04 Pastorale Anweisungen zu Beichte und Busse

„Sacramentum Caritatis – Sakrament der Liebe“

Nachsynodales Schreiben von Papst Benedikt XVI. – Folge 4

 

EINIGE PASTORALE ANWEISUNGEN ZU EUCHARISTIE UND BEICHTE

(Zitate aus Abschnitt 21)

 

Erziehung zur Umkehr - Förderung des Buß-Sakramentes

Die Synode hat daran erinnert, daß es die pastorale Aufgabe des Bischofs ist, in seiner Diözese eine entschiedene Wiederbelebung der Erziehung zur Umkehr anzuregen, die sich aus der Eucharistie ergibt, und unter den Gläubigen die häufige Beichte zu fördern. Alle Priester sollen sich großzügig mit Engagement und Kompetenz der Spendung des Sakramentes der Versöhnung widmen. (60)

 

Gut sichtbare Beichtstühle in den Kirchen

In diesem Zusammenhang muß darauf geachtet werden, daß die Beichtstühle in unseren Kirchen gut sichtbar sind und die Bedeutung dieses Sakramentes zum Ausdruck bringen.

 

Allgemeine Lossprechung (=Generalabsolution) in der kirchlichen Ordnung anwenden. Anmerkung vom Pfarramt: Eine Generalabsolution ist nur möglich: bei Todesgefahr oder wirklichem Priestermangel – der bei uns übrigens nicht gegeben ist. Eine allgemeine Lossprechung in unserer kirchlichen Situation z.B. bei einer Bußandacht widerspricht der Weisung der Kirche, ist nicht erlaubt und auch nicht gültig. Selbst bei erlaubter Spendung der Generalabsolution hat der Katholik immer die Pflicht, bei der nächsten Gelegenheit seine schweren Sünden zu beichten, um davon losgesprochen zu werden.

 

Ich bitte die Hirten, die Art des Vollzugs des Sakramentes der Versöhnung aufmerksam zu überwachen und die Praxis der allgemeinen Absolution ausschließlich auf die eigens vorgesehenen Fälle zu beschränken, (61) da nur die persönliche Beichte die ordnungsgemäße Form darstellt. (62)

 

Der Ablass

Schließlich kann eine wertvolle Hilfe für die erneute Bewußtmachung der Beziehung zwischen Eucharistie und Versöhnung eine ausgeglichene und vertiefte Praxis der für sich selbst oder für die Verstorbenen gewonnenen Indulgenz (=Ablass) sein. Mit ihr erhält man »vor Gott den Nachlaß der zeitlichen Strafe für die Sünden, die - was die Schuld betrifft - schon vergeben sind«. (64) Die Inanspruchnahme der Ablässe hilft uns verstehen, daß wir allein mit unseren Kräften niemals imstande wären, das begangene Böse wiedergutzumachen, und daß die Sünden jedes Einzelnen der ganzen Gemeinschaft Schaden zufügen. Darüber hinaus verdeutlicht uns die Praxis der Indulgenz, da sie außer der Lehre von den unendlichen Verdiensten Christi auch die von der Gemeinschaft der Heiligen einschließt, »wie eng wir in Christus miteinander vereint sind und wie sehr das übernatürliche Leben jedes Einzelnen den anderen nützen kann«. (65) Da ihre Form unter den Bedingungen den Empfang des Beichtsakramentes und der Kommunion vorsieht, kann ihre Übung die Gläubigen auf dem Weg der Umkehr und bei der Entdeckung der Zentralität der Eucharistie im christlichen Leben wirkungsvoll unterstützen.

 

(60) Vgl. Propositio 7. (61) Vgl. Johannes Paul II., Motu proprio Misericordia Dei (7. April 2002): AAS 94 (2002), 452-459.

(62) Gemeinsam mit den Synodenvätern möchte ich daran erinnern, daß die nicht sakramentalen Bußfeiern, die im Ritualbuch für das Sakrament der Versöhnung erwähnt werden, nützlich sein können, um in den christlichen Gemeinden den Geist der Umkehr zu fördern und so die Herzen auf die Feier des Sakramentes vorzubereiten: vgl. Propositio 7.

(63) Vgl. Kodex des kanonischen Rechts, can. 508.

(64) Paul VI., Apost. Konst. Indulgentiarum doctrina (1. Januar 1967), Normae, Nr. 1: AAS 59 (1967), 21.

(65) Ebd., 9: AAS 59 (1967), 18-19.

 

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