05 Eucharistie und Krankensalbung

„Sacramentum Caritatis – Sakrament der Liebe“

Nachsynodales Schreiben von Papst Benedikt XVI. – Folge 5

  

EUCHARISTIE UND KRANKENSALBUNG (Abschnitt 22)

 

Jesus hat seine Jünger nicht nur ausgesandt, die Kranken zu heilen (vgl. Mt 10,8; Lk 9,2; 10,9), sondern er hat für sie auch ein spezifisches Sakrament eingesetzt: die Krankensalbung. (66) Der Jakobusbrief bezeugt uns das Vorhandensein dieser sakramentalen Handlung bereits in der ersten christlichen Gemeinde (vgl. 5,14-16). Wenn die Eucharistie zeigt, wie Leiden und Tod Christi in Liebe verwandelt worden sind, so vereint die Krankensalbung den Leidenden mit der Selbsthingabe Christi zum Heil aller, so daß auch er im Mysterium der Gemeinschaft der Heiligen sich an der Erlösung der Welt beteiligen kann.

 

Die Verbindung dieser Sakramente wird außerdem angesichts der Verschlimmerung der Krankheit offenbar: »Die Kirche bietet den Sterbenden neben der Krankensalbung die Eucharistie als Wegzehrung an«. (67) Im Heimgang zum Vater erweist sich die Kommunion mit dem Leib und dem Blut Christi als Same des ewigen Lebens und Kraft zur Auferstehung: »Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag« (Joh 6,54).

 

Da die Heilige Wegzehrung dem Kranken die Fülle des Pascha-Mysteriums (=Ostergeheimnis von Leiden, Tod und Auferstehung Christi) erschließt, muß ihre Darreichung sichergestellt werden. (68)

 

Die Zuwendung und die pastorale Sorge, die den Kranken entgegengebracht werden, bringen sicher einen geistlichen Gewinn für die ganze Gemeinde mit sich. Bekanntlich haben wir ja alles, was wir für den Geringsten getan haben, für Jesus selbst getan (vgl. Mt 25,40).

 

 

*************************************

 

Anmerkungen von Pf. Müller Stephan:

Die Krankensalbung vereinigt mit Christus. Sie hilft dem Kranken, sein Leiden anzunehmen, mit Christus zu vereinigen und daran persönlich zu reifen. Auf diese Weise getragenes Leid wird auch fruchtbar zur Erlösung der Welt. Die Krankensalbung hilft uns auch, den Sinn und Wert des Leidens zu erkennen und zu bejahen.

 

Niemand soll Scheu oder Angst haben, um die Krankensalbung zu bitten. Sie ist nicht zuerst ein Sterbesakrament, sondern die Gegenwart und Hilfe Jesu in der Situation der Krankheit.

 

Das eigentliche Sterbesakrament, Wegzehrung genannt, ist der Empfang der hl. Kommunion, durch Reue und Beichte gut vorbereitet. „Wie dein Sonntag, so dein Sterbetag!“

 

Sehr wichtig wäre es, wenn Angehörige oder Bekannte bei einer ernsten Erkrankung rechtzeitig einen Priester informieren oder holen, damit das Sakrament mit dem Kranken vorbereitet und gespendet werden kann. Weil es auch um das ewige Seelenheil geht, soll hier nicht menschliche Ängstlichkeit bestimmend sein. So wie wir die körperliche Not der Kranken realistisch sehen um helfen zu können, so sollen wir auch die seelische Situation sehen und die Hilfe Gottes in den Sakramenten vermitteln.

 

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok