14 Kommunion für wiederverheiratet Geschiedene

„Sacramentum Caritatis – Sakrament der Liebe“

Nachsynodales Schreiben von Papst Benedikt XVI. vom 22. Februar 2007

Folge 14

EUCHARISTIE UND UNAUFLÖSLICHKEIT DER EHE

Kommunionempfang für wiederverheiratet Geschiedene

Abschnitt 29

 

Einleitende Anmerkung: Die folgenden Worte sprechen von der Bedeutung des Ehesakramentes: Über die Unauflöslichkeit der sakramentalen Ehe und die Beziehung des Ehesakramentes zum Kommunionempfang. Die Lehre der Bischofssynode - bzw. die Worte von Papst Benedikt - offenbaren einerseits die pastorale Liebe und Sorge der Kirche für jene Katholiken, die nach einer sakramentalen Trauung eine staatliche Scheidung gewählt haben; andererseits geht es auch um die Treue der Kirche zur Lehre Christi.

 

Mögen diese Worte beitragen, Licht in einem schwierigen und leidvollen Lebensbereich der Kirche zu bringen. Letztlich kann uns nur die Wahrheit frei machen, wie Jesus sagt (Joh 8,32).

 

Wichtig sind die klaren Aussagen, dass geschieden Wiederverheiratete eindeutig zur Kirche gehören. Es gibt für sie, wie ausgeführt wird, mehrere sehr gnadenbringende Möglichkeiten einer eucharistischen Frömmigkeit, besonders die Mitfeier der hl. Messe und die Eucharistische Anbetung. Hier liegen Möglichkeiten offen, die noch kaum genützt werden.        

 

Das – allgemein gesehen - nicht mehr ernst nehmen der christlichen Lehre, wie sie durch die Heilige Schrift und die kirchliche Überlieferung bezeugt ist, führt in jedem Fall zum Verfall des kirchlichen Lebens. Das Hören und Leben der christlichen Glaubenslehre baut die Kirche auf.                                                                                          Pf. Stephan Müller

 

Wenn die Eucharistie die Unwiderruflichkeit der Liebe Gottes in Christus zu seiner Kirche ausdrückt, wird verständlich, warum sie in Beziehung zum Sakrament der Ehe jene Unauflöslichkeit einschließt, nach der sich jede wahre Liebe unweigerlich sehnt. (91) Darum ist die pastorale Aufmerksamkeit mehr als gerechtfertigt, die die Synode den schmerzlichen Situationen gewidmet hat, in denen sich nicht wenige Gläubige befinden, die sich nach einer sakramentalen Trauung haben scheiden lassen und eine neue Verbindung eingegangen sind.

 

Es handelt sich um ein dornenreiches und kompliziertes pastorales Problem, eine wahre Plage des heutigen sozialen Umfelds, die in zunehmendem Maße auch auf katholische Kreise übergreift. Die Hirten sind aus Liebe zur Wahrheit verpflichtet, die verschiedenen Situationen genau zu unterscheiden, um den betroffenen Gläubigen in angemessener Weise geistlich zu helfen. (92)

 

Die Bischofssynode hat die auf die Heilige Schrift (vgl. Mk 10,2-12) gegründete Praxis der Kirche, wiederverheiratete Geschiedene nicht zu den Sakramenten zuzulassen, bestätigt, weil ihr Status und ihre Lebenslage objektiv jener Liebesvereinigung zwischen Christus und seiner Kirche widersprechen, die in der Eucharistie bedeutet und verwirklicht wird.

 

Die wiederverheirateten Geschiedenen gehören jedoch trotz ihrer Situation weiter zur Kirche, die ihnen mit spezieller Aufmerksamkeit nachgeht, in dem Wunsch, daß sie so weit als möglich einen christlichen Lebensstil pflegen durch die Teilnahme an der heiligen Messe, wenn auch ohne Kommunionempfang, das Hören des Wortes Gottes, die eucharistische Anbetung, das Gebet, die Teilnahme am Gemeindeleben, das vertrauensvolle Gespräch mit einem Priester oder einem geistlichen Führer, hingebungsvoll geübte Nächstenliebe, Werke der Buße und den Einsatz in der Erziehung der Kinder.

 

Anmerkungen:

(91) Vgl. Katechismus der Katholischen Kirche, Artikel 1640.

(92) Vgl. Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Familiaris consortio

 

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