfest vorbei, im Gegenteil. Bereits das Göttliche Kind in der Krippe musste einen „unheilvolle Gräuel“ oder Antichristen in Menschengestalt erleben, den König Herodes. Herodes suchte das Messiaskind zu töten. Die Heilige Familie musste vor diesem skrupellosen und gewissenlosen Machtmenschen, der seine eigene Ehefrau und den Großteil seiner Familie ermorden ließ, nach Ägypten fliehen. Doch das Göttliche Kind hat am Kreuz gesiegt. Auch traurige Vorgänge in der Kirche veranlassen uns, über „unheilvolle Gräuel“ nachzudenken, und wie wir ihnen begegnen können.

           

Wir merken an den Lesungen und Gebeten der Liturgie, dass das Kirchenjahr zu Ende geht. Es ist nicht leicht zu verdauen, was Christus uns da heute zumutet. Doch wir wollen uns seinen Worten stellen. Wenn wir genau hinhören: Christus spricht zunächst sehr deutliche Warnungen aus, dann gibt er uns den Blick und den Trost der christlichen Hoffnung. Wir können dieses Wort Gottes nur im Licht der katholischen Überlieferung verstehen und auslegen.

           

Wenn ihr den unheilvollen Gräuel, von dem der Prophet Daniel spricht, an heiliger Stätte seht.“ Dieses Christuswort ist zunächst ein prophetisches Wort, dh eine Enthüllung, eine Ankündigung von Dingen, die sich ereignen werden. Was meint Christus mit dem „unheilvollen Gräuel“? Die Kirche erkennt eine historische und symbolische Bedeutung. Die historische Bedeutung ist einfach zu erklären, schon die Kirchenväter, zB der hl. Irenäus von Lyon, sehen das so: Christus prophezeit den Untergang und die Zerstörung Jerusalems. Historisch ereignet sich das im Jahr 70 nach Christus unter Kaiser Titus. Mit „Heiliger Stätte“ ist der Tempel gemeint und die Stadt Jerusalem, für die Juden die Heilige Stadt. Der „Unheilvolle Gräuel“ meint die Römischen Heere, die im Heiligen Land ein riesiges Blutbad anrichteten. Dieses Blutbad beginnt in Qumran am Toten Meer, wo die Römischen Legionen von Süden heranziehen und endet in Jerusalem, wo die Stadt dann von einem ganzen Wald von am Kreuz hingerichteten Juden umgeben ist. In Jerusalem tragen die Römischen Legionen ihre heidnischen Banner bis ins Allerheiligste des Tempels hinein, bevor sie dann das Heiligtum und die ganze Stadt dem Erdboden gleich machen. Jerusalem ist nach dieser Zerstörung für lange Zeit verwüstet und unbewohnt. Erst im Jahr 130 beginnen die Römer, die Stadt wieder zu besiedeln. Der „Unheilvolle Gräuel“ verweist auch auf zwei heidnische Tempel, die nach 130 von den Römern über Golgota und dem Heiligen Grab erbaut wurden, einen Jupiter- und Aphrodite Tempel. Übrigens: Ohne es zu ahnen, konservieren die Römer mit diesen beiden heidnischen Tempeln die uns Christen heiligen Orte Golgota und das Heilige Grab, bis dann im 4. Jahrhundert die hl. Kaiserin Helena an Stelle der heidnischen Tempel die ersten Gotteshäuser erbauen lässt.

           

Das prophetische Wort Christi vom „Unheilvollen Gräuel“ ist verbunden mit seinen Worten über die Endzeit und seine Wiederkunft am Ende der Zeiten als Weltenrichter. Deshalb dürfen wir dieses Wort nicht ausschließlich auf die Zerstörung Jerusalems im Jahr 70 nach Christus beziehen. Diese Prophezeiung vom „Unheilvollen Gräuel“ gilt für die ganze Zeit des Alten und Neuen Bundes. Vor allem ist das Wort vom „Unheilvollen Gräuel“ eine Warnung Christi für die Endzeit. „Endzeit“ meint nicht kosmische Zusammenbrüche, die am Ende der Zeit einmal kommen werden. Die Endzeit ist eine Epoche, die mit der Geburt Christi beginnt und mit dem Jüngsten Gericht endet. Die Endzeit ist die Zeit Christi, es ist eine vom Heilswirken des Erlösers erfüllte Zeit, eine gesegnete Zeit, eine schöne Zeit. Doch in dieser christlichen Endzeit gibt es eben auch „Unheilvolle Gräuel“, dh es gibt für die Gläubigen auch Bedrängnis und Verfolgung, manchmal mehr, manchmal weniger. Nach dem Ende der Christenverfolgung im Römischen Reich 313 hat die Kirche allgemein eine lange Friedenszeit, auch während dem ganzen Mittelalter. Erst mit der Französischen Revolution 1789 bis 1799 wird eine neue Epoche der blutigen Christenverfolgung eingeleitet. Ein „Unheilvoller Gräuel“ wird auch von der

Französischen Revolution zeichenhaft errichtet. In der Kathedrale Notre Dame wird am Hochaltar eine Götzenstatue als „Göttin der Vernunft“ aufgestellt und angebetet. Während der 10 Jahre des Schreckensterrors sind in Frankreich das Heilige Messopfer und die christliche Gottesverehrung verboten und blutig verfolgt. Gegenwärtig erleben wir weltweit die größte Christenverfolgung aller Zeiten. Seit einigen Tagen hören wir, dass etliche Kirchen in Chile verwüstet werden. In Frankreich werden pro Tag zwei Kirchen geschändet, wie der Kardinal von Paris nach dem Brand von Notre Dame beklagte.

           

In alttestamentlicher Zeit gibt es im 2. Jahrhundert vor Christus eine sehr schlimme Verfolgung der gläubigen Juden, es ist die Zeit der Makkabäer. Der griechische König Antiochus IV. nennt sich Epiphanes, der „erschienene Gott“; Antiochus IV. ist ein „Unheilvoller Gräuel“ in Person. 167 vor Christus lässt er in Jerusalem den Tempel schänden, im Allerheiligsten eine Götzenstatue des Zeus aufstellen. Den Juden werden die Beschneidung, der Sabbat und die Glaubensfeste usw. verboten. Die alttestamentliche Makkabäer-Zeit, Zerstörung Jerusalems 70 nach Christus, Französische Revolution,  die heutige Blutige Christenverfolgung, das alles sind „Unheilvolle Gräuel“, in Form einer von außen kommenden Verfolgung des Glaubens und der Gläubigen.

           

 „Unheilvoller Gräuel an heiliger Stätte“ hat neben der historischen auch symbolische Bedeutungen. Die „heilige Stätte“, die heilige Stadt Jerusalem, ist ein Symbol für das Neue Jerusalem, das ist die heilige Kirche. Der „Unheilvolle Gräuel“ ist ein Symbol für große Gefahren, vor denen Christus die Kirche warnt. Es handelt sich um Gefahren, die zu allen Zeiten für das Volk Gottes eine Bedrohung werden können. Es sind Gefahren, die nicht von der Welt, von außen, kommen, sondern im Inneren der Kirche entstehen. Auf eine solche Gefahr weist uns Christus im heutigen Evangelium hin:

 

a) Der „Unheilvolle Gräuel“ sind die „falschen Christusse“ und die „falschen Propheten“. Falsche Propheten sind diejenigen Amtsträger oder Laien, die Häresie oder Irrlehre verkünden. Wer einen Glauben verkündet, und dabei den Anspruch Christi von der Entscheidung für den Glauben, von der Notwendigkeit der Bekehrung, von der Kreuzesnachfolge, vom möglichen Heilsverlust usw. ausklammert, der ist ein falscher Prophet.

 

b) Der „Unheilvolle Gräuel“ ist in der Kirche dort vorhanden, wo sich Götzendienst ausbreitet, oder gar Götzenbilder in Kirchen hinein getragen werden. Der Prophet Jeremias zB muss im 6. Jh. v. Christus das Volk Israel aufrufen, die heidnische Götzenverehrung aufzugeben, der man verfallen ist. Man geht am Sabbat zum Tempelgottesdienst, gleichzeitig werden heidnische Gottheiten angebetet, wie zB der Baal, die Aschera, die Sterne, im Tempel wird Tempelprostitution getrieben usw. Es gibt im Leben der Kirche Zeitepochen, wo die Getauften an Stelle der wahren Gottesverehrung heidnische Vorstellungen und Kulte pflegten, wie zB im ausgehenden Spätmittelalter, vor der Reformation, wo in den deutschen Sprachraum alte germanische, heidnische Praktiken eindrangen. Doch wir brauchen gar nicht die Gläubigen früherer Zeiten heranziehen. Wie sieht es heute aus? Wenn wir daran denken, welche neuen „Feste“ faktisch den Sonntag und die christlichen Feiertage in unserem Land abgelöst haben: Nudelfest, Kaiserschmarrnfest, Knödelfest, Gassenfest, Adlerfest, Krampusfest, Halloween, usw. Sind solche Entwicklungen, im Ganzen gesehen, nicht auch – um in der Ausdrucksweise der Heiligen Schrift zu bleiben - eine Art von Götzenkult?

c) Ein „Unheilvoller Gräuel“ ist auch die Profanisierung des Heiligen in der Kirche, im Gotteshaus, in der Liturgie... Die heutige Kirche ist daran nicht ganz unschuldig. Manche unklare liturgische Weisungen vor 50 Jahren öffneten die Tür zu vielen Missbräuchen. Zwei Päpste sind der Profanisierung des Heiligen entschieden entgegengetreten: Papst Johannes Paul II. 2004 mit der Instruktion Redemptionis sacramentum, Papst Benedikt XVI. 2007 mit dem Apostolischen Schreiben Sacramentum Caritatis. Beide päpstlichen Weisungen sind, vor allem im deutschen Sprachraum, ziemlich ignoriert worden, leider bis heute.

           

Wie sollen wir mit dem „Unheilvollen Gräuel an heiliger Stätte“ umgehen? Der „Unheilvolle Gräuel“ im Sinn der von außen kommenden Christenverfolgung: Die verfolgten Christen können nur erdulden, erleiden und mit Gottes Hilfe standhalten, und wir für sie beten.

           

Beim „Unheilvollen Gräuel“, der von Gläubigen selber verursacht ist – Häresie, Götzendienst, Profanisierung des Heiligen – da haben wir schon etwas zu tun. Hier sind zuerst wir Priester gefordert. Der heilige Apostel Paulus lehrt: „Als Diener Christi soll man uns betrachten und als Verwalter von Geheimnissen Gottes“ (1 Kor 4,1). Der Priester muss das Heilige schützen, alles vom Gottesdienst und vom Gotteshaus fernhalten, was gegen das Heilige gerichtet ist. Der Priester, nach dem Kirchenrecht vor allem der Pfarrer, muss durch eine klare katholische Verkündigung auch den Glauben schützen und verteidigen.

           

Doch nicht nur wir Priester, jeder Getaufte und Gefirmte hat den Auftrag, nach seinen Möglichkeiten den Glauben, die Sakramente, das Heilige zu schützen und sich dafür einzusetzen. Das tun wir zuerst durch unser gutes Beispiel. Doch ist es heute sicher nötig, auch öffentlich etwas zu sagen und zu tun. Kardinal Gerhard Ludwig Müller wurde heuer in einem Interview sehr konkret als er gefragt wurde: Wie sollen Katholiken reagieren, wenn sie bei einer Heiligen Messe Missstände, also einen „Unheilvollen Gräuel“ erleben; der Kardinal sagte: „Sie müssen öffentlich protestieren. Sie haben das Recht, wegzugehen oder- wenn sie sich dazu fähig fühlen, zu sprechen: Ich protestiere gegen die Desakralisierung der Hl. Messe. Ich bin gekommen, um die Katholische Messe zu feiern, nicht um an irgendeiner Konstruktion von Messe durch einen Priester, der nichts vom Katholischen Glauben weiß, teilzunehmen“  (*).

           

Der Blick der Hoffnung, den Christus uns gibt. Um der Auserwählten willen werden die Zeiten des „Unheilvollen Gräuel“ auch abgekürzt. Gottes Erbarmen kommt uns immer wieder zu Hilfe, dass diese Notzeiten vorbei gehen.

           

Noch einige konkrete Weisungen Christi: Den falschen Christussen und den falschen Propheten sollen wir keinen Glauben schenken und zu ihnen nicht hingehen. Und: wir sollen „in die Berge fliehen“. Das können wir so deuten: Angesichts der „Unheilvollen Gräuel“ in der Kirche und Gesellschaft sollen wir auf die Höhe der Berge steigen, dh bleiben wir auf der Höhe des wahren Glaubens, auf der Höhe der wahren Gottesverehrung, auf der Höhe des Heiligen, gehen wir nicht in die Täler der Gräuel, lassen wir uns nicht hinunterführen und nicht hinunterziehen, bleiben wir auf der Bergeshöhe dessen, was die Kirche immer gelehrt, immer geglaubt, immer gebetet und immer gefeiert hat. Dann haben wir Schutz.

           

Das zweite Vatikanische Konzil sagt uns, zuerst den hl. Augustinus zitierend (**):

           

„Die Kirche <schreitet zwischen den Verfolgungen der Welt und den Tröstungen Gottes auf ihrem Pilgerweg dahin> (Augustinus) und verkündet das Kreuz und den Tod des Herrn, bis er wiederkommt (vgl. 1 Kor 11,26). Von der Kraft des auferstandenen Herrn aber wird sie gestärkt, um ihre Trübsale und Mühen, innere gleichermaßen wie äußere, durch Geduld und Liebe zu besiegen und sein Mysterium, wenn auch schattenhaft, so doch getreu in der Welt zu enthüllen, bis es am Ende im vollen Lichte offenbar werden wird.“ Amen.

           

 (*)   Interview mit S. Eminenz Gerhard Kardinal Müller, Rom, 3.2. 2019

 (**) Zweites Vatikanisches Konzil, Konstitution über die Kirche, Lumen gentium, aus Abschnitt 8

           

„Herr, ich liebe den Ort, wo dein Tempel steht,

die Stätte,

wo deine Herrlichkeit wohnt.“

Psalm 26,8

           

 

Abschlussbericht und Dankesworte

zur Kirchenrenovierung 2019

           

Dieser Artikel ist nur im gedruckten Pfarrbrief einzusehen, der in der Kirche aufliegt.

     

Der hl. Joseph

Schutzpatron der katholischen Kirche

 

        

Zu dir, o heiliger Josef,

fliehen wir in unserer Not. Nachdem wir deine heiligste Braut um Hilfe angefleht haben, bitten wir auch voll Vertrauen um deinen Schutz.

Um der Liebe willen, die dich mit der makellosen Jungfrau

und Gottesgebärerin verband, und um der väterlichen Liebe willen,

mit der du das Jesuskind umarmt hast, bitten wir dich flehentlich,

du wollest das Erbe, das Jesus Christus mit seinem Blute erkauft hat,

gnädig ansehen und unserer Not mit deiner Macht zu Hilfe kommen.

O fürsorglicher Beschützer der Heiligen Familie!

Wache über die auserwählte Nachkommenschaft Jesu Christi;

halte fern von uns, o geliebter Vater, jede Ansteckung des Irrtums

und der Verderbnis. Steh uns vom Himmel aus gnädig bei,

o starker Beschützer, im Kampfe mit den Mächten der Finsternis,

und wie du ehedem das Jesuskind aus der höchsten Lebensgefahr errettet hast, so verteidige jetzt die heilige Kirche Gottes

gegen die Nachstellungen der Feinde

und nimm uns unter deinen beständigen Schutz,

damit wir nach deinem Beispiel und mit deiner Hilfe heilig leben,

selig sterben und im Himmel die ewige Seligkeit erlangen mögen. Amen.

               

Papst Leo XIII.

    

Der Heiland ist geboren,

freu dich, du Christenheit,

sonst wär'n wir gar verloren

in alle Ewigkeit.

        

Freut euch von Herzen, ihr Christen all',

Kommt her zum Kindlein am Altar.

        

Das Kindlein auserkoren,

freu dich, du Christenheit!

so in dem Stall geboren,

hat Himmel und Erde erfreut.

       

Die Engel lieblich singen,

freu dich, du Christenheit!

tun gute Botschaft bringen,

verkündigen große Freud’!

       

Der Gnadenbrunn tut fließen,

freu dich, du Christenheit!

Tut all’ das Kindlein grüßen!

Kommt her zum Kindlein am Altar.

           

 

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